• EuGH-Gutachten: 'Exit vom Brexit' ist möglich
  • Frankreichs Regierung setzt Steuererhöhungen aus
  • Euro-Finanzminister einigen sich auf Reform der Währungsunion
  • Eurogruppe: Italiens Budgetpläne verstoßen gegen Stabilitätsregeln
  • Russland gibt Zugang zum Asowschen Meer teilweise wieder frei
  • Amazon kurzzeitig das teuerste Börsenunternehmen der Welt
  • VW, Daimler, BMW mit US-Absatzzahlen im Fokus
  • Toyota beendet Zahlungen an Deutsche Umwelthilfe

DAX

  • Der DAX hat den Handel am Dienstag mit einem Minus von 1,14 Prozent bei 11.335,32 Punkten beendet, der MDAX verlor sogar um 1,58 Prozent auf 23.392,14 Zähler. Für das sich eintrübende Sentiment sind unter anderem die Unsicherheiten bezüglich dem Inhalt des temporären Deals zwischen den USA und China verantwortlich. Auch stellt sich weiterhin die Frage ob eine Einigung grundsätzlich zu erreichen ist. US-Präsident Trump präsentierte sich heute von seiner harten Seite und drohte China vorsorglich mit einer weiteren Eskalation. Er sei schließlich ein "Tariff Man".
  • Die US-Indizes brachen heute ausgelöst durch nachlassenden Optimismus bezüglich einer langfristigen Einigung zwischen den USA und China regelrecht ein. Der S&P 500 verlor 3,2 Prozent, der Dow Jones 3,0 Prozent, der Nasdaq Composite 3,8 Prozent und der Russell 2000 sogar 4,4 Prozent. Aufgrund der massiven Käufe bei Staatsanleihen kamen zinssensible Bereiche wie Regionalbanken (-5,5 Prozent) besonders unter die Räder, während Versorger (+0,2 Prozent) davon profitieren konnten.

Chartanalysen des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Laut Daimler-Chef Dieter Zetsche sind die Gespräche mit der US-Administration im Weißen Haus konstruktiv verlaufen. VW-CEO Herbert Diess zufolge, braucht Volkswagen ein weiteres US-Werk. Weiteres wurde zunächst nicht bekannt.
  • US-Handelsminister Wilbur Ross hat die deutschen Autohersteller zu mehr Produktion in den USA ermahnt. Ziel sei es, das US-Handelsdefizit mit Deutschland bei Autos und Autoteilen zu senken, sagte Ross dem Finanzsender CNBC am Dienstag. Das gehe hoffentlich mit erhöhter Produktion in den Vereinigten Staaten einher. Wichtig sei es, einen großen Teil der künftigen Elektroautoproduktion in die Staaten zu bekommen, sagte Ross.
  • Der Autobauer Daimler erwägt Bloomberg zufolge eine höhere Beteiligung an seinem chinesischen Gemeinschaftsunternehmen. Die Stuttgarter wollten den Anteil an dem Produktions-Joint-Venture mit dem chinesischen Partner BAIC von 49 Prozent auf mindestens 65 Prozent zu erhöhen, berichtete die Nachrichtenagentur unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Diskussionen befänden sich in einem frühen Stadium und könnten auch scheitern.
  • Tesla hat einen Meilenstein erreicht: Dem E-Autobauer ist es kürzlich gelungen, 1.000 Model 3 pro Tag zu produzieren, wie Electrek unter Berufung auf eine interne Mail Elon Musks an seine Mitarbeiter berichtet. Somit rückt nun auch das Ziel, 7.000 Fahrzeuge pro Woche vom Band rollen zu lassen, in greifbare Nähe.
  • Lockheed Martin und Airbus bündeln ihre Kräfte. Die beiden Unternehmen unterzeichneten dazu eine Vereinbarung, „um gemeinsam Möglichkeiten auszuloten, wie sie den wachsenden Bedarf für Luftbetankung bei Rüstungskunden in den USA decken könnten“.
  • Das Analysehaus Canaccord Genuity hat das Kursziel für die Apple-Aktie von 250 auf 225 Dollar gesenkt. Auch die Prognose für den Gewinn je Aktie für 2019 und 2020 wurde auf 13,25 Dollar in 2019 und 14,69 Dollar in 2020 zurückgenommen. Den iPhone-Umsatz schätzten die Experten auf 213 Mio. in 2018 und 208 Mio. in 2019. „Unsere Untersuchungen haben eine schwache iPhone-Nachfrage mit enttäuschenden iPhone XS-Umsatzzahlen gezeigt", hieß es in einer Mitteilung.
