• Wall-Street-Betrüger Bernie Madoff ist tot
    • Verfassungsgericht entscheidet über Mietendeckel
    • Covestro wird optimistischer
    • SAP erhöht Prognose leicht
    • Coinbase-Börsengang mit Spannung erwartet
    • Hella erhöht Ausblick
    • Bieterwettstreit um Toshiba entbrannt
    • Covestro hebt Ausblick an
    • LVMH übertrifft Erwartungen
    • Boeing steigert Auslieferungen

    Märkte & Wall Street

    • Trotz Beginn der Berichtssaison bleibt es ruhig am deutschen Aktienmarkt. Der DAX beendete den Handel am Mittwoch mit einem Minus von 0,17 Prozent bei 15.209,15 Punkten. Bereits seit rund einer Woche zeigt der DAX auffällig wenig Bewegung. Am Mittwoch dürfte die mit den Zahlen mehrerer Großbanken beginnende US-Berichtssaison im Fokus der Börsianer stehen. Mit SAP hat am späten Dienstagabend auch ein DAX-Konzern vorläufige Zahlen vorgelegt.
    • Der Bitcoin setzt seine Rekordjagd fort und hat am frühen Morgen ein neues Allzeithoch bei mehr als 64.800 Dollar erreicht. Mitten in der aktuellen Bitcoin-Rally wird am Mittwoch die größte US-Kryptobörse Coinbase ihr Börsendebut an der US-Technologiebörse Nasdaq im Rahmen eines Direktlistings feiern. Analysten trauen Coinbase eine Bewertung von mehr als 100 Milliarden Dollar zu, womit Coinbase mehr wert wäre als jeder "normale" Börsenbetreiber weltweit.
    • Der S&P 500 hat am Mittwoch ein Minus von 0,4 Prozent eingespielt, was möglicherweise im Zusammenhang mit dem verpatzten Coinbase-Börsengang stand. Der mit Spannung antizipierte Newcomer startete mit 381 Dollar in den Handel und stieg zunächst bis 429 Dollar an, bevor dann ein Rutsch bis 310 Dollar erfolgte und die Handel schlussendlich mit rund 328 Dollar aus dem Handel schied. Bereits am Morgen standen die Quartalszahlen von Goldman, JPM und Wells Fargo im Brennpunkt, wobei die Großbanken teilweise spektakuläre Reports veröffentlichten. Bei den Wirtschaftsdaten standen lediglich Import- und Export-Preise an, wobei sich die Einfuhren im März um 1,2 Prozent verteuerten, die Ausfuhren um 2,1 Prozent. Morgen werden Investoren mit einer fast unendlich langen Liste an frischen US-Daten konfrontiert, darunter Initial Claims, NY Empire State, Philly Fed, Retail Sales, Industrieproduktion und dem NAHB Housing Market Index.

