• Ceconomy: Media-Markt-Mitbegründer Kellerhals gestorben
  • IAB erwartet für 2018 anhaltenden Jobboom
  • FAZ-Umfrage: Banken rechnen 2018 mit moderat steigenden Zinsen
  • Moody's senkt Daumen über Steinhoff
  • DIHK: Fachkräftemangel größte Herausforderung für die Wirtschaft
  • Bundeskartellamt kritisiert Lufthansa
  • Rohstoffrally 2017: Kupfer hängt alle ab
  • Aurubis plant Zukäufe und neue Partnerschaften
  • Volkswagen setzt auf die SUVs

DAX

  • Die meisten Marktteilnehmer haben ihre Bücher für dieses Jahr bereits geschlossen. Bei dünnen Umsätzen ist der DAX heute etwas stärker unter Druck geraten und schloss unter der 13.000er Marke bei 12.979 Zählern (-0,69 %). Ein Bremsfaktor war der starke Euro. Er notierte nahe der Marke von 1,1950 US-Dollar. Ein starker Euro schmälert grundsätzliche die Gewinnaussichten exportorientierter Unternehmen, da er Produkte außerhalb des Euroraums verteuert. Trotz des heutigen Rücksetzers bleibt es für den Leitindex ein erfolgreiches Jahr. Kaum ein Börsenexperte hat vor Jahresfrist damit gerechnet, dass der DAX ein Plus von 14 Prozent schafft.

Rohstoffe

  • Der Kupferpreis stieg am Mittwoch auf ein frisches Mehrjahreshoch. Der Preis für das rote Metall kletterte bis auf 7.210 US-Dollar je Tonne - das ist der höchste Stand seit Juli 2014. Seit dem 6. Dezember befindet sich das Metall nunmehr in seinem längsten, unterbrechungslosen Aufwärtstrend seit 2004. Der Preisanstieg wird vor allem mit Produktionskürzungen in China begründet. Peking hatte angeordnet, die Erzeugung aufgrund von Umweltverschmutzungen für mindestens eine Woche zu stoppen.

Unternehmensnachrichten

  • US-Starinvestor Warren Buffett hat seine Anteile an Lanxess ausgebaut. Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway hält nun über die Rückversicherungstochter General Reinsurance gut 5 Prozent am Spezialchemiekonzern. Zuvor hatte Buffett etwas mehr als 3 Prozent gehalten.
  • Media-Markt-Mitbegründer Erich Kellerhals ist im Alter von 78 Jahren gestorben. „Wir können bestätigen, dass Herr Kellerhals am 25. Dezember im Kreise seiner Familie verstorben ist", sagte ein Sprecher seiner Vermögensverwaltung Convergenta am Donnerstag. Als Minderheitsgesellschafter an der Media-Saturn-Gruppe befand er sich in einer Dauerfehde mit Ceconomy und dem Metro-Konzern, zu dem Ceconomy einst gehörte. Im Kern ging es darum, wer bei der Elektronikmarktkette die Richtung bestimmt. Laut Baader-Analyst Volker Bosse hat Kellerhals zu Lebzeiten bestimmt, dass Convergenta im Falle seines Todes weiterhin für seine Rechte kämpfen werde.
  • Die Ratingagentur Moody's zweifelt an der Finanzkraft des Möbelkonzerns Steinhoff. Die Bonitätswächter senkten das Rating des deutsch-südafrikanischen Konzerns gleich um drei Stufen auf "Caa1" und prüfen eine weitere Herabstufung. Für den von einem Bilanzskandal erschütterten Möbelriesen wird damit die Refinanzierung noch schwieriger. In der Bilanz für 2016 summieren sich Verbindlichkeiten über 16 Mrd. Euro.
  • Die Lufthansa hat sich kürzlich gegen Vorwürfe gewehrt, die Insolvenz von Air Berlin zu höheren Preisen genutzt zu haben. Die Argumentation der Fluglinie, sie habe die Preise nicht erhöht, sondern das computerbasierte System habe diese automatisch angeglichen, will aber der Präsident des Bundeskartellamts nicht akzeptieren. Unternehmen könnten sich nicht hinter Algorithmen verstecken, sagte Andreas Mundt der „Süddeutschen Zeitung“. Diese würden schließlich nicht „im Himmel vom lieben Gott geschrieben“. Das Bundeskartellamt prüft derzeit die Preisgestaltung der Lufthansa nach dem Aus von Air Berlin.
  • Aurubis-Vorstandschef Jürgen Schachler will seinen Konzern stärken - mit Zukäufen und neuen Partnerschaften. „Vor allem in den Vereinigten Staaten und Südamerika sehe ich Potenzial für Zukäufe", sagte Schachler der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Wir sondieren auch auf anderen Feldern die Möglichkeit, mit Partnern zusammenzuarbeiten und Joint Ventures zu gründen", sagte Schachler weiter. Für Zukäufe hätte Aurubis früheren Angaben zufolge bis zu 1,8 Mrd. Euro im Portemonnaie. Schachler fühlt sich mit dieser Strategie auf dem richtigen Weg. „Wir wollen nicht warten, bis der Arzt uns zu Veränderungen zwingt, sondern frühzeitig die Weichen stellen“, sagte er der FAZ.
  • Die Erholung der Marke VW zwei Jahre nach der Abgasaffäre verdankt der Autohersteller zu einem guten Teil der Beliebtheit seiner SUVs. Mit den neuen Tiguan, Touareg, Atlas oder dem T-Roc profitiert der Hersteller stark vom allgemeinen Trend hin zu bulligen Autos. Bis 2020 will die Marke VW das Angebot an SUVs daher auf 20 Modelle ausweiten. Wie VW am Mittwoch mitteilte, legte der Absatz des Tiguan in 2017 um rund 40 Prozent auf 730.000 zu. Deutschland war dabei nach China der größte Einzelmarkt.

