DAX

    Der Deutsche Leitindex musste bereits zum Handelsstart einen Teil seiner gestern erzielten Gewinne abgeben. Die Abwärtsbewegung beschleunigte sich im Handelsverlauf. Gegen Mittag büßt der deutsche Leitindex 1,53 Prozent auf 11.425 Punkte ein. Als Gründe der Verkaufsstimmung am Markt haben Experten den schwachen ZEW-Index sowie die Abwertung des chinesischen Yuan durch Chinas Zentralbank ausgemacht. Der Schritt der PBoC schwäche die Wettbewerbsfähigkeit europäischer und amerikanischer Firmen auf dem wichtigen chinesischen Markt, analysiert der Broker CMC Markets. Zudem gingen die vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ermittelten Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten überraschend zurück. Im Fokus stehen am deutschen Aktienmarkt zudem eine Reihe von Unternehmens-Quartalsberichten, allerdings sämtlich aus der zweiten Reihe.

    Thema des Tages

    Chinas Zentralbank hat den Yuan (Renminbi) mit einem Rekordeingriff abgewertet. Die Landeswährung verlor zum US-Dollar am Dienstag knapp zwei Prozent an Wert und rutschte damit im Vergleich mit der US-Währung auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren. Während am Vortrag mit einem Yuan noch 0,1610 Dollar gekauft werden konnten, waren es Dienstagmittag nur noch 0,1581 Dollar. Für einen Dollar gab es demnach rund 6,33 Yuan.

    Die Zentralbank sprach in einer Mitteilung von einer „einmaligen Anpassung“. Die Währungshüter teilten außerdem mit, den Yuan auf einem „angemessenen" Niveau stabil zu halten. Ab morgen sollen, anders als bisher, sowohl der Schlusskurs des Vortages als auch die weltweiten Marktentwicklungen bei der Kursfeststellung berücksichtigt werden. Bislang ermittelte die Notenbank ihren Eröffnungskurs nur auf Basis der zu diesem Zeitpunkt gemeldeten Orders der am Devisenhandel aktiven Banken in Festlandchina. Im Resultat führte diese Vorgehensweise zu teilweise erheblichen Abweichungen der tatsächlichen Handelsniveaus vom Zentralbankkurs.

    Die Abwertung der Währung kommt zu einer Zeit, in der Chinas Exporte unter einer extremen Schwäche leiden. Im Juli waren die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,3 Prozent eingebrochen. Eine Entwicklung, die Analysten zum Teil auch auf Chinas Währung zurückführen. Die Abwertung vom Dienstag würde nun dazu beitragen, Druck von der chinesischen Exportindustrie zu nehmen, sagte Liu Yuanchun, Wirtschaftsprofessor an der Pekinger Renmin University der Deutschen Presse-Agentur.

    Aktien im Blick

    Vor allem die Aktien der deutschen exportabhängigen Autobauer und -zulieferer leiden unter der Yuan-Abwertung, da ihre Produkte für chinesische Käufer teurer werden. BMW geben zur Stunde 3,91 % ab, Daimler erleichtern sich um 4,51 % und die Vorzüge von Volkswagen verlieren 3,17 %.

    Manz-Titel brechen um 5,62 %. ein. Der Maschinenbauer rutschte im ersten Halbjahr wegen verschobener und stornierter Aufträge wie befürchtet in die roten Zahlen.

    Konjunktur

    Der Indikator für die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten ist im August um 4,7 Punkte auf 25,0 Zähler gefallen, teilte das ZEW-Institut am Dienstag mit. Bankvolkswirte hatten hingegen mit einem Anstieg auf 31,9 Punkte gerechnet. Das Stimmungsbild präsentiert sich insgesamt aber nach wie vor freundlich. So stuft mit 66,2 Prozent die große Mehrzahl der Befragten den Ist-Zustand der heimischen Volkswirtschaft als „gut“ ein. Lediglich 0,5 Prozent attestieren ihr eine „schlechte“ Verfassung. Darüber hinaus rechnen 90 Prozent damit, dass sich die Situation in einem halben Jahr genauso gut präsentiert wie im Moment.

    Laut EU-Kommission sind die technischen Gespräche mit Griechenland erfolgreich beendet worden. Es seien aber noch Details zu klären. „Was wir derzeit noch nicht haben, ist eine Einigung auf politischer Ebene“, sagte eine Sprecherin in Brüssel.

    Laut einem Bericht der FAZ kontrolliert die Europäische Zentralbank inzwischen 15 Prozent des Marktes für Pfandbriefe. Sie stößt mit ihren Anleihekäufen an ihre Grenzen. Es wird befürchtet, dass der Anleihemarkt austrocknet.

    Währungen

    Der US-Dollar hat seine in einer ersten Reaktion auf die unerwartete Abwertung des chinesischen Yuan zum Greenback gemachten Gewinne größtenteils wieder abgegeben. EUR/USD erholte sich vom Tief bei 1,0955 bislang bis 1,1050 in der Spitze.

    GBP/USD erholt sich gleichfalls vom Tief bei 1,5524 und notierte bislang bei 1,5616 im Hoch. USD/JPY legt ebenfalls zu und notierte bislang zuhöchst bei 125,07. Sein schwaches australisches NAB-Geschäftsklima und die Abwertung des chinesischen Yuan haben AUD/USD unter Druck gebracht. Das Währungspaar notierte bislang bei 0,7302 im Tief.

    Rohstoffe

    Die Ölpreise haben am Dienstag nicht an die Erholung vom Vorabend anknüpfen können und sind im Mittagshandel gesunken. Das OPEC-Kartell teilte am Vormittag mit, dass die Fördermenge der Mitgliedstaaten auf den höchsten Stand seit 3 Jahren gestiegen ist. Auch der Iran habe seine Produktion erhöht. Zuvor waren die Ölpreise bereits mit einer deutlichen Abwertung der chinesischen Währung Yuan unter Verkaufsdruck geraten.