DAX


    Der Ausverkauf an Chinas Börsen sowie die nahende Zinswende in den USA lasten weiter auf dem deutschen Aktienindex. Dieser hat am Montag wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Zuletzt zeigte sich der DAX um 0,64 Prozent schwächer bei 10.232 Punkten. Im Mittelpunkt der Anlegersorgen stehen weiterhin die Börsenturbulenzen und die konjunkturelle Wachstumsschwäche in China. Belastend wirke die Entscheidung der chinesischen Regierung, bis auf weiteres keine Stützungskäufe zur Stabilisierung der Börsen mehr zu tätigen, hieß es im Handel. Nun bahnt sich mit einem Minus von gut 9 Prozent der stärkste Monatsrückgang seit vier Jahren an. Mittelfristig zeigen sich aber viele Analysten für den deutschen Aktienmarkt zuversichtlich. Laut der Commerzbank wird der DAX wegen der vergangene Woche angekündigten abermaligen Zinssenkung in China - bei hoher Volatilität - in den kommenden Wochen voraussichtlich einen Boden finden. Die Postbank empfiehlt, kurzfristig eine Beruhigung der Lage in China abzuwarten. „Dann sollten die Kurse wieder in eine moderate Aufwärtsbewegung einschwenken“.

    Charttechnik

    Der DAX kämpft zu Wochenbeginn mit der Unterstützung bei ca. 10.185 Punkten. Eine bullishe weiße Stundenkerze jetzt könnte den Bullen auf die Beine helfen und weitere Gewinne inklusive neuer Erholungshochs oberhalb von 10.385 Punkten zulassen. Sollte der DAX jedoch nochmals unter 10.130 Punkte fallen, sind weitere Verluste einzuplanen.

    Thema des Tages

    Vertreter der Notenbanken der ganzen Welt trafen sich am Wochenende in Jackson Hole in Wyoming zum jährlichen Symposium zur Wirtschaftspolitik. Angesichts der zuletzt volatilen Märkte und der Verschiebung der Markterwartungen zu einer späteren Zinserhöhung durch die Fed richtete sich die Aufmerksamkeit auf die Rede von Stanley Fischer zur Inflationsentwicklung in den USA, der als Vizepräsident der Fed einen signifikanten Einfluss auf den Zinsentscheid haben dürfte. In seiner Rede gab Fischer keine Kommentare zum genauen Zeitpunkt ab, legte aber verschiedene Argumente dar, die darauf hindeuten, dass mit einer ersten Zinserhöhung bereits bei der Sitzung im September zu rechnen sein sollte.

    Zum Thema Inflation betonte Fischer, es gebe gute Gründe für eine wieder - über zwei Prozent - steigende Inflation. So begännen sich zum Beispiel einige Effekte für einen starken Dollar und den Absturz des Ölpreises allmählich aufzulösen. Beides seien Schlüsselfaktoren für eine niedrige Inflation. Er erklärte auch, dass die US-Notenbank mit Zinserhöhungen nicht so lange warten sollte, bis die Inflation wieder den Zielwert erreicht hat, und dass der Zinspfad, der sich nach und nach entwickeln werde, wichtiger sei als der Zeitpunkt der ersten Zinserhöhung.

    Politik und Märkte warten mit großer Spannung, ob die Fed bei ihrer nächsten Sitzung am 16. und 17. September eine Zinswende einleiten wird. In diesem Zusammenhang kommt dem am kommenden Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht für den August überragende Bedeutung zu. Bleiben die Beschäftigungszahlen deutlich hinter den Erwartungen zurück, dürfte dies einen Aufschub der ersten Zinserhöhung bis Oktober oder Dezember nach sich ziehen.

    Aktien im Blick

    Die WAZ berichtete, dass Kommunale Aktionäre des Energieversorgers RWE einen weiteren drastischen Rückgang der Dividende erwarten. Diese Nachricht drückt die Titel an das DAX-Ende (-2,60 %).

    Gerresheimer-Aktien profitieren von einer positiven Analystenstudie der Credit Suisse und legen akt. um 2,93 % zu.

    Konjunktur

    Trotz des zuletzt starken Rohölpreisrückgangs lag die Inflationsrate in der Eurozone im August bei 0,2 Prozent wie im Vormonat. Die saisonalen Faktoren haben zwar für einen Anstieg der Rate gesprochen. Der gegenüber Juli kräftig gesunkene Rohölpreis hat dies aber verhindert.

    Währungen

    Der US-Dollar gibt zu Wochenbeginn angesichts neuer Verluste an den Aktienmärkten gegenüber dem Euro und dem Yen nach. In Schach gehalten werden die Verluste jedoch weiterhin von der Hoffnung, dass die US-Notenbank im September die Leitzinsen anhebt. EUR/USD notierte im Hoch bei 1,1262. USD/JPY notierte trotz enttäuschender Daten zur japanischen Industrieproduktion bislang bei 120,86 im Tief.

    NZD/USD fällt zu Wochenbeginn wieder in Richtung des am 24. August 2015 bei 0,6194 erreichten Sechsjahrestiefs zurück und notierte bislang bei 0,6405 im Tief. Das neuseeländische ANZ-Geschäftsklima hat sich im August deutlich auf minus 29,1 Punkte eingetrübt.