• Gigafactory bei Berlin: Tesla liegt sechs Monate hinter Zeitplan
    • Eurozone: Staatsverschuldung erstmals über 100 % des BIP
    • Volkswagen will bei Auto-Software Tesla und Google angreifen
    • Rational wird optimistischer
    • Northvolt strebt 30-Milliarden-Euro-Bewertung an
    • Französisches Geschäftsklima sinkt von 14-Jahres-Hoch
    • Amadeus Fire hebt Prognose nach starkem Wachstum an
    • Vantage Towers steigert Umsatz leicht
    • Adva Optical Networking mit Rekordquartal
    • Roche verbucht Umsatzanstieg
    • USA nähern sich wieder Schuldenobergrenze
    • China lehnt WHO-Untersuchung zu Wuhan Labor ab

    Markt

    • Der deutsche Aktienmarkt ist am Donnerstag auf Erholungskurs geblieben. Der DAX legte im Xetra-Handel um 0,60 Prozent auf 15.514,54 Zähler zu. Seit dem Tief am Montag hat sich das Börsenbarometer inzwischen wieder um rund drei Prozent erholt. Die EZB hat ihre Geldpolitik wie erwartet nicht verändert. Der Leitzins bleibt auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent und die milliardenschwere Anleihenkäufe im Rahmen des PEPP-Programms sollen bis mindestens März 2022 fortgesetzt werden, wie die EZB in ihrem heutigen Zinsentscheid mitteilte. Zudem deutete die EZB in einer neuen Forward Guidance an, dass mit schnellen Zinserhöhungen nicht zu rechnen ist, auch wenn die Inflation vorübergehend über zwei Prozent steigen sollte. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA sind unterdessen in der vergangenen Woche überraschend gestiegen.

