• ifo Weltwirtschaftsklima verschlechtert
  • Trump: Fed legt US-Wirtschaft "Handschellen" an
  • AMS legt Offerte für Osram vor
  • Salzgitter rutscht in die roten Zahlen
  • Daimler droht Milliarden-Bußgeld
  • Thomas Cook braucht mehr Geld

DAX

  • Nach einem festeren Handelsstart ist der deutsche Aktienmarkt am Montag doch noch zurückgefallen und dürfte den Handelstag wenig verändert beenden. Am Freitag hatte US-Präsident Donald Trump angedeutet, dass die nächste Runde der Handelsgespräche mit China möglicherweise verschoben werden könnten. Unterdessen gibt es Krisen, wohin das Auge nur blickt: In Hongkong ebben die Massenproteste nicht ab, ein Eingreifen der chinesischen Armee scheint möglich. In Argentinien stürzen Peso, Anleihen und Aktien dramatisch ab, nachdem die Vorwahlen am Wochenende aus Sicht des Marktes desaströs ausgefallen sind. Immerhin in Italien stehen die Zeichen etwas auf Entspannung. So gibt es Bestrebungen, Neuwahlen doch noch zu verhindern, durch eine Koalition aus Fünf-Sterne-Bewegung und Sozialdemokraten.
  • Das britische Pfund ist am Montag zum Euro auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren gekracht. In der Nacht zum Montag wurden für ein Pfund zeitweise nur noch 1,0724 Euro gezahlt - der niedrigste Stand seit Herbst 2009. Das Rekordtief aus 2008 liegt bei 1,0200 Euro. Auch zum US-Dollar bleibt die britische Währung unter Druck. Hier wurde in der vergangenen Nacht bei 1,2015 Dollar ein anderthalb Jahrestief markiert. Neben der Sorge vor einem No-Deal-Brexit sorgen auch aktuell schwache Konjunkturdaten für erhöhte Unsicherheit unter den Pfund-Investoren.

Chartanalysen des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Die Aktien der Commerzbank sind am Montag auf ein Allzeittief bei 5,08 Euro gefallen. Der gesamte europäische Bankensektor neigt zu Wochenbeginn zur Schwäche: Der Stoxx Europe 600 rutschte auf den tiefsten Stand seit mehr als drei Jahren. Konjunkturelle Risiken belasten den Bankensektor weiterhin. Nicht zuletzt wegen der globalen Handelsstreitigkeiten dürften die großen Notenbanken die Leitzinsen niedrig halten. Niedrige Kapitalmarktzinsen erschweren den Finanzinstituten die Geschäfte im Handel mit festverzinsten Wertpapieren, auch die Kreditnachfrage schwächelt in Krisenzeiten.
  • Der britische Essenslieferdienst Deliveroo kehrt dem deutschen Markt den Rücken. Deliveroo wolle nun verstärkt andere Märkte in den Fokus nehmen, nachdem sich der Umsatz dort verdoppelt habe, teilte das Unternehmen am Montag mit. Dabei gehe es um andere europäische Länder sowie die Asien-Pazifik-Region. Das Geschäft in Deutschland werde mit Ablauf des 16. August eingestellt.
  • Der kanadische Bergbaukonzern Barrick Gold ist nach einem Verlust im Vorjahresquertal wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. im 2. Quartal lag der bereinigte Gewinn je Aktie bei 0,09 Prozent und damit im Rahmen der Prognosen. Das Management erwartet nun, dass sich die Jahresproduktion nahe des oberen Endes der angepeilten Spanne bewegen dürfte.
  • Der US-Lebensmittel-Lieferant Sysco hat im vergangenen Quartal mehr verdient. Der Nettogewinn legte um 19 Prozent auf 1,10 Dollar je Aktie zu, während Analysten ein EPS von 1,06 Dollar erwartet hatten. Der Umsatz legte nur leicht um 1 % auf 15,5 Mrd. Dollar zu. hier hatte sich der Markt etwas mehr versprochen.
  • Apple gibt jährlich viele Milliarden für Forschung und Entwicklung aus, die Investitionen werden dank stetig wachsenden Umsätzen stetig erhöht und beliefen sich im Jahr 2018 auf 11,6 Mrd. Dollar. Dies stellt einen Zuwachs von 383 Prozent im Vergleich zu den Ausgaben in 2012 dar.
