• DIW: Wachstum verlangsamt sich
  • Britischer Vize-Premier Green tritt ab
  • Deutsche Bank will Stellen abbauen
  • Unicredit winkt bei Commerzbank ab
  • ifo Exporterwartungen leicht eingetrübt
  • Neuwahl in Katalonien im Blick
  • USA: Trumps Steuerreform ist im Kasten
  • Konjunkturbarometer des DIW Berlin gibt im Dezember nach
  • Nordex errichtet zwei Windparks in Frankreich
  • Siemens-Aufsichtsratschef Cromme: "Werksschließungen sind unausweichlich"
  • Prozess gegen BVB-Attentäter beginnt
  • ProSiebenSat.1 setzt seinen Konzernumbau fort
  • Bank of Japan bestätigt ultralockere Geldpolitik

Markt

  • Der anhaltend hohe Euro drückt auf die Kauflaune der Anleger. Der DAX notierte am Nachmittag um 0,1 Prozent tiefer bei 13.057 Punkten. Die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump ist Marktbeobachtern zufolge weitgehend in den Kursen eingepreist. Frische Impulse könnten US-Konjunkturdaten liefern. Am Nachmittag stehen unter anderem das Konjunkturbarometer der Federal Reserve Bank von Philadelphia (Philly Fed) und der Index der Frühindikatoren auf dem Programm.
  • Der Euro flirtet mit der Marke von 1,19, was größere Kursavancen am Aktienmarkt im Keim erstickt. Das Währungspaar EUR/USD notiert am Donnerstagmorgen knapp unter 1,1870. Das ist etwas fester als am späten Vorabend. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,1845 US-Dollar festgesetzt.
  • Der Dow Jones legt am Donnerstag um 0,23 % zu, während der Nasdaq 100 stagniert. Bei den Sektoren gewinnen vor allem Energie, Finanzen und zyklische Konsumgüter. Die Rendite für 2-jährige Anleihen legt um 2,1 Punkte zu, Papiere mit Laufzeit von 10 Jahren verlieren 1,4 Renditepunkte. Am Abend überzeugt Nike mit besser als erwarteten Zahlen, kann seine nachbörslichen Gewinne allerdings nicht verteidigen und sucht derzeit noch nach Richtung. Die heute veröffentlichten Wirtschaftsdaten waren relativ gut: Das Wachstum im dritten Quartal wurde in der dritten Schätzung zwar etwas nach unten angepasst, allerdings liefert ein Wert von 3,2 % nur wenig Grund zum meckern. Die Initial Claims zogen leicht um 20.000 an, aber der Arbeitsmarkt läuft damit weiterhin voll ausgelastet auf Hochtouren und auch der Philly Fed Index zeugt mit 22,7 Punkten eine solide expandierende November-Wirtschaft.

Chartanalysen des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Nike hat im zweiten Quartal mit einem Gewinn je Aktie von 46 Cent die Analystenschätzungen um 6 Cent übertroffen und den Umsatz um 4,6 % auf 8,6 Milliarden Dollar gesteigert. Nachbörslich legt die Aktie in einer ersten Reaktion deutlich zu, ist derzeit aber wieder auf Richtungssuche.
  • Boeing hat heute bestätigt, dass mit dem brasilianischen Rivalen Embraer Übernahmegespräche geführt wurden. Mit dem Deal würde sich das US-Unternehmen Marktanteile im Geschäft mit kleineren Jets sichern. Die brasilianische Regierung schließt zwar eine komplette Übernahme aus, unterstützt aber grundsätzlich einen alternativen Deal. Embraer selbst ist angeblich ebenfalls nur an einer Partnerschaft, nicht aber einem Komplettverkauf interessiert.
  • ThyssenKrupp hat sich mit der IG Metall bezüglich dem Joint Venture im Stahlbereich mit Tata Steel geeinigt. Der Tarifvertrag soll bis 2026 laufen. Zusätzlich will das Unternehmen jährlich 400 Millionen Euro in deutsche Standorte investieren. Ein künftiger Börsengang des Joint Ventures wird nicht ausgeschlossen.