  • Visa und Mastercard haben der EU-Kommission geringere Abrechnungsgebühren für ausgewählte Einkäufe mit außereuropäischen Kreditkarten in Europa in Aussicht gestellt. Die beiden US-Konzerne haben sich bereit erklärt, ihre interregionalen Interbankengebühren um jeweils mindestens 40 Prozent zu senken, wie die Brüsseler Behörde mitteilte. Die Kommission hatte zuvor befürchtet, dass die Gebühren auf die Preise beim Endverbraucher durchschlagen könnten.
  • Walt Disney hat nach Aktionärskritik die Bemessungsgrundlage für den Bonus an der Unternehmensspitze verändert. In Zukunft muss CEO Robert Iger höhere Ziele erreichen, um seinen 100-Millionen-Dollar Aktienbonus im Jahr 2021 zu erhalten. Mehrere Aktionärsschützer hatten das derzeitige Verfahren kritisiert.
  • Der Zigarettenhersteller Altria prüft den Einstieg in das Geschäft mit Cannabis. Der kanadische Marihuana-Hersteller Cronos bestätigte am späten Montagabend, dass er Gespräche mit Altria führe. Diese befänden sich aber noch in einem frühen Stadium.
  • Der japanische Automobilhersteller Toyota stellt seine Zusammenarbeit mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH) ein. Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ werden die Zahlungen an die Organisation bis Januar 2019 gestoppt. Toyota unterstützt die Umwelthilfe seit zwanzig Jahren, früher mit mittleren fünfstelligen Beträgen. Zuletzt soll die Zahlung im unteren fünfstelligen Bereich gelegen haben. Die Unterstützung steht in der Kritik, weil die DUH vornehmlich die deutsche Automobilindustrie attackiert.
  • Die DVF Deutsche Familienversicherung hat den Gang an die Börse mit Erfolg vollzogen. Der Ausgabepreis lag bei 12 Euro, dann gab es einen Aufschlag von 40 Cent. Doch im weiteren Verlauf des Handels gab der Kurs anach.
  • Amazon war kurzzeitig das teuerste Börsenunternehmen der Welt. Der Internethändler kam mit einem Kursaufschlag von fast fünf Prozent am Montag temporär auf eine Marktkapitalisierung von 865 Mrd. US-Dollar und verwies damit Apple, das bei 864,8 Mrd. Dollar landete, auf den zweiten Platz. Microsoft kam am Montag mit einem Börsenwert von 859 Mrd. Dollar auf Platz drei im Ranking.
  • Nach der Fusion mit Praxair ist der Gasehersteller Linde plc in den europäischen Leitindex Stoxx Europe 50 aufgenommen worden. Die britische Barclays muss im Gegenzug den Index verlassen, teilte die Deutsche-Börse-Tochter Stoxx am Montag mit. Die Änderung wird zum Handelsstart am Montag, 24. Dezember, wirksam.
  • Bei den Einzelwerten gehörten die Autobauer gestern zu den Favoriten. Sie profitierten von der Ankündigung Trumps, dass China die Zölle auf US-Importfahrzeuge von derzeit 40 Prozent abbauen will. Nach den hohen Kursgewinnen im deutschen Automobilsektor zum Wochenbeginn geben die Kurse am Dienstag wieder nach. „Die Euphorie nach dem G20-Treffen ist schon wieder verflogen", sagte Analyst Milan Cutkovic vom Broker Axitrader. Anleger blieben skeptisch, ob die beiden streitenden Parteien ausreichend Zeit und Willenskraft haben, um eine langfristige Lösung zu finden.
  • Der Volkswagen-Konzern verkaufte im vergangenen Monat in den USA von seiner Kernmarke VW Pkw mit 26.789 Autos rund acht Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Auslieferungen seien durch Verzögerungen in der Lieferkette infolge der WLTP-Einführung in Europa belastet worden, hieß es. Insgesamt kommt Volkswagen nach elf Monaten aber auf ein Plus von vier Prozent (322.000 verkaufte Autos).
