• Gewinneinbruch bei General Electric
  • Wertpapiergeschäft der Deutschen Bank kommt nach Frankfurt
  • Tesla hat nach eigenen Angaben Regierungs-Genehmigung für Hyperloop
  • EZB: Weniger Euro-Blüten
  • Ex-Adidas-Chef will nicht in den Aufsichtsrat des Konzerns rücken
  • VW-Chef findent Kampagne gegen Dieselmotor ungerecht
  • IWF fordert erneut Schuldenerleichterungen für Griechenland
  • US-Berichtssaison: Microsoft glänzt, Visa überzeugt, Ebay enttäuscht
  • EU-Kommission will manipulierte Diesel-Autos aus dem Verkehr ziehen
  • Wirecard: Übernahmefantasie in der Branche
  • Sartorius: Anleger reagieren enttäuscht auf Zahlen
  • Siemens zieht nach Krim-Affäre Konsequenzen für sein Russland-Geschäft

DAX

  • Der seit der gestrigen EZB-Pressekonferenz stark anziehende Euro und ein Kartellverdacht gegen alle deutschen Autobauer haben den DAX am Freitagnachmittag in den Keller rauschen lassen. Der Leitindex rutschte zeitweise sogar unter die Marke von 12.200 Punkten und beendete den Handel mit einem Minus von 1,66 Prozent bei 12.240,06 Zählern. EZB-Präsident Mario Draghi hatte am Donnerstag angekündigt, dass der EZB-Rat "im Herbst" mögliche Änderungen der Geldpolitik diskutieren werde.

Kartellverdacht gegen alle deutschen Autobauer

  • Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegels" sehen sich die deutschen Autobauer schweren Kartellvorwürfen ausgesetzt. Volkswagen, die Töchter Audi und Porsche, sowie BMW und Daimler sollen sich bereits seit den Neunzigerjahren in geheimen Arbeitskreisen zu Technik, Kosten und Zulieferern abgesprochen haben und damit den Wettbewerb ausgeschaltet haben. Sowohl Volkswagen als auch Daimler haben nun eine Art Selbstanzeige eingereicht, heißt es. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könnten sie sehr schwer wiegen.

