• USA: ISM-Einkaufsmanagerindex springt auf 14 Jahres-Hoch
  • EY: Europas Banken hinken US-Instituten hinterher
  • Eurozone: Preisdruck auf Erzeugerebene bleibt hoch
  • Fragezeichen bei EU-Klimazielen für Autoindustrie
  • Fitch senkt BIP-Prognose für die Türkei
  • Deutsche Bank droht Rauswurf aus EuroStoxx 50
  • Amazon-Aktie beim Börsenwert kurz vor der Bio.-Dollar-Mark
  • Nordex-Aktie profitiert von Großauftrag
  • Munich Re übernimmt Relayr
  • Daimler startet E-Offensive

DAX & US-Markt

  • Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag den Rückwärtsgang eingelegt. Angesichts von Handelskonflikten und Währungsturbulenzen in den Schwellenländern hat die Unsicherheit auch die Anleger am deutschen Aktienmarkt wieder voll im Griff. Der DAX fiel im Tief bis auf rund 12.163 Punkte, konnte sich im späten Handel aber wieder etwas berappeln und beendete den Handel mit einem Minus von noch 1,10 Prozent bei 12.210,21 Punkten.
  • US-Aktien sind mit moderaten Verlusten in die verkürzte Handelswoche gestartet. Belastend wirkte ein Tweet von US-Präsident Trump an Wochenende, der implizierte, dass man einen Nafta-Deal mit Kanada nicht erzwingen wolle. Die heute gemeldeten Wirtschaftsdaten waren gut und sorgten dafür, dass der GDP-Tracker der Atlanta Fed für das dritte Quartal von 4,1 % auf 4,7 % anzog. Erdöl der Sorte WTI zeigte sich am Dienstag aufgrund Sturm Gordon sehr volatil und ging mit einem Minus von über einem Prozent in den Feierabend. Morgen werden die Gespräche zwischen Washington und Toronto wieder aufgenommen un möglicherweise für neue Impulse sorgen.

