• Airbus holt auf, Boeing-Absatz bricht ein
  • EU-Kommission sieht Risiken für Wachstumsausblick
  • USA/China: Neuer Anlauf für Handelsgespräche
  • ifo Institut: Elektroautos bedrohen 55.000 Jobs allein in Bayern
  • Mark Carney als kommender IWF-Chef im Gespräch
  • Cropenergies profitiert von steigenden Ethanolpreisen
  • Leoni will sich von Kabelproduktionssparte trennen

Märkte & Wall Street

  • Die Aussicht auf eine baldige Leitzinssenkung durch die US-Notenbank Fed hat wichtige Indizes am US-Aktienmarkt am Mittwoch auf neue Rekordhochs getrieben. Sowohl der marktbreite S&P 500 als auch die technologielastigen Indizes Nasdaq 100 und der Nasdaq Composite erreichten neue Allzeithochs. Zuvor hatte Fed-Präsident Jerome Powell bei seiner Anhörung vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses eine mögliche Zinssenkung bereits beim Leitzinsentscheid Ende Juli angedeutet. Powell verwies auf die unsicheren Wirtschaftsaussichten und auf Risiken resultierend aus der geringen Inflation. Angesichts des stärkeren Euros ließ sich der DAX aber nicht von der Euphorie anstecken und ging mit einem Minus von rund einem halben Prozent aus dem Handel. Am Abend wird noch das Sitzungsprotokoll der Juni-Sitzung der Fed veröffentlicht.
  • Der S&P 500 steigt am Mittwoch erstmals kurzzeitig über 3.000 Punkte und beendet den Tag 0,5 Prozent im Plus, während auch der Dow Jones intraday auf ein neues Rekordhoch klettern kann und der Nasdaq 100 sowie der Nasdaq Composite sogar auf Tagesbasis ein neue Allzeithochs markieren. Ausschlaggebend für den bullischen Handel war Fed-Chef Powell, der sich vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhaus zur Stellungsnahme einfand, und dessen Rede als Signal für eine 25-bps-Senkung interpretiert wurde. Bei den Einzelwerten stieg die Aktie von American Airlines um 1,8 % an, nachdem das Unternehmen seine Q2-Guidance anhob. Deer fiel nach einem UBS-Downgrade von Buy auf Neutral um 1,6 %.

Chartanalysen des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Die Finanzaufsicht BaFin hat keine Bedenken gegen einen Erwerb der futurum bank (vormals Tremmel Wertpapierhandelsbank) durch die Bitcoin Group. "Die aufschiebende Bedingung im Kaufvertrag ist damit erfüllt und der Kaufvertrag rechtsgültig", teilte die Bitcoin Group mit
  • Boeing wurde im zweiten Quartal insgesamt lediglich 90 Maschinen los. Das sind 54 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Auslieferungen der 737-Serie brachen von 137 auf 24 Stück ein. Die Unglücksflieger vom Typ 737 Max kann Boeing nicht mehr ausliefern. In den ersten sechs Monaten 2019 verbuchte Airbus dagegen nach eigenen Angaben bereits ein Auslieferungsplus von 28 Prozent auf 389 Maschinen. Boeings Halbjahresbilanz weist hingegen einen Rückgang um 37 Prozent auf 239 Flugzeuge aus.
  • Thyssenkrupp investiert am Standort Homburg rund 80 Mio. Euro in eine neue Produktionsstätte für geschmiedete Vorderachsen für Nutzfahrzeuge. Durch die Neuinvestition werden in den kommenden Jahren rund 70 neue Arbeitsplätze bei Thyssenkrupp in Homburg entstehen.
  • Die Aktien der Telekom-Tochter T-Mobile US werden in den US-Aktienindex S&P 500 aufgenommen. Das Mobilfunk-Unternehmen ersetze dort den Software-Spezialisten Red Hat, teilte der Index-Betreiber S&P mit. Ab Montag seien die Papiere dann in dem Index gelistet.
  • Für den Jeans-Hersteller Levi Strauss lief es im zweiten Quartal nicht so gut wie erwartet. Wegen hoher Kosten für den Börsengang brach der Gewinn im Jahresvergleich überraschend deutlich um 63 Prozent auf 29 Mio. Dollar ein, und der Umsatzanstieg von 5 Prozent auf 1,3 Mrd. Dollar enttäuschte ebenfalls.
