• USA: Baubeginne im Oktober gestiegen
  • Trump beschwert sich über Fed-Chef Powell
  • EZB-Ratsmitglied: Spielraum für noch tiefere Zinsen
  • Mitgliedstaaten einigen sich auf EU-Haushalt 2020
  • IAEA beschuldigt den Iran
  • Deutsche Post investiert Milliarden in Expressdienste
  • Dreierkampf um spanischen Börsenbetreiber BME
  • Aroundtown legt Offerte für TLG vor

DAX & Wall Street

  • Nach kräftigen Kursgewinnen im frühen Handel kam es am deutschen Aktienmarkt am Nachmittag zu deutlichen Gewinnmitnahmen, die den DAX wieder nahe an die Nulllinie heranführte. Der DAX ging nur noch mit einem Plus von 0,11 Prozent mit 13.221,12 Punkten aus dem Handel. Zwischenzeitlich hatte das Plus 1,27 Prozent betragen. Das neue Jahreshoch im DAX liegt bei 13.374 Punkten und damit 1,3 Prozent über dem Niveau vom Vortag bzw. 66 Punkte über der bisherigen Jahresbestmarke.
  • Der S&P 500 kommt in einer durchwachsenen Session 0,1 Prozent zurück, während der Nasdaq um den gleichen Prozentsatz zulegen kann. Im Retail-Bereich kamen Home Depot (-5,4 %) und Kohl's (-19,5 %) nach Zahlen massiv unter die Räder und zogen verwandte Titel wie Beispielsweise Macy's (-10,9 %) mit in den Keller. Die lobenswerte Ausnahme machte TJX Companies mit einem Plus von 1,8 Prozent, nachdem man dort sowohl bei Umsatz und Gewinn entzückte, als auch den Ausblick für das Gesamtjahr nach oben schraubte. Die Wirtschaftsdaten beschränkten sich auf die Housing Starts und Permits, die im Oktober zum Vormonat jeweils deutlich ansprangen.

