• Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe steigen stärker als erwartet
  • US-Handelsdefizit klettert auf höchsten Stand seit 2008 
  • Studie: Viele deutsche Regionen leiden besonders unter dem Brexit
  • Handelskonflikt China/USA: Signale der Verhandlungsbereitschaft
  • DE: Auftragseingang der Industrie entwickelt sich schlechter als erwartet
  • Daimler: Invesitionen in E-Mobilität werden Gewinn schmälern
  • Nordex hat im ersten Quartal deutlich mehr Aufträge erhalten als im Vorjahr
  • VW will sämtliche Beziehungen zu Zulieferer Prevent kappen
  • Datenskandal: Facebook nennt neue Zahlen

DAX & US-Markt

  • Am deutschen Aktienmarkt herrscht Feierlaune. Die Anleger spekulieren auf eine Entspannung im Handelskonflikt der USA mit China. Aussagen von US-Handelsminister Wilbur Ross und Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow zufolge besteht die Möglichkeit, dass die angekündigten Strafzölle doch nicht in Kraft treten - sondern durch Verhandlungen noch abgewendet werden können. Der DAX legte am Donnerstag um 2,9 Prozent auf 12.305,19 Punkte zu. Die verbale Entspannung hatte zuvor schon an den Börsen in New York und Tokio die Notierungen nach oben getrieben und lässt auch am Donnerstag die Kurse an der Wall Street weiter steigen.
  • Bei den US-Indizes ging es auch heute wieder auf und ab, aber am Ende schlugen relativ solide Gewinne zu Buche (S&P 500 +0,69 %, Dow Jones +0,99 %, Nasdaq 100 +0,53 %). Gewonnen haben bis auf den Pharmakomplex alle Sektoren, besonders gefragt waren allerdings Materialien (+1,86 %), Energie (+1,80 %) und zyklische Konsumgüter (+1,34 %). Die Rendite für 10-jährige Treasuries orientierte sich den dritten Tag in Folge nach oben und favorisierte damit tendenziell eher Value- anstatt Growth-Titel. Am Mittag sorgte der stimmberechtigte Raphael Bostic von der Atlanta Fed für neue Impulse, als er auf Bloomberg TV indirekt einen weniger aggressiven Zinspfad ins Spiel brachte. Die veröffentlichten Wirtschaftsdaten waren nur mäßig beeindruckend: Die Erstanträge verblieben zwar auf sehr niedrigem Niveau, legten aber trotzdem um 24.000 auf 242.000 zu, während sich das Handelsdefizit auf den höchsten Stand seit der Finanzkrise ausweitete. Das Thema Libor bleibt derweil aktuell und der entsprechende Benchmark stieg am Donnerstag den 40ten Tag in Folge an. Aktuelle Notierung: 2,3306 %.

