DAX

    Die Hängepartie um Griechenland drückt den Marktteilnehmern hierzulande weiter schwer aufs Gemüt, der DAX musste gestern erneut Verluste verkraften. Bis Handelsschluss summierte sich das Minus auf 1,18 Prozent auf 11.064 Punkte. So tief stand der deutsche Leitindex zuletzt im Februar dieses Jahres.

    Gestern sorgten auch deutlich steigende Anleiherenditen für Druck auf die Aktienkurse. Selbst deutlich besser als erwartet ausgefallene Exportdaten aus Deutschland sowie eine höhere Erzeugung im Produzierenden Gewerbe konnten die Investoren nicht zu Käufen animieren.

    Vorbörslich zeigt sich der DAX wiedder schwächer. Banker und Broker taxieren den Leitindex um 0,31 Prozent tiefer bei 11.030 Punkten. Am Vormittag stehen die endgültigen Zahlen zum BIP-Wachstum in der Euro-Zone im ersten Quartal.

    Diskussionen um ein drittes Hilfspaket für Griechenland

    Griechenland braucht nach Ansicht von EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch ein drittes Hilfsprogramm. Wir reden nicht nur über das bestehende Programm, wir reden auch bereits über ein Nachfolgeprogramm. Je länger es dauert, desto teurer wird auch die Rettung werden“, sagte Mersch. Zugleich verteidigte er den Kurs der EZB, griechische Banken mit Notkrediten zu stützen. Die sogenannten Ela-Hilfen werden zwar von der nationalen Zentralbank vergeben, müssen aber regelmäßig von der EZB genehmigt werden. Zuletzt betrug das Ela-Volumen für Griechenland 80,7 Milliarden Euro.

    Griechenlands Finanzminister Varoufakis hat den Geldgebern vorgeworfen, die Gespräche zu torpedieren. „Einen solchen Vorschlag macht man nur, wenn man eigentlich gar keine Vereinbarung will", sagte er zum Vorschlag der Gläubiger-Institutionen um Einschnitte bei Renten und Gehältern. „Eine Haushaltssanierung ohne Wachstum und Reformen etwa des Renten- und Steuersystems sowie auf dem Arbeitsmarkt können nicht gelingen, wenn eine Bevölkerung weiter ausgepresst wird,“ sagte der Ökonom.

    Bundeswehr erhält neues Luftabwehrsystem

    Das Bundesverteidigungsministerium hat sich für ein neues Flugabwehrraketen-System entschieden. Wie die dpa und die ARD übereinstimmend berichten, soll es sich um das Meads-System handeln, das unter deutscher Beteiligung entwickelt wurde. Dies habe das Verteidigungsministerium nach langer Prüfung entschieden. Das neue Waffensystem soll demnach bis 2025 die bisher genutzten Patriot-Einheiten ablösen und bis zu 4 Milliarden Euro kosten.

    Siemens-Chef verteidigt Stellenabbau

    Die Nachfrage nach großen Gaskraftwerken sei eingebrochen, sagte Siemens-Chef Joe Kaeser der Deutschen Presse-Agentur. Darauf habe Siemens reagieren müssen. Als Grund für den gesunkenen Bedarf nannte Kaeser in Deutschland die Energiewende und im übrigen Europa das geringe Wirtschaftswachstum sowie eine höhere Energieeffizienz. Siemens wolle den geplanten Stellenabbau überlegt und sozialverträglich umsetzen, betonte Kaeser.

    HSBC will sich verkleinern und Kosten sparen

    Europas größte Bank HSBC will bis Ende 2017 die jährlichen Kosten um weitere 4,5 bis 5 Milliarden Dollar senken, wie das Geldinstitut per Pflichtmitteilung an die Börse in Hongkong mitteilte. Dafür würden weltweit bis zu 25.000 Stellen gestrichen. Die HSBC wolle ihre Risikoaktiva um ein Viertel abbauen und sich aus der Türkei sowie größtenteils auch aus Brasilien zurückziehen.

    Fiat Chrysler buhlt um Unterstützung für Fusion mit GM

    Laut Informationen des Wall Street Journals sucht Fiat Chrysler-Chef Sergio Marchionne Unterstützung bei Investoren, um Druck für einen Zusammenschluss mit General Motors zu machen.

    VW plant Sonderschichten

    Wegen der guten Nachfrage plant Volkswagen nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa auch für das zweiten Halbjahr Sonderschichten. Demnach entscheidet der Betriebsrat am heutigen Dienstag über eine entsprechende Bitte des Unternehmens.

    Henkel gibt Angebot für Procter & Gamble-Sparte ab

    Der Konsumgüterhersteller Henkel habe ein verbindliches Angebot für die Haarpflegesparte von Procter & Gamble mit den Marken Wella und Clairol abgegeben, sagten mit dem Vorgang vertraute Personen am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Sparte könnte fünf bis sieben Milliarden Dollar kosten.