DAX

    Die Enttäuschung über moderatere geldpolitische Schritte der Europäischen Zentralbank als erhofft hatten den DAX vergangene Woche in der Spitze um fast 6 Prozent unter die Marke von 10.700 Punkten abtauchen lassen. Doch schon am darauffolgenden Freitag war eine Stabilisierung erkennbar. Eine nach dem starken Arbeitsmarktbericht der US-Regierung frohlockende Wall Street schob den DAX heute Morgen kräftig an. Zuletzt lag der DAX mit über zwei Prozent im Plus bei 10.971 Punkten. Die Anleger fassten wieder Mut, schrieben die Experten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Der fortschreitend rekonvaleszierende US-Arbeitsmarkt liefert der Fed kein Argument mehr, weiter die Normalisierung der Geldpolitik vor sich herzuschieben. Der Arbeitsmarktbericht wird am Markt nun eher dahingehend gedeutet, dass die US-Wirtschaft einen höheren Leitzins gut verkraften kann - für Aktien offenbar ein gutes Kaufargument.

    Charttechnik

    Nachdem sich der Einbruch vom Donnerstag und Freitag ausgependelt hat, können zu Wochenbeginn die Käufer eine erste Gegenbewegung starten. Solange der DAX oberhalb von ca. 10.920 Punkten bleibt, wäre diese noch intakt und könnte sich in den 11.000-er Bereich ausdehnen. Sollten 10.920 Punkte gebrochen werden, sind Verkäufe in Richtung 10.875/55 Punkte zu erwarten.

    Thema des Tages

    Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) lässt das Öl fließen; ein Ende des Preisverfalls ist nicht in Sicht. Der Ölpreis fällt am Montag weiter, die Nordseesorte Brent verbilligt sich um ein Prozent auf 43,03 US-Dollar je Barrel. Das US-Leichtöl WTI kostete mit 39,32 US-Dollar je Fass zeitweise zwei Prozent weniger. Die Preise für Öl haben sich seit Juni 2014 damit mehr als halbiert.

    Am Freitag hat die OPEC ihren Entschluss verkündet, an ihrer bisherigen Förderpolitik festzuhalten. Zuletzt hatte das Ölkartell noch um die 32 Millionen Barrel pro Tag gefördert und damit zu einem erheblichen Überangebot auf dem Weltmarkt beigetragen. „Wir können derzeit keine Zahlen festlegen, und haben beschlossen, die Entscheidung auf kommendes Jahr zu verschieben", sagte Generalsekretär Abdalla Salem El-Badri am Freitag in Wien. Einer der Gründe dafür sei der Iran. Es wird nach dem Kompromiss im Atomstreit erwartet, dass die Wirtschaftssanktionen gegen Teheran im kommenden Jahr fallen werden. Das Land könnte dann wieder mehr Öl liefern. Es sei jedoch unklar, wann dies der Fall sein werde, sagte El-Badri.

    Aus Analystensicht zeigt das Ergebnis, dass die OPEC intern gespalten und derzeit handlungsunfähig ist. Wenn sich die OPEC nicht einmal in einer kritischen Situation auf einen kleinen gemeinsamen Nenner wie ein offizielles Produktionslimit einigen könne, seien die Fragen nach ihrer Daseinsberechtigung erlaubt, kommentierte die Commerzbank. „Auf jeden Fall gibt es seitens der OPEC in den kommenden Monaten kaum Unterstützung für den Ölpreis“, so die Analysten.

    Aktien im Blick

    Merck KGaA-Papiere stehen heute nach einem Rückschlag bei einem Medikamenten-Kandidat im Fokus. Der Konzern musste kurz vor dem Ziel die Forschung an seinem Medikamenten-Kandidaten Evofosfamide gegen Bauchspeicheldrüsen- und Weichteilkrebs stoppen. Keine schöne Nachricht, aber auch kein Grund Merck-Aktien abzustrafen, sagen sich wohl die Aktionäre, die nach zwischenzeitlich hohen Verlusten wieder in den Titel einsteigen.

    Vonovia legen mehr als 3,80 % zu, nachdem das Bundeskartellamt grünes Licht für den Zukauf des Wettbewerbers Deutsche Wohnen gegeben hatte.

    Konjunktur

    Der Sentix-Konjunkturindikator ist im Dezember um 0,6 Punkte zum Vormonat auf 15,7 Zähler gestiegen, teilte das Sentix-Institut mit. Bankvolkswirte hatten mit einem stärkeren Anstieg auf 17,0 Punkte gerechnet.

    Die japanische Regierung plant nach den Worten von Wirtschaftsminister Amari keine weitere Erhöhung der Mehrwertsteuer.

    Portugals neuer Ministerpräsident António Costa will die Sparpolitik der früheren Mitte-Rechts-Regierung aufgeben, aber zugleich die EU-Vorschriften zur Sanierung der Staatsfinanzen einhalten.

    Der Wirtschaftsflügel der CDU hat scharfe Kritik an der Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Merkel (CDU) geäußert und Obergrenzen gefordert. Durch falsche Botschaften sei eine Sogwirkung nach Deutschland entstanden, sagte Wolfgang Steiger, der Generalsekretär des Wirtschaftsrats der CDU, der FAZ.

    Währungen

    EUR/USD fällt zu Wochenbeginn weiter von seinem am vergangenen Donnerstag bei 1,0981 erreichten Vierwochenhoch zurück und notierte bislang bei 1,0801 im Tief. Der Dollar profitiert weiterhin vom starken US-Arbeitsmarktbericht von vergangenen Freitag, der eine US-Zinsanhebung Mitte des Monats noch wahrscheinlicher macht.

    GBP/USD gab vom Hoch bei 1,5159 bislang bis zutiefst 1,5052 nach, während USD/JPY trotz eines Anstiegs der japanischen Frühindikatoren bislang bei 123,48 im Hoch notierte. USD/NOK erholt sich nach schwachen Daten aus der norwegischen Industrie weiter von seinem am Freitag bei 8,4524 erreichten Vierwochentief. Im Verbund mit den Gewinnen des US-Dollars auf breiter Basis erreichte USD/NOK bislang 8,6437 in der Spitze.