  • Der britische Fernseh- und Breitbandanbieter Liberty Global prüft laut informierten Kreisen einen Verkauf des österreichischen Kabelnetzbetreiber UPC an die Deutsche Telekom, die diese Meldung nicht kommentieren will.
  • Der US-Telekommunikationskonzern AT&T will nach Verabschiedung der Steuerreform in den USA 1 Mrd. Dollar zusätzlich in den USA investieren und mehr als 200.000 Mitarbeitern einen Bonus von 1.000 Dollar zahlen. AT&T-Chef Randall Stephenson begrüßte die Reform.
  • Der US-Kabelkonzern Comcast kündigte an, mehr als 1.000 Mitarbeitern je 1.000 Dollar Bonus zu zahlen und in den nächsten fünf Jahren in großem Stil in den USA zu investieren. Comcast zählt laut Analysten zu den großen Profiteuren der Steuerreform.
  • Apple hat nach Berichten über langsamer werdende iPhones auf die Regelung des Spitzen-Stromverbrauchs bei abgenutzten Batterien verwiesen. Die Spitzen-Strombelastung werde bei Bedarf „geglättet", erklärte der Konzern.
  • Der mexikanische Milliardär Carlos Slim will seine Beteiligung am "New York Times“-Verlag innerhalb von 3 Jahren von 17 % auf 8 % senken. Über einen Investmentfonds sollen Anteile im Wert von 250 Mio. Dollar an US-Hedgefonds veräußert werden, so Bloomberg.
  • Die US-Regierung beschloss am Mittwoch Strafzölle in Höhe von rund 300 Prozent auf Bombardier-Jets der Baureihe "C-Series". US-Rivale Boeing hatte sich über angeblich staatlich subventionierte Dumpingpreise beschwert.
  • Beim Fahrdienst-Vermittler Uber übernehmen Manager aus der Reisebranche das Ruder. Der neue Chef Dara Khosrowshahi holte sich als für das operative Geschäft zuständige "Nummer zwei" den einstigen Chef des Online-Reisebüros Orbitz, Barney Harford.
  • Die US-Großbanken sind nach Ansicht der Fed und des Einlagensicherungsfonds (FDIC) im Großen und Ganzen ausreichend auf eine Abwicklung im Krisenfall vorbereitet. Bei der Hälfte der acht überprüften Institute gebe es allerdings einige Mängel.
  • Der US-Innenausstatter Bed Bath & Beyond übertraf mit seinen Quartalszahlen zwar die Erwartungen der Analysten, allerdings nur knapp. Der Gewinn halbierte sich aufgrund zahlreicher Rabattaktionen.
  • Daimler erwirbt die Mehrheit am französischen Fahrdienstvermittler Chauffeur Privé. Bis 2019 soll Chauffeur Privé vollständig übernommen werden. Damit baue das Unternehmen seine Position im europäischen Markt aus und sei nun in 15 Märkten präsent, teilte Daimler mit.
  • Der Chemiekonzern BASF hat einen Nachfolger für Vorstandschef Kurt Bock gefunden. Der derzeitige stellvertretende Vorstandsvorsitzende und Technologiechef Martin Brudermüller soll mit Ablauf der Hauptversammlung am 4. Mai 2018 das Amt übernehmen.
  • Der Windanlagenbauer Nordex hat einen Auftrag für zwei Windparks in Frankreich erhalten. Auftraggeber sind die Elektrizitätswerke der Stadt Zürich (ewz). Nordex wird die 15 bestellten Turbinen liefern, den etwa 100 Gigawattstunden großen Windpark errichten und den Service für 20 Jahre erledigen.
  • Die italienische Großbank Unicredit zeigt zumindest auf kurze Sicht kein Interesse an einer Übernahme der Commerzbank. „Unsere Strategie Transform 2019 basiert ausschließlich auf organischem Wachstum", sagte der Chef des größten italienischen Geldhauses, Jean Pierre Mustier, im Interview dem „Handelsblatt“. auf die Frage nach einem möglichen Zusammenschluss mit den Frankfurtern. Für die Zeit nach 2019 gebe es zudem hohe Hürden für eine Großübernahme. „Jede Fusion, jeder Zukauf muss ganz grundsätzlich sehr intensiv durchdacht sein“. Dabei gehe es nicht nur um finanzielle Fragen, sondern auch darum, ob das den Kunden nutze und kulturell zusammenpasse.