Unternehmensnachrichten

  • Eine Phase-2-Studie mit dem Wirkstoff Antumab Ravatansine von Bayer und MorphoSys bei Patienten mit rezidivierendem pleuralem Mesotheliom hat ihr primäres Studienziel verfehlt. MorphoSys bestätigte die Finanzprognose für 2017.
  • Der Pharmakonzern Bayer hat einen Lieferengpass bei intravenös verabreichtem Aspirin. Die Lieferschwierigkeiten würden voraussichtlich bis zu sechs Monate anhalten und seien auf den "qualitätsbedingten Ausfall mehrerer Produktionsaufträge" zurückzuführen, so Bayer.
  • Tesla-CEO Elon Musk hat laut eigenen Angaben eine mündliche Genehmigung der US-Regierung für ein geplantes Hochgeschwindigkeits-Transportsystem (Hyperloop) an der Ostküste erhalten.
  • Die US-Regierung hat wegen mutmaßlicher Sanktionsverstöße eine hohe Strafe gegen ExxonMobil verhängt. Dagegen reichte der Konzern eine Anfechtungsklage ein. Die Strafe sei grundlegend unfair, weshalb man vor Gericht ziehe, so Exxon.
  • Der US-Technologiekonzern Honeywell hat im vergangenen Quartal mit 1,39 Mrd. US-Dollar git 5,5 Prozent mehr verdient als vor Jahresfrist. Der Gewinn lag über den Erwartungen.
  • General Electric hat im zweiten Quartal einen Gewinneinbruch zum entsprechenden Vorjahresmonat um mehr als die Hälfte auf 1,2 Mrd. US-Dollar verzeichnet. Das um verschiedene Posten bereinigte Ergebnis sank um 45 Prozent auf 2,4 Mrd. US-Dollar oder 0,28 Dollar je Aktie. Damit schnitt GE aber noch besser ab, als von Analysten erwartet. Der Umsatz sank um 12 Prozent auf 29,6 Mrd. US-Dollar.
  • Der frühere Adidas-Chef Herbert Hainer steht nach einem Bericht des "Manager Magazins“ nicht für einen Posten im Aufsichtsrat des Sportartikelkonzerns zur Verfügung. Hainer habe sich dazu auf Anfrage nicht äußern wollen. Zwei Personalberater seien mit der Suche nach möglichen Nachfolgern beauftragt, schreibt das Magazin.
  • Volkswagen-Konzernchef Matthias Müller mokiert sich über den öffentlichen Umgang mit der Diesel-Technologie. „Die gegen den Dieselmotor laufende Kampagne ist heftig, der Marktanteil des Diesels rückläufig", sagte der VW-Vorstandschef der "Neuen Zürcher Zeitung" (Freitag). Doch damit tue man dem Diesel unrecht. „Ich plädiere für eine sachliche, ausgewogene Diskussion.“ Die neuesten Diesel-Generationen seien sehr gut, vor allem beim Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid-Gases (CO2).
  • Deutsche-Bank-Chef John Cryan hat per Videobotschaft unterstrichen, einen Großteil des in London angesiedelten Investmentbankings nach Frankfurt zu holen. In dem über das Intranet der Deutschen Bank verbreiteten Interview lasse Vorstandschef Cryan keinen Zweifel daran, dass sich das Geldhaus auf einen harten Brexit vorbereitet, berichtet das „Handelsblatt“. Das habe konkrete Folgen, in Zukunft würde der Großteil der Handelsgeschäfte der Bank nicht mehr in London verbucht, sondern am Heimatstandort Frankfurt.
  • Der britische Zahlungsabwickler Paysafe hat ein vorläufiges Angebot der Finanzinvestoren CVC und Blackstone über 590 Pence je Aktie erhalten. Die Offerte liegt deutlich über dem volumengewichteten Durchschnittskurs des ersten Halbjahres. Die Aktien von Wirecard profitieren im Tec-DAX von der Übernahmefantasie.
  • Der Pharma- und Laborausrüster Sartorius hat im ersten Halbjahr Umsatz und Ergebnis deutlich gesteigert. Dabei zeigte sich vor allem das Laborgeschäft stark. Die Anleger zeigten sich in einer ersten Reaktion dennoch enttäuscht.n Der Umsatz stieg um 12,6 Prozent auf 704 Mio. Euro und das um Sonderposten bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) verbesserte sich um 13,8 Prozent auf 174,5 Mio. Euro. Unter dem Strich verdiente Sartorius 70,9 Millionen Euro, das waren 13,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
  • Der US-Softwarekonzern Microsoft profitiert vom boomenden Cloud-Geschäft. Der Nettogewinn im vergangenen Quartal erhöhte sich um 108 Prozent auf 6,5 Mrd. US-Dollar, während der Umsatz um neun Prozent auf 24,7 Mrd. US-Dollar stieg.
  • Der Industriekonzern Siemens trennt sich in der Krim-Affäre von seiner Minderheitsbeteiligung am russischen Unternehmen Interautomatika und beendet ein Lizenzabkommen mit russischen Unternehmen, welches die Lieferung von Ausrüstung für Kombikraftwerke betrifft.
  • Die EU-Kommission verliert laut Süddeutscher Zeitung im Abgas-Skandal die Geduld mit Mitgliedsstaaten und Herstellern. In einem Schreiben an alle EU-Verkehrsminister fordert EU-Industriekommissarin Elżbieta Bieńkowska, manipulierte Autos radikal aus dem Verkehr zu ziehen, sollten sie nicht bis Ende des Jahres umgerüstet sein. Wird etwa Volkswagen nicht in diesem verbleibenden Zeitraum tätig, drohen ab 2018 Stilllegungen.
  • Der britische Telekommunikationskonzern Vodafone hat seinen Quartalsumsatz unerwartet deutlich um 2,2 Prozent gesteigert. Dazu hätten gute Geschäfte in Spanien, Italien und der Türkei beigetragen, hieß es. Analysten hatten zuvor mit im Schnitt plus 1,5 Prozent gerechnet.
  • Philips Lighting hat seinen Nettogewinn im zweiten Quartal um 8 Prozent auf 174 Mio. Euro gesteigert. Unter anderem lief das Geschäft mit LEDs gut. Das habe Rückgänge im traditionellen Lampengeschäft mehr als wettgemacht, hieß es. Der Umsatz ging um 2 Prozent auf 1,7 Mrd. Euro zurück.
  • Der Schweizer Uhrenhersteller Swatch bleibt zuversichtlich für das laufende Geschäftsjahr. Bei allen Marken habe man im Juni und in den ersten Wochen des Juli eine Wachstumsbeschleunigung in Lokalwährungen verzeichnet, so der Uhrenhersteller.
  • Der US-Kreditkartenkonzern Visa hat im vergangenen Quartal mit 4,6 Mrd. US-Dollar rund 26 Prozent mehr umgesetzt als vor Jahresfrist. Der Nettogewinn sprang von 412 Mio. auf 2,1 Mrd US-Dollar in die Höhe. Allerdings sind die Zahlen aufgrund von Sondereffekten nicht direkt vergleichbar.
  • Die Online-Handelsplattform Ebay hat durchwachsene Quartalszahlen vorgelegt. Im Frühjahrsquartal sank der Überschuss aus dem fortgeführten Geschäft wegen einer hohen Steuerzahlung von zuvor 437 auf 27 Mio. US-Dollar. Der um Sonderfaktoren bereinigte Gewinn sank deshalb nur um ein Prozent auf 493 Mio. Dollar. Den Umsatz steigerte Ebay um vier Prozent auf 2,3 Mrd. US-Dollar.

