DAX

    Der deutsche Leitindex hat einen bewegten Vormittagshandel durchlebt. Vom Hoch bei 10.863 Punkten ging es schnell steil um gut 150 Punkte bergab auf 10.728 Zähler, bevor sich der Aktienindex auf den Stand von 10.787 Punkten berappelte, zuletzt aber wieder gen Süden driftete. Aktuell steht der Index mit einem halben Prozent im Minus. Die gestiegene Wahrscheinlichkeit für eine Zinswende in den USA, schwache Daten aus China und Befürchtungen, dass die EZB die erhoffte QE-Ausweitung im Dezember doch nicht durchzieht, dass alles belaste den Handel am Aktienmarkt, schreibt Marktanalyst Andreas Paciorek von CMC Markets. Bei diesen allgemeinen Stimmungslage kann auch die Tatsache, dass der Euro zum US-Dollar auf den niedrigsten Stand seit dem Frühjahr gefallen ist, nicht mehr viel ausrichten. Zuletzt trieb ein durchhängender Euro wenigstens die exportlastigen Werte im DAX immer spürbar an.

    Charttechnik

    Die 10.740-iger Unterstützung konnte den Fall des DAX zunächst bremsen und eine Erholung einleiten. Im Rahmen dieser trifft der Index jedoch bereits bei 10.810 und 10.850 Punkten auf die nächsten Widerstände. Von hier aus wäre ein Anlauf nach unten zumindest einzuplanen.

    Thema des Tages

    Der britische Premierminister David Cameron erwartet von der Europäischen Union grundlegende Reformen. Mit Blick auf das Referendum zum Verbleib seines Landes in der Union sagte Cameron in einer Rede am Dienstag in London: Die nationalen Parlamente müssten mehr Rechte erhalten. Vor allem dürften Nicht-Euro-Länder wie Großbritannien nicht gegenüber der Euro-Gruppe benachteiligt werden. Außerdem wolle sich London vom EU-Ziel einer immer engeren Gemeinschaft verabschieden.

    Cameron betonte, Großbritannien gehe es vor allem darum, die Migration zu kontrollieren. Es sei etwa geplant, EU-Flüchtlinge die ersten vier Jahre von sozialen Leistungen gänzlich auszuschließen. Cameron hat für Ende 2017 ein Referendum über die weitere EU-Mitgliedschaft Großbritanniens zugesagt.

    Aktien im Blick

    Wegen Wertberichtigungen in Höhe von mehr als 8 Mrd. Euro dürfte E.on am Mittwoch einen Verlust von gut 5 Mrd. Euro für die ersten neun Monate ausweisen, berichtet das „Handelsblatt“. Angesichts dieser Aussichten verbilligt sich die Aktie von E.on noch recht moderat um 2,00 %.

    Bei der Lufthansa geht der Streik weiter. Auch ein nachgebessertes Angebot der Fluggesellschaft brachte im Tarifkonflikt mit den Flugbegleitern keine Lösung. Die Aktie gibt um 2,00 % ab.

    Dialog Semiconductor bekommt durch einen einflussreichen Hedgefonds Gegenwind bei der geplanten Übernahme des US-Konkurrenten Atmel. Die Aktie legt um 2,68 % zu.

    Konjunktur

    Die Industrieproduktion in Frankreich lieferte heute ein positives Konjunktursignal für die Eurozone. Die Erzeugung sei im September um 0,1 Prozent zum Vormonat gestiegen, teilte die Statistikbehörde Insee mit. Bankvolkswirte hatten dagegen einen Rückgang von 0,4 % erwartet.

    Der Europäische Rechnungshof geht in seinem Kontrollbericht davon aus, dass im vergangenen Haushaltsjahr rund 6,3 Milliarden Euro ohne ausreichende Rechtsgrundlage verwendet wurden. Dies entspricht einer Fehlerquote von 4,4 Prozent im Vergleich zu 2013.

    Nach den Worten von EZB-Ratsmitglied Liikanen gibt es weiterhin Abwärtsrisiken bei der Inflation und beim Wachstum. Er betonte, dass die EZB bereit sei zu handeln und alle Instrumente innerhalb ihres Mandats zu nutzen, um gegenzusteuern.

    Währungen

    Der US-Dollar konsolidiert weiterhin seine Ende letzter Woche nach Veröffentlichung starker US-Arbeitsmarktdaten erreichten Hochs. EUR/USD bewegt sich mit negativer Tendenz (im Tief bei 1,0728) nach wie vor oberhalb des am Freitag erreichten Sechsmonatstiefs bei 1,0705. GBP/USD notiert nach einem Rückgang der britischen BRC-Einzelhandelsumsätze im Oktober mit bislang 1,5084 im Tief ebenfalls weiterhin oberhalb seines Sechsmonatstiefs vom Freitag bei 1,5024.

    USD/CHF konsolidiert nach einer wie erwartet unveränderten schweizerischen Arbeitslosenquote im Oktober von 3,4 Prozent mit positiver Tendenz (im Hoch bei 1,0054) das Siebenmonatshoch vom Freitag bei 1,0078. USD/JPY legt bis bislang 123,40 in der Spitze zu, nachdem das Währungspaar zu Wochenbeginn bei 123,60 ein Zweieinhalbmonatshoch erreicht hat.

    Rohstoffe

    Ein Barrel Brent kostete am Mittag 47,83 US-Dollar. Das waren 24 % weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass WTI reduzierte sich um 14 % auf 43,95 Dollar. Die Internationale Energieagentur (IEA) hat nun vor den negativen Folgen langfristig niedriger Ölpreise gewarnt. Laut den Experten besteht dadurch die Gefahr, dass notwendige Investitionen in die Ölförderung aufgeschoben werden, was zu einem späteren Zeitpunkt zu einem scharfem Preisanstieg führen könnte. Die aktuellen Niedrigpreise hätten zudem den Effekt, dass die Nachfrage zunehmend durch Öl gedeckt wird, dessen Förderung vergleichsweise günstig sei. Dies bedeute, dass die Abhängigkeit von Öl aus Nahost zunehme.