• Soros wettet auf US-Börsenabsturz
  • Walmart erhöht Jahresausblick
  • EY: Geschäftserwartungen von 42 Firmen verschlechtern sich
  • Chinas Gesprächsangebot an die USA sorgt für Entspannung
  • Thyssenkrupp: Cevian strebt offenbar einen zweiten Sitz im Aufsichtsrat an
  • US-Börsenaufsicht SEC lädt offenbar Tesla-CEO Musk vor
  • Commerzbank: DAX-Abstieg wäre nicht dramatisch
  • Bayer drohen weitere Klagen in den USA
  • Henkel machen negative Währungseffekte zu schaffen
  • Wirecard erhöht Prognosen

DAX & US-Märkte

  • Die internationalen Handelskonflikte hinterlassen einer Studie zufolge Spuren bei deutschen Unternehmen. Trotz der guten Konjunktur mussten im ersten Halbjahr 42 börsennotierte Firmen ihre Geschäftserwartungen nach unten korrigieren, wie aus einer Untersuchung des Beratungs- und Prüfungsunternehmens EY hervorgeht. Das sei der höchste Stand in einem ersten Halbjahr seit 2011, als die Analyse erstmals durchgeführt wurde. Am stärksten fiel der Korrekturbedarf (gemessen an der Zahl der Unternehmen im jeweiligen Börsenindex) bei den 30 DAX-Unternehmen aus: Fünf der Börsenschwergewichte senkten laut EY in der ersten Jahreshälfte ihren Ausblick, im Vorjahreszeitraum war es nur eines gewesen. Die Untersuchung lässt aufhorchen und das Ergebnis dürfte im Endeffekt ein wichtiger Grund dafür sein, dass es auch an der Börse nicht mehr rund läuft. Immerhin konnte sich der DAX heute etwas aufrappeln und vor allem gegen Handelsende angesichts der stärkeren US-Märkte ein wenig Boden gutmachen. Doch auch hausgemachte Probleme sind für manche schwache Börsenentwicklungen verantwortlich: Bestes Beispiel ist Bayer. Heute müssen die Leverkusener erneut schwere Kursverluste verdauen. Grund: Der jüngst übernommenen US-Tochter Monsanto droht neuer Ärger in den USA und Brasilien.
  • US-Aktien beendeten den Donnerstag mit einem soliden Plus, nachdem es zwischen den USA und China wieder Annäherungsversuche gibt. Während der S&P 500 0,8 Prozent gewinnt, springt der Dow Jones angetrieben von Walmart (+9,3 %) sogar um 1,6 Prozent an. Der Nasdaq 100 hingegen wurde sowohl vom Chip-Sektor (-0,1 %) als auch Schwergewichten wie Facebook (-2,7 %) belastet. J.C. Penney brach nach Zahlen um 27 Prozent auf ein neues Rekord-Tief ein, nachbörslich kam Nvidia unter die Räder und rutschte um über fünf Prozent ab.

Chartanalysen des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Der US-Handelsriese Walmart hat seine Jahresziele angehoben und erwartet nun einen Gewinn je Aktie von 4,90 bis 5,05 Dollar. Der Analystenkonsens liegt bei 4,66 Dollar. Bisher peilte Walmart ein EPS zwischen 4,75 und 5,00 Dollar an. Der Umsatz im vergangenen Quartal wuchs um 4 Prozent auf 128 Mrd. Dollar. Unter dem Strich stand wegen einer 4,8 Milliarden Dollar schweren Abschreibung ein Verlust von 861 Mio. Dollar.
  • Der Fahrdienstvermittler Uber hat in den vergangenen Monaten jeden Tag bis zu 2 Mio. Dollar für die Entwicklung selbstfahrender Autos ausgegeben. Im 2. Quartal stieg der Nettoumsatz um 51 Prozent auf 2,7 Mrd. Dollar. Der bereinigte Nettoverlust stieg von 577 Mio. auf 659 Mio. Dollar.