  • Die Deutsche Bank plant, im Zuge der Integration der Postbank über ein Freiwilligenprogramm bis zu 1.000 Stellen zu streichen. Eine Sprecherin bestätigte entsprechende Berichte von "Handelsblatt" und "WirtschaftsWoche". Mitarbeiter würden über Vorruhestandsregelungen und Abfindungen zum freiwilligen Abschied motiviert.
  • Ein dreiviertel Jahr nach dem Bombenanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund beginnt heute der Prozess gegen den mutmaßlichen Attentäter Sergej W. Dieser soll laut der Dortmunder Staatsanwaltschaft versucht haben, Fußballspieler des BVB zu töten, um bei Wertpapier-Spekulationen Gewinne zu realisieren. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm 28-fachen Mordversuch und Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion vor.
  • Laut Siemens Aufsichtsratschef Gerhard Cromme sind die geplanten Werksschließungen und der Stellenabbau des Unternehmens „unausweichlich“. Er sei „fest davon überzeugt", dass der Kurs von Vorstandschef Joe Kaeser richtig sei, sagte Cromme der „Süddeutschen Zeitung“. „Die Nachfrage ist dramatisch eingebrochen und wird nicht wieder das alte Niveau erreichen", so Cromme. Wegen einer allgemein guten Lage könne ein solcher Abbau umgesetzt werden, meinte der Aufsichtsratschef. Zugleich kündigte er an, Lösungen für die betroffenen Mitarbeiter finden zu wollen.
  • Der Baumarktkonzern Hornbach hat im dritten Quartal (per Ende November) mehr umgesetzt als im Vorjahr. Die Erlöse kletterten um 4 Prozent auf gut 1 Mrd. Euro. Auf vergleichbarer Fläche lag das Plus bei 2,7 Prozent. Das operative Ergebnis (Ebit) sank hingegen um 2 Prozent auf 29,2 Mio. Euro, der Überschuss blieb mit rund 15,8 Mio. Euro stabil.
  • Der Medienkonzern ProSiebenSat.1  setzt seinen Konzernumbau fort und verschlankt sich weiter. Für das Reiseportal weg.de wurde mit der lastminute.com Group ein Käufer gefunden. Die Niederländer zahlen für die Konzerntochter Comvel, die das auf Pauschalreisen und All-Inklusive-Urlaube ausgerichtete Portal betreibt, 12 Mio. Euro in bar.

Konjunktur & Politik

  • Eurozone: Verbrauchervertrauen Dezember 0,5. Erwartet wurde ein Wert von 0,2 nach 0,1 zuvor.(vorläufig)
  • Der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren in den USA ist im November wie erwartet um 0,4  Prozent gestiegen, nach einem Plus von 1,2 Prozent zuvor.
  • Die Hauspreise in den USA sind im Oktober stärker gestiegen als erwartet. Der FHFA-Hauspreisindex erhöhte sich zum Vormonat um 0,5 Prozent, wie die Federal Housing Finance Agency (FHFA) mitteilte. Volkswirte hatten einen Zuwachs um 0,4 Prozent erwartet.
  • Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ist in der vergangene Woche um 20.000 auf 245.000 gestiegen, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Analysten hatten hingegen mit 233.000 Anträgen gerechnet.
  • Das Geschäftsklima der Philadelphia Fed (Philly-Fed-Index) legte im Dezember zum Vormonat um 3,5 Punkte auf 26,2 Zähler zu. Analysten hatten hingegen mit einem Rückgang auf 21,0 Punkte gerechnet.
  • Die US-Wirtschaft ist im dritten Quartal etwas schwächer gewachsen als zunächst ermittelt. Laut dritter Veröffentlichung lag das BIP-Wachstum bei aufs Jahr hochgerechnet 3,2 Prozent. Zuvor hatte das US-Handelsministerium einen Zuwachs um annualisiert 3,3 Prozent ausgewiesen.
  • Der britische Vize-Premierminister Damian Green ist von seinem Amt zurückgetreten. Der Kabinettschef war wegen Belästigungsvorwürfen und Berichten über Pornografie auf seinen Dienstrechnern unter Beschuss geraten. Der 61-Jährige gab am Mittwochabend sein Amt auf.
