• US-Wachstum im zweiten Quartal schwächer als erwartet
    • Deutschland: Inflationsrate steigt auf 3,8 %
    • Wirtschaftsstimmung in Eurozone hellt sich auf
    • Arbeitslosigkeit in Deutschland geht weiter zurück
    • Samsung Electronics steigert Umsatz und Gewinn kräftig
    • HeidelbergCement wird optimistischer
    • Airbus verdoppelt Gewinnziel
    • Volkswagen erhöht Prognose
    • Facebook enttäuscht mit schwachem Ausblick
    • US-Senat beginnt Beratungen zu Infrastrukturpaket
    • Fed deutet Tapering an
    • Qualcomm profitiert von 5G-Ausbau
    • PayPal: Ausblick sorgt für Enttäuschung

    Markt

    • Der Markt ist derzeit hart im Nehmen. Die Aussicht auf eine straffere Geldpolitik, ein schwächer als erwartet ausgefallenes US-Wachstum und eine explodierende Inflation in Deutschland: Der Aktienmarkt steckte seit Mittwochabend das alles ohne größere Reaktion weg. Für gute Stimmung sorgen die Quartalszahlen, die bei vielen Unternehmen besser als erwartet ausfallen und zu angehobenen Prognosen führen. Der DAX machte am Donnerstag keine großen Sprünge, konnte aber unter dem Strich leicht zulegen. Auch an der Wall Street ging es weiter aufwärts in gemächlichem Tempo. In Dow Jones und S&P 500 reichte es sogar wieder zu neuen Rekordhochs. Eine Reihe guter Quartalszahlen samt Prognoseanhebungen der Unternehmen sorgt für gute Stimmung. Enttäuschungen gibt es aber auch, zum Beispiel bei Facebook und PayPal. Am Abend stehen u.a. die Quartalszahlen des Onlinegiganten Amazon auf dem Programm.

