• Großbritannien reduziert Staatsanteil an RBS weiter
  • US-Industrie erleidet Rückschlag
  • Microsoft kauft GitHub
  • China warnt die USA vor Einführung weiterer Zölle
  • Sentix: Konjunkturerwartungen sinken auf Krisen-Niveau
  • US-Strafzölle: Kudlow räumt Risiken für heimische Wirtschaft ein
  • Wachstum statt Profitabilität: Zalando ändert Kurs nicht
  • Eurozone: Preisauftrieb auf Herstellerebene gibt überraschend nach
  • Merkel will Eurozone stärken
  • Unicredit und Societe Generale erwägen Fusion
  • Lufthansa rechnet in den kommenden Monaten mit steigenden Erlösen

DAX & US-Märkte

  • Der deutsche Aktienmarkt hat seine jüngste Aufwärtsbewegung am Montag fortgesetzt, wenn auch mit verminderter Dynamik. Nach einem volatilen Handel beendete der DAX den Handelstag mit einem Plus von 0,37 Prozent bei 12.770,75 Punkten. Trotz des freundlichen Wochenauftakts bleibt die Stimmungslage angeschlagen. Die Börsianer bewerten laut einer Umfrage von Sentix die Konjunkturaussichten in der Eurozone so schlecht wie seit fast sechs Jahren nicht mehr. Das entsprechende Barometer ist im Juni regelrecht eingebrochen.
  • Der Risiko-Appetit an den Märkten nimmt weiter zu und verhilft US-Aktien am Montag zu soliden Gewinnen. Während der S&P 500 sich um 0,45 % nach vorne schiebt, gewinnt der Dow Jones 0,72 % und der Nasdaq 100 sogar 1,23 %. Der Russell 2000 konnte zwar nur 0,33 % zulegen, markierte aber ein weiteres Mal ein neues Allzeithoch. Die Rendite für 10-jährige Treasuries stieg in diesem rundum optimistischen Umfeld um rund vier Basispunkte auf 2,942 %, Papiere mit einer Laufzeit von zwei Jahren legten um drei Basispunkte auf 2,514 % zu. Bei den Einzelaktien stieg Apple vor dem Hintergrund der WWDC-Konferenz um 0,84 % auf ein neues Allzeithoch und auch Microsoft (+0,87 %) markierte nach dem Kauf von GitHub ein neues Rekordhoch. Der Auftragseingang in der Industrie ging im April um 0,8 % zurück, allerdings wurde der März-Wert nach oben korrigiert und “ex defense” waren die Auslieferungen besser als zuvor gemeldet, deshalb werden die kommenden Q2-Schätzungen von dem Report wohl profitieren. Laut Goldman Sachs wächst die US-Wirtschaft derzeit “rapide” und deshalb sei es zu erwarten, dass die Fed ihre Projektionsziele für die Arbeitslosenrate anpassen muss, weshalb wiederum mit vier anstatt drei Zinsschritten im laufenden Jahr zu rechnen ist.

Chartanalysen des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Großbritannien will die in der Finanzkrise eingegangene Staatsbeteiligung an der Royal Bank of Scotland (RBS) weiter reduzieren. Der Staatsanteil solle von 70,1 auf 62,4 Prozent sinken, teilte die britische Regierung am Montag mit.
  • Der Online-Modehändler Zalando wird in den kommenden Jahren den Fokus weiter auf Expansion setzen, auch wenn dies auf Kosten der Profitabilität geht. Dies bekräftigte Co-Chef Rubin Ritter am Montag. Für den Sommer kündigte er den Markteintritt in Irland und Tschechien an. „Wir erwarten nicht, in den kommenden Jahren die Profitabilität zu verbessern", sagte Ritter.
  • Microsoft investiert in Open Source und übernimmt deshalb den Online-Dienst GitHub. Gespräche hätten zu einer Einigung geführt, berichtet Bloomberg. Der Kaufpreis soll sich auf 7,5 Mrd. Dollar belaufen.