  • Der Indikator des Marktforschungsinstituts GfK für das Konsumklima in Großbritannien ist im Dezember um einen Punkt auf minus 13 Punkte gesunken und erreichte den schwächsten Stand seit vier Jahren, wie das Institut mitteilte.
  • Die überschäumende Stimmung bei den deutschen Exporteuren hat sich leicht eingetrübt. Die ifo Exporterwartungen sind im Dezember auf 19,9 Saldenpunkte, von 21,0 Saldenpunkten im November, gesunken. Die deutsche Industrie erwartet damit jedoch für das erste Quartal 2018 deutlich mehr Exporte, nur wird das Wachstum etwas geringer ausfallen. Ein wichtiger Kunde bleibt der Euroraum.
  • Das Konjunkturbarometer des DIW Berlin hat im Dezember um vier Zähler auf 109 Punkte nachgegeben. Der Wert über 100 zeigt aber immer noch ein überdurchschnittliches Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im vierten Quartal von gut einem halben Prozent gegenüber dem dritten Quartal an. „Im Schlussquartal wird das Plus bei der Wirtschaftsleistung zwar etwas schwächer ausfallen als zuvor. Die prall gefüllten Auftragsbücher sprechen aber dafür, dass der kräftige Aufschwung anhält“, sagt DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner.
  • Mit der zweiten und letzten Abstimmung im Kongress ist die Steuerreform in den USA im Kasten. Für US-Präsident Donald Trump ist das Gesetz ein großer politischer Erfolg. Nach der nächtlichen Zustimmung des Senats votierte am Mittwoch auch das Repräsentantenhaus für die Reform. Wegen eines Formfehlers hatte die Abstimmung vom Vortag wiederholt werden müssen. Es ist die erste große Steuerreform seit drei Jahrzehnten. Nun kann Trump das Gesetz noch vor Weihnachten unterzeichnen.
  • Die japanische Notenbank setzt ihre extrem lockere Geldpolitik aufgrund der schwachen Inflation weiter ungebremst fort. Das entschied die Bank of Japan (BoJ) am Donnerstag erwartungsgemäß nach Abschluss zweitägiger Beratungen. Die Notenbank versucht seit Jahren, die Inflation anzutreiben. Doch der Preisanstieg liegt noch immer weit unter dem angestrebten Inflationsziel der BoJ von zwei Prozent.
  • Rund 5,5 Mio. Katalanen wählen heute ein neues Regionalparlament. Die Zentralregierung in Madrid hatte die katalanische Separatisten-Regierung in Barcelona Ende Oktober abgesetzt, nachdem diese ein für illegal erklärtes Referendum abgehalten und einseitig die Unabhängigkeit von Spanien erklärt hatte. Ministerpräsident Mariano Rajoy rief eine rasche Neuwahl aus. Laut aktuellen Umfragen können separatistischen Parteien trotz eines engen Rennens mit den Unabhängigkeitsgegnern wieder an die Macht kommen. Mit der Wahl soll die politische Krise in der autonomen Region beendet werden. Ob das gelingt? Spitzenkandidaten der Separatisten sitzen in Untersuchungshaft, Ex-Regionalpräsident Carles Puigdemont hat sich nach Brüssel abgesetzt.
  • Die EU-Kommission hat ein Strafverfahren nach Artikel 7 der EU-Verträge wegen Gefährdung von Grundwerten der EU gegen Polen eingeleitet. Grund sind die Justizreformen der Regierungspartei PiS. Aus Sicht der Kommission verstoßen diese gegen die Grundsätze von Rechtsstaatlichkeit. Sanktionen können allerdings nur verhängt werden, wenn alle anderen EU-Länder zustimmen.
Termine des Tages:
14:30 Uhr - US: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
14:30 Uhr - US: BIP Q3 (endgültig)
14:30 Uhr - US: Philadelphia-Fed-Index Dezember
15:00 Uhr - US: FHFA-Hauspreisindex Oktober
16:00 Uhr - EU: Verbrauchervertrauen Dezember
16:00 Uhr - US: Index der Frühindikatoren November

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