    Chartanalysen & Artikel des Tages

    Unternehmen & Branchen

    • Der US-Neobroker Robinhood feiert am Donnerstag seinen Börsengang an der US-Technologiebörse Nasdaq. Das Unternehmen platzierte seine Anteilsscheine am unteren Ende der Preisspanne zu 38 Dollar bei den Anlegern, womit das ganze Unternehmen mit 32 Milliarden Dollar bewertet wird. Die Preisspanne hatte bei 38 bis 42 Dollar gelegen. Robinhood wächst stark und macht den Handel auch mit komplexen Produkten wie Optionen besonders einfach, ist dafür aber auch wiederholt in Kritik geraten.
    • Der Industriekonzern GEA hat nach einem operativen Gewinnanstieg im zweiten Quartal seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Der Umsatz soll nun organisch (bereinigt um Wechselkurseffekte und Akquisitionen/Divestments) mit 5 bis 7 Prozent wachse, nachdem bisher 0 bis 5 Prozent in Aussicht gestellt wurden. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) vor Restrukturierungsaufwand (zu konstanten Wechselkursen) soll nun in einer Bandbreite von 600 bis 630 Millionen Euro liegen (bisher: 530 bis 580 Millionen Euro, Konsensus: 572 Millionen Euro). Die Kapitalrendite ROCE (zu konstanten Wechselkursen) soll nun 23 bis 26 Prozent (bisher: 16 bis 20 Prozent) erreichen. Im zweiten Quartal verbuchte GEA einen leichten Umsatzrückgang um 0,8 Prozent auf 1,16 Milliarden Euro, während das EBITDA vor Restrukturierungsauwand um 9,4 Prozent auf 153,7 Millionen Euro zulegte. Der Auftragseingang stieg um 25,1 Prozent auf 1,29 Milliarden Euro. Die Kennzahl ROCE erhöhte sich von 14,8 Prozent im Vorjahresquartal auf 21,7 Prozent.
    • Airbus hat eine Bestellung von 16 Verkehrsflugzeugen des Typs A330neo von der deutschen Fluggesellschaft Condor erhalten. Die erste Auslieferung ist für Herbst 2022 geplant.
    • Der Sportartikelhersteller Puma hat im zweiten Quartal einen währungsbereinigten Umsatzanstieg um 96 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro verbucht. Das operative Ergebnis verbesserte sich gegenüber dem coronabedingt schwachen Vorjahresquartal von minus 115 Millionen Euro auf plus 109 Millionen Euro, während das Konzernergebnis von minus 96 Millionen Euro auf plus 49 Millionen Euro zulegte.
    • Das Medizin- und Sicherheitstechnikunternehmen Drägerwerk hat im zweiten Quartal nach endgültigen Zahlen seinen Umsatz gesteigert, gleichzeitig aber einen Gewinnrückgang verbucht. Der Umsatz erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresquartal von 788,4 Millionen Euro auf 841,3 Millionen Euro, während der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 102,2 Millionen Euro auf 80,3 Millionen Euro und der Nettogewinn von 60,4 Millionen Euro auf 57 Millionen Euro abnahm. Der Ausblick wurde bestätigt.
    • Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung Electronics hat seinen Nettogewinn im zweiten Quartal um 73 Prozent auf 9,63 Billionen Won (7,06 Milliarden Euro) gesteigert. Der operative Gewinn erhöhte sich um 54 Prozent auf 12,57 Billionen Won, während der Umsatz um 20 Prozent auf 63,67 Billionen Won zulegte.
    • Der Baustoffkonzern HeidelbergCement wird optimistischer für das Gesamtjahr und rechnet nun mit einem "starken" Anstieg beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA). Zuvor war nur ein "leichter" Anstieg beim bereinigten EBITDA in Aussicht gestellt worden. Im zweiten Quartal erhöhte sich der Umsatz um 15 Prozent auf fast fünf Milliarden Euro, während der Gewinn aus dem laufenden Geschäft vor Abschreibungen (RCOBD) um rund 18 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zulegte. Unter dem Strich wurde ein den Aktionären zurechenbarer Gewinn von 623 Millionen Euro verbucht, nach einem Verlust von 3,0 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Das Ergebnis je Aktie legte von minus 15,26 Euro auf plus 3,14 Euro zu.
    • Nach einer überraschend starken Geschäftserholung im zweiten Quartal hat der Flugzeugbauer Airbus sein Gewinnziel für 2021 verdoppelt. So sollen beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) nun mindestens vier Milliarden Euro erreicht werden, nachdem zuvor zwei Milliarden in Aussicht gestellt wurden. Im Gesamtjahr sollen außerdem rund 600 Verkehrsflugzeuge ausgeliefert werden, nachdem bisher Auslieferungen mindestens auf dem Vorjahresniveau (566 Verkehrsflugzeuge) in Aussicht gestellt wurden. Im zweiten Quartal konnte Airbus den Umsatz um 70 Prozent auf 14,2 Milliarden Euro steigern, während das bereinigte EBIT von minus 1,2 Milliarden Euro auf plus 2,0 Milliarden Euro zulegte. Unter dem Strich wurde im Quartal ein Gewinn von 1,9 Milliarden Euro verbucht, nach einem Verlust von 1,4 Milliarden Euro im Vorjahresquartal.