    Chartanalysen & Artikel des Tages

    Unternehmen & Branchen

    • Die Aktien der größten US-Kryptobörse Coinbase sind erfolgreich per Direktlisting an der US-Technologiebörse Nasdaq gestartet. Die Papiere begannen den Handel mit einem ersten Kurs von 381 Dollar. Damit wurde Coinbase auf verwässerter Basis mit rund 100 Milliarden Dollar bewertet. Der erste Kurs lag rund 52 Prozent über dem am Vorabend festgesetzten Referenzkurs von 250 Dollar. Im frühen Handel kletterten die Papiere deutlich über 400 Dollar, setzten anschließend aber wieder zurück.
    • Die Investmentbank Goldman Sachs hat im ersten Quartal mit einem Gewinn je Aktie von 18,60 Dollar (Vorjahr: 3,11 Dollar) die Analystenschätzungen von 10,22 Dollar deutlich übertroffen. Die Erträge lagen mit 17,7 Milliarden Dollar (Vorjahr: 8,74 Milliarden Dollar) über den Erwartungen von 12,61 Milliarden.
    • Die größte US-Bank JPMorgan Chase hat im ersten Quartal mehr verdient als erwartet. Der Gewinn je Aktie legte von 0,78 Dollar im Vorjahresquartal auf 4,50 Dollar zu, was deutlich über den Erwartungen von 3,10 Dollar lag. Die Erlöse beliefen sich auf bereinigt 33,12 Milliarden Dollar. Erwartet wurden 30,4 Milliarden nach 29,1 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Die Risikovorsorge wurde im ersten Quartal um 4,16 Milliarden Dollar verringert.
    • Die Großbank Wells Fargo hat im ersten Quartal mit einem Gewinn je Aktie von 1,05 Dollar die Analystenschätzungen von 0,70 Dollar übertroffen. Der Umsatz lag mit 18,06 Milliarden Dollar über den Erwartungen von 17,5 Milliardem Dollar.
    • Die Immobilienunternehmen Aroundtown und CPI Property Group wollen den Wettbewerber Globalworth für 1,57 Milliarden Euro in bar vollständig übernehmen. Ein Konsortium aus den beiden Käufern hält bereits rund 51,5 Prozent an Globalworth. Globalworth-Aktionäre 7,00 Euro pro Aktie, was einem Aufschlag von 19 Prozent auf den Schlusskurs von 5,86 Euro am Dienstag entspricht.
    • Die EU-Kommission will bei Käufen von Corona-Impfstoffen in Zukunft vor allem auf die neuartige mRNA-Technologie und Impfstoffe wie die von BioNTech/Pfizer bzw. Moderna setzen, wie verschiedene Medien berichteten. Zugleich trat die EU-Kommission allerdings Medienberichten entgegen, dass bereits feststehe, dass es künftig keine Bestellungen mehr der Impfstoffe von AstraZeneca sowie Johnson & Johnson, bei denen es Berichten zufolge zu tödlichen Fällen von Sinusvenenthrombosen gekommen war, geben solle. Über künftige Bestellungen sei noch nichts entschieden, hieß es in EU-Kreisen.
    • Der Autozulieferer Hella hat im zurückliegenden Geschäftsquartal von Einsparungen profitiert und wird etwas optimistischer für das bis Ende Mai laufende Geschäftsjahr 2020/2021. Das Unternehmen erwartet nun einen währungs- und portfoliobereinigten Umsatz in der oberen Hälfte der bisherigen Bandbreite von rund 6,1 bis 6,6 Milliarden Euro und eine EBIT-Marge in der oberen Hälfte der zuvor angehobenen Bandbreite zwischen rund 6 bis 8 Prozent.
    • Der Spezialchemiekonzern Evonik will mit einem stärkeren Fokus auf Systemlösungen in seinem Geschäftsbereich für Reinigungs- und Gesundheitsprodukte das Wachstum beschleunigen und für eine höhere Profitabilität sorgen. Bis zum Jahr 2030 sollen Systemlösungen mehr als die Hälfte des Umsatzes der Sparte erwirtschaften, sagte der Chef der Sparte Nutrition & Care, Johann-Caspar Gammelin, bei einer Analystenveranstaltung. Zuletzt hatte der Anteil nur bei rund einem Fünftel gelegen.
