• Presse: Italien will EZB um Fortführung der Anleihekäufe bitten
  • DIW Berlin prognostiziert weiteres Wachstum
  • GfK: Konsumklima geht erneut zurück
  • Kanada zurückhaltend zu neuem Handelsabkommen mit USA
  • Koalition: Arbeitslosenbeitrag wird gesenkt
  • Schwächeres Wachstum in Frankreich
  • ifo-Beschäftigungsbarometer steigt im August
  • JPMorgan sieht Kurspotenzial bei Amazon von 30 Prozent
  • Mehr Instagram-Nutzer sollen bestätigte Accounts bekommen
  • Telekom verschiebt Markteinführung von Sprachassistenten
  • Tele Columbus senkt Prognose für 2018
  • Aston Martin bestätigt Pläne für IPO

DAX & US-Markt

  • Am deutschen Aktienmarkt hat sich eine leichte Dynamik eingestellt. Der DAX stieg zuletzt bei geringen Umsätzen um 0,2 Prozent auf 12.550 Punkte. Die Anleger warten gespannt darauf, ob Kanada der vorläufigen Handelsvereinbarung der USA mit Mexiko beitritt, die Nafta ersetzen soll. Die Spannungen zwischen Italien und der Europäischen Union drücken ebenfalls etwas auf die Stimmung. Ein Medienbericht lässt aufhorchen: Demnach hofft die Regierung in Rom auch im nächsten Jahr auf milliardenschwere Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank (EZB). Dies berichtete die Tageszeitung "La Stampa“. Die Käufe der EZB führen zu höheren Kursen der Bonds und zugleich zu sinkenden Renditen. Das hat die Refinanzierungskosten der Eurostaaten deutlich reduziert.
  • Die US-Märkte haben am Mittwoch ihre Rekordrally vorangetrieben. Ein neuer Nafta-Deal scheint inzwischen fast unter Dach und Fach zu sein und wie der kanadische Premier ankündigte, könnte es schon am Freitag zu einer Einigung kommen. Besonders gut entwickelten sich heute Technologieaktien, den den Nasdaq 100 zum ersten Mal überhaupt über die Marke von 7.600 schoben. Überraschend gut traf der weil die zweite Schätzung für das US-Wachstum im zweiten Quartal ein, während die schwebenden Hausverkäufe im Juli aufgrund eines überhitzten Marktes rückläufig waren.

Chartanalysen des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Mehr Instagram-Nutzer sollen bestätigte Accounts bekommen. Facebooks Fotoplattform führt ein erweitertes Verifizierungs-Programm ein. Technikchef Mike Krieger erklärte, Account-Inhaber können eine Bestätigung über ihre Profilseite beantragen und müssen eine Kopie ihrer ihrer Dokumente zusenden. Instagram werde die Anfragen unter Berücksichtigung der Popularität eines Profils prüfen.
  • Morgan Stanley erhöhte das Kursziel für die Papiere des Online-Handelsriesen Amazon von 1.850 auf 2.500 US-Dollar. Gemessen am aktuellen Kursniveau erwarten die Analysten bei dem Tech-Papier damit einen Kurszuwachs von gut 30 Prozent. Die Aktieneinstufung lautet unverändert "Overweight".
  • Der US-Kabelanbieter Altice legt Veto gegen die geplante Fusion von T-Mobile US und Sprint ein. Die Firma ersuchte die Telekommunikationsaufsicht FCC, bei dem Vorhaben einzugreifen, wie aus aktuell veröffentlichten Unterlagen hervorgeht. Die FCC dürfe die Pläne nur unter Auflagen gestatten und müsse Wettbewerb sicherstellen.
  • Hewlett Packard Enterprises hat im zweiten Quartal die Erwartungen bei Umsatz und Ergebnis übertroffen und die Jahresziele angehoben. Das Unternehmen profitierte von höheren Service-Erlösen und guten Absätzen bei höherpreisigen und margenträchtigeren Servern.