Chartanalysen im Blick

Unternehmensnachrichten

  • Amazon hat am Dienstag als zweites US-Unternehmen überhaupt bei der Börsenbewertung die Marke von einer Billion Dollar erreicht. Zuletzt notierten die Amazon-Aktien bei rund 2.035 Dollar und damit 1,14 Prozent über dem Niveau des Vorabends.
  • Der US-Absatz der Volkswagen-Tochter Audi ist im August um 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 20.907 Fahrzeuge gestiegen.
  • Der US-Absatz der Marke Volkswagen ist im August um 0,7 Prozent zum Vorjahr auf 32.255 Autos gestiegen.
  • US-Präsident Trump hat indirekt per Twitter den Entzug der Lizenz des zum Comcast-Konzern gehörenden US-Fernsehsenders NBC ins Spiel gebracht. Der Sender steht in der Kritik, weil er angeblich eine Harvey-Weinstein-Story von oberster Stelle unterdrückt hatte.
  • Der Duisburger Familienkonzern Haniel hatte kürzlich angekündigt, 7,3 Prozent der Stammaktien von Metro an den tschechischen Milliardär Daniel Kretinksy zu verkaufen. Doch das ist noch nicht das Ende vom Lied, Haniel plant weitere Zukäufe. „Wir suchen weiter nach Unternehmen, die unser Portfolio vielfältiger und widerstandsfähiger gegen Turbulenzen machen", sagte Haniel-Chef Stephan Gemkow. Dafür stünden rund 800 Millionen Euro an Mitteln auch die Einnahmen aus dem Verkauf von Metro-Anteilen zur Verfügung.
  • Die Munich Re übernimmt das Softwareunternehmen Relayr. Wie der Rückversicherer mitteilte, wird damit ein weiterer wichtiger Schritt unternommen, um neue Geschäftsmodelle im Bereich des industriellen Internet der Dinge (IoT) zu entwickeln. Der Unternehmenswert von Relayr werde mit 300 Mio. US-Dollar angesetzt.
  • Laut einer Auswertung des Beratungsunternehmens EY konnten Europas Großbanken im ersten Halbjahr ihre Gewinne im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steigern. In den USA kletterten die Überschüsse aber erneut deutlich kräftiger. Demnach verdienten die zehn größten Geldinstitute in Europa im ersten Halbjahr netto ingesamt 26,3 Mrd. Euro und damit 9 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Die zehn größten US-Banken kamen auf rund 69,1 Mrd. Euro - ein Plus von gut 19 Prozent.
  • Der Online-Händler Amazon steht als zweites US-Unternehmen nach Apple beim Börsenwert kurz vor der Billionen-Dollar-Marke. Die Investmentbank Morgan Stanley erhöhte jüngst ihr Kursziel für die Papiere des Online-Handelsriesen von 1.850 auf 2.500 US-Dollar. Auf diesem Niveau wäre Amazon 1,22 Bio. Dollar wert.
  • Der Ex-Football-Quarterback Colin Kaepernick, der vor zwei Jahren die Nationalhymnen-Proteste im US-Sport ausgelöst hatte, ist Teil der neuesten "Just Do It"-Werbekampagne des Sportartikelherstellers Nike.
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  • Warren Buffett hält eine Beteiligung von Apple an Tesla nicht für sinnvoll. Der Aufbau eines langfristigen Wettbewerbsvorteils in der Autoindustrie sei sehr viel schwieriger als im Tech-Segment, wo Unternehmen Geschwindigkeit und Netzwerkeffekte nutzen könnten, um sich gegenüber Konkurrenten zu behaupten, so Buffett.
  • Der Automobilhersteller Ford Motor könnte einem Pressebericht zufolge in Europa bis zu 24.000 Stellen streichen. Die Einstellung der Produktion von Modellen wie Mondeo, Galaxy und dem S-Max sei wahrscheinlich, schrieb die "Sunday Times" unter Berufung auf Kreise.
