DAX

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    Die Schweizer Notenbank hat am Donnerstag mit der Freigabe des Schweizer Franken zum Euro für Turbulenzen an den europäischen Börsen gesorgt. Anleger reagierten nach dieser Maßnahme der SNB zunächst geschockt. Damit hatte niemand gerechnet. Die Entscheidung sorgt dafür, dass der Schweizer Leitindex SMI um zwischenzeitlich elf! Prozent absackt. Auch der Dax rauschte binnen weniger Minuten um mehrere hundert Punkte in den Keller. Erst bei 9.637 Zählern drehte der Index wieder aufwärts. Aktuell liegt der Dax bei 9.773 Punkten (-0,40 %).

    Vor mehr als drei Jahren hatte die Schweizer Notenbank (SNB) den Mindestkurs bei 1,20-CHF eingeführt und diesen immer wieder durch Interventionen verteidigt. Damit sollte die heimische Exportwirtschaft vor eine zu starken Franken geschützt werden. Nun ist die SNB der Meinung, dass der Franken zwar noch immer hoch bewertet sei, aber die Überbewertung sich seit Einführung des Mindestkurses insgesamt reduziert habe.

    Top-Thema

    Die deutsche Wirtschaft ist 2014 so stark gewachsen wie seit 2011 nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt stieg laut vorläufigen Berechnungen um 1,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. 2013 hatte es nur ein Plus von 0,1 Prozent gegeben. Dank des Beschäftigungsrekords und steigender Löhne sorgten vor allem die Verbraucher für Impulse. Ihr Konsum erhöhte sich um 1,1 Prozent. Der Staatsverbrauch stieg um 1,0 Prozent. Die Exporte legten um 3,7 Prozent zu.

    Zu berücksichtigen bleibt, dass die Jahreswachstumsrate die konjunkturelle Dynamik des Jahres 2014 weit überzeichnet. So ist ein Großteil des Wachstums einem statistischen Überhang aus dem Vorjahr sowie dem starken ersten Quartal zuzuschreiben, während die Wirtschaft dann im weiteren Jahresverlauf mehr oder weniger auf dem im ersten Quartal erreichten Niveau stagniert hat. Das recht ordentliche Jahresergebnis liefert deshalb ein etwas verzerrtes Bild ab. „Bei genauerer Betrachtung trat die deutsche Wirtschaft den Großteil des Jahres auf der Stelle“, bestätigt DIW-Konjunkturchef Fichtner. „Eigentlich war es nur der kräftige Start ins Jahr 2014, der zu diesem guten Ergebnis geführt hat, und dieser war auch einem ausgesprochen milden Winter zu verdanken“.

    Aufgrund einer eher schwachen Ausgangsposition zu Beginn dieses Jahres wird sich das 2014-er Ergebnis in diesem Jahr kaum wiederholen lassen. Trotz einer konjunkturellen Verbesserung im Jahresverlauf dürfte das BIP 2015 den meisten Ökonomen zufolge lediglich um 1,0 Prozent wachsen.

    Für die öffentlichen Haushalte ist 2014 hingegen besser gelaufen als zuvor erwartet worden war. Der Staatssektor insgesamt (Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen) erzielte einen Überschuss in Höhe von knapp 12 Milliarden Euro.

    Aktien im Blick

    Beiersdorf legen nach überzeugenden vorläufigen Umsatzzahlen für 2014 um 4,37 % zu.

    Aurubis-Papiere erholen sich heute im Einklang mit dem Kupferpreise (+ 6,68 %) von ihren jüngsten Verlusten.

    Aktien des Gabelstapler-Herstellers Kion haussieren. Das Unternehmen steht nach eigenen Angaben vor einem Rekordergebnis in 2014.

    Konjunktur

    Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat den Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro überraschend aufgehoben und zugleich den Zins für Guthaben auf den Girokonten auf minus 0,75 Prozent gesenkt.

    Das Handelsbilanzsaldo der Eurozone belief sich im November auf saisonbereinigter Basis auf 20,0 Mrd. Euro (Prognose: 21,3 Mrd. Euro).

    Währungen

    Der Euro ist am Vormittag zum Dollar kurzzeitig auf den tiefsten Stand seit dem November 2003 gefallen. Grund ist die Aktion der Schweizer Nationalbank, den Mindestkurs von 1,20 CHF zum Euro aufzuheben. EUR/USD fiel daraufhin auf ein Tief von 1,1575. Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,1709 Dollar.

    Zum Schweizer Franken rutschte der Euro zeitweise deutlich unter die Parität auf im Tief 0,90 und notiert derzeit bei 0,9735 CHF.

    Rohstoffe

    Ein Fass US-Öl der Sorte WTI kostet inzwischen wieder fast 49 Dollar und damit vier Dollar mehr als noch vor drei Tagen. Es deutet sich eine langsame Wende am Rohstoffmarkt an.