  • Beim Zahlungsdienstleister Wirecard wartet man gebannt auf die Entscheidung der Deutschen Börsen in der kommenden Woche über die neue Besetzung im Leitindex DAX: Wirecard könnte in die erste Börsenliga aufsteigen und womöglich die Commerzbank ersetzen. Deutschlands Großbanken nehmen den erwarteten Aufstieg aber gelassen. Zwar habe sich das Münchner Unternehmen erfolgreich „in einer Nische des Zahlungsverkehrs eingenistet", sagte Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing. Wirecard sei „eine absolut imposante Entwicklung“. Doch der Vergleich mit klassischen Banken hinke, er sehe das Fintech nicht als Angreifer.
  • Die Deutsche Telekom will ihren ersten eigenen Sprachassistenten namens Magenta auf den Markt bringen, allerdings später als geplant. Um den Qualitätsanforderungen gerecht zu werden, nehme man sich etwas mehr Zeit für Tests und für das Training der Sprachplattform des intelligenten Lautsprechers, teilte eine Sprecherin mit. Ursprünglich war der Marktstart in Deutschland für diesen Sommer angekündigt.
  • Der Schweizer Aromen- und Duftstoffhersteller Givaudan ist eine Kooperation mit dem indischen Unternehmen Synthite eingegangen. Das Ziel ist die Herstellung von innovativen und natürlichen Inhaltsstoffen für das Pafümerie-Geschäft, wie Givaudan mitteilte. Zu den finanziellen Details wurden keine Angaben gemacht.
  • Tele Columbus senkt seine Prognose für das laufende Jahr. Die Gründe liegen in der Übernahme des Konkurrenten Pepcom und höheren Kosten für das Anwerben von Neukunden. Der Kabelnetzbetreiber erwartet nun einen Umsatz von 497 Mio. Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Bisher wurde ein Umsatzanstieg um niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich prognostiziert. Beim operativen Gewinn wird nun mit einem deutlichen Rückgang gerechnet. Das bereinigte Ebitda wird nun bei mindestens 235 Mio. Euro gesehen (bisher: 265 - 280 Mio.).
  • Der Medienkonzern RTL Group hat im zweiten Quartal erneut vom Digitalgeschäft profitiert und sowohl den Umsatz als auch den Gewinn gesteigert. Die Erlöse der Bertelsmann-Tochter kletterten von 1,57 Mrd. im Vorjahr auf 1,64 Mrd. Euro, das Ebitda stieg von zuvor 362 auf 379 Mio. Euro.
  • Aston Martin strebt an die Börse. Das Unternehmen hat die britische Börsenaufsicht eigenen Angaben zufolge über die Pläne informiert. Demnach sollen mindestens 25 Prozent von Aston Martin an die London Stock Exchange gebracht werden. Der Börsenprospekt soll am oder um den 20. September veröffentlicht werden.
  • US-Präsident Donald Trump hat den großen Internet-Konzernen Google, Facebook und Twitter unfaire Praktiken vorgeworfen und sie gewarnt, künftig vorsichtiger vorzugehen. "Ich glaube, Google und Twitter und Facebook bewegen sich auf sehr besorgniserregendem Boden und sie müssen vorsichtig sein", sagte Trump, ohne die Vorwürfe näher zu konkretisieren.

Konjunktur & Politik

  • In der Türkei werden nach Schätzungen von Fachleuten der US-Bank JPMorgan bis Mitte nächsten Jahres 150 Milliarden Euro an Auslandsschulden fällig. Das entspricht fast einem Viertel der jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes. Der Großteil dieser Summe entfällt auf den Privatsektor, vor allem auf Banken. Die Experten warnten, dass der Finanzierungsbedarf in den nächsten Monaten groß ist, der Zugang zu den Märkten aber problematisch geworden ist.
  • Die Zahl der schwebenden, also noch nicht abgeschlossenen Hausverkäufe in den USA ist im Juli überraschend zum Vormonat um 0,7 Prozent gesunken, wie die Maklervereinigung National Association of Realtors (NAR) mitteilte. Volkswirte hatten mit einem leichten Anstieg gerechnet, auch im Vormonat Juni waren die Verkäufe deutlich gestiegen. Im Jahresvergleich gingen die Verkäufe im Juli um 0,5 Prozent zurück.