  • Der Autobauer BMW hat im November auf dem US-Markt nur teilweise glänzen können. Von seiner Stammmarke verkaufte der Konzern 28.330 Stück und damit ein Prozent mehr als im Vorjahr. Von der Kleinwagenmarke Mini verkaufte BMW allerdings nur 3.528 Fahrzeuge und damit 12,6 Prozent weniger. Insgesamt ergab sich also ein leichter Rückgang der verkauften Fahrzeuge.
  • Daimler hat im November den US-Verkauf wieder steigern können. Der Konzern verkaufte in den USA 31.022 Personenwagen der Marke Mercedes-Benz, das waren 0,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Nach elf Monaten steht noch ein Minus von 6 Prozent zu Buche.
  • Der japanische Elektronikkonzern Sharp hat laut einem Bericht der Wirtschaftszeitung „Nikkei“ mehr als 3.000 ausländische Mitarbeiter in Japan entlassen. Hintergrund sei die Verlagerung der Produktion von Apple-iPhone-Sensoren in ein chinesisches Werk des Mutterunternehmens Foxconn, berichtete die Tageszeitung.
  • Gegen den ehemaligen Chef von Nissan-Renault-Mitsubishi Carlos Ghosn sollen neue Vorwürfe erhoben werden, wie Medien in Japan berichten. Es soll ein neuer Haftbefehl ausgestellt werden, weil er Einkommen zu niedrig angegeben haben soll.
  • Wegen steigender Kosten ziehen sich Mitsubishi Heavy Industries und die französische ENGIE (GDF Suez) von einem Atomprojekt in der Türkei zurück. Das Kernkraftwerk in der Stadt Sinop sollte eigentlich rund 22 Mrd. US-Dollar kosten. Inzwischen werden die Kosten auf das Doppelte geschätzt.

Konjunktur & Politik

  • Nach Massenprotesten der „Gelbwesten" hat die französische Regierung die geplanten Steuererhöhungen auf Benzin und Diesel für sechs Monate auf Eis gelegt. Keine Steuer rechtfertige es, die Einheit der Nation zu gefährden, sagte Premierminister Édouard Philippe am Dienstag in Paris in einer Fernsehansprache. Philippe kündigte auch an, dass die Tarife für Elektrizität und Gas während des Winters nicht angehoben werden sollen.
  • Der Wirtschaftsberater von Präsident Trump, Larry Kudrow, davon aus, dass China rasch Zölle auf bestimmte Importe aus den USA abschafft. So rechne er damit, dass die Volksrepublik die Zölle auf in den USA produzierten Autos von derzeit 40 Prozent auf null kappen werde, sagte Kudlow am Montag. Gleiches gelte für die im Zuge des Handelskonflikts verhängten Vergeltungszölle auf US-Agrarprodukte.
  • Die US-Regierung will Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow zufolge die Förderung von Elektroautos beenden. Es gehe auch um andere Anreize, die in der Zeit von Trumps Vorgänger Barack Obama vom US-Kongress beschlossen wurden. Die Subventionen würden "alle in naher Zukunft beendet", wurde Kudlow zitiert.
  • Wie aus einem Fox Business-Interview mit US-Finanzminister Steven Mnuchin zu entnehmen ist, hat das US-Schatzamt eine eigene Abteilung, welche die Entwicklung an den Bondmärkten überwacht. Derzeit bestehen möglicherweise technische Probleme bei Angebot und Nachfrage.
  • Die Erzeugerpreise in der Eurozone sind im Oktober stärker gestiegen als erwartet. Die Preise auf der Herstellerebene zogen im Vergleich zum Vormonat um 0,8 Prozent an, wie Eurostat mitteilte. Volkswirte hatten nur einen Anstieg um 0,5 Prozent erwartet.
  • Laut einer Empfehlung des Generalanwalts beim Europäischen Gerichtshof (EuGH), könnte das Vereinigte Königreich den Austrittsantrag aus der EU widerrufen. Das Land könnte nach jetzigem Stand den im März 2017 gestellten Austrittsantrag einseitig und ohne Zustimmung der übrigen EU-Staaten zurückziehen und Mitglied der Europäischen Union bleiben, erklärte Generalanwalt Manuel Campos Sánchez-Bordona. Dies gelte bis zum Abschluss des Austrittsabkommens. Das Gutachten ist rechtlich nicht bindend. Wann die Luxemburger Richter entscheiden, ist nach Angaben des Gerichts noch nicht bekannt. Doch meistens folgt der EuGH seinen Gutachtern.
  • Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat mit einer Blockade der Ölexportrouten im Persischen Golf gedroht. „Falls eines Tages die USA wirklich den iranischen Ölexport blockiere sollten, dann wird überhaupt kein Öl mehr am Persischen Golf exportiert", sagte er. Die US-Sanktionen bezeichnete Ruhani als „Wirtschaftskrieg“ gegen den Iran und er unterstellte Präsident Donald Trump eine Politik der Vernichtung seines Landes.
  • Die Bestellungen für den deutschen Maschinenbau sind im Oktober gegenüber dem Vorjahreszeitraum preisbereinigt (real) um 12 Prozent gestiegen, wie der Branchenverband VDMA mitteilte. In den zehn Monaten lagen die Auftragseingänge um sieben Prozent über dem Vorjahresniveau. „Das ist eine gute Botschaft", sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. „Jetzt werden die Aufträge geschrieben, die im nächsten Jahr zu Umsatz führen".
  • Die Euro-Finanzminister haben sich auf einen Kompromiss zur Reform der Währungsunion geeinigt. „Wir haben einen Deal", teilte ein Sprecher von Eurogruppen-Chef Mário Centeno am Dienstagmorgen nach stundenlangen Verhandlungen in Brüssel mit. Centeno sagte, die Mitgliedstaaten hätten sich auf eine geregelte Abwicklung von Krisenbanken und auf Eckpunkte für eine Reform des Euro-Rettungsfonds ESM geeinigt. Der von Deutschland und Frankreich angestrebte eigene Haushalt der Eurozone solle weiterverfolgt werden, falls die Staats- und Regierungschefs zustimmen.
  • Der italienische Regierungschef Giuseppe Conte will mit einem neuen Vorstoß ein Defizitverfahren der EU gegen sein Land abwenden. Er sei dabei, abschließend einen Vorschlag zu erarbeiten, den die Europäische Union nicht außer Acht lassen könne, sagte Conte der Zeitung "Avvenire" ohne Details oder Zahlen zu nennen. Ein Vertragsverletzungsverfahren würde Italien schaden und möglicherweise auch Europa, sagte Conte. Italiens Budgetpläne verstoßen auch nach Ansicht der Euro-Finanzminister gegen die europäischen Stabilitätsregeln. „Wir teilen die Einschätzung der EU-Kommission und empfehlen, dass Italien die notwendigen Maßnahmen trifft, um den Stabilitäts- und Wachstumspakt einzuhalten", hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung der Ressortschefs der Länder mit der Gemeinschaftswährung am frühen Dienstagmorgen.
  • Die konfliktbeladene Lage im Schwarzen Meer hat sich entspannt. Schiffe können die Meerenge von Kertsch wieder durchfahren. „Ja, die Häfen von Mariupol und Berdjansk sind teilweise wieder freigegeben", teilte der ukrainische Verkehrsminister Wladimir Omeljan am Dienstag mit. Die Ukraine hatte Russland vorgeworfen, die Straße von Kertsch an der Halbinsel für Schiffe zu sperren und damit den Zugang zu den beiden wichtigen Häfen abzuschneiden. Der Kreml hatte dies am Montag noch dementiert.
  • Die Auseinandersetzung der EU-Kommission mit der italiensischen Regierung über den Haushalt 2019 scheint sich zu legen. Sein Land habe kein Interesse an einem offenen Konflikt mit Brüssel, sagte der italienische Vize-Ministerpräsident Matteo Salvini am Montagabend bei einer Veranstaltung des Portals „Politico". Wenn es darum gehe, einige Dezimalstellen im Haushalt nachzubessern, dann sei das kein Problem. Die Grundsätze würden aber nicht verändert. Zuvor hatte sich bereits EU-Finanzkommissar Pierre Moscovici zuversichtlich gezeigt. „Es gibt einen veränderten Ton und ein anderes Herangehen an die Sache“, sagte er. Der Dialog komme voran.
  • Die USA fordern von der EU Sanktionen gegen den Iran wegen dessen Raketenprogramms. Die iranischen Raketentests seien nicht defensiver Natur, betonte der Iran-Sondergesandte der US-Regierung, Brian Hook. Nach US-Angaben hat der Iran am Samstag eine ballistische Mittelstreckenrakete getestet.

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