DAX

    Die verheerenden Anschläge in Paris haben am deutschen Aktienmarkt zum heutigen Auftakt in die neue Handelswoche ihre Spuren hinterlassen. Insbesondere Aktien von Fluggesellschaften und Unternehmen aus der Tourismusbranche standen unter Druck. Der DAX startete mit Verlusten, konnte diese aber in der ersten Handelsstunde fast vollständig wieder aufholen. Im Mittagshandel liegt der Leitindex mit 0,3 Prozent im Plus bei 10.737 Punkten, nachdem er zum Start um rund 1 Prozent gefallen war. Bereits in der Vorwoche hatte er mit einem Minus von 2,54 Prozent eine Verschnaufpause eingelegt. Volkswirtschaftlich sollten die Auswirkungen der Tragödie von Paris begrenzt und kurzfristig bleiben, sagte Analyst Malcolm Barr von JPMorgan voraus. Analyst Andreas Paciorek von CMC Markets erwartet ebenfalls nur geringe Konsequenzen für die Finanzmärkte, denn hier dominierten weiterhin die geldpolitischen Spekulationen. „Bis eine Entscheidung der EZB Anfang Dezember ansteht, werden die Börsen weiter im Takt der Notenbank-Rhetorik tanzen“, so der Experte.

    Charttechnik

    Mit der Eröffnung bei ca. 10.600 Punkten kamen wie auch am Freitag die Käufer zurück in den DAX. Die gestartete Erholung stößt jetzt jedoch an den Widerstandsbereich um 10.740/50 Punkte, womit die Gefahr einer Verkaufswelle steigt. Setzen sich die Bären durch, wäre ein neues Tagestief möglich. Halten die Bullen dagegen und der Widerstand kann nachhaltig überwunden werden, wären Gewinne bis auf 10.850 Punkte möglich.

    Thema des Tages

    Ob die Terrorangriffe von Paris Auswirkungen auf die Wirtschaft und Finanzmärkte haben werden, ist nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abzusehen. EZB-Vizepräsident Vítor Constâncio sagte am Montag zum Auftakt der "Euro Finance Week" in Frankfurt: „Es hängt nun von der weiteren Entwicklung ab, ob Vertrauen schwindet und sich Anleger aus Angst vor neuen Risiken zurückziehen.

    Das aktuelle Kaufprogramm will die EZB laut ihrem Vize solange laufen lassen, bis die Inflation sich wieder dem Zwei-Prozent-Ziel annähert. Seit März pumpt die EZB monatlich 60 Milliarden Euro in den Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren. „Wir tun was wir tun können - im Namen unseres Mandates der Preisstabilität“, sagte Constâncio.

    Aktien im Blick

    Im Zuge der Terrorattacken traf es die Aktie der Lufthansa heute besonders stark. Die Titel waren am Vormittag in der Spitze um 2,66 % abgesackt. Zuletzt gab es eine leichte Erholung. Die Anteilsscheine von Air Berlin brachen heute gar um 6,5 % ein.

    Nach einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank legt die Aktie von ThyssenKrupp um 1,62 % zu.

    Bein LPKF ist laut Vorstandschef Bretthauer nicht mit einer schnellen Besserung der angespannten Geschäftslage zu rechnen. Die Aktie gibt heute um 4,60 % nach.

    Konjunktur

    Die Verbraucherpreise in der Eurozone steigen im Oktober in der Kernrate um 1,1 Prozent und damit etwas stärker als von Experten erwartet.

    Das Bruttoinlandsprodukt Japans ist im Zeitraum Juli bis September um eine Rate von annualisiert 0,8 Prozent zurückgegangen. Analysten hatten nur mit einem Minus von 0,2 Prozent gerechnet. Im Vorquartal war die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt um eine Jahresrate von 1,2 Prozent geschrumpft.

    Nach den Worten von Frankreichs Premierminister Manuel Valls bereitet die Terrormiliz Islamischer Staat weitere Anschläge auf europäische Länder vor.

    Währungen

    Der US-Dollar knüpft zu Wochenbeginn an seine Freitagsgewinne nach einem starken US-Michigan-Sentiment-Index an und legt gegenüber den anderen Hauptwährungen zu. EUR/USD notierte bislang bei 1,0686 im Tief, obwohl die Verbraucherpreise in der Eurozone im Oktober mit einem Anstieg um 0,1 Prozent im Jahresvergleich positiv überrascht haben.

    GBP/USD notierte nach einem Rückgang des britischen Rightmove-Hauspreisindex um 1,3 Prozent im Monatsvergleich im November bislang bei 1,5179 im Tief. USD/JPY erreichte bislang 123,04 im Hoch, nachdem die japanische Wirtschaft in eine Rezession geschlittert ist.

    Rohstoffe

    Die Notierung für Gold bewegt sich am Montag weiter im Bereich 1.100 US-Dollar je Feinunze. Das ist ein Wochenhoch. Gold profitiere offenbar von seinem Charakter als Krisenwährung nach den Terroranschlägen von Paris, kommentiert die Commerzbank. In Euro gerechnet steigt Gold am Montag auf über 1.020 Euro je Feinunze. In unsicheren Zeiten suchen Anleger gerne einen sicheren Hafen für ihr Kapital.