  • Goldman Sachs hat die Papiere des Kabelkonzerns Comcast zum Kauf empfohlen und zudem auf eine Auswahlliste „Conviction Buy“ gesetzt. Analyst Feldman verwies auf die soliden Fundamentaldaten sowie die finanzielle Flexibilität des Unternehmens und die attraktive Bewertung der Aktien.
  • Apple hat Teile seines Notebook-Angebots erneuert und Preise gesenkt. Der iPhone-Hersteller stellte am Dienstag eine neue Version des MacBook Air vor. Es verfügt erstmals über eine automatische Anpassung der Farbtemperatur an das Umgebungslicht. Gleichzeitig stellt Apple den Verkauf des Einsteigermodells MacBook ein.
  • BMW hat im Juni mehr Autos seiner Stammmarke verkauft. Der Absatz stieg weltweit im Vergleich mit dem Vorjahresmonat um 1,4 Prozent auf über 203.000 Einheiten, teilte BMW in München mit. Vor allem in China war der Autobauer erfolgreich und hat dort gut ein Fünftel mehr Fahrzeuge verkauft als im Vorjahr.
  • Online-Händler wie Amazon sind nicht verpflichtet, telefonisch erreichbar zu sein. Das entschied mit Urteil der Europäische Gerichtshof in Luxemburg (Az. C-649/17). Unternehmen müssten zwar Kommunikationsmittel bereitstellen, über die Verbraucher schnell und effizient Kontakt aufnehmen könnten. Ein Internet-Chat oder ein Rückrufsystem sei dafür aber ausreichend, eine Telefon- oder Fax-Nummer nicht nötig, so das Gericht.
  • Die Deutsche Bahn sucht händeringend neue Mitarbeiter. Nun will der Konzern verstärkt mit günstigen Wohnungen mögliche Jobinteressenten ansprechen. Die Bahn starte dazu eine „Wohnraumoffensive", wie ein Sprecher am Mittwoch sagte. Zuvor hatte die "Süddeutschen Zeitung" darüber berichtet. „Bezahlbare Mieten sind für unsere Mitarbeiter ein großes Thema geworden", sagte Personalvorstand Martin Seiler dem Blatt. So will der Konzern mehr Wohnungen für seine Beschäftigten anmieten, außerdem soll auf Bahnflächen gebaut werden.
  • Der kriselnde Autozulieferer Leoni sucht den Befreiungsschlag mit einem Spartenverkauf. Die Nürnberger erwägen, das Geschäft mit Kabeln und Verbindungslösungen (WCS) in Gänze oder in Anteilen zu verkaufen bzw. an die Börse zu bringen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Außerdem wolle sich Leoni künftig auf das zuletzt defizitäre Bordnetzbereich (WSD) fokussieren, hieß es weiter. Das unter anderem dazu im Herbst 2018 aufgelegte Sparprogramm Value21 laufe wie geplant. Leoni-Vorstandschef Aldo Kamper will den Erlös aus dem Verkauf oder einem Börsengang der Kabel-Sparte in mögliche Zukäufe für das verbleibende Bordnetz-Geschäft stecken.
  • Die Allianz bereitet laut einem Bericht den Verkauf von Cyberversicherungen an den Kapitalmarkt vor. Damit wolle der Industrieversicherer Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) ein weiteres Segment öffnen, nachdem die Platzierung von Risiken aus Naturkatastrophen branchenweit gängig sei, berichtet die „Börsen-Zeitung“. Mit der Verbriefung von Cyberversicherungen wäre die Allianz nach aktuellem Stand ein Pionier. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass sie der nächste Markt für Verbriefungen sind", sagte AGCS-Vorstand Hartmut Mai der Börsen-Zeitung.
  • Die Südzucker-Tochter Cropenergies hat im ersten Quartal deutlich mehr Gewinn gemacht. Der Überschuss stieg um rund 8 Mio. Euro auf 10,6 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Cropenergies hat dabei von einer Erholung der Ethanolpreise profitiert. Die Erlöse stiegen um 5,3 Prozent auf 203 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag mit 25,8 Millionen Euro klar über dem Vorjahreswert von 14,3 Mio. Euro.