  • Das Wachstum der US-Wirtschaft ist im zweiten Quartal stärker ausgefallen als zunächst angenommen. Wie das US-Handelsministerium in einer zweiten Schätzung mitteilte, erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf das Jahr hochgerechnet um 4,2 Prozent. Ökonomen hatten mit einem Wachstum von annualisiert 4,0 Prozent gerechnet.
  • Nachdem die USA und Mexiko mit Kanada den dritten Partner im bisherigen Nafta-Abkommen unter Druck gesetzt hatten, äußerten sich Vertreter des nördlichen US-Nachbarn positiv. Mexiko habe erfreulicherweise Kompromissbereitschaft bei den Mindestlöhnen im Automobilbereich gezeigt, sagte Kanadas Außenministerin Freeland. „Das ebnet den Weg für substanzielle und, wie ich hoffe, produktive Diskussionen, die wir mit den Vereinigten Staaten in dieser Woche haben werden“.
  • Die Regierung in Rom hofft nach einem Medienbericht auch im nächsten Jahr auf milliardenschwere Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank (EZB). Dies berichtete die Tageszeitung "La Stampa" unter Berufung auf namentlich nicht genannte italienische Offizielle. Eigentlich sollte das Kaufprogramm Ende 2018 eingestellt werden. Die italienische Regierung stellt sich demnach ein neues EZB-Kaufprogramm vor - möglicherweise unter anderem Namen. Die Käufe der EZB führen zu höheren Kursen von Staatsanleihen und zugleich zu sinkenden Renditen. Das hat die Refinanzierungskosten der Eurostaaten deutlich reduziert.
  • Die deutschen Unternehmen haben weiter eine hohe Nachfrage nach Personal. Das ifo Beschäftigungsbarometer steigt im August auf 105,1 Punkte von 104,1 Punkten. "Der Boom auf dem deutschen Arbeitsmarkt geht weiter", erklärte das Institut.
  • Das DIW Berlin prognostiziert für das dritte Quartal ein ähnlich starkes Wachstum wie im ersten Halbjahr. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte demnach um 0,4 Prozent zulegen. Der weltwirtschaftliche Boom des vergangenen Jahres sei zwar vorbei, hieß es. Die zuletzt hohe Auslastung der Produktionskapazitäten in der deutschen Wirtschaft werde sich dabei aber lediglich normalisieren, von einem Einbruch könne keine Rede sein
  • Das französische Statistikamt Insee hat betätigt, dass das Wachstum der französischen Wirtschaft in den ersten beiden Quartalen nur bei jeweils 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal lag. Das Mini-Plus zieht Probleme nach sich: Wirtschaftsminister Bruno Le Maire räumte bereits ein, dass das Staatsdefizit in diesem Jahr nicht wie geplant auf 2,3 Prozent der Wirtschaftsleistung sinken, sondern eher bei 2,6 Prozent liegen wird. Im Frühjahr hatte die Regierung für dieses Jahr noch mit einem Konjunkturplus von 2 Prozent gerechnet, inzwischen erwartet das Statistikamt 1,7 Prozent.
  • Der kanadische Ministerpräsident Justin Trudeau hat sich skeptisch über die Erfolgsaussichten für ein neues Handelsabkommen mit den USA geäußert. Es habe zwar gute Fortschritte bei den Gesprächen zum Thema Autoindustrie gegeben, zitierte Reuters Trudeau. Seine Haltung, dass die kanadischen Milchbauern geschützt werden müssten, habe sich aber nicht geändert. Er freue sich darauf, ein Abkommen zu unterzeichnen, solange dies vorteilhaft für die kanadische Bevölkerung sei, so der Regierungschef.
  • Das Rennen um die Nachfolge von Mario Draghi als Präsident der Europäischen Zentralbank hat laut einer Bloomberg-Umfrage unter Ökonomen einen neuen Favoriten. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann ist nach Berichten, wonach Bundeskanzlerin Angela Merkel für ihr Land einen politischen Spitzenposten in der Europäischen Union anstreben könnte, anstatt Weidmann an die Spitze der EZB zu befördern, zurückgefallen. Spitzenreiter ist nun Erkki Liikanen, ehemaliger Gouverneur der finnischen Zentralbank. Dieser sei ein enger Vertrauter von Draghi und gelte als moderater und pragmatischer Stratege. Dicht dahinter folgen der französische Gouverneur Francois Villeroy de Galhau und der irische Währungshüter Philip Lane.