  • Von Apple wird zum Auftakt der Entwicklerkonferenz WWDC ein Ausblick auf den künftigen Kurs bei Software für iPhones, iPads und Mac-Computer erwartet. Viele Details sind bislang nicht bekannt. Bloomberg berichtete, Apple habe größere Neuerungen für das iPhone-System iOS auf 2019 verschoben. Dieses Jahr solle der Fokus darauf liegen, die kommende iOS-Version stabiler und schneller laufen zu lassen.
  • Die Cebit hat erstmals Facebook als Aussteller gewonnen. Man werde in der Halle "Disruptive Technologies" mit einem Stand und auf verschiedenen Bühnen mit Sprechern vertreten sein, so das Unternehmen.
  • Der Mischkonzern 3M hat den Verkauf seiner Kommunikations-Sparte an Corning für 870 Mio. Dollar abgeschlossen.
  • Der chinesische Flugzeugfinanzierer CALC erwägt eine weitere Großbestellung von Flugzeugen. Das Unternehmen könne im laufenden Jahr bis zu 200 neue Maschinen bestellen, sagte CALC-Chef Mike Poon. Im Blick habe er vor allem die Boeing-Mittelstreckenjets aus der 737-Reihe, aber bei einem guten Preis könnte es auch um das Konkurrenzmodell Airbus A320 gehen.
  • Der Pharma- und Agarchemiekonzern Bayer hat eine Kapitalerhöhung für die Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto auf den Weg gebracht. Wie am Sonntagabend dazu mitgeteilt wurde, wird Bayer 74,6 Mio. Stückaktien ausgeben. Die neuen Aktien sollen den Aktionären von Bayer zu einem Bezugspreis von 81,00 Euro je neuer Aktie im Wege eines mittelbaren Bezugsrechts angeboten werden. Die Aktionäre können für je 23 gehaltene Aktien von Bayer zwei neue Aktien erwerben. Das Unternehmen erwartet aus der Kapitalerhöhung einen Bruttoemissionserlös in Höhe von 6 Milliarden Euro. Wie die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichtete, wird Bayer den Monsanto-Kauf dann am 07. Juni formell abschließen. Der Name Monsanto soll nach der Übernahme durch Bayer verschwinden. „Monsanto wird als Unternehmensname nicht fortgeführt“, teilten die Leverkusener mit. Bayer werde der Unternehmensname bleiben. Bayer-Vorstandschef Werner Baumann will bei der Übernahme von Monsanto die massive Front der Kritik berücksichtigen. „Wir werden unseren Kritikern zuhören und mit ihnen zusammenarbeiten, wo wir eine gemeinsame Basis finden", sagte Baumann bei einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Es dürfe nicht passieren, dass der Fortschritt angesichts verhärteter ideologischer Fronten zum Erliegen komme. Monsanto steht vor allem wegen dem Unkrautvernichter Glyphosat unter Druck. Das Mittel halten Sammelkläger und einige Studien für krebserregend. Die Ratingagentur S&P hat das Rating für Bayer um zwei Stufen auf "BBB" gesenkt, der Ausblick bleibt „stabil“.
  • Die Preise am Himmel sollen weiter steigen: Die Lufthansa rechnet in den kommenden Monaten mit mehr Einnahmen. Die zuletzt unter Druck stehenden Durchschnittserlöse dürften im Sommer wieder steigen, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Zugleich erwartet er eine Rekordauslastung der Flugzeuge. Ein Grund für mögliche Preissteigerungen sind laut Spohr Probleme einiger Konkurrenten wie Air France-KLM. Durch die ungelöste Tarif-Auseinandersetzung in der französischer Sparte Air France würde das Flugangebot in der Branche nicht mehr so stark anziehen, was sich auf die Preise auswirke.
  • Porsche-Chef Oliver Blume will in Zeiten der beliebten Car-Sharing-Modell und anderer Mobilitätstrends sein Angebot weiter auf klassische Autokäufer richten. „Auch in Zukunft gehen wir davon aus, dass man einen Porsche selbst besitzen möchte", sagte Blume. Besonders in Städten könne man zwar beobachten, dass jüngere Leute nicht unbedingt den Drang hätten, ein Fahrzeug zu besitzen. „Die jungen Leute werden aber auch älter, und dann könnte sich ihre Einstellung durchaus ändern", sagte Blume. Der Autobauer feiert diese Woche das Jubiläum "70 Jahre Porsche Sportwagen".
