Lieber Leser, der DAX hat am Freitag bei 7.986 Punkten geschlossen. Das Allzeithoch im DAX aus dem Jahre 2007 bei 8.151 Punkten ist damit in greifbare Nähe gerückt. Nur noch 165 Punkte trennen den DAX von seinem Rekordhoch oder 2,1%. Die Chance in 2013 weiter anzusteigen, ist aus Sicht der Candlesticks gegeben. Ein solches positives Szenario eröffnet dem Chartanalysten noch weitere ableitbare Kursziele bis ca. 30.000 Punkte.

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    Nein, mir ist nicht das Lineal verrutscht, lieber Leser. Es ist einfach so, dass der DAX in den letzten Jahren eine Chartformation in der langfristigen Perspektive ausgebildet hat, welches ein solches Kursziel tatsächlich als ein zugegeben recht positives Szenario offeriert.

    Nachfolgend möchte ich Ihnen diese Möglichkeit eines neuen Bullenmarktes in den kommenden Jahren im DAX vorstellen. Beginnen wir mit den Jahreskerzen im DAX. Jahreskerzen zeigen die grobe Übersicht der sehr langfristigen Stimmung an. Ein schönes Beispiel für die Aussagekraft der Jahreskerzen ergibt sich mit Ausbruch aus dem Dreieck 1983 mit einer langen weißen Kerze. Ein Ausbruch aus einer Formation mit einer langen weißen Kerze ist stets positiv. Die vorherige Unsicherheit wurde nach oben aufgelöst und somit auch ein klares Richtungssignal geliefert.

    Jahreskerzen DAX

    Aktuell können Sie eine weitere langfristige Formation erkennen: Ein ansteigendes Dreieck hat sich im DAX seit Ende der 90er-Jahre gebildet. Mit den letzten vier Jahreskerzen steigt nun die Chance an, dass ein nachhaltiger Ausbruch nach oben erfolgt.

    So zeigte die weiße Jahreskerze in 2009 mit einer Lunte doch deutliche Kaufneigung auf niedrigem Niveau an. Die nachfolgende Unsicherheit in den Jahren 2010 und 2011 wurde in 2012 mit einem Jahresschlusskurs oberhalb der vorherigen vier Jahresschlusskurse nach oben aufgelöst. Dies unterstreicht die aktuell positive Grundstimmung im Markt. Damit besteht - nach Ableitung eines Kursziels anhand der Länge der Kerzenkörper - ein Kursziel für den DAX in 2013 von ca. 9.000 Punkten.

    Ein solches Kursziel wäre verbunden mit einem nachhaltigen Ausbruch aus dem ansteigenden Dreieck nach oben. Ausgehend von der Schwankungsbreite des Dreiecks und auch den Aufwärtstrend-Kanälen (deren obere Begrenzungen Kursziele darstellen) besteht somit die Chance, bis ca. 2025 in Richtung 30.000 Punkte vorzustoßen.

    Negativ wäre hingegen aus charttechnischer Sicht erst ein Rückfall per Yearly-Close unter die letzten Jahrestiefs. Ein Fall unter das Tief von 2012 (5.900 Punkte) und unter das Tief von 2011 (4.967 Punkten) würde das skizzierte langfristige positive Szenario hinfällig werden lassen.

    DAX als Linienchart

    Unterstützt wird das positive Szenario aus Sicht der Jahreskerzen auch durch den Linienchart auf Tagesbasis. Dargestellt ist der DAX seit 1959 bis März 2013.

    Im langfristigen Kursverlauf können Sie vier langfristige Formationen erkennen. Ein Dreieck mit Ausbruch Anfang der 80er-Jahre sowie ein Keil mit Ausbruch Mitte der 90er-Jahre. Im Zuge der Börsen-Euphorie um die Jahrtausend-Wende bildete sich eine nicht ganz ideale Schulter-Kopf-Schulter-Formation (SKS). Nach unterschreiten der Nackenlinie, der Unterstützung der SKS ging es noch weiter abwärts und das Kursziel aus der SKS wurde knapp abgearbeitet. Seitdem hat sich ein ansteigendes Dreieck ausgebildet. Ein nachhaltiger Ausbruch aus diesem nach oben offeriert deutliches Aufwärtspotenzial und ermöglicht die Konstruktion des abgebildeten Aufwärtstrend-Kanals. Dessen obere Begrenzung stellt das Kursziel im Linienchart auf Tagesbasis dar.

    Quartalschart DAX

    Abschließend möchte ich Ihnen die Quartalskerzen präsentieren. Jede einzelne Kerze umfasst hier den Zeitraum eines Kalender-Quartals. Neben den Jahreskerzen zeigen diese die sehr langfristige Stimmung im Markt an.

    Positiv ist hier festzustellen, dass nach dem scharfen Einbruch im dritten Quartal 2011 der DAX in 2012 auch wieder über die Mitte dieser langen schwarzen Kerze ansteigen konnte und damit ein Stimmungswechsel vorlag. Dieser Stimmungswechsel wurde nochmals mit dem letzten Quartal 2012 bestätigt, da der Quartalsschlusskurs (bei 7.612 Punkten - gleichzeitig der Jahresschlusskurs 2012) über den 19 vorherigen Schlusskursen notierte. Der aktuelle Anstieg im DAX in Richtung seines bisherigen Rekordhochs ist damit nicht verwunderlich. Und weiterhin steigende Kurse sind zu favorisieren.

    Fazit:
    Die Rallye, die wir in 2012 erlebt haben, könnte nur ein Vorgeschmack auf die kommenden "Bullen-Jahre" gewesen sein. Jedes neue Hoch bestätigt das oben skizzierte, sehr positive langfristige Szenario. Nach einem Ausbruch aus dem langfristigen Dreieck stellt jeder Rücksetzer - aber auch jedes neue Hoch prinzipiell eine Kaufgelegenheit dar. Eine Einschränkung muss jedoch auch hier - wie in meiner langfristigen Analyse zum DOW JONES (hier klicken: /DOW-JONES-Kursziel-16500-Punkte) - gegeben werden. Die statistische Aussagekraft sehr langfristiger Trends und Formationen ist mit einem Fragezeichen zu versehen, da es nicht genügend "Daten" gibt, um eine signifikante Wahrscheinlich der Folgen solcher Muster und Trends zu berechnen. Sie als Anleger sollten jedoch die vorgestellten Szenarien zum DOW JONES und zum DAX im Hinterkopf behalten. Haben Sie einen Einstieg in einen Trend gefunden, so lassen Sie bitte Ihre Positionen laufen und laufen und.... natürlich mit nachlaufenden Stopps. Die kommenden Jahre könnten einen deutlichen Bullenmarkt hervorbringen. Seien Sie dabei, bereiten Sie sich auf dieses Szenario vor. Ich wünsche Ihnen viel Glück und Erfolg!

    Ihr Stefan Salomon

    Chartanalyst GodmodeTrader.de

    Interview mit Stefan Salomon:

    http://www.godmode-trader.de/nachricht/Interview-mit-Stefan-Salomon-Traden-ist-ein-grosses-Privileg-DOW-Jones-Industrial-Average-Index,a3041970,b71.html

    Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse investiert.