DAX

    Dank guter Vorgaben von der Wall Street und der Stabilisierung beim Ölpreis setzt der deutsche Aktienmarkt heute zu einer festen Erholung an. Der deutsche Leitindex stand zuletzt mit 2,33 Prozent im Plus bei 10.371 Punkten. Der DAX hatte am Montag zunächst neue Kraft geschöpft, doch hatte diese nicht ausgereicht, um sich im Umfeld sinkender Ölpreise, dem starken Euro und der Unsicherheit im Vorfeld der Leitzinsentscheidung der US-Notenbank durchzusetzen. Am Ende knüpfte das Börsenbarometer an die schwache Vorwoche mit einem weiteren Kursverfall von knapp 2 Prozent an. Die Anleger warten gespannt auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed am Mittwochabend. „Sollte die Fed tatsächlich wie erwartet diese Woche die Zinswende einläuten, dürfte das für Erleichterung am Markt sorgen und die Kurse hierzulande könnten weiter steigen", erwartet Experte Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner. Denn damit sei endlich die Unsicherheit aus dem Markt.

    Charttechnik

    Nach den deutlichen Verlusten der letzten Tage setzt der DAX heute zu einer Erholung an und stieg bisher bis auf 10.375 Punkte. Kurzfristig könnten es die Käufer etwas ruhiger angehen lassen, um eine potentiell weitere Erholungswelle zu initiieren. Widerstände lauern jedoch bereits bei 10.415/455 und 10.512 Punkten.

    Thema des Tages

    Die Stimmungslage der Finanzmarktteilnehmer hierzulande ist laut dem aktuellen ZEW-Konjunkturindex weiterhin recht freundlich. Während sich die Lageeinschätzung auf hohem Niveau stabilisieren konnte, haben sich die Konjunkturerwartungen erneut leicht verbessert. Insgesamt liegen die Daten im Rahmen der Markterwartungen.

    Der ZEW-Indikator für die Konjunkturerwartungen sei um 5,7 Punkte auf 16,1 Zähler gestiegen, teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mit. Der Anstieg stütze die These, wonach sich der konjunkturelle Erholungsprozess in Deutschland, allen Risiken zum Trotz, unverändert weiter fortsetzen sollte, kommentierte die NordLB.

    Die Bewertung der aktuellen Lage stieg leicht um 0,6 Punkte auf 55,0 Zähler. Dabei attestieren die befragten Finanzmarktteilnehmer der deutschen Volkswirtschaft nach wie vor eine robuste Verfassung. So haben mit 55,5 Prozent eine klare Mehrzahl der befragten Analysten, Volkswirte und Fondsmanager den Ist-Zustand der heimischen Volkswirtschaft als „gut“ eingeschätzt. Lediglich 0,5 Prozent attestierten ihr eine „schlechte“ Verfassung. Die ZEW-Konjunkturerwartungen für die Eurozone haben sich im laufenden Monat leicht auf 33,9 Punkte verbessert.

    Aktien im Blick

    Eine Gegenbewegung zu den heftigen Abschlägen nach der Klimakonferenz in Paris zeigen heute die Aktien von E.ON und RWE, die jeweils gut 4 % zulegen können.

    Der wegen des Kaufhof-Verkaufs hochgeschnellte Jahresgewinn beim Handelskonzern Metro lässt auch die Anleger jubeln, die Aktie legt um 2,59 % zu.

    Nach ihren jüngsten Kursverlusten ist laut Goldman Sachs die Gelegenheit für einen Einstieg in die Aktie der Deutsche Post günstig. Das nehmen die Anleger wörtlich und schicken den Titel um akt. 4,57 % nach oben.

    Konjunktur

    Die DekaBank rechnet in 2015 und 2016 laut ihrer neuesten Prognose mit einem Wirtschaftswachstum in Deutschland von jeweils 1,7 Prozent.

    Die Erwerbstätigenzahl in der Eurozone ist im dritten Quartal 2015 um 0,3 Prozent zum Vorquartal gestiegen. Experten hatten einen Zuwachs um 0,2 Prozent erwartet.

    Die australische Notenbank sieht die Inflation weiter unterhalb ihres Ziels. Dies lasse Spielraum für weitere geldpolitische Lockerungen, heißt es im Protokoll der jüngsten Notenbanksitzung.

    Währungen

    Der US-Dollar ist am Vortag des Fed-Zinsentscheids wenig gefragt. Am Markt wird davon ausgegangen, dass die Fed ihren Leitzins am Mittwochabend auf 0,5 Prozent anheben wird. EUR/USD notierte bislang bei 1,1060 im Hoch. GBP/USD wurde nach gemischten Preisdaten aus Großbritannien bislang zutiefst bei 1,5134 gehandelt.

    USD/CHF notierte bislang bei 0,9794 im Tief. Dabei profitiert der Franken auch von den besser als erwartet ausgefallenen schweizerischen Erzeuger- und Importpreisen. Die Schwedenkrone hat deutlich zugelegt und USD/SEK erreichte bislang bei 8,3915 ein frisches Siebenwochentief, nachdem die schwedische Riksbank ihre Geldpolitik wie erwartet unverändert belassen hat.

    Rohstoffe

    Die Preise für die führenden Ölsorten Brent und WTI kämpfen seit Anfang Dezember mit der 40 US-Dollar-Marke. Damit sind sie so günstig wie seit der Finanzkrise 2009 nicht mehr. Neuen Schub in die Abwärtsbewegung lieferte jüngst das OPEC-Kartell, das bei seiner Sitzung am 4. Dezember bestätigte, dem Ölpreisverfall weiterhin tatenlos zusehen zu wollen. Das dominante Thema bleibt also vorerst das Überangebot. Die globale Ölnachfrage weitet sich erwartungsgemäß moderat aus. Die chinesischen Nettoimporte bspw. nahmen von Januar bis November 2015 um 9 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum zu. Das ist kaum weniger als 2014 mit 10 Prozent.