    • Weitere Finanzinvestoren sind an einer Übernahme des japanischen Technologiekonzerns Toshiba interessiert. Medienberichten zufolge erwägen auch die Beteiligungsgesellschaft KKR sowie der Finanzinvestor Brookfield Asset Management ein Angebot. Unterdessen hat Toshiba-CEO Nobuaki Kurumatani seinen Rücktritt angekündigt, nachdem sein früherer Arbeitgeber CVC Capital Partners ein als zu niedrig kritisiertes Angebot von 20 Milliarden Dollar vorgelegt hatte und Kurumatani in diesem Zusammenhang Interessenkonflikte vorgeworfen worden waren.
    • Anleger warten mit Spannung auf das Börsendebut der größten US-Handelplattform für Kryptowährungen. Coinbase wird im Rahmen eines sogenannten Direktlistings an die US-Technologiebörse Nasdaq gehen. Der Referenzpreis für den Handel wurde auf 250 Dollar festgesetzt, der tatsächliche Preis zu dem Anleger kaufen können wird aber durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Bei einem Preis von 250 Dollar würde Coinbase auf völlig verwässerter Basis mit 65,3 Milliarden Dollar bewertet. Analysten trauen Coinbase aber eine Bewertung von mehr als 100 Milliarden Dollar zu, womit Coinbase mehr wert wäre als jeder "normale" Börsenbetreiber weltweit.
    • Der Softwarekonzern SAP hat nach besser als erwartet ausgefallenen Zahlen im ersten Quartal seine Prognose für das Gesamtjahr leicht erhöht. Im ersten Quartal sank der Gesamtumsatz leicht um drei Prozent auf 6,35 Milliarden Euro. Die stark beachteten Clouderlöse stiegen um sieben Prozent auf 2,14 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis (IFRS) verringerte sich wegen höherer Restrukturierungsaufwendungen um 21 Prozent auf 0,96 Milliarden Euro, während auf Non-IFRS-Basis ohne die Restrukturierungsaufwendungen ein Anstieg um 17 Prozent auf 1,74 Milliarden Euro verbucht wurde. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich auf IFRS-Basis um 29 Prozent auf 0,88 Euro. Für das Gesamtjahr erhöhte SAP die unteren Enden der Prognosespannen zu seinen Cloud- und Softwareerlösen, während die Guidance für das Betriebsergebnis bestätigt wurde. Die Cloud- und Softwareerlöse sollen nun 23,4 bis 23,8 Milliarden Euro betragen (zuvor: 23,3 bis 23,8 Milliarden Euro). Das Betriebsergebnis wird weiter bei 7,8 bis 8,2 Milliarden Euro erwartet.
    • Der Windkraftanlagenbauer Nordex hat vom Kunden wpd aus Finnland einen Auftrag über 97 MW erhalten.
    • Der Spezialchemiekonzern Covestro hat seinen Ausblick für das Gesamtjahr angehoben. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wird nun zwischen 2,2 und 2,7 Milliarden Euro erwartet, nachdem zuvor 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden waren. Das Mengenwachstum im Kerngeschäft wird weiter bei 10 bis 15 Prozent erwartet. Der Free Cashflow soll 1,3 bis 1,8 Milliarden Euro erreichen, nachdem zuvor 0,9 bis 1,4 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden waren.
    • Der französische Luxusgüterkonzern LVMH hat im ersten Quartal den Umsatz im Jahresvergleich um fast ein Drittel auf knapp 14 Milliarden Euro gesteigert und damit die Analystenschätzungen deutlich übertroffen. Daten zum Gewinn wurden nicht mitgeteilt.
    • Der Flugzeugbauer Boeing hat im März insgesamt 29 Verkehrsflugzeuge ausgeliefert und damit sieben mehr als im Vormonat Februar. Im ersten Quartal insgesamt wurden 77 Maschinen ausgeliefert und netto (nach Abzug von Stornierungen) 69 Maschinen bestellt.