  • Nachdem die Papiere der News Corporation am Freitag nach erfreulichen Geschäftszahlen für das Geschäftsjahr 2018/2019 um mehr als 4 Prozent geklettert waren, folgt nun ein positiver Analystenkommentar der Schweizer Bank Credit Suisse.
  • Amazon untersucht Berichte, nach denen bei dem Zulieferer Foxconn in China Schulkinder Überstunden und Nachtschichten geschoben haben, um die Produkte 'Echo', 'Echo Dot' und 'Kindle' für den US-Konzern herzustellen.
  • Für Facebook könnte es wegen der Datenschutzpraktiken in Europa bald schwierig werden. Nach Aussagen der irischen Datenschutzkommission DPC (Facebook hat seinen Sitz in Dublin) sind unter bestimmten Voraussetzungen noch in diesem Jahr milliardenschwere Strafen denkbar bzw. genaue Vorgaben, wie der Konzern seine Geschäftspraktiken ändern muss.
  • Bei den Einzelwerten stürzten die Titel von Uber am Freitag um fast 7 Prozent ab. Der Fahrdienstvermittler versechsfachte seinen Quartalsverlust auf 5,2 Mrd. Dollar. „Trotz niedriger Erwartungen hat Uber in fast jeder Hinsicht enttäuscht", sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. „Verluste in dieser Größenordnung deuten nicht auf ein nachhaltiges Geschäftsmodell hin."
  • Der österreichische Sensor-Chip-Hersteller AMS hat für den angeschlagenen Lichttechnikkonzern Osram ein Angebot abgegeben, das dasjenige der beiden Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle übersteigt. AMS möchte den Lichttechnik-Konzern für bis zu 4,3 Mrd. Euro erwerben. Das Unternehmen aus Graz veröffentlichte am Sonntagabend ein Kaufangebot über 38,50 Euro je Aktie. Das wären zehn Prozent mehr als die laufende Offerte von Bain und Carlyle. AMS hat nun auch die Finanzierung gesichert. Bereits zuvor hatten die Österreicher Interesse an Osram bekundet, sich aber wieder zurückgezogen. Nun sollen die Banken HSBC und UBS 4,2 Mrd. Euro finanzieren. Durch eine 1,5 Mrd. Euro schwere Kapitalerhöhung soll ein Teil abgelöst werden, was von den Banken garantiert wird. AMS sieht Kosten- und Umsatzsynergien von mehr als 300 Mio. Euro pro Jahr. Im ersten Jahr nach dem Abschluss soll es bereits zu einem positiven EPS-Effekt kommen.
  • Der größte deutsche Wohnungskonzern Vonovia verzichtet in Berlin auf Mieterhöhungen, wie der Vorstandsvorsitzende Rolf Buch laut FAZ ankündigte. Nach seinen Angaben hätte der Konzern nach dem jüngst vorgelegten Mietspiegel die Möglichkeit, die Mieten um durchschnittlich 5 Prozent anzuheben. Dieses Recht wolle Vonovia jedoch nicht wahrnehmen.
  • Der Stahlkonzern Salzgitter ist im zweiten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Das Ergebnis vor Steuern sank um 83,3 auf 19,4 Mio. Euro. Unter dem Strich ergab sich ein Fehlbetrag von 0,3 Mio. Euro. Das Unternehmen litt unter einer schwächeren Nachfragen, Preisdruck sowie hohen Rohstoffkosten. An den Gewinnzielen hielt das Unternehmen fest. 2019 soll ein Vorsteuerergebnis zwischen 125 und 175 Mio. Euro erreicht werden.
  • Der Talanx-Konzern, zu dem neben der Mehrheit am Rückversicherer Hannover Rück und die Marke HDI gehört, hat im zweiten Quartal wegen hoher Naturkatastrophen hohe Belastungen gespürt. Dank besserer Geschäfte in anderen Segmenten stieg der operative Gewinn (Ebit) dennoch um ein Prozent auf 628 Mio. Euro. Der Überschuss verbesserte sich dank eines Sondergewinns aus der Abwicklung des Lebensversicherers Generali um elf Prozent auf 242 Mio. Euro.