    • Die Beteiligungsgesellschaft Porsche, die einen Großteil der Volkswagen-Stammaktien hält, hat ihre Prognose für das Konzernergebnis nach Steuern angepasst, nachdem auch Volkswagen seine Prognose angehoben hatte. Die börsennotierte Holding der Familien Porsche und Piëch geht für das Geschäftsjahr 2021 nunmehr von einem Konzernergebnis nach Steuern in Höhe von 3,4 Milliarden Euro bis 4,9 Milliarden Euro aus. Aufgrund der Kapitalbeteiligung der Porsche SE an der Volkswagen AG in Höhe von rund 31,4 Prozent wird das Ergebnis des Porsche SE Konzerns maßgeblich von dem der Porsche SE zuzurechnenden at Equity-Ergebnis und damit von der Ergebnissituation des Volkswagen Konzerns beeinflusst.
    • Nach einem Rekordergebnis im ersten Halbjahr hat Volkswagen seine Ziele für das Gesamtjahr erneut angehoben. Die EBIT-Marge soll nun 6,0 bis 7,5 Prozent betragen, nachdem zuvor 5,5 bis 7 Prozent in Aussicht gestellt wurden. Die Auslieferungen sollen 2021 nun "spürbar" (bisher: "deutlich") über die Vorjahr liegen. Finanzvorstand Arno Antlitz sagte in der Telefonkonferenz, dass man einen Anstieg der Auslieferungen um rund 10 Prozent erwarte. Den endgültigen Zahlen zufolge konnte Volkswagen den Umsatz im ersten Halbjahr von 96,1 Milliarden Euro im Vorjahreszeitrau auf 129,7 Milliarden Euro steugern. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte von minus 1,49 Milliarden Euro auf 11,4 Milliarden Euro zu. Das Ergebnis nach Steuern erhöhte sich von minus 1,0 Milliarden Euro auf plus 8,5 Milliarden Euro.
    • Aixtron hat im zweiten Quartal einen Umsatz von €67,7 Mio (VQ: 49,5 Mio), einen Auftragseingang von €139 Mio (VQ: €124,4 Mio), ein Ebit von €5,6 Mio (VQ: -€0,7 Mio) und einen Nettogewinn von €7,7 Mio (VQ: €3,8 Mio) erzielt. Im Ausblick auf 2021 hebt das Unternehmen die Prognose für den Auftragseingang auf €440 bis €480 Mio (bisher: €420 bis €460 Mio) an.
    • Die Schweizer Großbank Credit Suisse hat im zweiten Quartal Erträge von CHF 5,1 Mrd (Analystenprognose: CHF 5,17 Mrd), ein Vorsteuerergebnis (EBT) von €813 Mio (Prognose: CHF 754 Mio) und einen Nettogewinn von CHF 253 Mio (Prognose: CHF 380 Mio) erzielt. Der Zusammenbruch des US-Hedgefonds Archegos hat Credit Suisse im zweiten Quartal mit weiteren 594 Millionen Schweizer Franken belastet, nachdem dadurch im ersten Quartal bereits Verluste von rund 4,4 Milliarden Franken verursacht wurden.
    • Facebook hat im zweiten Quartal bei Umsatz und Gewinn die Erwartungen der Analysten übertroffen, zugleich aber mit einem schwachen Ausblick für Ernüchterung gesorgt. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 55,5 Prozent auf 29,07 Milliarden Dollar, während die Analysten nur mit 27,82 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Der Gewinn je Aktie erhöhte sich von 1,80 Dollar auf 3,61 Dollar, was ebenfalls über den Analystenschätzungen (3,02 Dollar) lag. Für das dritte und vierte Quartal stellte Facebook eine signifikante Verlangsamung des Umsatzwachstums in Aussicht.
    • Der Zahlungsdienstleister PayPal hat im zweiten Quartal mit einem Gewinn je Aktie von 1,15 Dollar die Analystenschätzungen von 1,13 Dollar übertroffen. Der Umsatz lag mit 6,24 Milliarden Dollar allerdings unter den Erwartungen von 6,27 Milliarden. Für das dritte Quartal stellte PayPal einen Umsatz und Gewinn unter den Analystenschätzungen in Aussicht. Das Unternehmen erwartet im dritten Quartal ein Ergebnis je Aktie von 1,07 Dollar (Konsensprognose: 1,14) und einen Umsatz zwischen 6,15 und 6,25 Milliarden Dollar (Konsensprognose: 6,43 Mrd).
    • Der Chipkonzern Qualcomm hat im zweiten Quartal vom Ausbau der Mobilfunktechnologie 5G profitiert und den Umsatz um 65 Prozent auf 8,1 Milliarden Dollar (Analystenprognose: 7,6 Milliarden Dollar) gesteigert, während der Gewinn von 845 Millionen Dollar auf gut zwei Milliarden Dollar zulegte. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 1,92 Dollar über den Analystenschätzungen von 1,67 Dollar.