Ausgewählte Chartanalysen

Unternehmensnachrichten

  • Deutsche Bank: Kreisen zufolge könnte Garth Ritchie, Co-Chef für das Investmentbanking, noch in diesem Jahr zurücktreten und hat entsprechende Diskussionen geführt. Ritchie erwäge alle Optionen, so Bloomberg. Die Deutschen Bank wollte die Berichte nicht kommentieren.
  • MorphoSys gibt Zulassung von Tremfya zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte in Brasilien und Australien bekannt.
  • Der Windpark-Entwickler PNE WIND will sich mit einer Anleiheemission frisches Kapital beschaffen. Die Unternehmensanleihe habe ein voraussichtliches Volumen von 50 Millionen Euro und eine Laufzeit von fünf Jahren, teilte das Unternehmen mit. Die Zinsspanne soll zwischen 4 und 4,75 Prozent liegen. Mit dem Geld soll unter anderem der Aufbau eines neuen europäischen Windpark-Portfolios finanziert werden.
  • Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche hat die Aktionäre bei der Hauptversammlung in Berlin auf di Folgen der milliardenschweren Investitionen in die Elektromobilität aufmerksam gemacht. „Mehr Elektroautos sind gut für die CO2-Bilanz. Aber nicht so gut für unsere Konzern-Bilanz - jedenfalls vorübergehend", sagte Zetsche. 2017 hatte Daimler noch mit einem Rekordgewinn abgeschlossen. „Wir geben beim Thema Effizienz keinen Deut nach", betonte Zetsche. Daimler will das erste vollelektrische Auto der Marke EQ von 2019 an produzieren, neun weitere Modelle sollen folgen. Zetsche hatte in der Pkw-Sparte Mercedes-Benz im vergangenen September bereits ein neues Sparprogramm aufgelegt, das über die kommenden Jahre einen Spielraum von zusätzlichen 4 Milliarden Euro liefern soll. Spartenfinanzchef Frank Lindenberg hatte seinerzeit bereits darauf hingewiesen, dass man zumindest für eine Übergangsphase etwas geringere Renditen in Kauf nehmen müsse.
  • Der Windturbinenbauer Nordex hat im ersten Quartal deutlich mehr Aufträge erhalten als im gleichen Vorjahreszeitraum. Das Volumen der fest vereinbarten Aufträge stieg weltweit von 368 Megawatt auf gut 1000 Megawatt. Grund dafür war laut Unternehmensangaben eine Erholung im europäischen Geschäft. Die Hälfte der Neuaufträge fiel auf Europa, auch aufgrund von Nachholeffekten. Im Vorjahr waren es in Europa insgesamt nur 83 Megawatt. Das restliche Volumen entfiel auf die USA.
  • Nach anderthalb Jahren ist der Streit zwischen Volkswagen und dem Zulieferer Prevent erneut am Kochen. VW will sämtliche Beziehungen zu dem deutsch-bosnischen Zulieferer kappen und hat sämtliche Lieferbeziehungen aufgekündigt, wie das Handelsblatt berichtet. Prevent wehre sich dagegen und habe mit rechtlichen Schritten gedroht, heißt es in dem Bericht. Mehrere 100 Arbeitsplätze seien bei verschiedenen Prevent-Töchtern in Gefahr.
  • Die Deutsche Bank nach den Spekulationen nun Namen von vier Personen veröffentlicht, die in den Aufsichtsrat einziehen sollen. Dabei handelt es sich um den ehemaligen Chef der US-Investmentbank Merrill Lynch, John Thain, die ehemalige Morgan-Stanley-Bankerin Mayree Clark, die frühere UBS-Managerin Michele Trogni sowie den Deutschland-Chef der Prüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers, Norbert Winkeljohann.
  • Der Facebook-Datenskandal um Cambridge Analytica hat offenbar mehr Nutzer geschädigt als bislang gedacht. In Deutschland könnten rund 310.000 Nutzer betroffen sein. Weltweit sollen Informationen von bis zu 87 Mio. Mitgliedern unrechtmäßig zu der Analysefirma gelangt sein, teilte Facebook am Mittwoch mit.
  • Der Autobauer Daimler hat sein Margenziel für die Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars von 8 bis 10  Prozent in diesem Jahr bestätigt.
  • Der niederländische Lebensmitteleinzelhandelskonzern Ahold Delhaize bekommt mit dem ehemaligen Metro-Manager Frans Muller einen neuen Chef. Dick Boer werde zum 1. Juli 2018 als CEO zurücktreten und aus dem Unternehmen ausscheiden. Frans Muller werde seine Nachfolge an der Spitze antreten, teilte das Unternehmen mit.

