DAX

    Von der traditionell starken Saisonalität im Dezember, Stichwort Jahresendrally, ist weit und breit nichts zu sehen. Auch heute haben beim DAX die Verkäufer das Sagen. Das Marktbarometer begann den Handel knapp unter 10.600 Punkten und tauchte im Verlauf bis auf 10.381 Punkte im Tief ab. Ein Minus von um die 2 Prozent. Bleibt es dabei, stünden im Dezember bereits Verluste von sieben Prozent zu Buche. Auslöser für die heutigen Abverkäufe sind zum einen die ins Bodenlose rutschenden Ölpreise. Wenig Hoffnung auf Besserung verbreitete zudem die Internationale Energieagentur IEA, die nicht von einem raschen Abebben der Ölschwemme ausgehen mag. Der schwache Ölpreis wird als Indiz für weltweite Konjunktursorgen gesehen. Darüber hinaus zieht der Euro wieder an. Eine starke Gemeinschaftswährung machte für deutsche Firmen den Export von Gütern außerhalb der Eurozone weniger attraktiv.

    Charttechnik

    Nachdem sich die Käufer die letzten Tage noch wehrten und die Unterstützung um 10.600 Punkte verteidigten, kam heute früh etwas mehr Verkaufsdruck auf. Der DAX erreichte die Unterstützung um 10.385 Punkte. Eine gewisse Stabilisierung ist zu erkennen. Angesichts des intakten Abwärtstrends sind jedoch selbst nach Erholungen, bspw. an die alten Unterstützungen ab 10.515 Punkte, weitere Kursverluste einzuplanen. Für Volatilität könnten zudem die heute Nachmittag anstehenden News sorgen.

    Thema des Tages

    Die Internationale Energieagentur IEA spricht den Ölpreis-Bullen wenig Mut zu. Die Organisation erwartet ein weiterhin sehr hohes Ölangebot am Weltmarkt. Das Überangebot werde mindestens bis spät ins Jahr 2016 anhalten, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Monatsbericht der IEA. Als Grund wird die jüngst bekräftigte Strategie der OPEC herangeführt, deren Mitgliedsstaaten noch höhere Förderquoten als die derzeitig 31,5 Mio. Barrel/Tag in Aussicht gestellt haben. „Weil die Lagerbestände auch 2016 weiter anschwellen, wird es immer noch viel Öl geben, das auf dem Markt lastet", heißt es in dem Bericht der IEA weiter.

    Ins Bild passt der aktuell veröffentlichte OPEC-Monatsbericht für November, demzufolge die Ölproduktion des Kartells im November um 230.000 auf 31,7 Mio. Barrel pro Tag gestiegen ist - ein Dreijahreshoch. Maßgeblich für den kräftigen Monatsanstieg war eine Produktionssteigerung um knapp 250.000 Barrel pro Tag im Irak auf 4,3 Mio. Barrel pro Tag.

    Die jüngste Entscheidung der OPEC deute auf eine Fortsetzung der Strategie hin, mit einer möglichst hohen Förderung andere Produzenten aus dem Markt zu drängen, urteilte die IEA. Zurzeit leidet vor allem die Schieferölbranche in den USA unter den stark gefallenen Ölpreisen. Zahlreiche Bohrlöcher lassen sich nicht mehr profitabel betreiben.

    Aktien im Blick

    Der Kupferhersteller Aurubis erzielt im vergangenen Geschäftsjahr ein Rekordergebnis und erntet dennoch Enttäuschung. Experten hatten sich mehr erhofft, auch die Dividende bleibt hinter den Erwartungen zurück. Nicht zuletzt stimmt der schwache Ausblick auf das laufende Fiskaljahr verdrießlich. Die Aurubis-Aktien brachen um etwas mehr als 15 Prozent ein

    RWE geben im Markttrend 1,28 % ab. Der Energiekonzern steht einem Pressebericht zufolge vor einer Kapitalspritze aus Abu Dhabi.

    Der Absatz der Marke Volkswagen liegt im November mi weltweit 496.100 Fahrzeugen um 2,4 % unter dem Vorjahresniveau. Im Zeitraum Januar bis Ende November wurden 5,34 Mio. Fahrzeuge und damit 4,5 % weniger verkauft als im Vorjahreszeitraum. Die Vorzüge von Volkswagen verbilligen sich gegen Mittag um 1,32 %.

    Konjunktur

    Sparkassen und Genossenschaftsbanken warnen vor drastischen Konsequenzen der aktuellen Geldpolitik der EZB. „Erosion der Sparkultur, Einbrüche bei der Altersvorsorge, Vertrauensverlust in Lebensversicherungen, Altersarmut, längere Lebensarbeitszeiten, die Gefahr von Spekulationsblasen und unerwünschten Umverteilungseffekten“ gehörten zu den massiven Auswirkungen von Niedrigst-, Null- und Negativzinsen", schreiben sie in einem Gastbeitrag für die Börsen-Zeitung.

    Die russische Zentralbank belässt den Leitzins wie erwartet unverändert bei 11,0 Prozent, kündigt aber Zinssenkung für eine der kommenden Sitzungen an.

    Währungen

    EUR/USD legt im europäischen Handel am Freitagvormittag im Vorfeld wichtiger US-Wirtschaftsdaten zu und wurde bislang bei 1,0970 im Hoch gehandelt. GBP/USD fällt von seinem gestrigen knappen Dreiwochenhoch bei 1,5202 zurück und notierte bislang bei 1,5130 im Tief, womit das gestrige Tief nach dem unveränderten britischen Zinsentscheid bei 1,5111 noch nicht wieder erreicht wurde.

    NZD/USD hat seit der Zinssenkung der neuseeländischen Notenbank am Mittwochabend deutlich zugelegt und notierte bislang bei 0,6782 im Hoch.

    Rohstoffe

    Die Rohstoffpreise haben zum Wochenschluss erneut neue Mehrjahrestiefs markiert, allen voran Rohöl und Eisenerz. Letzteres fiel auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren. Ein weiterer Einbruch der Rohstoffaktien hat die düstere Stimmung, in der sich dieser Sektor immer noch befindet, noch verstärkt.

    Die Ölpreise sind am Freitag erneut deutlich gefallen. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent sank am Freitagmittag bis auf 38,90 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Februar 2009. Zuletzt lag der Preis bei 39,11 Dollar. Das waren 64 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI sank am Mittag bis auf 36,12 Dollar. Zuletzt lag der Preis bei 36,35 Dollar. Das waren 41 Cent weniger als am Vortag.