    Chartanalysen & Artikel des Tages

    Unternehmen & Branchen

    • Die Commerzbank hat ihr im Jahr 2017 begonnenes Projekt zur Auslagerung der Wertpapierabwicklung an die Bank HSBC aufgrund technischer Umsetzungsrisiken und veränderter Marktbedingungen gestoppt. Für das zweite Quartal rechnet die Bank mit Sonderabschreibungen von rund 200 Millionen Euro und tätigt Rückstellungen in zweistelliger Millionenhöhe. Die Sonderabschreibungen würden weder die Liquidität noch harte Kernkapitalquote (CET1) belasten, so die Commerzbank. Das diesjährige Kostenziel von 6,5 Milliarden Euro habe operativ weiter Bestand.
    • Der Elektroautobauer Tesla liegt bei dem Bau seiner Gigafactory in Grünheide bei Berlin mindestens sechs Monate hinter dem Zeitplan zurück, wie die "New York Times" berichtet. Neben Klagen von Umweltgruppen und Verzögerungen bei den behördlichen Genehmigungen seien dafür auch Veränderungen der Pläne von Tesla selbst verantwortlich.
    • Das Technologieunternehmen Texas Instruments hat im zweiten Quartal die Analystenschätzungen übertroffen, zugleich aber mit einem schwachen Ausblick enttäuscht. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 2,05 Dollar über den Analystenschätzungen von 1,82 Dollar. Der Umsatz legte gegenüber dem Vorjahresquartal um 41,4 Prozent auf 4,58 Milliarden Dollar zu, während die Analysten mit 4,56 Milliarden gerechnet hatten. Für das dritte Quartal rechnet das Unternehmen mit einem bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 1,87 und 2,13 Dollar.
    • Der Telekommunikationskonzern AT&T hat im zweiten Quartal mehr verdient als erwartet. Der Umsatz legte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um sieben Prozent auf 44 Milliarden Dollar zu, womit die Erwartungen der Analysten um mehr als eine Milliarde Dollar übertroffen wurden. Der bereinigte Gewinn je Aktie betrug 0,89 Dollar, während die Analysten nur mit 0,80 Dollar gerechnet hatten.
    • Volkswagen will mit der eigenen Software-Sparte Cariad bis 2030 bei Betriebssystemen für Autos "die führende Software-Alternative zu Tesla und Google entwickeln", wie Volkswagen-Chef Herbert Diess bei der Online-Hauptversammlung von Volkswagen am Donnerstag sagte.
    • Der Großküchenausrüster Rational ist nach einem starken zweiten Quartal optimistischer gestimmt für die Entwicklung im Gesamtjahr und hält in einem positiven Szenario ein Umsatzplus von 15 bis 20 Prozent und eine EBIT-Marge von leicht über 20 Prozent für möglich. Bereits 2022 sei eine Rückkehr über das Vorkrisenniveau möglich. Im zweiten Quartal steigerte das Unternehmen den Umsatz auf 211,6 Millionen Euro was bereits wieder leicht über dem Vorkrisenniveau lag, von 116,8 Millionen Euro im coronabedingt schwachen Vorjahresquartal. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte von 1,6 Millionen Euro auf 52,2 Millionen Euro zu, das Nachsteuerergebnis stieg von 1,2 auf 39,8 Millionen Euro.
    • Der schwedische Batteriezellenhersteller Northvolt, an dem auch Volkswagen beteiligt ist, strebt bei seinem geplanten Börsengang eine Bewertung von bis zu 30 Milliarden Euro an, wie das "Manager Magazin" berichtet. Angepeilt werde ein IPO für 2022, möglich sei aber auch 2023.
    • Der Online-Essenslieferdienst Delivery Hero hat jetzt bis Anfang Januar 2022 Zeit, sich von dem südkoreanischen Tochterunternehmen Yogiyo zu trennen. Die Kartellbehörde KFTC verlängerte die Frist nun um fünf Monate. Delivery Hero muss sich wegen der Übernahme des südkoreanischen Marktführers Woowa von Yogiyo trennen. Laut Delivery Hero besteht bereits grundsätzliche Einigung mit einem Konsortium, das Yogiyo übernehmen will.
    • Der Online-Modehändler About You hält es nach einer zuletzt starken Geschäftsentwicklung für realistisch, beim Umsatzwachstum im Gesamtjahr das obere Ende der in Aussicht gestellten Spanne von 40 bis 50 Prozent zu erreichen. Im ersten Geschäftsquartal 2021/2022 konnte der Umsatz um 65,5 Prozent auf 422,1 Millionen Euro gesteigert werden. Der bereinigte operative Gewinn (Adjusted EBITDA) ging allerdings um 14,7 Prozent auf minus 12,3 Millionen Euro zurück. Der Nettogewinn verschlechterte sich von minus 14,1 Millionen Euro auf minus 23,5 Millionen Euro. Der Free Cash Flow ging von 24,7 auf 7,1 Millionen Euro zurück.
    • Der Vodafone-Mobilfunkturmbetreiber Vantage Towers hat im ersten Geschäftsquartal einen leichten Umsatzanstieg verbucht. Der sogenannte Umsatz ohne Durchleitungseinnahmen stieg um 2,1 Prozent auf 246 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen einen Erlös ohne Durchleitungseinnahmen von 995 bis 1010 Millionen Euro, eine stabile bereinigte operative Marge nach Leasingkosten und einen wiederkehrenden Free Cashflow (Recurring Free Cashflow) von 390 bis 400 Millionen Euro.
    • Der Netzwerktechnikanbieter Adva Optical Networking hat im zweiten Quartal 2021 ein Rekordergebnis erzielt. Unter dem Strich legte der Nettogewinn von 7,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 12 Millionen Euro zu, wie das Unternehmen am Morgen mitteilte. Das Betriebsergebnis erhöhte sich um 12,6 Prozent auf 13,0 Millionen Euro, während die Umsatzerlöse um 3,4 Prozent auf 149,4 Millionen Euro erhöht werden konnten. Für das Gesamtjahr 2021 rechnet Adva mit Umsatzerlösen von 580 bis 610 Millionen Euro und einem Proforma-Betriebsergebnis zwischen sieben und zehn Prozent vom Umsatz.
    • Der Personaldienstleister Amadeus Fire hat im ersten Halbjahr einen kräftigen Umsatz- und Gewinnanstieg verbucht und seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Der Umsatz konnte in den ersten sechs Monaten um 29,8 Prozent auf 178,4 Millionen Euro gesteigert werden, wie das Unternehmen mitteilte. Der operative Gewinn EBITA (exklusive Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen) konnte sogar um 69,9 Prozent auf 29,5 Millionen Euro gesteigert werden. Unter dem Strich legte der Gewinn um 122,4 Prozent auf 15,5 Millionen Euro zu. Das Ergebnis je Aktie stieg von 1,33 Euro auf 2,68 Euro. Die organischen Wachstumsraten ohne die erstmals einbezogene neue Tochtergesellschaft GFN lagen im Umsatz bei 20,0 Prozent und im operativen Gewinn EBITA bei 67,4 Prozent. Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen beim operativen Gewinn EBITA einen Anstieg um mindestens 50 Prozent, womit 60 Millionen Euro "klar übertroffen" werden sollten, so das Unternehmen.
    • Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat seinen Umsatz im ersten Halbjahr auf 30,7 Milliarden Franken gesteigert, von 29,3 Milliarden Franken im Vorjahr. Der Reingewinn ging von 8,465 auf 8,216 Milliarden Franken zurück. Der Ausblick wurde bestätigt.
    • Der Diagnostik-Spezialist Stratec hat seine Prognose für 2021 angehoben und rechnet nun mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von mindestens zwölf Prozent, nachdem zuvor nur ein Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt wurde. Die Prognose für die operative Marge wurde mit 17,5 bis 18,5 Prozent bestätigt. Im ersten Halbjahr wuchs der Umsatz auf knapp 156 Millionen Euro nach rund 119 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, während der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (bereinigtes EBIT) um 87 Prozent auf 34 Millionen Euro zulegte.