  • Der US-Netzwerkausrüster Cisco hat in seinem vierten Geschäftsquartal etwas mehr verdient und umgesetzt als erwartet.
  • Commerzbank-Chef Martin Zielke sieht dem drohenden Abstieg seines Instituts aus der ersten Börsenliga gelassen entgegen. „Ganz ehrlich: Ärgert mich das persönlich? Finde ich das schön? Nein“, sagte Zielke am Mittwoch vor Journalisten in Frankfurt. „Für unsere Kunden, für unser Geschäft ändert sich damit überhaupt nichts. Für die Bedeutung der Bank für die deutsche Volkswirtschaft ändert sich überhaupt nichts. Wir sind die führende Mittelstandsbank in Deutschland, und daran wird sich auch nach vorne überhaupt nichts ändern." Aller Voraussicht nach wird der Zahlungsabwickler Wirecard im September die Großbank aus dem DAX verdrängen.
  • Der kursbewegende Tweet von Tesla-Chef Elon Musk, in dem er über einen Rückzug des Unternehmens von der Börse fabulierte, ruft offenbar die Behörden auf den Plan. Einem Bericht des „Wall Street Journal“ zufolge hat die US-Börsenaufsicht SEC Musk und neun weitere Vorstandsmitglieder nach einer ersten Prüfung vorgeladen. Die Behörde wolle von Musk und den anderen Managern Informationen über einen potenziellen Börsen-Rückzug, berichtete die Zeitung unter Berufung auf eine mit der Sache vertraute Person. Die Börsenaufsicht wollte dies auf Nachfrage des WSJ nicht kommentieren. Auch von Tesla war keine Stellungnahme zu erhalten. Die Vorladung könnte ein Indiz dafür sein, dass die SEC nun formale Untersuchungen zum Wahrheitsgehalt von Musks Mitteilung einleitet.
  • Wegen der Unkrautvernichter Dicamba und Glyphosat der US-Tochter Monsanto droht dem Chemiekonzern Bayer neuer Ärger in den USA und Brasilien. Nach Informationen der „WirtschaftsWoche“ haben Farmer am Bezirksgericht St. Louis Sammelklagen zu Dicamba eingereicht. Der Unkrautvernichter wird bei genveränderten Pflanzen eingesetzt, soll aber Schäden auf konventionellen Nachbarfeldern anrichten. Die Klagen richten sich danach auch gegen BASF. In Brasilien muss Bayer resp. Monsanto um den Einsatz von Glyphosat bangen. Ein Bundesgericht hat den Gebrauch ausgesetzt. Laut WiWo soll ab dem 3. September ein generelles Verbot gelten.
  • Der Zahlungsdienstleister Wirecard erhöht dank sprudelnder Geschäfte seine Jahresziele und erwartet 2018 beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) nun einen Betrag zwischen 530 und 560 Mio. Euro. Das obere Ende der Spanne liegt etwas über dem Analystenkonsens. Auch mittelfristig gibt sich das Unternehmen beim Umsatz optimistischer als bisher.
  • Operativ weiter auf Kurs, aber Wechselkurseffekte und hohe Rohstoffkosten wirkten sich negativ auf die Bilanz von Henkel im zweiten Quartal aus. Der Konsumgüterkonzern mit den Marken Persil und Schwarzkopf hat zwischen April und Juni den Umsatz um 0,9 Prozent auf 5,14 Mrd. Euro gesteigert. Organisch also ohne Währungen und den Effekt aus Zu- und Verkäufen belief sich das Plus auf 3,5 Prozent. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) legte um 1,8 Prozent auf 926 Mio. Euro zu und die entsprechende Marge auf 18 Prozent. Der Umsatz soll 2018 weiterhin aus eigener Kraft um 2 bis 4 Prozent zulegen. Dafür wird aber das bereinigte Ergebnis je Aktie voraussichtlich nur noch um 3 bis 6 Prozent und nicht mehr wie bisher erwartet um 5 bis 8 Prozent zulegen, hieß es im Ausblick.
