DAX

    Der deutsche Aktienindex wurde am gestrigen Montag von der positiven Performance der Automobil- und Versorgungssektoren gestützt. Diese profitierten von dem positiv aufgenommenen Stresstest der Bundesregierung zu den Rückstellungen für den geplanten Ausstieg aus der Atomenergie bis zum Jahr 2022, und der Automobilsektor zeigte sich von S&Ps Herabstufung von Volkswagen auf A- unbeeindruckt.

    Nach dem stabilen Wochenauftakt dürften die Anleger heute zunächst eine Verschnaufpause einlegen. Der DAX tendiert vorbörslich ein Drittel Prozent tiefer bei knapp unter 10.100 Punkten. Etwas Schwung könnte die neueste ZEW-Umfrage in den Handel bringen. Am Vormittag steht der wichtige Stimmungsindikator zur Veröffentlichung an. Die meisten Experten halten allerdings einen Rückgang des ZEW-Saldos der Konjunkturerwartungen für wahrscheinlich.

    Die geringen Zinserhöhungserwartungen in den USA wirken für den Euro tendenziell stützend. Demgegenüber könnte eine schwächer zu erwartende ZEW-Umfrage das Potenzial nach oben begrenzen. Aktuell notiert das Währungspaar EUR/USD nur wenig verändert bei 1,1362.

    Die Ölpreise können sich im frühen Handel etwas von den kräftigen Vortagesverlusten erholen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 50,19 Dollar (+$0,33), WTI-Öl 47,42 Dollar (+$0,32). Am Montag waren die Ölpreise nach dem OPEC-Monatsbericht unter Druck geraten. Das Kartell hat im September mit durchschnittlich 31,57 Millionen Barrel pro Tag so viel Rohöl gefördert wie seit 2012 nicht mehr.

    Inflation in Deutschland weiterhin schwach

    Im September stagnierten die Verbraucherpreise in Deutschland im Jahresvergleich, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Bankvolkswirte hatten dies erwartet. Im Monatsvergleich gingen die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent zurück. Nach Ansicht von EZB-Ratsmitglied Mersch wird es „länger dauern“ bis die Inflationsrate in der Eurozone den Zielwert von knapp 2 Prozent erreicht. Die EZB werde aber alle Instrumente nutzen, sollten weitere Impulse nötig sein.

    Volkswagen plant zusätzliches Sparprogramm.

    40 Milliarden könnte Volkswagen der Abgasskandal an Strafen und Schadensersatzforderungen kosten, schätzt das Handelsblatt. Um die Krise zu meistern, müssen nicht nur Beschäftigte Federn lassen. Vor allem bei der Kernmarke VW soll die Gangart verschärft werden. Modellpalette und das Investitionsbudget sollen eingedampft werden, berichtet die Zeitung. Die Beschäftigten müssen sich ebenso auf Abstriche bei ihrer Gewinnbeteiligung einstellen wie die Aktionäre. Nicht zuletzt sollen Zulieferer nach neuen Plänen zusätzlich 3 Milliarden Euro beisteuern.

    Nach dem Abgas-Skandal muss die europäische Autoindustrie nun härtere Auflagen aus Brüssel fürchten. Die Europäische Kommission hat vorgeschlagen, dass Autos nicht nur auf dem Prüfstand, sondern auch im Straßenverkehr gesetzliche Schadstoffnormen erfüllen müssen. Der Branchenverband Acea warnt vor dem Aus für einige Dieselmodelle.

    SAP bestätigt Ausblick für 2015

    Der Softwarekonzern SAP hat im dritten Quartal den um Sondereffekte bereinigten Betriebsgewinn um 19 Prozent auf 1,62 Milliarden Euro gesteigert, wie der Konzern überraschend am Dienstag mitteilte. Experten hatten mit einem geringeren Anstieg gerechnet. Der Umsatz zog um 17 Prozent auf 4,98 Milliarden Euro an. Wegen der hohen Kosten für den Ausbau des Cloudgeschäfts stagnierte das Ergebnis unter dem Strich allerdings. Im Gesamtjahr soll das bereinigte Betriebsergebnis in einer Spanne von 5,6 bis 5,9 Milliarden Euro liegen. Die Cloud- und Softwareerlöse sollen währungsbereinigt um 8 bis 10 Prozent wachsen.

    Leoni: Drastische Gewinnwarnungen

    Der Autozulieferer Leoni schockt Anleger mit einer Gewinn- und Umsatzwarnung. Das ursprüngliche Ziel, 2015 ein operatives Ergebnis von 200 Millionen Euro zu erreichen, gab Leoni auf. Der Konzernumsatz soll sich hingegen weiter mindestens auf dem Niveau von 4,3 Milliarden Euro bewegen. Auch 2016 halten die Belastungen voraussichtlich an. Der Kabelhersteller rechnet daher beim Umsatz statt der bisher erwarteten 4,8 Milliarden nur noch mit 4,6 Milliarden Euro. Das bisherige EBIT-Margenziel von sieben Prozent werde deutlich unterschritten, hieß es. Grund für die Revision der Kennzahlen sind überraschend starke Belastungen im Bordnetz-Segment, vorzeitige Beendigung von margenstarken Projekten und nicht wie erhofft greifende Strukturmaßnahmen. Die

    Anheuser Busch InBev vor der Übernahme von SABMiller

    Der weltgrößte Bierkonzern AB Inbev ist im Übernahmepoker um SABMiller fast am Ziel. Beide Konzerne hätten sich auf grundsätzliche Punkte einer Fusion geeinigt, teilten die beiden Unternehmen am Dienstag mit. AB Inbev bietet den Angaben zufolge 44 Pfund je Aktie für den Konkurrenten. Insgesamt beträgt damit das Gebot 68 Milliarden Pfund.