Chartanalysen des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Die EU-Kommission will den im Mai vereinbarten Kauf der belgisch-spanischen Metallo-Gruppe durch Aurubis für 380 Millionen Euro genauer prüfen. Die EU hat Bedenken, dass durch die Übernahme der Wettbewerb im Bereich des Ankaufs von Kupferschrott beeinträchtigt werden könnte.
  • Die US-Baumarktkette Home Depot hat zum zweiten Mal in diesem Jahr die Wachstumsprognose für das laufende Jahr gekappt. Die Erlöse werden wohl nur um rund 1,8 Prozent zulegen, statt wie zuvor erwartet um 2,3 Prozent, so das Unternehmen. An der prognostizierten Steigerung beim EPS auf 10,03 Dollar hielt das Unternehmen fest.
  • Der US-Einzelhändler Kohl’s hat das Gewinnziel für das laufende Geschäftsjahr gekürzt. Im dritten Quartal war der Umsatz deutlich geringer gestiegen als Analysten erwartet hatten.
  • Kylie Jenner hat die Mehrheit ihrer Kosmetikmarke Kylie Cosmetics für 600 Mio. Dollar an den Konzern Coty verkauft. Der Deal, bei dem Coty die Mehrheit mit 51 Prozent übernimmt, bewertet die Firma insgesamt mit 1,2 Mrd. Dollar.
  • Die Billigfluglinie Air Astana hat eine Absichtserklärung für 30 Boeing 737 MAX 8 Flugzeuge mit einem Listenpreiswert von 3,6 Mrd. Dollar unterschrieben.
  • Amazon-Gründer Jeff Bezos hat nach Informationen der Washington Post, die ebenfalls ihm gehört, ein Kaufinteresse an den Seattle Seahawks bekundet. Die Quelle sei eine anonyme Person, die der NFL nahe steht.
  • Der Logistikkonzern Deutsche Post DHL will sein Geschäft mit Expressdiensten ausbauen. Pro Jahr werde künftig mehr als eine Milliarde Euro ausgegeben für Sortieranlagen, Flugzeuge und Fahrzeuge, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. In den vergangenen Jahren war es nach Firmenangaben etwas weniger.
  • Kone will sich im Bieterrennen um die Aufzugssparte von Thyssenkrupp offenbar mit einer milliardenschweren Vorabzahlung Vorteile verschaffen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Kone wolle damit im Vergleich zu den ebenfalls an einem Kauf interessierten Finanzinvestoren punkten, hieß es unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Finanzinvestoren hätten bei einer Übernahme der Aufzugsparte im Gegensatz zu Kone keine langwierige Prüfung der Kartellbehörden zu befürchten. Sollte Kone den Zuschlag bekommen, würde die Vorabzahlung mit dem Kaufpreis verrechnet. Scheitert der Deal, könne Thyssenkrupp die Ausfall-Prämie behalten.
  • Der Volkswagen-Konzern hat im Oktober weltweit 949.800 Fahrzeuge und damit 12,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat ausgeliefert, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Nach den ersten zehn Monaten beträgt das Minus bei 8,96 Mio. Verkäufen nun nur noch 0,2 Prozent. Im Oktober konnte VW vor allem in Europa zulegen.
  • Die Fluggesellschaft Air Senegal hat mit dem europäischen Hersteller Airbus den Kauf von acht A220-300 Jets vereinbart. Die Maschinen sollen das Langstreckennetz nach Europa und das regionale Netz in Afrika stärken so die Airline.
  • Der indische Stahlkonzern Tata Steel baut in Europa bis zu 3.000 Stellen ab. Damit der reagiere der Konzern auf die schwache Nachfrage in Europa und die globalen Überkapazitäten in Verbindung mit Handelskonflikten, teilte das Unternehmen mit.
  • Nun buhlen drei europäische Börsenbetreiber um die spanische Bolsas y Mercados Espanoles, BME. Nach der Schweizer Börse Six und der Mehrländerbörse Euronext interessiert sich offenbar auch die Deutsche Börse für den spanischen Börsenbetreiber. Die Zeitung „La Informacion“ berichtete, die Deutsche Börse erwäge ebenfalls eine Offerte für die spanische Konkurrentin. Durch eine Fusion würden sich die europäischen Handelsplätze weiter konsolidieren. Ein Sprecher der Deutschen Börse wollte sich zu den Gerüchten nicht äußern. Bolsas y Mercados Espanoles betreibt alle Börsen und Finanzmärkte in Spanien. Das Unternehmen kämpft seit einigen Jahren mit rückläufigen Umsätzen und Gewinnen.
  • Volkswagen ist von seinem Zulieferer Prevent auf eine Schadenersatzzahlung von mehr als 750 Mio. Dollar verklagt worden. Prevent wirft dem Wolfsburger Konzern demnach vor, größere Zulieferer in den USA mit unfairen Mitteln an der Übernahme kleinerer Firmen gehindert zu haben, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Diese hätten VW zusichern müssen, sich von Prevent nicht aufkaufen zu lassen. Mit dieser Vorgehensweise habe VW Kosten senken wollen, heißt es.
  • Die beiden Gewerbeimmobilien-Konzerne Aroundtown und TLG Immobilien wollen sich zusammenschließen. Aroundtown hat nun das angekündigte Übernahmeangebot für TLG Immobilien vorgelegt. Die Aktionäre der TLG sollen je Anteilsschein 3,6 Aroundtown-Aktien aus einer Kapitalerhöhung erhalten. Das entspreche einem Angebotspreis von 27,66 Euro je TLG-Aktie bzw. einer Prämie von 3,2 Prozent zum letzten Schlusskurs. TLG wird damit mit gut 3 Mrd. Euro bewertet.
  • Der schweizerische Vermögensverwalter Julius Bär hat in den ersten zehn Monaten das verwaltete Vermögen ausgeweitet. Die Summe belief sich per Ende Oktober auf 422 Mrd. CHF nach 412 Mrd. Euro zur Jahresmitte. Seit Jahresbeginn haben die verwalteten Vermögen um 10 Prozent angezogen. Die Bruttomarge lag für die ersten zehn Monate bei „etwas mehr als 82 Basispunkten" nach 83,2 Basispunkten im ersten Halbjahr. Die Kosten-/Einkommenquote verbesserte sich auf unter 70 Prozent. Julius Bär hat sich eine Quote von „unter 68 Prozent“ als Ziel gesetzt.
  • Thyssenkrupp erwägt nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg Änderungen bei seiner Sparte Industrial Solutions. Das Unternehmen habe die Citigroup mit der Untersuchung des Geschäfts rund um industrielle Anlagen und Systeme beauftragt, berichtete Bloomberg am Montag. Die Sparte könnte vollständig oder in Teilen das Interesse von Wettbewerbern oder Investmentfirmen auf sich ziehen, hieß es.
  • Der Konzernchef der Großbank Unicredit Jean-Pierre Mustier hat erneut betont, dass er keine deutschen oder andere europäischen Geldinstitute übernehmen will. Zwar würden viele Banken unter dem Buchwert notieren, aber die Restrukturierungskosten für europäische Institute wären hoch.