  • Der Finanzinvestor Cevian strebt laut Informationen der „Börsen-Zeitung“ aus dem engen Umfeld des Aufsichtsrats einen zweiten Sitz im Kontrollgremium des Industriekonzerns Thyssenkrupp an. Voraussichtlich zur kommenden Hauptversammlung im Januar werde Cevian einen zweiten Vertreter einbringen.
  • Der Sixt-Konzern hat das beste erste Halbjahr in der Unternehmensgeschichte verzeichnet. Der Mobilitätsdienstleister profitierte vor allem im saisonal stärkeren zweiten Quartal im In- und Ausland. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) konnte auf 326,9 Mio. Euro mehr als verdreifacht werden. Bereinigt um den Sonderertrag Verkauf der Beteiligung an DriveNow errechnet sich eine Steigerung um 27,5 Prozent. Die bereinigte operative Umsatzrendite stieg von 9,6 im Vorjahreszeitraum auf 11,0 Prozent.

Konjunktur & Politik

  • Das Geschäftsklima in der Region Philadelphia hat sich im August wider Erwarten verschlechtert. Der Indikator der regionalen Notenbank (Philly-Fed-Index) ist um 13,8 auf 11,9 Punkte gesunken - das ist der tiefste Stand seit November 2016.
  • Die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ist in der Vorwoche um 2.000 auf 212.000 gesunken, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Analysten hatten mit einem Anstieg auf 215.000 gerechnet. Mitte Juli war mit 208.000 noch der niedrigste Wert seit 1969 gemeldet worden.
  • Wie aus Zahlen des US-Handelsministeriums hervorgeht, erhöhten sich die Baubeginne im Juli zum Vormonat um 0,9 Prozent auf annualisiert 1,311 Mio. Analysten hatten ein Plus von 7,4 Prozent erwartet. Die zeitlich vorgelagerten Baugenehmigungen stiegen um 1,5 Prozent. Das war leicht mehr als erwartet.
  • US-Vizepräsident Mike Pence will am harten Kurs gegen die Türkei festhalten. Er und Präsident Trump würden nicht lockerlassen, bis der in der Türkei in Hausarrest sitzende US-Pastor Brunson wieder in den USA sei, schrieb Pence auf Twitter.
  • Der Hedgefonds-Manager George Soros wettet mit knapp einer halben Mrd. Dollar auf fallende Kurse der Wall Street. Mit 2,3 Mio. Put-Scheinen setzt er auf den Absturz des marktbreiten S&P 500. Dies entspricht einer Summe von rund 626 Mio. US-Dollar. Da Soros gleichzeitig noch andere Positionen eingegangen ist, spekuliert er unter dem Strich mit 457 Mio. gegen den US-Leitindex.
  • Der Handelsüberschuss der Eurozone mit der restlichen Welt ist im Juni auf saisonbereinigter Basis gegenüber dem Vormonat um 0,2 auf 16,7 Mrd. Euro gesunken, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten mit einem unveränderten Wert gerechnet. Der Rückgang ist bereits der dritte in Folge. Die Handelszahlen stehen seit der Amtseinführung von US-Präsident Donald Trump besonders im Fokus.
  • Die norwegische Zentralbank Norges Bank hat ihren Leitzins zunächst auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent belassen. Analysten hatten mit dieser Entscheidung gerechnet. Zugleich aber signalisierte die Notenbank, dass der Leitzins wahrscheinlich bereits im September steigen wird. Der Wirtschaftsausblick und die Risiken hätten sich seit der vorherigen Sitzung nicht wesentlich verändert, so Notenbankchef Oystein Olsen laut einer Mitteilung.
  • Laut einer Studie der Beratungs- und Prüfungsgesellschaft EY haben die anhaltenden Handelskonflikte bereits jetzt bei deutschen Unternehmen Spuren hinterlassen. Im ersten Halbjahr 2018 korrigierten demnach trotz der robusten Konjunktur 42 börsennotierte Unternehmen ihre Geschäftserwartungen nach unten. Das sei der höchste Stand in einem ersten Halbjahr seit 2011, als die Analyse erstmals durchgeführt wurde, so EY.