  • Die italienische Unicredit und die französische Societe Generale prüfen einem Bericht der "Financial Times" zufolge eine Fusion. Unicredit-CEO Jean-Pierre Mustier denke schon seit mehreren Monaten darüber nahc, sich mit der Societe Generale zusammenschließen, berichtete das Blatt unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Und auch die französische Großbank sei dem offenbar nicht abgeneigt. Die Verhandlungen seien aber noch in einem sehr frühen Stadium.
  • Der Industrieriese Siemens bekennt sich als Großaktionär zur Medizintechniksparte Healthineers. Siemens werde auch langfristig Mehrheitsaktionär bleiben", sagte Vorstand und Healthineers-Aufsichtsratschef Sen der „Börsen-Zeitung“.
  • Der Schrauben- und Befestigungstechnikkonzern Würth hat seine Investitionen in den USA gekappt. Wie Firmenpatriarch Reinhold Würth im Interview mit "Bild am Sonntag" sagte, habe er persönlich dafür gesorgt. „Dort machen wir mit 1,8 Milliarden Euro 14 Prozent ­unseres Jahresumsatzes, trotzdem möchte ich das Engagement in Amerika nicht weiter ver­größern", sagte Würth. Grund sei die politisch unsichere Lage. „Wir warten mal ab, ob Präsident Trump wiedergewählt wird. Würth kehrt zurück, wenn er geht“.

Konjunktur & Politik

  • Die Bundesregierung will Familien ab dem kommenden Jahr finanziell entlasten. Insgesamt soll die Entlastung ein Volumen von rund 9,8 Milliarden Euro haben, wie ein Entwurf des Finanzministeriums vorsieht. Geplant sind unter anderem eine Kindergelderhöhung um zehn Euro im Monat, ein höherer Grundfreibetrag, ein höherer Kinderfreibetrag und eine Entlastung mittlerer und unterer Einkommen bei der kalten Progression. Von einigen der Maßnahmen profitieren nicht nur Familien, sondern alle Steuerzahler.
  • Die Europäische Zentralbank (EZB) hat trotz der jüngsten Finanzmarktturbulenzen in Italien keine Stützungskäufe bei Staatsanleihen durchgeführt und zuletzt nicht mehr italienische Staatsanleihen erworben als sonst auch. Wie aus den am Montag veröffentlichten Zahlen zu den Anleihekäufen hervorging, kauften die EZB und die italienische Notenbank im Mai insgesamt italienische Staatsanleihen im Volumen von 3,6 Milliarden Euro, nach 4,0 Milliarden Euro im April. Im Rahmen ihres QE-Programms erwirbt die EZB zusammen mit den nationalen Notenbanken Staatsanleihen aller Euro-Mitgliedsstaaten, wobei sich das Volumen der Käufe nach dem EZB-Kapitalschlüssel richtet. Gezielte Stützungskäufe von Staatsanleihen der Krisenstaaten wären nur im Rahmen des sogenannten OMT-Programmes möglich. Dieses Instrument kann allerdings nur unter bestimmten Bedingungen eingesetzt werden und kam bisher noch nie zur Anwendung.
  • Die Industrieaufträge in den USA sind im April im Vergleich zum Vormonat um 0,8 Prozent gesunken, teilte das Handelsministerium mit. Volkswirte hatten einen geringeren Rückgang um 0,5 Prozent prognostiziert.Im Vormonat waren die Aufträge laut revidierten Zahlen um 1,7 Prozent gestiegen.
  • China hat die USA vor der Einführung weiterer Zölle gewarnt. Ein etwaiges Handelsabkommen, über das die beiden Regierungen derzeit verhandeln, werde nicht in Kraft treten, wenn Washington angedrohte Zölle auf chinesische Importe erlasse, hieß es in einer Mitteilung der chinesischen Regierung. Zuvor war eine weitere Verhandlungsrunde mit US-Handelsminister Willbur Ross zu Ende gegangen.