  • Die Arbeitnehmervertreter von Uniper haben im Übernahmestreit um den Stromproduzenten dem Großaktionär Fortum eine Zusammenarbeit unter Vorbehalt angeboten. Sie fordern eine Investorenvereinbarung, welche die Gewerkschaften mitverhandeln sollen. Das habe der Konzernbetriebsratsvorsitzende Harald Seegatz in einem Brief an den Fortum- Vorstandsvorsitzenden Pekka Lundmark vorgeschlagen, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Konjunktur & Politik

  • Die Rohöllagerbestände in den USA sind in der vergangenen Woche um 9,499 Millionen Barrel auf 459,0 Millionen Barrel gesunken. Erwartet wurde ein schwächerer Rückgang um nur 2,9 Millionen Barrel. Die inoffiziellen Daten des privaten American Petroleum Institute (API) vom Vorabend hatten einen Rückgang um 8,1 Millionen Barrel ausgewiesen.
  • Laut dem Redetext für das US-Abgeordnetenhaus von Fed-Chef Jerome Powell haben sich viele FOMC-Mitglieder für eine baldige Zinssenkung ausgesprochen. Der Notenbankchef betonte, dass Unsicherheiten den Ausblick für den Handel und die Weltwirtschaft trüben. Das Basisszenario spreche aber für solides Wachstum in den USA und einen starken Arbeitsmarkt. Die Risiken für eine schwache Inflation könnten sich aber als hartnäckiger erweisen als angenommen. Die Fed werde alles tun, um das Wachstum der US-Wirtschaft zu erhalten, betonte Powell. Die Aussagen könnten insgesamt darauf hindeuten, dass die Fed keine allzu strikte Geldpolitik anstrebt. An den Finanzmärkten wird fest mit einer Zinssenkung Ende Juli gerechnet. US-Präsident Donald Trump hatte Powell zuletzt immer wieder zu Zinssenkungen ermahnt.
  • Der britische Botschafter in den USA, Kim Darroch, legt sein Amt nieder. Das teilte das Außenministerium in London mit. Vorausgegangen war ein Streit zwischen London und Washington. US-Präsident Trump hatte den Diplomaten wegen dessen kritischer Einschätzung zu seiner Regierung heftig angegriffen.
  • Die USA haben sich optimistisch über die Handelsgespräche mit China geäußert. Ein Telefonat zwischen beiden Seiten sei gut und konstruktiv verlaufen, sagte der Wirtschaftsberater von Präsident Trump, Larry Kudlow, am Dienstagabend. Es werde erwogen, sich nun persönlich zu treffen.
  • Die zunehmenden handelspolitischen Spannungen sowie der unklare EU-Austritt Großbritanniens bedrohen nach Einschätzung der EU-Kommission das Wachstum in der Eurozone. Für das laufende Jahr erwartet die Behörde für den Euroraum dennoch weiterhin ein Wachstum von 1,2 Prozent. Für das kommende Jahr senkte die Kommission den Ausblick gegenüber ihrer Prognose im Mai von 1,5 auf 1,4 Prozent.
  • Die britische Industrie hat im Mai vor allem dank der wieder angestiegenen Produktion von Autos deutlich mehr produziert. Die Erzeugung legte um 1,4 Prozent zum Vormonat zu, teilte das Statistikamt ONS mit. Im April war die Produktion noch um 2,9 Prozent zurückgegangen.
  • Irans Präsident Hassan Ruhani hat Großbritannien wegen dem Stopp eines iranischen Öltankers in Gibraltar mit Konsequenzen gedroht. „Der Stopp des Supertankers durch die Briten war ein Fehler und dumm (...) Wir müssen uns alle dafür einsetzen, dass die internationale Schifffahrt sicher bleibt und sie nicht mit solchen Aktionen unsicher machen. Großbritannien sollte dies beherzigen, um später nicht die Konsequenzen zu tragen", warnte Ruhani.