  • Der Reisekonzern Thomas Cook meldet Fortschritte im Zusammenhang mit seinem Rekapitalisierungsplan. Die geplante Übernahme durch den chinesischen Mischkonzern Fosun werde voraussichtlich Anfang Oktober umgesetzt, teilte der Konzern mit. Thomas Cook braucht dringend Geld, um in die Zukunft seines Geschäfts zu investieren. In diesem Zuge sprechen Vertreter von Thomas Cook mit den Anleihegläubigern des Konzerns nun über eine mögliche zusätzliche Kapitalspritze von 150 Mio. Pfund. Erst kürzlich haben Banken und der chinesische Konzern Fosun zugesagt, 750 Mio. Pfund in das Touristikunternehmen zu stecken.
  • Die Deutsche Pfandbriefbank erhöht dank stärkerer Zinserträge und wenig fauler Kredite ihre Gewinnerwartungen für 2019. Der Vorsteuergewinn dürfte am oberen Ende der bisherigen Prognose von 170 bis 190 Mio. Euro oder leicht darüber liegen, teilte das Institut am Montag mit.
  • Die Sixt Leasing SE, hat sich im ersten Halbjahr im Rahmen der Erwartungen entwickelt. In den ersten sechs Monaten 2019 legte der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich zu, während der Vertragsbestand und der operative Umsatz wie erwartet leicht zurückgingen. Das Konzernergebnis vor Steuern (EBT) lag erwartungsgemäß unter dem Vorjahreswert. Das Unternehmen bestätigte seine Prognose für das Geschäftsjahr 2019 sowie die mittelfristigen Ziele für 2021.
  • Daimler muss laut einem Bericht des „Spiegel" mit einem Milliardenbußgeld durch die Staatsanwaltschaft Stuttgart in der Diesel-Affäre rechnen. Wegen manipulierter Dieselautos soll in Kürze ein Bußgeld zwischen 800 Mio. und einer Mrd. Euro verhängt werden, berichtete das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf eigene Informationen.
  • Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky wird den Handelskonzern Metro nicht übernehmen. Seine Investmentgesellschaft EPGC verfehlte nach eigenen Angaben das selbst gesteckte Ziel von 67,5 Prozent der Stammaktien. Diese Schwelle hatte Kretinsky zur Bedingung für seine Offerte gemacht. EPGC habe nur 41,7 Prozent der Aktien eingesammelt, teilte die Gesellschaft mit.
  • Der Spezialist für industrielle Bildverarbeitung ISRA VISION hat das Schweizer Unternehmen Photonfocus AG übernommen. Damit erweitert der Tec-DAX-Konzern sein strategisches Portfolio im Bereich Embedded Sensortechnologie und setzt seine Zukunftsausrichtung mit dem erweiterten Fokus auf Smart Factory Automation für diskrete Industrien konsequent fort.

Konjunktur & Politik

  • Wegen der anhaltenden Proteste der Demokratie-Bewegung hat Hongkongs Flughafen am Montag sämtliche Abflüge für den Rest des Tages gecancelt. Tausende Demonstranten versammelten sich in der Abflugs- und Ankunftshalle, um gegen Regierung und Polizeigewalt zu protestieren. Der Flughafen gilt als wichtiges Drehkreuz in Südostasien. US-Treasuries stiegen im frühen Handel am Montag auf neue Tageshochs. Die Rendite lag zwischenzeitlich bei 1,693 Prozent und damit 5 Basispunkte unter der letzten Notierung von Freitag. Die als sicher empfundenen Anlagen haben im Zusammenhang mit der Krise in Hongkong deutlichen Zulauf erhalten. Laut Medienberichten zieht China vor den Toren der Stadt Truppen zusammen.
  • Wie Politico Europe berichtet, fordern der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian die Aufnahme von Ermittlungen bezüglich dem mutmaßlichen Selbstmord von Jeffrey Eppstein in einem New Yorker Gefängnis. Mehrere Fragen seien ungeklärt.