  • Am 12. September wird Apple im Rahmen einer Keynote seine neue Produktpalette vorstellen. In diesem Jahr könnte die Preisspanne noch weiter anziehen, spekuliert das Online-Magazin „GIGA". Es wird vermutet, dass Apple ein iPhone X in einer größeren Variante, ein iPhone X Plus, herausbringt.
  • Zwei DAX-Werte, die Deutsche Bank und der Versorger E.ON, droht der Rauswurf aus dem europäischen Leitindex EuroStoxx50. Dies geht aus Unterlagen hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegen. Die Deutsche Börse, zu der der Indexanbieter Stoxx gehört, hat sich dazu noch nicht geäußert. Ein Sprecher der Deutschen Bank erklärte laut Reuters lediglich, das Institut erwarte, dass sich die Bewertung der Bank durch den Finanzmarkt wieder verbessern und sich dadurch auch die Marktkapitalisierung erhöhen werde.
  • Daimler feiert eine Weltpremiere: Der Stuttgarter Autobauer präsentiert am Dienstag das erste Modell der neuen Elektro-Marke EQ. Der EQC, ein mittelgroßer SUV, soll 2019 auf den Markt kommen und das erste einer Reihe von neu entwickelten, rein elektrisch betriebenen Mercedes-Fahrzeugen vom Kompakt- bis zum Luxuswagen sein. „Ich bin optimistisch, dass die Nachfrage hoch sein wird“, sagte Entwicklungschef Ola Källenius laut Stuttgarter Zeitung. „Wir werden unsere weltweite Elektro-Offensive unabhängig von der Frage durchziehen, ob es in einem Land staatliche Kaufanreize gibt oder nicht.“ Er räumte ein, dass diese Offensive die Gewinne schmälern wird. Daimler wird den EQC zunächst in Bremen und später dann auch in Peking produzieren.
  • Die Nordex Group hat vom Stromversorger AES Argentina Generación, eine Tochtergesellschaft der AES Corporation, einen Auftrag über die Lieferung von 30 Turbinen vom Typ AW132/3300 erhalten. Der Windpark "Energética" liegt in der Provinz Buenos Aires bei Bahia Blanca. Der Auftrag umfasst ebenfalls den mehrjährigen Service des Parks.
  • Der Saatgut-Hersteller KWS will einen Wechsel der Rechtsform durchführen, um sein Geschäft zukunftsgerichteter aufzustellen. Das Unternehmen plant, sich von einer europäischen Aktiengesellschaft (SE) in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (SE & Co. KGaA) umzuwandeln. Dies hätten Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam vereinbart, teilte KWS mit. „In der Rechtsform der KGaA kann die KWS künftige Wachstumsmöglichkeiten noch agiler und flexibler nutzen und dafür benötigtes Eigenkapital aufnehmen.“
  • Bei einer Explosion einer Munitionsfabrik von Rheinmetall Denel Munition Ltd. nahe Kapstadt in Südafrika sind mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich am Montagnachmittag. Die Ursache der Explosion ist noch unklar.
  • Die französische Großbank Societe Generale befürchtet Geldstrafen der US-Behörden von insgesamt fast 1,2 Mrd. Euro. Diese stehen im Zusammenhang mit Verstößen gegen internationale Sanktionen, wie die Bank mitteilte.
  • Die niederländische Großbank ING hat ein Verfahren zur Geldwäsche mit einer Vergleichszahlung von 775 Mio. Euro beenden können. Die Behörden werfen dem Finanzdienstleister vor, in den Jahren 2010 bis 2016 gegen Gesetze zur Verhinderung von Geldwäsche sowie der Terror-Finanzierung verstoßen zu haben.
  • Sony will sein Smartphone-Geschäft trotz rückläufiger Nachfrage nicht an den Nagel hängen. „Wir denken gar nicht daran, aufzuhören", sagte Sony-Mobile-Chef Mitsuya Kishida. Im vergangenen Quartal konnte Sony nur 2 Mio. Smartphones verkaufen. Im Vorjahresquartal waren es noch 3,4 Mio. Geräte gewesen.