  • Die beiden Kandidaten für das Amt des britischen Premierministers, Boris Johnson und Jeremy Hunt, haben sich in einer Fernsehdebatte einen Schlagabtausch geliefert. Hunt sagte, beim geplanten Austritt aus der EU biete Johnson nichts als blinden Optimismus. Wer den Brexit zu einem Erfolg machen wolle, müsse die Details kennen. Johnson hielt Hunt hingegen vor, eine erneute Verschiebung des Austritts über den 31. Oktober hinaus nicht auszuschließen. Die Mitglieder der konservativen Partei in Großbritannien entscheiden per Briefwahl, über ihren neuen Vorsitzenden. Das Ergebnis soll am 23. Juli vorliegen.
  • Der neue griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis will umgehend damit beginnen, den Alltag der Bürger zu verbessern. „Ärmel hochkrempeln", forderte Mitsotakis am Mittwoch von seinem Ministerrat. Es soll Reformen in den Bereichen Bildung, Sicherheit, Digitalisierung des Staates und Bekämpfung der Bürokratie geben. Die Minister sollten aber nicht überheblich sein, warnte Mitsotakis.
  • Seit gut vier Jahren gilt in Deutschland ein allgemeiner Mindestlohn – doch nach wie vor erhalten ihn viele anspruchsberechtigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht. Das zeigen neue Berechnungen auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Demzufolge wurden selbst bei einer konservativen Schätzung mindestens 1,3 Millionen Beschäftige, denen der Mindestlohn zugestanden hätte, in ihrer Haupttätigkeit unterhalb des Mindestlohns in Höhe von damals 8,84 Euro pro Stunde bezahlt. Hinzu kamen rund eine halbe Million Beschäftigte, die in einer Nebentätigkeit weniger als den Mindestlohn erhielten.
  • Die französische Industrie hat im Mai kräftig zugelegt. Nach Angaben des Statistikamts Insee legte die Erzeugung um 2,1 Prozent im Monatsvergleich zu. Analysten hatten mit einem Zuwachs von lediglich 0,3 Prozent gerechnet. Die Zahl für den Vormonat April wurde zudem um 0,1 Prozent auf 0,5 Prozent nach oben revidiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Herstellung im Mai um 4,0 Prozent und damit ebenfalls deutlich stärker als erwartet.


  • Die USA und China haben ihre Handelsgespräche wieder aufgenommen. Die Unterhändler beider Seiten telefonierten am Dienstagabend wieder miteinander, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. An dem Gespräch hätten Chinas Vizepremier Liu He und der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer sowie US-Finanzminister Steven Mnuchin teilgenommen.
  • Dem im kommenden Januar aus dem Amt scheidenden britischen Notenbankchef Mark Carney werden gute Chancen eingeräumt, Nachfolger von Christine Lagarde an der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu werden. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" stehen Deutschland und Frankreich hinter der bisher noch nicht offiziellen Bewerbung Carneys.
  • Elektroautos gefährden rund 55.000 Arbeitsplätze bei bayerischen Automobilzulieferern. Das hat eine Studie des ifo Instituts ergeben. Sie wurde im Auftrag des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK) erstellt. Hinzu kommen Tausende von Jobs bei den Herstellern. „Die Hersteller müssen in den kommenden fünf bis zehn Jahren ihre Fertigung zunehmend auf Elektrofahrzeuge umstellen. Denn sie müssen die staatlichen Vorgaben in den globalen Leitmärkten EU und China erfüllen“, sagt Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien. Den Beschäftigten müsse mit Qualifizierung beim Strukturwandel geholfen werden, damit sie die neuen Anforderungen meistern könnten.
  • Im April waren die Umsätze im Bauhauptgewerbe in Deutschland um 12,5 Prozent höher als im entsprechenden Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen mitteilte. Außerdem stieg die Zahl der Beschäftigten um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
  • In China sind die Verbraucherpreise im Juni im Jahresvergleich um 2,7 Prozent gestiegen, wie das Statistikamt am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten mit dieser Inflationsrate gerechnet. Eine unerwartet schwache Entwicklung zeigte sich bei den Erzeugerpreisen. Im Juni stagnierten die Preise auf Erzeugerebene im Jahresvergleich. Analysten hatten hier einen leichten Anstieg um 0,2 Prozent erwartet.

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