    Konjunktur & Politik

    • Die schwebenden Hausverkäufe in den USA sind im Juni überraschend gesunken. Im Vergleich zum Vormonat wurde ein Rückgang um 1,9 Prozent verzeichnet. Die Volkswirte hatten hingegen mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet. Im Vormonat Mai waren die schwebenden (noch nicht abgeschlossenen) Hausverkäufe noch um 8,3 Prozent gestiegen.
    • Die US-Wirtschaft ist im zweiten Quartal weniger stark gewachsen als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) erhöhte sich um annualisiert 6,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wie das US-Handelsministerium mitteilte. Erwartet wurde hingegen ein Anstieg um 8,4 Prozent. Das Wachstum im ersten Quartal wurde von 6,4 Prozent auf 6,3 Prozent leicht nach unten revidiert.
    • Die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind in der vergangenen Woche um 24.000 auf 400.000 gesunken, wie das US-Arbeitsministerium mitgeteilt hat. Erwartet wurde allerdings ein stärkerer Rückgang auf 380.000 Erstanträge. Der Vorwochenwert wurde von 419.000 auf 424.000 leicht nach oben revidiert. Die fortgesetzten Anträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen in der vergangenen Woche leicht von 3,262 Millionen auf 3,269 Millionen.
    • Die Inflationsrate in Deutschland ist im Juli nach vorläufigen Angaben auf 3,8 Prozent gestiegen. Erwartet wurde hingegen nur eine Inflationsrate von 3,2 Prozent. Im Juni hatte die Inflationsrate, definiert als die Veränderung des Verbraucher­preisindex (VPI) gegenüber dem Vorjahresmonat, noch bei 2,3 Prozent gelegen. Die nach europäischen Vorgaben einheitlich ermittelte HVPI-Inflationsrate stieg auf 3,1 Prozent im Juli. Laut Statistischem Bundesamt ist für den weiteren Anstieg im Juli vor allem ein Basiseffekt, der auf die coronabedingte Senkung der Mehrwertsteuersätze im Juli 2020 zurückzuführen ist, verantwortlich. Die genaue Höhe des Basiseffekts sei aber nur schwer zu bestimmen, weil gleichzeitig auch Effekte durch die CO2-Bepreisung und übliche Marktentwicklungen aufgetreten seien
    • EZB-Direktoriumsmitglied Fabio Panetta hat sich dafür ausgesprochen, die Wirtschaft in der Eurozone "heiß laufen" zu lassen, bevor die Geldpolitik wieder gestrafft wird. In der Vergangenheit habe die "Ungeduld der EZB" zu zu frühen Zinserhöhungen geführt, sagte Panetta der italienischen Tageszeitung "Corriere dela Sera". Deshalb könnte es notwendig sein, die Wirtschaft "heiß laufen" zu lassen, um die Bemühungen der EZB für eine Inflationsrate von zwei Prozent glaubwürdig zu machen.
    • Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone (ESI) ist von 117,9 Punkten im Juni auf 119,0 Zähler im Juli gestiegen, wie die Europäische Kommission mitgeteilt hat. Erwartet wurde ein Anstieg auf 118,9 Punkte. Der Teilindex für die Industriestimmung legte von plus 12,8 auf plus 14,6 Punkte zu. Der ESI für Deutschland erhöhte sich von 117,2 auf 117,5 Punkte.
    • Die Arbeitslosigkeit in Deutschland hat im Juli weiter abgenommen. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote sank von 5,9 Prozent im Vormonat auf 5,7 Prozent. Erwartet wurden 5,8 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat nahm die Zahl der Arbeitslosen saisonbereinigt um 91.000 ab. Erwartet wurde nur ein Rückgang um 28.000.
    • Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland ist im Juni 2021 saisonbereinigt um 78.000 Personen bzw. 0,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat gestiegen, wie das Statistische Bundesamt auf vorläufiger Basis mitteilte. Insgesamt waren rund 44,7 Millionen Personen mit Wohnort in Deutschland (Inländerkonzept) erwerbstätig. Die Zahl der Erwerbstätigen liegt allerdings weiter deutlich unter dem Vorkrisenniveau: So waren im Juni 2021 saisonbereinigt 1,3 Prozent bzw. 573.000 Personen weniger erwerbstätig als im Februar 2020, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.
    • Die US-Notenbank Fed setzt ihre ultralockere Geldpolitik zunächst unverändert fort, hat im Rahmen ihres Zinsentscheids aber zugleich eine mögliche Reduzierung ihrer milliardenschweren Anleihenkäufe in den kommenden Monaten angedeutet. Der Leitzins bleibt in der Spanne von 0,0 bis 0,25 Prozent. Die Notenbank beschloss außerdem eine dauerhafte Repo-Fazilität, mit der die Fed dem Repo-Markt künftig flexibel Liquidität zur Verfügung stellen bzw. entziehen kann. (Ausführlicher Artikel: US-Notenbank deutet Tapering an)
    • Der US-Senat hat das Gesetzgebungsverfahren für ein abgespecktes Infrastrukturpaket gestartet, nachdem ein ambitionierteres Paket bisher gescheitert war. Das Paket sieht neue Investitionen im Volumen von rund 550 Milliarden US-Dollar vor. Pläne von US-Präsident Joe Biden für ein mehrere Billionen Dollar schweres Paket waren zuvor am Widerstand der Republikaner gescheitert.

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