• Streit zwischen USA und Türkei eskaliert
  • Türkei-Krise ruft EZB auf den Plan
  • USA verdoppeln Zölle auf Stahl aus der Türkei
  • Türkische Lira fällt auf neues Rekordtief
  • Großbritannien: Wirtschaftswachstum fällt wie erwartet aus
  • Japans Wirtschaft wächst stärker als erwartet
  • Ton zwischen Moskau und Washington wird rauer
  • Russland droht den USA
  • Innogy bestätigt Prognose
  • K+S-Aktien auf Talfahrt
  • Bei Carl Zeiss Meditec brummt das Geschäft
  • Bechtle erhöht die Jahresziele
  • Hapag-Lloyd rutscht tief in die Verlustzone

DAX

  • Der Verfall der türkischen Währung beschleunigt sich: Euro und Dollar legten gegenüber der Lira zeitweise um rund 25 Prozent zu (siehe hier). Einige Banken im Euroraum bangen jetzt um ihre Türkei-Kredite, was die Finanzbranche schwer unter Druck setzt. Öl ins Feuer goss US-Präsident Trump, der eine Verdoppelung von Stahl- und Aluminiumimporten aus der Türkei ankündigte. Der DAX beendete den Handel mit einem Minus von 1,99 Prozent bei 12.424,35 Punkten.

Chartanalysen des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Gute Zahlen von Volkswagen haben auch dem VW-Hauptaktionär Porsche SE ein starkes Halbjahresergebnis beschert. Die Beteiligungsgesellschaft erzielte in den ersten sechs Monaten 2018 einen Gewinn nach Steuern in Höhe von 1,9 Mrd. Euro, was einer Steigerung von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.
  • Die Frage nach der von Tesla-CEO Elon Musk als gesichert bezeichneten Finanzierung eines Delistings bleibt ungeklärt, was rechtliche Konsequenzen nach sich zieht. Laut Wall Street Journal prüft die US-Börsenaufsicht SEC den Vorfall. Die SEC habe sich bei Tesla erkundigt, ob die kursbewegende Mitteilung den Tatsachen entspreche und warum sie über Twitter lanciert worden sei.
  • Die Spekulationen um die Größe und das Aussehen des neuen Apple iPhone X, dass in diesem Herbst auf den Markt kommen soll, gehen weiter. Nun soll ein Leak bestätigen, dass Apple ein größeres Modell plant. Berichten zufolge hat Apple vor, dieses Jahr drei neue iPhones auf den Markt zu bringen, darunter ein High-End-Gerät mit einem 6,5-Zoll-Screen.
  • Google will laut einem Bericht der „Wirtschaftswoche" basierend auf Nutzerdaten in Deutschland Werbung auf digitalen Bildschirmen vermarkten. Das sind Screens, die etwa in Bahnhöfen aufgestellt sind und Informationen und Werbung zeigen.
  • Amazon erwägt den Aufbau medizinischer Grundversorgungsstellen am Hauptsitz in Seattle, berichtete der US-Sender CNBC. Amazon wollte sich dazu nicht äußern. Es handelt sich demnach um ein Pilot-Projekt für das eine geringe Anzahl an Ärzten für eine ausgewählte Gruppe von Mitarbeitern eingestellt werden solle. Anfang 2019 könne der Service dann ausgeweitet werden.
  • Die Konsolidierung australischer Fernsehaktivitäten hat dem Medienkonzern News Corp. im vierten Quartal ein Umsatzwachstum um 30 Prozent, jedoch auch einen hohen Nettoverlust von 372 Mio. Dollar eingebracht.