  • Im August zeigt die Verbraucherstimmung in Deutschland kein einheitliches Bild. Die Konjunkturaussichten legen zu, während die Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung Einbußen hinnehmen müssen. Folglich prognostiziert der Nürnberger Marktforscher GfK für September einen leichten Rückgang des Konsumklimas gegenüber dem Vormonat um 0,1 Zähler auf 10,5 Punkte. „Trotz weltpolitisch turbulenter Zeiten stoppen die Konjunkturerwartungen ihre mehrmonatige Talfahrt und legen spürbar zu“, kommentierte GfK-Experte Rolf Bürkl. "Die Einkommensaussichten sinken hingegen und auch die Anschaffungsneigung verzeichnet kleine Einbußen. Beide Indikatoren weisen aber nach wie vor ein überaus gutes Niveau auf. Da die Sparneigung in diesem Monat nahezu unverändert ist, geht das Konsumklima somit leicht zurück“.
  • Die Inflation hat die Lohnzuwächse der tariflich Beschäftigten in Deutschland im zweiten Quartal komplett aufgezehrt. Die Tarifverdienste in Deutschland sind zwischen April und Juni um durchschnittlich 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Berücksichtigt wurden tarifliche Grundvergütungen und tariflich festgelegte Sonderzahlungen wie Einmalzahlungen, Jahressonderzahlungen oder tarifliche Nachzahlungen. Der Anstieg ohne Sonderzahlungen lag im zweiten Quartal im Vorjahresvergleich bei 2,2 Prozent. Im gleichen Zeitraum stiegen die Verbraucherpreise um 2,0 Prozent.
  • Die Große Koalition hat sich am Dienstagabend unter anderem auf eine Senkung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung um insgesamt 0,5 Prozentpunkte geeinigt. Laut Sozialminister Hubertus Heil (SPD) soll der Beitrag zum 1. Januar gesetzlich um 0,4 Punkte reduziert werden, und befristet bis 2022 per Verordnung um zusätzlich 0,1 Prozentpunkt. Gleichzeitig machten die Spitzen von CDU, CSU und SPD den Weg für das Rentenpaket von Arbeitsminister Heil (SPD) frei. Das aktuelle Rentenniveau von 48 Prozent soll danach bis 2025 gehalten werden. Zugleich soll der Beitragssatz bis dahin nicht über 20 Prozent steigen. Das Maßnahmenpaket sieht zudem eine Ausweitung der Mütterente sowie Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente vor. Das Kabinett soll dem Paket nun bereits heute zustimmen.
  • Unionsfraktionschef Volker Kauder hat im „Handelsblatt“ dafür geworben, wieder starke deutsche Großbanken zu formen. „Wir müssen uns überlegen, wie wir in Deutschland wieder leistungsfähige Großbanken bekommen“, sagte Kauder dem Blatt. Derzeit gebe es „keinen echten Global Player“. Die Deutsche Bank sei leider von alter Größe ein Stück entfernt. „Ich glaube, dass unsere Weltmarktführer schon von zwei kräftigen Großbanken profitieren könnten“, so der Fraktionschef. Zwar sei es richtig gewesen, die Banken nach der Finanzkrise strenger zu regulieren. Doch seien international große Banken wichtig, um die deutsche Wirtschaft bei ihren globalen Geschäften zu unterstützen.
  • Der Franzose Robert Ophèle will Vorsitzender der Bankenaufsicht der EZB werden. Der bisherige Chef der französischen Finanzmarktaufsicht AFM habe sich um den Posten beworben, teilte die AFM mit. Zuvor hatte die irische Notenbankerin Sharon Donnery ihr Interesse bekundet. Ihr werden gute Chancen eingeräumt. Bis Dezember ist das Amt noch von Danièle Nouy besetzt.
Termine des Tages: 08:45 Uhr - FR: BIP Q2 2. Veröffentlichung
14:30 Uhr - US: BIP Q2 (2. Veröffentlichung)
16:00 Uhr - US: Schwebende Hausverkäufe Juli

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