Konjunktur & Politik

  • Die Ratingagentur S&P hat den Kreditausblick für Griechenland von "stabil" auf "positiv" angehoben.
  • Die Staatschefs des südamerikanischen Staatenbundes Mercosur treffen sich in Argentinien, um über die Vertiefung ihre Wirtschaftsbeziehungen zu beraten. Ein zentrales Thema ist dabei auch der gewünschte Abschluss eines Freihandelsabkommens mit der Europäischen Union.
  • Nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) wurden im ersten Halbjahr 2017 rund 331.000 gefälschte Euro-Banknoten entdeckt und aus dem Verkehr gezogen. Das waren 6 Prozent weniger als im vorhergehenden zweiten Halbjahr 2016. Keine Veränderung gab es gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gemessen an der steigenden Zahl echter Banknoten im Umlauf (rund 20 Mrd.) sei der Anteil der Fälschungen äußerst gering, erklärte die EZB.
  • Die Europäische Zentralbank (EZB) muss nach den Ergebnissen einer selbst in Auftrag gegebenen Umfrage in den kommenden Jahren weiterhin mit niedrigen Inflationsraten rechnen. Die in der EZB Survey of Professional Forecasters befragten Experten erwarten in diesem Jahr nur noch eine Inflationsrate von 1,5 Prozent. Bei der letzten Umfrage im April lag die Prognose bei 1,6 Prozent. Für 2018 rechnen die Befragten mit einer Teuerung von 1,4 Prozent. 2019 soll die Inflation dann auf 1,6 Prozent steigen. Erst im Jahr 2022 wird die Inflation laut der Umfrage der angestrebten Marke von knapp 2 Prozent näherrücken.
  • Der Internationale Währungsfonds (IWF) beteiligt sich an einer erneuten finanziellen Hilfe für Griechenland. Das Land werde rund 1,8 Mrd. US-Dollar erhalten, wenn es den Abbau des Schuldenbergs gemeinsam mit anderen europäischen Ländern angehe, so das „Handelsblatt“. Die Geldgeber sollten etwa die Zinsen auf das geliehene Geld senken. Der IWF lobte Griechenland für die bisherigen Sparmaßnahmen.
  • Der Bundesverfassungsschutz ist besorgt über die zunehmenden Aktivitäten des türkischen Geheimdienstes hierzulande. „Wir haben Kenntnis über Einflussnahme der türkischen Regierung in Richtung türkische Gemeinschaft hier in Deutschland", sagte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen der Neuen Osnabrücker Zeitung.
Termine des Tages: 13 Uhr - Verfall von Optionen auf Aktien und den DAX (kleiner Verfallstag)
10:30 Uhr - GB: Öffentlicher Finanzierungsbedarf Jun

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