Konjunktur & Politik

  • Das Handelsdefizit der USA hat sich im Februar auf den höchsten Stand seit der Finanzkrise ausgeweitet. Gegenüber dem Vormonat legte das Defizit um 0,9 Milliarden auf 57,6 Milliarden US-Dollar zu, wie das Handelsministerium mitteilte. Die Volkswirte hatten im Schnitt nur mit einem Fehlbetrag von 56,8 Milliarden Dollar gerechnet. Importe und Exporte legten im Februar um jeweils 1,7 Prozent zu und beliefen sich auf 262 Milliarden Dollar beziehungsweise 204,4 Milliarden Dollar.
  • Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA sind in der Woche zum 31. März deutlich stärker gestiegen als erwartet. Gegenüber der Vorwoche legte die Zahl der Erstanträge auf saisonbereinigter Basis um 24.000 auf 242.000 Anträge zu, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Die Volkswirte hatten im Schnitt nur mit 225.000 Erstanträgen gerechnet. Der Wert der Vorwoche wurde leicht von 215.000 auf 218.000 nach oben revidiert.
  • Laut einer aktuellen Studie wird der Brexit viele deutsche Regionen stärker als andere Gegenden der Europäischen Union tangieren. 41 von 50 Regionen in Deutschland dürften Industrie und Handwerk unter dem geplanten britischen EU-Austritt besonders leiden, heißt es in einer Untersuchung des Europäischen Ausschusses der Regionen. Der Präsident des Ausschusses, Karl-Heinz Lambertz forderte ein Handelsabkommen zwischen Großbritannien und den verbleibenden EU-Mitgliedern, das die Zölle auf ein Minimum beschränkt und einen freien Warenverkehr gewährleistet.
  • In der Eurozone zeigt sich der Dienstleistungssektor im März weniger zuversichtlich. Der Markit-Einkaufsmanagerindex für das Nicht-Verarbeitende Gewerbe fiel im März um 1,3 Punkte auf 54,9 Punkte, wie das britische Forschungsinstitut in einer zweiten Schätzung mitteilte. In einer ersten Schätzung war ein Rückgang auf 55,0 Punkte ermittelt worden. Der Wert befindet sich aber weiter auf einem vergleichsweise hohen Niveau.
  • Der Dienstleistungssektor in Großbritannien schaut etwas skeptischer auf die aktuelle Geschäftslage. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex fiel im März um 2,8 Punkte auf 51,7 Punkte. Volkswirte hatten mit einem leichteren Rückgang gerechnet. Markit machte für den Rückgang auch eine gewachsene wirtschaftliche Unsicherheit verantwortlich.
  • Im Februar erhielt der deutsche Maschinenbau 13 Prozent mehr Aufträge als im Vorjahresmonat, wie der Verband VDMA mitteilte. Der Bedarf an Maschinen und Anlagen sei weltweit ungebrochen groß, so VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. „Wir können nur hoffen, dass der Handelskonflikt zwischen den USA und China diese gute Investitionsneigung nicht nachhaltig schädigt“. Beide Länder sind wichtige Absatzmärkte für die Branche.
  • Die deutsche Industrie hat im Februar deutlich weniger neue Bestellungen erhalten als von Experten erwartet. Der preisbereinigte Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe legte nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes zwar saison- und kalenderbereinigt um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat zu. Allerdings hatten Ökonomen nach dem heftigen Rückgang im Vormonat Januar einen Anstieg um 1,6 Prozent erwartet. Der preisbereinigte Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe lag nach vorläufigen Angaben im Februar saison- und arbeitstäglich bereinigt um 2,1 Prozent niedriger als im Vormonat. Für Januar 2018 ergab sich nach Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Rückgang von 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat Dezember.
  • Im Januar wurde in Deutschland der Bau von insgesamt 24 800 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, waren das 2,5 Prozent oder 640 Baugenehmigungen von Wohnungen weniger als im Januar des Vorjahres. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich fiel die Zahl der genehmigten Wohnungen von November 2017 bis Januar 2018 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 6,2 Prozent.
  • US-Handelsminister Wilbur Ross hat sich im Handelsstreit mit China kompromissbereit geäußert. Im Gespräch mit CNBC signalisierte er ein Entgegenkommen, auch wenn es dafür noch keinen Zeitplan gebe. Der neue Wirtschaftsberater von US-Präsident Trump, Lawrence Kudlow, ergänzte, er halte es für möglich, dass die US-Strafzölle auf chinesische Produkte gar nicht erst in Kraft träten. Es gehe um Verhandlungen, in denen alle Werkzeuge genutzt würden. Die USA und China hatten zuletzt milliardenschwere Strafzölle auf zahlreiche Produkte aus dem jeweils anderen Land angekündigt bzw. verhängt. Die chinesische Öffentlichkeit ist zuversichtlich, den Handelskrieg mit den USA zu gewinnen. „Die US-Wirtschaft wird einen schweren Schlag hinnehmen müssen, wenn sie den weltgrößten Verbrauchermarkt in China verliert. In diesem Handelskrieg hat China den Mut zu gewinnen", wie die parteinahe „Volkszeitung“ schreibt.
Termine des Tages: 14:30 Uhr - US: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche

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