    Konjunktur & Politik

    • Der Index der Frühindikatoren in den USA ist im Juni um 0,7 Prozent gestiegen. Erwartet wurde ein Anstieg um 0,8 Prozent, nach einem Plus von revidiert 1,2 Prozent (zunächst 1,3 Prozent) im Vormonat.
    • Die Verkäufe bestehender Häuser in den USA haben sich im Juni auf annualisiert 5,86 Millionen belaufen. Erwartet wurden 5,92 Millionen, nach revidiert 5,78 Millionen (zunächst 5,80 Millionen) im Vormonat. Die Verkäufe von existierenden US-Immobilien haben im Juni damit zum ersten Mal seit vier Monaten wieder leicht (um 1,4 % gegenüber dem Vormonat) angezogen, wenngleich auch ausgehend von einem deutlich nach unten revidierten Mai-Wert. Bezeichnend ist, dass Investoren mittlerweile 14 Prozent aller Käufe tätigen, nach nur neun Prozent im Monat zuvor und der rasante Anstieg der mittleren Verkaufspreise auf ein neues Rekordhoch von 363.000 Dollar, was ein Plus von 23,4 Prozent binnen Jahresfrist bedeutet.
    • Das Verbrauchervertrauen in der Eurozone hat sich im Juli nach vorläufigen Angaben überraschend eingetrübt. Im Vergleich zum Vormonat sank der Index um 1,1 Punkte auf minus 4,4 Zähler. Erwartet wurde hingegen ein Anstieg auf minus 2,5 Punkte. Der entsprechende Index für die ganze EU sank ebenfalls um 1,1 Zähler auf minus 5,6 Punkte. Trotz der jüngsten Rückgänge stehen die Indizes noch über dem Niveau von vor Beginn der Pandemie.
    • Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA sind in der vergangenen Woche stark gestiegen. Nach revidiert 368.000 Erstanträgen in der Vorwoche legten die Anträge nun auf 419.000 zu. Erwartet wurde hingegen ein Rückgang auf 350.000. Die fortgesetzten Anträge auf Arbeitslosenhilfe lagen ebenfalls höher als erwartet.
    • Die EZB hat ihre Geldpolitik wie erwartet nicht verändert. Der Leitzins bleibt auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent und die milliardenschwere Anleihenkäufe im Rahmen des PEPP-Programms sollen bis mindestens März 2022 fortgesetzt werden. Die EZB betont explizit die Möglichkeit einer vorübergehend erhöhten Inflation. (Ausführlicher Artikel)
    • Die Staatsverschuldung in der Eurozone ist erstmals in der Geschichte größer als die jährliche Wirtschaftsleistung des Währungsraumes. Wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte, stiegen die öffentlichen Schulden des Euroraums von 97,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im vierten Quartal 2020 auf 100,5 Prozent im ersten Quartal 2021. Die höchsten Verschuldungsquoten im Euroraum haben Griechenland (209,3 Prozent), Italien (160,0 Prozent) und Portugal (137,2 Prozent). Die niedrigsten Schuldenquote weisen Estland (18,5 Prozent) und Luxemburg (28,1 Prozent) auf. Deutschland Staatsschuldenquote beträgt 71,2 Prozent und liegt damit ebenfalls über der eigentlich vereinbarten Maastrich-Grenze von 60 Prozent.
    • Das Geschäftsklima für die französische Wirtschaft hat sich von 114,4 Punkten im Juni auf 113,2 Punkte im Juli eingetrübt, wie die französische Statistikbehörde INSEE mitgeteilt hat. Im Juni war der höchste Stand seit 14 Jahren erreicht worden. Der Index ist so normiert, dass 100 Punkte dem langfristigen Durchschnitt entspricht. Während der Corona-Krise war der Index zeitweise auf 47,6 Punkte gefallen, hatte sich anschließend aber schnell wieder erholt.
    • In den USA ist neuer Streit über eine Anhebung der gesetzlichen Schuldengrenze entbrannt. Ohne eine Anhebung ist die Schuldenobergrenze Ende Juli erreicht. Dann könnte nur noch mit Überbrückungsmaßnahmen für einige Zeit ein "Government Shutdown", also ein Schließen vieler wichtiger Regierungsbehörden, verhindert werden. Die Republikaner im Senat wollen einer Erhöhung der Schuldengrenze nur zustimmen, wenn gleichzeitig Ausgabenkürzungen beschlossen werden.
    • China hat Pläne der Weltgesundheitsorganisation WHO abgelehnt, nun auch einen möglichen Ursprung des Coronavirus in dem Hochsicherheitslabor in Wuhan zu untersuchen. Dies widerspreche wissenschaftlichen Erkenntnissen und dem gesunden Menschenverstand, wurde der Vize-Minister der Nationalen Gesundheitskommission, Zeng Yixin, von der Nachrichtenagentur Reuters zitiert. US-Geheimdienstinformationen zufolge ist es offenbar nicht ausgeschlossen, dass das Virus aus dem Labor in Wuhan entwichen sein könnte.

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