Konjunktur & Politik

  • Wie Bloomberg berichtet, wollen die USA und China den im Mai beinahe abgeschlossenen Deal als Basis für die Rücknahme von Zöllen nehmen.
  • Der GDP-Tracker der Atlanta Fed, ein Echtzeitindikator für das Wachstum der US-Wirtschaft, steigt für das vierte Quartal von 0,3 % auf 0,4 %.
  • Die Zahl der Baubeginne in den USA ist im Oktober im Monatsvergleich um 3,8 Prozent gestiegen, wie das Handelsministerium mitteilte. Analysten hatten mit einem stärkeren Anstieg gerechnet. Der Rückgang im Vormonat wurde von minus 9,4 Prozent auf minus 7,9 Prozent nach oben korrigiert. Die Baugenehmigungen legten um 5,0 Prozent zu. Hier war ein leichter Rückgang erwartet worden.
  • Nach den jüngsten Verstößen des Irans gegen das internationale Atomabkommen beenden die USA eine Ausnahmegenehmigung für die iranische Atomanlage Fordo mit Wirkung zum 15. Dezember. Entsprechende Genehmigungen ermöglichen es Russland und europäischen Staaten bislang trotz der US-Sanktionen, bei bestimmten Projekten an den iranischen Atomanlagen Fordo, Arak und Buschehr mit dem Iran zusammenzuarbeiten.
  • Im US-Repräsentantenhaus hat die nächste Runde öffentlicher Anhörungen in den Impeachment-Ermittlungen gegen US-Präsident Trump begonnen. Heute sollen insgesamt vier Zeugen aussagen: Jennifer Williams, Mitarbeiterin von US-Vizepräsident Pence, und Alexander Vindman, Mitarbeiter des Nationalen Sicherheitsrates. In einer zweiten Sitzung folgt die Befragung von Kurt Volker, dem früheren US-Sonderbeauftragten für die Ukraine, und Tim Morrison, der bis vor kurzem noch für den Nationalen Sicherheitsrat arbeitete.
  • US-Außenminister Mike Pompeo zufolge ist der Bau von israelischen Siedlungen im Westjordanland aus Sicht der USA „nicht per se unvereinbar mit internationalem Recht“. Die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini machte deutlich, dass die EU den israelischen Siedlungsbau in den besetzten Palästinensergebieten weiterhin als völkerrechtswidrig einstuft.
  • Die Europäische Zentralbank (EZB) muss nach Ansicht des slowenischen Ratsmitglied Bostjan Vasle vorerst keinen Aktionismus an den Tag legen. „Was wir im September beschlossen haben wirkt", sagte Sloweniens Notenbank-Chef in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Nachlegen sei derzeit nicht nötig. Alles hänge aber von der Entwicklung der Konjunktur im Eurroaum ab. „Falls sich die Situation erheblich ändert, dann müssen wir neu über unsere Maßnahmen nachdenken." Beispielsweise gebe es noch Spielraum für noch tiefere Zinsen.
  • Der Überschuss in der Leistungsbilanz des Euroraums lag im September nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) bei rund 28 Mrd. Euro. Im August hatte das Positivsaldo etwas höher bei 29 Mrd. Euro gelegen.
  • Der Autoabsatz in Europa ist im Oktober deutlich angezogen. Die Zahl neu zugelassener Fahrzeuge hat sich um 8,7 Prozent auf knapp 1,2 Mio. Stück erhöht, wie der Branchenverband ACEA mitteilte. Nach den Engpässen vor einem Jahr als Folge des neuen Abgas-Testverfahrens WLTP macht sich „nun die volle Verfügbarkeit der Modelle bemerkbar“, hieß es.
  • US-Präsident Donald Trump hat bei Fed-Chef Jerome Powell die aus seiner Sicht zu hohen Zinsen beklagt. „Bei meinem Treffen mit Jay Powell heute protestierte ich gegen die Tatsache, dass unser Fed-Satz im Verhältnis zu den Zinssätzen anderer Länder zu hoch angesetzt ist“, schrieb Trump am späten Montag auf Twitter. „In der Tat sollten unsere Preise niedriger sein als alle anderen (wir sind die USA). Ein zu starker Dollar schadet den Herstellern und dem Wachstum!“.
  • Die politische Führung in China hat mit scharfer Kritik auf die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes in Hongkong reagiert, der ein Vermummungsverbot für verfassungswidrig erklärt hat. Nur Peking könne Entscheidungen zur Verfassungsmäßigkeit treffen, hieß es in einer Stellungnahme vom Volkskongress in Peking. Sowohl das Notstandsrecht als auch das Grundrecht, auf die sich die Entscheidung bezieht, existieren zwar in Hongkong, jedoch nicht in China. Die USA zeigen sich angesichts der zunehmenden Gewalt bei den Protesten in Hongkong besorgt. US-Außenminister Mike Pompeo sagte am Montag, Chinas kommunistische Führung müsse die Freiheitsrechte der Menschen in der Sonderverwaltungszone respektieren. Darauf habe sich die Volksrepublik verpflichtet.
  • Der Iran verstößt nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) gegen eine weitere Vorgaben des Atomabkommens. Teheran lagere derzeit mehr als die erlaubten 130 Tonnen an Schwerwasser, so die IAEA. Schwerwasser wird in Reaktoren verwendet, die atomwaffenfähiges Plutonium herstellen können.
  • Im Streit über den EU-Haushalt für 2020 gibt es eine Einigung. Regierungsvertreter aus den 28 Mitgliedstaaten verständigten sich mit Europaabgeordneten darauf, im nächsten Jahr mehr als 153,6 Mrd. Euro für Auszahlungen bereitzustellen, wie Parlamentarier bestätigten.

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