DAX

    China steht auch am Mittwoch im Fokus. Die erneuten Kursabgaben der chinesischen Festlandbörsen lassen den DAX heute unter die Marke von 10.800 Punkten einbrechen. Zum Ende des Handels drehten die Börsen in China zwar wieder ins Plus, doch führt diese laufende Berg- und Talfahrt zu einer gewissen Unsicherheit bei den Marktteilnehmern. Erschwerend hinzu kommt der anhaltende Verfall vieler Rohstoffpreise, der laut Experten eventuell eine niedrige Nachfrage aus den großen Schwellenländern widerspiegelt. Damit verbunden werden aktuell Befürchtungen, dass die Weltwirtschaft insgesamt an Schwung verlieren könnte, vermutet die WGZ Bank. Die Turbulenzen in China und sinkende Rohölpreise lassen viele Experten auch an einer baldigen Zinsanhebung in den USA zweifeln. Wichtig für die Geldpolitik sind außerdem die am Nachmittag anstehenden Zahlen zu den Verbraucherpreisen in den USA.

    Charttechnik

    Der Abwärtstrend im DAX ist erneut bestätigt worden, seit zwei Stunden erholt sich der Index jedoch ein wenig. Trendtechnisch besteht die Gefahr, dass die Verkäufer im Bereich von 10.800 – 10.865 Punkten zurückkehren und versuchen werden, den Abwärtstrend wieder aufzunehmen.

    Thema des Tages

    Der Bundestag hat das dritte Hilfspaket für Griechenland mit großer Mehrheit gebilligt. 454 von insgesamt 585 Abgeordneten stimmten in einer Sondersitzung für die neuen Milliardenkredite. 113 Parlamentarier votierten dagegen. 18 enthielten sich. SPD und Grüne hatten ihre Unterstützung angekündigt. Etwa 60 Abgeordnete der Unionsfraktion wollten mit Nein stimmen. Die Linkspartei lehnt das Programm ab.

    Grünen Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat das dritte Griechenland-Hilfspaket trotz Zustimmung kritisiert. Das Land bräuchte einen umfassenden Schuldenerlass und höhere Investitionen, das neue Paket reiche nicht aus, sagte sie. Bundesfinanzminister Schäuble warb noch einmal eindringlich für das Hilfspaket. Dies sei im Interesse Griechenlands und im Interesse Europas, sagte Schäuble. Zugleich mahnte er Athen, die gegebenen Zusagen an die anderen Mitglieder der Eurogruppe auch einzuhalten. Einen Schuldenschnitt schloss er abermals strikt aus. Laut CDU-Abweichler Willsch sind die neuen Griechenland-Hilfen hingegen unverantwortlich. „Derart hohe Risiken sind gegenüber den nachfolgenden Generationen nicht zu verantworten“, sagte der Abgeordnete in Berlin.

    Nach der Entscheidung in Berlin steht von den 19 Euro-Ländern nur noch das Votum der Niederlande aus, das noch heute erwartet wird. Anschließend wollten die Euro-Finanzminister in einer Telefon-Konferenz die erste Rate aus dem bis 2018 laufenden Programm von 26 Milliarden Euro freigeben.

    Aktien im Blick

    Aktien aus konjunktursensiblen Branchen geraten heute unter Druck. Lanxess verlieren 3,30 %, BASF geben 1,94 % ab.

    Positive Nachrichten kamen von Manz Automation. Der Maschinenbauer erhielt Großaufträge für Maschinen zur Montage von Notebooks und anderen Elektrogeräte (+3,20 %).

    Konjunktur

    Der Überschuss in der Leistungsbilanz des Euroraums hat sich im Juni von revidiert 19,1 Milliarden Euro im Vormonat auf 25,4 Milliarden ausgeweitet, wie die EZB mitteilte. Verantwortlich für die Entwicklung war der gestiegene Überschuss beim Warenhandel.

    Laut der „Financial Times“ sind in den 13 Monaten bis Ende Juli rund 940 Milliarden Dollar aus den größten 19 Schwellenländern abgeflossen, deutlich mehr als während der Finanz- und Wirtschaftskrise in 2008 und 2009. Die Zeitung beruft sich auf Daten des Vermögensverwalters NN Investment Partners.

    Währungen

    Der US-Dollar notiert im Vorfeld des am heutigen Abend anstehenden Sitzungsprotokolls des letzten Treffens der US-Notenbank gemessen am US-Dollar-Index schwächer. Während EUR/USD nach starken Leistungsbilanzzahlen aus der Eurozone bislang bei 1,1072 im Hoch notiert, erreicht GBP/USD bislang in der Spitze 1,5697.

    USD/JPY gibt trotz eines enttäuschenden japanischen Gesamtwirtschaftsindex bislang bis zutiefst 124,17 nach. USD/TRY legt erneut zu, nachdem die Lira am Dienstag nach dem unveränderten Zinsentscheid der türkischen Notenbank bei 2,9063 ein frisches Allzeittief gegenüber dem US-Dollar erreicht hat. Die Lira leidet derzeit unter der wachsenden Unsicherheit bezüglich der weiteren politischen und militärischen Entwicklung.

    Rohstoffe

    Die Ölpreise unterbrechen am Mittwochmittag ihre Talfahrt der vergangenen Tage. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet aktuell 48,85 US-Dollar und damit 0,60 Prozent mehr als am Dienstag. Am Nachmittag wird die US-Regierung die Lagerbestände an Rohöl veröffentlichen. Analysten gehen von einem Rückgang aus. Fallende Reserven können ein Hinweis auf eine stärkere Nachfrage sein und in der Regel die Ölpreise stützen.