  • Der Dünger- und Salzproduzenten K+S hat erhebliche Probleme. Produktionsprobleme im neuen Werk in Kanada sowie Arbeitskräftemangel hierzulande bereiten Sorgen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) dürfte 2018 zwar deutlich steigen, allerdings nicht so stark wie vom Markt erwartet, teilte der Konzern mit. „Eine Gewinnwarnung trotz eines starken Kalidünger-Marktumfeldes", so Analyst Michael Schaefer von der Commerzbank. K+S rechnet aber damit, die Startschwierigkeiten in Kanada schnell in den Griff zu bekommen.
  • Der Energiekonzern Innogy hat im ersten Halbjahr beim bereinigten operativen Gewinn (Ebit) einen Abschlag um 10 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro hinnehmen müssen. Grund waren u. a. höhere Beschaffungskosten sowie schwache Ergebnisse im Netzgeschäft. Das bereinigte Nettoergebnis fiel um mehr als 20 Prozent auf 662 Mio. Euro. Die Jahresprognose bekräftigte Innogy. Das Unternehmen steht vor der Übernahme durch E.ON.
  • Der IT-Dienstleister Bechtle hat im zweiten Quartal einen Umsatz von 965 Mio. Euro und damit gut 17 Prozent mehr als ein Jahr zuvor erzielt. Der operative Gewinn (Ebit) stieg um 20 Prozent auf 43,9 Mio. und der Überschuss um 21 Prozent auf 30,7 Mio. Euro. Nach dem robusten Quartal erhöhte der Vorstand die Jahresziele. Umsatz und Ergebnis sollen nun in diesem Jahr prozentual zweistellig wachsen. Zuletzt wurde ein „deutlicher“ Anstieg in Aussicht gestellt.
  • Die Container-Reederei Hapag-Lloyd hat ein schwieriges erstes Halbjahr hinter sich. Unter dem Strich weitete sich der Verlust im Jahresvergleich von knapp 43 Mio. auf fast 101 Mio. Euro aus, wie das Unternehmen mitteilte. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging um zwei Prozent auf rund 89 Mio. Euro zurück. Ein Rückgang der Frachtraten und höhere Kosten für Treibstoff und das Chartern von Schiffen zogen die Ergebnisse nach unten.
  • Der Medizintechnik-Konzern Carl Zeiss Meditec hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2017/18 den Umsatz endgültigen Zahlen zufolge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,1 Prozent auf 926,3 Millionen Euro gesteigert. Ohne Währungseffekte hätte sich ein deutlich größeres Plus von knapp 12 Prozent ergeben. Carl Zeiss Meditec erfreut sich einer hohen Nachfrage nach Augenlasern, Diagnostikgeräten und Operationsmikroskopen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg leicht von 132,6 Mio. auf 134,8 Mio. Euro. Der Überschuss sank jedoch von 92,5 auf 82 Mio. Euro.
  • Der Autozulieferer Hella erwartet im laufenden neuen Geschäftsjahr (per Ende Mai 2019) ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 5 bis 10 Prozent (ohne Zu- und Verkäufe). Auch das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll in dieser Größenordnung zulegen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg der Nettogewinn um 13,7 Prozent auf 388,7 Mio. Euro, die Dividende will Hella von 0,92 Euro auf 1,05 Euro je Aktie anheben.
  • Der Immobilienkonzern LEG hat im ersten Halbjahr mehr verdient. Der operative Gewinn aus dem laufenden Geschäft (FFO I) legte dank höherer Mieteinnahmen im Jahresvergleich 5,1 Prozent auf 156,4 Mio. Euro zu. Im laufenden Jahr will LEG den operativen Gewinn (FFO 1) weiter auf 315 bis 323 Mio. Euro anheben.

