DAX

    Der deutsche Leitindex hat sich heute zu einem Erholungslauf aufgemacht. Zuletzt lag der Leitindex mit 1,87 Prozent im Plus bei 11.125 Punkten. Die Sorgen um Chinas Wirtschaft ließen nach und positive Impulse von der Wall Street gaben Rückenwind. Möglicherweise waren auch die Worte des Fed-Mitglieds Dudley hilfreich, der erklärte, dass es von China möglicherweise nicht unangemessen sei, seine Währung abzuwerten, um der Wirtschaft zu helfen. Schafft es China wirklich, sein Wachstum durch die Maßnahmen zu stabilisieren, kann das auch wieder die Stimmung bei den in China engagierten deutschen Exportunternehmen heben.

    Charttechnik

    Der DAX erfreut Anleger heute mit einer guten Erholung auf die gestrigen Verluste. Bei 11.155 Punkten liegt nun der nächste Widerstandsbereich und neu aufkommendes Verkaufsinteresse wäre in diesem Bereich zu erwarten. Übergeordnet bleibt der DAX trotz der heutigen Gewinne angeschlagen und dürfte in den nächsten Tagen weitere Verluste verzeichnen.

    Thema des Tages

    Nach der Yuan-Abwertung der chinesischen Notenbank war am Markt spekuliert worden, ob die US-Notenbank Fed sich bei ihrer eigentlich für den September erwarteten Zinswende noch länger Zeit lassen könnte. Laut dem Chef der New YorkerChef, William Dudley, schaut die US-Notenbank mit einer gewissen Verunsicherung nach Peking blickt. Der Notenbanker gab zu Protokoll, dass China eine große Rolle spielen kann, es aber zu früh sei, die aktuellen Bewegungen klar zu bewerten. Er hoffe allerdings, dass man die Leitzinsen bald anheben könne.

    Die chinesische Zentralbank ließ am Freitag verlauten, dass sie keine Grundlage für eine weitere Abwertung der Landeswährung Yuan sehe. Die Anpassung des Referenzkurses an den Handelskurs sei im Wesentlichen beendet, teilte die Notenbank in Peking mit. Die wirtschaftlichen Fundamentaldaten seien gut. Als Ziel gab die Bank an, sie wolle dafür sorgen, eine normale Fluktuation des Wechselkurses sicherzustellen. Der Yuan schwächte sich heute den dritten Tag in Folge ab. Zuvor war die Landeswährung um insgesamt 3,6 Prozent abgewertet worden, um die Exportindustrie zu stützen.

    Aktien im Blick

    ThyssenKrupp legt zur Stunde um 3,21 % zu. Der Konzern setzte trotz des harten Preisdrucks auf dem Stahlmarkt seinen Erholungskurs im abgelaufenen Quartal fort.

    RWE bleibt auch nach dem beschlossenen Konzernumbau in der Krise, die Aktie rutscht weiter ab (-5,56 %).

    K+S bewegen sich nach gemischt ausgefallenen Zahlen nur um plus 1,10 %. Wichtiger für den Aktienkurs ist laut Händlern, dass K+S das Übernahmeangebot von 41 Euro je Aktie des kanadischen Düngemittelherstellers Potash weiter ablehnt.

    Konjunktur

    Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes lagen die Verbraucherpreise im Juli nur noch um 0,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die Statistiker bestätigten damit erste Schätzungen.

    Die Europäische Zentralbank hat sich bei ihrer jüngsten Zinssitzung enttäuscht über die wirtschaftliche Entwicklung in der Eurozone gezeigt. Die Erholung dürfte moderat und graduell bleiben, was als enttäuschend bewertet wurde, heißt es im Protokoll. Zudem bleibe die Inflation in der Eurozone auf ungewöhnlich niedrigem Niveau. Derzeit ist es für die Währungshüter noch unklar, ob der Inflationsausblick weiterhin fest verankert ist.

    Der CDU-Abgeordnete Klaus-Peter Willsch geht davon aus, dass es bei der bevorstehenden Abstimmung im Bundestag über das Hilfsprogramm für Griechenland noch mehr Abweichler in der Union geben wird, als zuletzt.

    Währungen

    Der US-Dollar erholt sich im europäischen Handel am Donnerstagvormittag von seinen zuletzt deutlichen Verlusten im Zuge der Yuan-Abwertung, die als negativ für den US-Dollar gilt, da sich dadurch der Zeitpunkt einer ersten US-Zinsanhebung nach hinten verschieben könnte. EUR/USD fällt von seinem gestrigen Vierwochenhoch bei 1,1214 bislang bis 1,1100 zurück. USD/JPY erholt sich vom gestrigen Tief bei 123,74 bislang bis 124,60 im Hoch, wobei der Yen auch unter den über Nacht veröffentlichten enttäuschenden japanischen Maschinenaufträgen leidet.

    Der Neuseeland-Dollar gibt nach Veröffentlichung eines Rückgangs des neuseeländischen Einkaufsmanagerindex nach. NZD/USD notierte bislang bei 0,6573 im Tief, nachdem das Währungspaar zur Wochenmitte im Umfeld der Yuan-Abwertungen, die auch als negativ für Rohstoffe und rohstofflastige Exportnationen gelten, bei 0,6467 ein frisches Sechsjahrestief erreicht hatte.