Konjunktur & Politik

  • Der Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago ist im Dezember um 3,7 Punkte auf 67,6 Punkte gestiegen, wie die lokale Einkaufsmanagervereinigung mitteilte. Experten hatten dagegen einen Rückgang auf 62,0 Punkte erwartet.
  • Die US-Handelsbilanz für Waren hat im November ein Defizit von 69,7 Mrd. US-Dollar verzeichnet - knapp 1,5 Mrd. Dollar mehr als im Vormonat. Experten hatten einen Rückgang des Fehlbetrags auf 67,6 Mrd. Dollar erwartet.
  • Die chinesische Regierung kündigte an, dass ausländische Unternehmen ihre Gewinne vorerst nicht mehr versteuern müssten, wenn sie diese unter bestimmten Bedingungen wieder im Land investierten. Der Schritt solle ausländische Investitionen in China wieder ankurbeln, wie das Finanzministerium mitteilte.
  • In den USA lag die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche wie zuvor bei 245.000, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Analysten hatten hingegen mit einem Rückgang auf 241.000 Anträge gerechnet.
  • Arbeitsagenturen erwarten für 2018 einen anhaltenden Jobboom. „Die Beschäftigungsentwicklung im Jahr 2018 wird rekordverdächtig. Im Moment geht es fast überall aufwärts, in der Binnenkonjunktur und der Weltwirtschaft, bei den Dienstleistungen und in der Industrie", so der Experte des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Enzo Weber.
  • Viele mittelständische Betriebe finden nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) keine geeignete Nachfolger. „Noch nie haben sich so viele Alt-Inhaber bei der Suche nach einem Nachfolger für ihren Betrieb an ihre regionale Industrie-und Handelskammer gewandt", sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Ein Grund sei, dass hierzulande das Interesse am Unternehmertum weiter nachlässt, so Schweitzer. Erschwerend komme hinzu, dass die Zahl der Kaufinteressenten auch sinke. Manche der Alt-Inhaber könnten emotional nicht loslassen. Viele Senior-Unternehmer forderten auch einen überhöhten Kaufpreis.
  • Laut einer Umfrage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung unter 27 Kreditinstituten, Fondsgesellschaft und Versicherern erwarten die befragten Ökonomen moderat steigende Zinsen im kommenden Jahr. Im Detail rechnen die befragen Institute bis zum Jahresende 2018 mit einem Anstieg der Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf durchschnittlich 0,85 Prozent. Gestern rentierten diese bei rund 0,4 Prozent.
  • In Japan legte die Industrieproduktion im November im Monatsvergleich um 0,6 Prozent zu, teilte das Wirtschaftsministerium in Tokio mit. Im Oktober hatte der Zuwachs 0,5 Prozent betragen. Volkswirte hatte auch für November mit einem Anstieg im Monatsvergleich um 0,5 Prozent gerechnet.
  • Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sieht aufgrund des Fachkräftemangels große Herausforderungen auf die deutsche Wirtschaft zukommen. DIHK-Präsident Eric Schweitzer forderte ein Gegensteuern, zum Beispiel mit einer Stärkung der beruflichen Bildung. „Das duale Ausbildungssystem, um das uns alle Welt beneidet, muss wieder gestärkt werden und mehr wertgeschätzt werden", sagte Schweitzer der dpa. „Die Berufsschulen sind zum Teil in einem maroden Zustand, sie werden seit Jahren stiefmütterlich behandelt. An Gymnasien muss es flächendeckend Berufsorientierung auch zur beruflichen Bildung geben."
  • In China gibt es einer Umfrage zufolge Anzeichen für eine konjunkturelle Abkühlung im nächsten Jahr. Zwar fuhren die Industrieunternehmen im Schlussquartal ihre Produktion laut der Untersuchung des Analysehauses China Beige Book International (CBB) weiter hoch. Aber das Wachstum bei Löhnen und Neueinstellungen schwächte sich ab.
  • Die Arbeitslosenzahl in Frankreich ist im November deutlich zurückgegangen. Sie sei zum Vormonat um 29.500 auf knapp 3,454 Mio. gesunken, teilte das französische Arbeitsministerium am Mittwoch mit. Im Vormonat war die Arbeitslosenzahl noch um 8.000 gestiegen.
Termine des Tages:
10:00 Uhr - EU: EZB-Wirtschaftsbericht
14:30 Uhr - US: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
14:30 Uhr - US: Handelsbilanz für Waren November
14:30 Uhr - US: Lagerbestände Großhandel November
15:45 Uhr - US: Einkaufsmanagerindex Chicago Dezember

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