Konjunktur & Politik

  • Wegen eines Sondereffekts sind die Pkw-Neuzulassungen in Deutschland im August kräftig in die Höhe geschossen. Nach Mitteilungen des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) erhöhten sich die Neuzulassungen um 24,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf 316.405 Autos. Verantwortlich für den kräftigen Anstieg ist vor allem, dass ab September der neue Abgas-Prüfstandard WLTP in Kraft tritt. Viele Unternehmen deckten sich deshalb noch einmal mit neuen Fahrzeugen ein.
  • Die Stimmung in der US-Industrie ist im August weiter angestiegen. Der entsprechende ISM Einkaufsmanagerindex stieg von 58,1 Punkten im Vormonat auf 61,3 Punkte, wie das Institute for Supply Management (ISM) mitteilte. Das ist der höchste Stand seit 14 Jahren. Die Subindizes zu den Aufträgen, der Beschäftigung und zur Produktion hellten sich weiter auf.
  • Südafrikas Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im zweiten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um 0,7 Prozent gesunken, wie Statistikbehörde des Landes mitteilte. Volkswirte hatten hingegen mit einem Wachstum um 0,6 Prozent gerechnet.
  • Die Bauausgaben in den USA sind im Juli im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozent gestiegen, wie das US-Handelsministerium mitteilte. Analysten hatten hingegen im Schnitt einen Zuwachs um 0,4 Prozent erwartet. Der Rückgang im Vormonat wurde von 1,1 auf 0,8 Prozent revidiert.
  • Die Zahl der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland stieg im August um 24,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 316.405, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mitteilte. Zwei Drittel davon waren gewerbliche Anmeldungen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) erklärte das mit einem Sondereffekt: Vor Einführung der EU-Typgenehmigung nach dem neuen Abgas-Prüfstandard WLTP hätten sich viele Firmen noch einmal für ihre Flotten eingedeckt.
  • Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) hat seine Prognose für das Wachstum der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr gesenkt und erwartet nun einen Anstieg um 1,9 Prozent. Bisher hatte das Institut 2,1 Prozent veranschlagt. Für 2019 bekräftigten die Ökonomen ihre Prognose von 1,6 Prozent.
  • US-Präsident Donald Trump hat die Regierung in Syrien und ihre Verbündeten vor einem “rücksichtslosen Angriff” auf die Region Idlib mit “Hunderttausenden Toten” gewarnt. Iran und Russland würden einen schweren humanitärer Fehler begehen, an dieser potenziellen menschlichen Tragödie teilzunehmen, twitterte Trump.
  • Die US-Ratingagentur Fitch hat die Wachstumsprognose für die in der Währungskrise steckende Türkei drastisch gesenkt. Das Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr um 3,8 und 2019 nur noch um 1,2 Prozent wachsen, teilte die Agentur mit. Bisher prognostizierte Fitch 4,5 und 3,6 Prozent Wachstum.
  • Im Euroraum lagen die Erzeugerpreise im Juli nach Angaben des Statistikamts Eurostat um 4,0 Prozent über dem Stand im Vorjahresmonat. Im Juni hatte die Jahresrate noch bei 3,6 Prozent gelegen. Im Monatsvergleich stiegen die Herstellerpreise um 0,4 Prozent.
  • China hat Vorwürfe als haltlos bezeichnet, es treibe afrikanische Staaten mit seiner Hilfs- und Investitionspolitik in eine Schuldenfalle. „Es ist sinnlos, China für die Schuldenprobleme verantwortlich zu machen“, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters den Pekinger Sonderbeauftragten für Afrika, Xu Jinghu. Bei genauerem Blick auf die mit den höchsten Verbindlichkeiten belasteten Staaten Afrikas zeige sich, dass die Volksrepublik eben nicht deren Hauptkreditgeber sei. Peking gehe es um Entwicklungshilfe, nicht um Schuldenpolitik.
  • Wegen der mangelhaften Bemühungen um eine atomare Abrüstung in Nordkorea erhöhen die USA wieder den Druck auf das Regime in Pjöngjang. Regierungsangaben aus Washington zufolge sollen die militärischen Übungen mit Südkorea nicht gestoppt werden. „Wir haben derzeit keine Pläne, weitere Übungen zu suspendieren", sagte US-Verteidigungsminister Jim Mattis. Außenminister Mike Pompeo wurde von Präsident Donald Trump in der vergangenen Woche angewiesen, den geplanten Besuch in Nordkorea abzublasen. Als Grund hatte Trump mitgeteilt: „Ich habe das Gefühl, wir machen nicht ausreichend Fortschritte in Bezug auf die atomare Abrüstung."
  • Die Europäische Autoindustrie stellt die Einhaltung der vorgeschriebenen Klimaziele für 2021 in Zweifel. Vor neun Jahren hatte die EU festgelegt, dass Neuwagen dann im Schnitt nur noch 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen dürfen, im vergangenen Jahr waren es aber gut 118 Gramm. Es gebe Sorgen in der Branche, dass sich die Vorgaben nicht einhalten lassen, hieß es vom Branchenverband ACEA. Gleichzeitig warnte der Verband davor, bis zum Jahr 2030 eine weitere deutliche Absenkung vorzuschreiben. Die längerfristigen Ziele müssten realistisch bleiben.
  • Das neue Handelsabkommen zwischen den USA und Mexiko ist nach Einschätzung der Commerzbank zum Teil protektionistischer als der bisher gültige Nafta-Vertrag. „Die Globalisierung wird ein weiteres Stück zurückgedreht“, meint Commerzbank-Experte Christoph Balz. Positiv hervorzuheben sei nur, dass die neue Regelung einen Handelskrieg der beiden Nachbarländer verhindere.
Termine des Tages: 11:00 Uhr - EU: Erzeugerpreise Juli
16:00 Uhr - US: ISM-Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe August
16:00 Uhr - US: Bauausgaben Juli

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