    Konjunktur & Politik

    • Bernard ("Bernie") Madoff, einer der größten Betrüger der Finanzgeschichte, ist im Alter von 82 Jahren in einem Gefängnisklinikum im US-Bundesstaat North Carolina verstorben. Madoff hatte Anleger an der Wall Street und weltweit um rund 65 Milliarden Dollar betrogen. Über Jahrzehnte hatte Madoff auf dem Papier hohe Gewinne für seine Anleger ausgewiesen und damit immer mehr Gelder angelockt. Wollten Anleger ihr Geld zurück, so zahlte Madoff mit den Geldern neuer Kunden, die sich lange Zeit darum rissen, bei Madoff investieren zu dürfen (Ponzi Scheme). Der Schwindel flog erst auf, als Anleger während der Finanzkrise im großen Stil Geld bei Madoff abziehen wollten und Madoff die Ansprüche der Anleger nicht mehr vollständig befriedigen konnte. Die US-Börsenaufsicht SEC hatte lange Hinweise auf Betrug bei Madoff ignoriert.
    • Die US-Einfuhrpreise sind im März stärker gestiegen als erwartet. Gegenüber dem Vormonat wurde ein Anstieg um 1,2 Prozent verzeichnet, während die Volkswirte der Banken im Schnitt nur mit einem Plus von 1,0 Prozenzt gerechnet hatten. Im Februar waren die Importpreise um 1,3 Prozent gestiegen.
    • Börsennotierte Unternehmen sollen von einer Verschärfung des Grunderwerbsteuergesetzes, mit der sogenannte x bekämpft werden, ausgenommen werden. Bei sogenannten Share Deals wechseln nicht Immobilien selbst den Besitzer, sondern Anteile an Unternehmen, die diese Immobilien besitzen. Dadurch lässt sich die Grunderwerbsteuer in bestimmten Fällen umgehen. Im Rahmen einer "Börsenklausel" soll nun aber eine übermäßige Besteuerung von börsennotierten Unternehmen vermieden werden. "Anteilsübergänge, die auf Grund eines Geschäfts über eine anerkannte Börse erfolgen, lösen keine Grunderwerbsteuer aus", sagte der CDU-Finanzpolitiker Olav Gutting.
    • Das Bundesverfassungsgericht will am Donnerstag über die Rechtmäßigkeit des Berliner Mietendeckels entscheiden. Die Entscheidung soll um 9.30 Uhr online veröffentlicht werden, wie das Gericht mitteilte. Eine mündliche Verkündung soll es hingegen nicht geben. 284 Abgeordnete der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und FDP hatten in einer Normenkontrollklage gegen das Gesetz des Landes Berlin geklagt.
    • Die EZB könnte ihre billionenschwere Käufe von Staatsanleihen im Rahmen des Pandemie-Kaufprogramms PEPP eventuell bis März 2022 einstellen. "Wir könnten PEPP möglicherweise bis März 2022 beenden", sagte Frankreichs Notenbankpräsident und EZB-Ratsmitglied Francois Villeroy de Galhau gegenüber Bloomberg TV. Offiziell läuft das PEPP-Anleihekaufprogramm ebenfalls bis mindestens Ende März 2022. Das Gesamtvolumen der Käufe soll 1,85 Billionen Euro (1.850 Milliarden Euro) betragen.
    • Trotz stark gestiegener Verkaufszahlen hat die Beliebtheit von Elektroautos nach einer Untersuchung der Unternehmensberatung Deloitte zuletzt abgenommen und nicht zugenommen. Laut Umfrage sagten nur noch 41 Prozent der 1050 befragten deutschen Autobesitzer, dass ihr nächster Wagen einen alternativen Antrieb haben soll. 2019 hatten noch mehr als die Hälfte der Befragten sich entsprechend geäußert. Auch in den USA, China und Japan hat die Beliebtheit von alternativen Antrieben zuletzt abgenommen, so Deloitte. Die Corona-Pandemie könnte laut Deloitte zu einem vermehrten Wunsch nach bewährten Technologien geführt haben.
    • Weltweit werden laut der Johns Hopkins Universität inzwischen 137,4 Mio. Infizierte und 2,96 Mio. Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gezählt. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sind in Deutschland zuletzt innerhalb eines Tages 21.693 Neuinfektionen sowie 342 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert worden. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg von 140,9 am Vortag auf nun 153,2.
    • Presseverlage in Deutschland kritisieren einen geplanten Ausbau des vom Bund betriebenen Nationalen Gesundheitsportals im Internet scharf und sehen darin einen "massiven Eingriff in die freie Presse", wie der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) sowie der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) erläuterten. "Dass ein Bundesministerium ein eigenes Fachmedium mit vollwertiger redaktioneller Berichterstattung über Gesundheitsfragen betreibt, ist ein presserechtlich fataler Tabubruch; denn das Nationale Gesundheitsportal ist mit der Staatsfreiheit der Medien nicht vereinbar und stellt zudem einen politisch verwerflichen Eingriff in den freien Pressemarkt dar", erläuterten die Verbände.

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