DAX

    Nach einem Zugewinn von fünf Prozent in den vergangenen Handelstagen schnauft der DAX auch vor dem Hintergrund der morgen anstehenden US-Arbeitsmarktdaten erst einmal auf hohem Niveau durch. Der deutsche Leitindex bewegte sich bis zur Mittagszeit nur geringfügig vom Fleck und legte zuletzt 0,18 Prozent auf 11.658 Punkte. Gleich sechs DAX-Konzerne legten heute ihre Zahlen zum vergangenen Quartal vor. Die Reaktionen fielen unterschiedlich aus, stützen konnten heute eher gute Konjunkturdaten.

    Thema des Tages

    In Athen laufen die Verhandlungen für das dritte Hilfspaket weiter. Dabei geht es um die Abschaffung von Steuererleichterungen für Landwirte und ein höheres Renteneintrittsalter sowie Reformen auf dem Arbeitsmarkt. Im Mittelpunkte stehen aber die faulen Kredite der griechischen Banken. Experten schätzten, es ginge um mehr als 120 Milliarden Euro Schulden, die nicht bedient werden, berichtete der Staatsrundfunk.

    Der Internationale Währungsfonds will nach Angaben seines schwedischen Repräsentanten Östros erst im Herbst darüber entscheiden, ob und wie er sich am neuen Hilfsprogramm beteiligt. Östros sagte, es bestehe die Gefahr, dass ein neues Hilfsprogramm für Griechenland nur den Tag der Abrechnung hinauszögere. „Die griechische Regierung müsse deshalb anerkennen, dass schmerzhafte Reformen notwendig sind“.

    Am 20. August muss Griechenland 3,2 Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank zurückzahlen. Die griechische Finanzpresse äußerte am Donnerstag die Befürchtung, ein neues Überbrückungsdarlehen könne notwendig werden, weil die Zeit für eine Einigung mit den Gläubigern ablaufe.

    Aktien im Blick

    Die Deutsche Telekom gehört mit -1,50 % zu den größten Verlierern im DAX. Anleger machen nach dem guten Lauf der vergangenen Tage Kasse.

    Bei der Deutschen Post stehen die rückläufigen Gewinne im zweiten Quartal samt der gesenkten Jahresgewinnprognose im Fokus. Die Aktie gibt akt. 2,67 % ab.

    Adidas-Titel bleiben nach der Bilanzvorlage gefragt. Das fortgesetzte Wachstum bei Europas größtem Sportartikelkonzern kommt bei den Aktionären gut an (+1,06 %).

    Lanxess hebt erneut die Jahresprognose an, die Aktie tritt dennoch auf der Stelle.

    Geringe Großschäden und günstige Finanzgeschäfte meldete die Munich Re für das zweite Quartal und hob deshalb die Prognose für das Gesamtjahr an. Das Papier verteuert sich um 2,52 %.

    Konjunktur

    Das ifo-Wirtschaftsklima für den Euroraum ist im dritten Quartal von 129,2 auf 124,0 Punkte gesunken.

    Positive Konjunktursignale kamen am Morgen durch den überraschend starken Anstieg der Aufträge an die deutsche Industrie im Juni. Das Orderplus lag bei 2,0 Prozent, während Experten lediglich einen Zuwachs um 0,4 % erwartet hatten.

    Währungen

    Der US-Dollar präsentiert sich am Donnerstagvormittag uneinheitlich. Seine Schatten bereits voraus wirft der am Freitag anstehende US-Arbeitsmarktbericht für Juli, der den nächsten Hinweis auf den Zeitpunkt einer ersten US-Zinsanhebung geben dürfte, nachdem sowohl die jüngsten US-Daten als auch die diesbezüglichen Kommentare von Fed-Vertretern zuletzt unterschiedliche Signale geliefert hatten. EUR/USD fiel vom Hoch bei 1,0944 bislang bis zutiefst 1,0880 zurück, während GBP/USD nach schwächer als erwartet ausgefallenen Daten aus der britischen Industrie vom Tageshoch bei 1,5637 bislang bis zutiefst 1,5589 absackte.

    Größere Bewegungen gibt es beim Schweizer Franken. USD/CHF erreichte bislang in der Spitze 0,8942. Das schweizerische SECO-Konsumklima im zweiten Quartal ist überraschend deutlich eingebrochen. AUD/USD gibt nach gemischten australischen Arbeitsmarktdaten bislang bis 0,7312 nach.

    Rohstoffe

    Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet am Mittag 49,57 US-Dollar. Das waren vier Cent weniger als am Vortag. Am Morgen hatte der Brent-Preis zwischenzeitlich bei 49,37 US-Dollar gelegen und damit auf dem tiefsten Stand seit Anfang Februar. Bereits am Mittwochabend waren die Ölpreise eingebrochen. Analysten nennen den starken US-Dollar und die Konjunkturschwäche Chinas als wichtige Gründe für die schlechte Stimmung am Ölmarkt.