  • Goldman Sachs verweist in einem aktuellen Report auf die in machen Fällen stark angestiegenen Repo-Sätze im chinesischen Interbank-Markt. Die Zinsen, welche Banken untereinander für siebentägige Kredite verlangen, stiegen in den letzten Wochen teilweise auf über 8 Prozent.
  • Der frühere Kabinettschef von Ex-Präsidentin Cristina Kirchner, Alberto Fernández, ist aus den allgemeinen Vorwahlen in Argentinien als stärkster Präsidentschaftskandidat hervorgegangen. Der Bewerber der Bewegung "Frente de Todos" kam am Sonntag auf rund 47 Prozent der Stimmen und besiegte damit deutlich den amtierenden Präsidenten Mauricio Macri. Ex-Staatschefin Kirchner bewirbt sich an der Seite von Fernández um das Amt der Vizepräsidentin.
  • In Italien steht der Misstrauensantrag der Lega gegen Ministerpräsident Giuseppe Conte im Senat in der Diskussion. Die Pläne von Lega-Chef Matteo Salvini für eine vorgezogene Neuwahl stoßen derweil auf wachsenden Widerstand. So hat sich der Chef der 5-Sterne-Bewegung Luigi Di Maio gegen eine baldige neue Zusammensetzung des Parlaments ausgesprochen. Ebenso wandte sich der Ex-Parteichef der oppositionellen Demokratischen Partei PD, Matteo Renzi, gegen den Plan.
  • US-Präsident Donald Trump hatte die Federal Reserve bereits mehrere Male zu Zinssenkungen aufgefordert. Nun wurde er konkret: Die Notenbank sollte sich zu einer großen Zinssenkung von mind. einem Prozentpunkt aufraffen. Dann würde das Wirtschaftswachstum wie eine "Rakete" abgehen, sagte er im Weißen Haus. Der bisherige Kurs lege der Wirtschaft „Handschellen“ an.
  • Das ifo Weltwirtschaftsklima hat sich eingetrübt. Der Indikator fiel im dritten Quartal von -2,4 auf -10,1 Punkte, wie das ifo Institut am Montag mitteilte. Sowohl die Lagebeurteilung als auch die Erwartungen verschlechterten sich deutlich. „Die Verschärfung des Handelskonflikts belastet die Weltkonjunktur beträchtlich“, kommentierte ifo-Präsident Clemens Fuest. Das Wirtschaftsklima verschlechterte sich in allen Regionen. In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften und den asiatischen Schwellen- und Entwicklungsländern revidierten die Experten sowohl die Lagebeurteilung als auch die Erwartungen nach unten. In Lateinamerika, in der Gemeinschaft unabhängiger Staaten und im Nahen Osten und Nordafrika fiel dagegen nur die Lagebeurteilung ungünstiger aus, während die Einschätzungen für die kommenden Monate in etwa unverändert blieben. Die Experten erwarten auch ein deutlich schwächeres Wachstum des Welthandels. Die Handelserwartungen liegen auf dem niedrigsten Niveau seit Ausbruch des Handelskonflikts im vergangenen Jahr.
  • Die britische Regierung bereitet ein Rettungspaket mit dem Namen "Operation Kingfisher" für Unternehmen im Falle eines No-Deal-Brexits am 31. Oktober vor. Laut Medien geht es um einen Notfallfonds, der Unternehmen mit Liquidätsschwierigkeiten vor der Insolvenz retten soll. Eine Liste gefährdeter Unternehmen sei bereits erstellt worden. Laut dem britischen No-Deal-Beauftragten Michael Gove soll Firmen geholfen werden, die nach dem EU-Austritt vorübergehend mit veränderten Umständen zu kämpfen haben. Bei einem harten Brexit würde Großbritannien laut EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mehr als das restliche Europa verlieren. „Ein Brexit ohne Austrittsabkommen ist in niemandem Interesse, die großen Verlierer wären aber die Briten", so Juncker gegenüber der "Tiroler Tageszeitung".
  • Der pakistanische Außenminister ist nach Peking gereist, um für Beistand in Kaschmir zu werben, nachdem Indien die Autonomie in dem Gebiet abgeschafft hat. Neben Pakistan beansprucht auch China einen Teil von Kaschmir. Beobachter erwarten Widerstand seitens Chinas gegen Veränderungen an seiner Grenze mit Indien.

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