  • Nordkorea hat offenbar seine drei obersten Militärs abgesetzt. Ein hochrangiger US-Regierungsvertreter bestätigte den Vorgang. Es wird davon ausgegangen, dass es in der nordkoreanischen Armee zu Meinungsverschiedenheiten über den Kurs von Staatschef Kim Jong Un in Bezug auf Südkorea und die USA gekommen ist.
  • Die sentix Konjunkturerwartungen sind im Juni regelrecht eingebrochen. Mit einem Stand von -13,3 Punkten notieren die Erwartungen nach Angaben des Forschungsinstituts Sentix auf dem niedrigsten Stand seit August 2012! Die Skepsis gegen die neue Regierung in Rom sei so stark, dass die Konjunkturerwartungen in der Eurozone regelrecht abkippen, so Sentix. Auch die bisherige Konjunkturlokomotive in Europa, die deutsche Wirtschaft, steht unter Druck. Der Gesamtindex für Deutschland sinkt zum fünften Mal in Folge auf den tiefsten Stand seit Juli 2016.
  • Im April legten die Erzeugerpreise in der Eurozone im Vergleich zum Vorjahr um 2,0 Prozent zu, teilte das Statistikamt Eurostat mit. Analysten hatten eine Inflationsrate von 2,4 Prozent erwartet. Im März hatte der Preisauftrieb 2,1 Prozent betragen. Im Monatsvergleich stagnierten die Preise,
  • Der Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Larry Kudlow, hat eingeräumt, dass die neuen Strafzölle der US-Wirtschaft schaden könnten. „Das bestreite ich nicht und darauf muss man ein Auge haben“, sagte Kudlow in einem TV-Interview. Zugleich sagte er, die Maßnahme ziele auf eine Reform des Welthandelssystems ab, in dem es zu viele Regelverstöße gebe. Wie lange die Importabgaben erhoben würden, hänge auch vom Verlauf weiterer Verhandlungen ab, so Kudlow. Die Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte gelten seit Freitag. US-Präsident Trump zeigt sich im Handelsstreit weiter unnachgiebig. „Wenn man beim Handel fast 800 Milliarden Dollar zurückliegt, kann man keinen Handelskrieg verlieren", twitterte er mit Blick auf das Defizit der USA gegenüber anderen Staaten. Die USA seien zu lange von anderen Ländern über den Tisch gezogen worden.
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel will die Europäische Währungsunion tiefgreifend reformieren und stärken. „Für ein erfolgreiches Wirtschaften müssen wir den Euro nachhaltig stabilisieren. Die bisherigen Instrumente reichen noch nicht aus", sagte die CDU-Politikerin der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Neben der Vollendung der Bankenunion und einem gemeinsamen Investivhaushalts nannte sie vor allem die Gründung eines Europäischen Währungsfonds (EWF) als Ziel. „Immerhin haben wir jetzt in der Eurozone eine Situation, wie es sie lange nicht gab", sagte sie. „In allen Staaten wächst die Wirtschaft und nimmt die Beschäftigung zu." Solidarität unter Europartnern dürfe aber nie in eine Schuldenunion münden, sondern muss Hilfe zur Selbsthilfe sein, warnte Merkel.
  • Ein Lichtblick in Zeiten der Diskussionen um Handelsbeschränkungen ist für viele Beobachter das von der Europäischen Union geplante umfassende Handelsabkommen mit dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur. „Wir waren nie so nah an einer Einigung", hieß es nun zu den laufenden Verhandlungen aus EU-Kreisen. Es gebe jedoch noch eine ganze Reihe an Problemen. Die Mercosur-Staaten und die EU verhandeln seit Jahren über einen Abbau von Zöllen und anderen Handelshemmnissen, der Unternehmen Kosteneinsparungen in Milliardenhöhe sowie Jobs und Wirtschaftswachstum bringen soll. Die EU hofft vor allem bei Autoteilen auf einen besseren Marktzugang in Südamerika.
Termine des Tages: 10:30 Uhr - EU: sentix-Konjunkturindex Juni
11:00 Uhr - EU: Erzeugerpreise April
16:00 Uhr - US: Auftragseingang Industrie April

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