Konjunktur, Politik & Devisen

  • Der türkische Finanzminister Berat Albayrak hat in einer Rede die Unabhängigkeit der Notenbank des Landes herausgestellt. Albayrak sagte am Freitag, dass die volle Unabhängigkeit der Geldpolitik erreicht werden soll. Außerdem sprach sich Albayrak in einer Vorstellung eines neuen ökonomischen Modells für die Türkei für eine "ernsthafte Disziplin" in der Haushaltspolitik und für strukturelle Reformen aus.
  • US-Präsident Donald Trump hat am Freitag auf Twitter bekanntgegeben, dass die Zollsätze auf türkische Stahl- und Aluminiumprodukte verdoppelt werden sollen. Damit würden türkisches Aluminium mit 20 Prozent und türkischer Stahl mit 50 Prozent besteuert. "Unsere Beziehungen zur Türkei sind nicht gut zurzeit", twitterte Trump.
  • Der Anstieg der Verbraucherpreise in den USA erfolgte im Juli mit einem Plus von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat im Rahmen der Erwartungen. Im Jahresvergleich legte die Inflation um 2,9 Prozent zu, wie das US-Arbeitsministerium weiter mitteilte. Die Kerninflation stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 2,4 Prozent.
  • Laut Goldman Sachs sieht die Zukunft für die Digitalwährung Bitcoin wenig günstig aus. Stark schwankende Kurse schrecken die Mehrheit davon ab, das digitale Geld zu akzeptieren. Den Analysten zufolge dürfte es noch zu weiteren Rückgängen im Preis des Bitcoin kommen.
  • Die Eskalation des Handelsstreits mit den USA löst offenbar Spannungen innerhalb der politischen Führung Chinas aus. Ein überhöhtes nationalistisches Auftreten Pekings dürfte die Position der USA noch einmal verhärten, erfuhr Reuters von Insidern aus dem Umfeld der Regierung in Peking.
  • Die Lira taumelt seit Wochen von einem Tief zum nächsten. Seit Jahresanfang hat die türkische Währung mehr als 36 Prozent abgewertet. Das bringt immer mehr türkische Unternehmen und Banken in Schwierigkeiten - viele haben sich in Dollar verschuldet und können ihren Verpflichtungen auch gegenüber Geldgebern in Europa nicht mehr nachkommen. Einem Bericht der „Financial Times“ zufolge sind die Bankenaufseher der Europäischen Notenbank in Alarmstimmung und schauen sich bereits die Verbindungen europäischer Geldhäuser zu der Türkei an. Insgesamt 194 Mrd. Euro haben Banken weltweit der Türkei geliehen, wie aus Zahlen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hervorgeht. Das höchste Risiko tragen den BIZ-Daten zufolge derzeit die spanischen Großbanken. Vertreter der EZB wollten die Informationen der Zeitung nicht kommentieren, hieß es in dem Bericht.
  • Die britische Wirtschaft ist im Frühjahr um 0,4 Prozent zum Vorquartal gewachsen, teilte das Statistikamt ONS laut einer ersten Schätzung mit. Dieser Anstieg war von Volkswirten erwartet worden. Im ersten Quartal hatte die Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent zugelegt. Im Vergleich zum Vorjahr wuchst die Wirtschaft im Frühjahr um 1,3 Prozent.
  • Der Ton zwischen den USA und Russland wird rauer. Russlands Ministerpräsident Dmitrij Medwedew hat vor einem Wirtschaftskrieg gewarnt, sollte seinem Land der Zugang zu Banken und dem Devisenmarkt versperrt werden. „Ich kann eines sagen: Wenn es zum Verbot von Bankgeschäften oder des Gebrauchs der einen oder anderen Währung kommt, könnte man das eindeutig die Erklärung eines Wirtschaftskrieges nennen", zitierte die Nachrichtenagentur Tass Medwedew. Darauf müsse Russland mit wirtschaftlichen, politischen oder anderen Mitteln reagieren. Die USA wollen ihre Sanktionen wegen des mysteriösen Anschlags auf den EX-Agenten Skripal und seine Tochter ausweiten. Die neuen Maßnahmen sollen am 22. August in Kraft treten.
  • Die französische Industrieproduktion hat im Juni im Monatsvergleich um 0,6 Prozent zugelegt, teilte das Statistikamt Insee mit. Volkswirte hatten im Schnitt einen Anstieg um 0,5 Prozent erwartet. Im Vormonat war die Erzeugung noch um 0,2 Prozent gesunken. Im Jahresvergleich stieg die Produktion im Juni um 1,7 Prozent.
  • Die japanische Wirtschaft ist im zweiten Quartal im Vergleich zu den ersten drei Monaten um annualisiert 1,9 Prozent gewachsen, teilte die Regierung mit. Im Auftaktquartal war das Bruttoinlandsprodukt noch gesunken. Experten hatten für das Frühjahr mit einem geringeren Plus gerechnet. Vor allem der Konsum und die Investitionsfreude der Unternehmen trugen zum Wachstum bei.
  • Die türkische Lira ist am Freitag im frühen Handel erneut auf ein neues Rekordtief gefallen. Der Dollar verteuerte sich zur Lira um mehr als 10 Prozent auf 6,22 Lira. Die türkische Währung hat seit Jahresbeginn nun mehr als ein Drittel an Wert verloren. Die steigende Einflussnahme des Präsidenten Recep Erdogan auf die heimische Notenbank scheint die internationalen Investoren zunehmend abzuschrecken. Für große Verunsicherung hat auch Erdogans Wirtschaftspolitik in den vergangenen Monaten und Jahren geführt. Hinzu kommt der anhaltende Streit zwischen Washington und Ankara über den in der Türkei festgehaltenen Geistlichen. Der Streit gefährdet inzwischen auch die militärische Allianz der Türkei mit dem Westen im Rahmen der NATO. Analyst Paul Gamble von der Ratingagentur Fitch sagte Reuters, die Türkei müsse den Lira-Verfall schnell stoppen. „Wir schauen uns die Entwicklung genau an“, so der Experte. Aktuell wird die Türkei von Fitch mit "BB" bewertet, aber die Lage habe sich seit der Bewertung weiter verschlechtert. Gamble ist der Meinung, dass Ankara nun in der Pflicht steht den Druck von der Lira zu nehmen. Fitch schließt weitere Abstufungen der Türkei nicht aus.
  • Im Mai waren die Umsätze im Bauhauptgewerbe in Deutschland um 1,9 Prozent höher als im gleichen Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen mitteilte. Im Mai waren zudem 2,4 Prozent mehr Beschäftigte in der Branche tätig als im Jahr zuvor.
  • Nordkorea hat die USA aufgefordert, guten Willen zu beweisen und die Sanktionen gegen das Land zu lockern. Außerdem solle Washington aufhören, auf die atomare Abrüstung zu pochen.
Termine des Tages: 10:30 Uhr - GB: BIP Q2 (1. Veröffentlichung)
14:30 Uhr - US: Verbraucherpreise Juli

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