  • Der britische Einzelhandel hat im Juli nach Zahlen des Statistikamts ONS seinen Umsätze um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat gesteigert. Analysten hatten nur einen Zuwachs um 0,2 Prozent erwartet. Im Juni waren die Umsätze noch um 0,5 Prozent gesunken. Im Jahresvergleich erhöhten sich die Umsätze im Juli um 3,5 Prozent.
  • Die chinesische Führung will Ende August eine Delegation in die USA entsenden, um über den Handelskonflikt zu sprechen. An den Märkten wurde dies als Zeichen einer Deeskalation aufgenommen. Vize-Handelsminister Wang Shouwen werde auf Einladung der US-Seite Gespräche mit seinem US-Kollegen David Malpass führen, teilte das chinesische Handelsministerium am Donnerstag mit. China begrüße den Dialog, hieß es in der Erklärung weiter. In den Wochen zuvor hat sich der Handelsstreit zwischen den USA und China hochgeschaukelt, die Parteien hatten nicht mehr miteinander gesprochen und sich stattdessen gegenseitig Strafzölle auferlegt.
  • Japan hat im Juli 3,9 Prozent mehr Güter ausgeführt als im gleichen Vorjahresmonat, wie die Regierung in Tokio bekannt gab. Das Plus fiel deutlich geringer aus als Volkswirte erwartet hatten. Im Juni waren die Exporte noch um 6,7 Prozent gestiegen. Während das Volumen der verkauften Produkte nach China unverändert zweistellig wächst, sanken die Exporte in die USA.
  • Berliner Ermittler haben nach Angaben der Staatsanwaltschaft das deutschlandweit größte bekannt gewordene Umsatzsteuerkartell zerschlagen. Es sollen mehr als 50 Beschuldigte sowie mehr als 50 Firmen am Steuerbetrug beteiligt gewesen sein und insgesamt sollen mehr als €100 Mio Umsatzsteuer hinterzogen worden sein.
  • Von Januar bis Juni dieses Jahres wurde in Deutschland der Bau von insgesamt 168.500 Wohnungen genehmigt, wie das Statistische Bundesamt mitteilte (darunter fallen alle Genehmigungen für neu errichtete sowie Bautätigkeiten für bestehende Wohn- und Nichtwohngebäude). Das waren das 0,6 Prozent bzw. 960 Baugenehmigungen weniger als im Vorjahreszeitraum. Ohne Berücksichtigung der Wohnungen in Wohnheimen stieg die Zahl der Baugenehmigungen um 1,8 Prozent auf 161.800.
  • Das Gastgewerbe in Deutschland setzte im ersten Halbjahr preisbereinigt (real) 0,3 Prozent mehr um als im entsprechenden Vorjahreshalbjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Auf nicht preisbereinigter Basis (nominal) ergab sich ein Plus von 2,5 Prozent.
  • Die Verkaufspreise im deutschen Großhandel lagen im Juli um 3,5 Prozent höher als im gleichen Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Juni hatte die Veränderung gegenüber dem Vorjahr bei plus 3,4 Prozent und im Mai bei plus 2,9 Prozent gelegen. Im Vergleich zum Vormonat blieb der Preisindex für die auf Großhandelsebene verkauften Waren im Juli unverändert.
  • US-Präsident Donald Trump hat einem Medienbericht zufolge die Beschränkungen vor dem Einsatz von Cyber-Waffen seines Vorgängers Barack Obama aufgehoben. Die von Obama erlassene "Presidential Policy Directive 20" legte detailliert fest, wie und unter welchen Konditionen Cyber-Angriffe durchgeführt werden dürfen und welche US-Behörden in diesen Prozess eingebunden werden müssen.
Termine des Tages: 11:00 Uhr - EU: Handelsbilanzsaldo Juni
14:30 Uhr - US: Philadelphia-Fed-Index August
14:30 Uhr - US: Baugenehmigungen/ Baubeginne Juli

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