DAX

    Angesichts eines ziemlich leeren Wirtschaftskalenders fehlten zu Wochenbeginn den Märkten die Impulse. Auch wollen sich die Börsianer weder in die eine noch die andere Richtung positionieren, je näher die Zinsentscheidung der US-Notenbank rückt. Zinswende bereits im September oder doch erst später - viel mehr scheint die Börse bis zum Donnerstagabend wohl nicht zu interessieren. Die Unsicherheit um den geldpolitischen Kurs der Notenbank sorgte weiterhin für Zurückhaltung unter den Anlegern. Der DAX verabschiedete sich gestern kaum verändert in den Feierabend.

    Im Vorfeld der morgen beginnenden FOMC-Sitzung der US-Notenbank stehen dann doch noch einige wichtige Datenveröffentlichungen im Kalender. Zunächst wird heute die ZEW-Umfrage in Deutschland auf Interesse stoßen. Mit einem Anstieg des Indikators der Konjunkturerwartungen rechnen Volkswirte nicht, Enttäuschungspotenzial gegenüber der Konsensschätzung dürfte aber auch nicht gegeben sein. Am Nachmittag werden dann in den USA unter anderem die Einzelhandelsumsätze und Daten zur Industrieproduktion herausgebracht. Darüber hinaus wird mit dem Empire State Manufacturing Index einer der wichtigsten regionalen Industriebarometer in den USA veröffentlicht. Letztlich liegen die Hoffnungen derjenigen, die auf eine Zinswende in dieser Woche setzen, auf einer kräftigen Erholung der Stimmungsindikatoren.

    Deutsche Bank vor massivem Stellenabbau?

    Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider am Montagabend berichtete, soll fast ein Viertel der weltweiten Belegschaft der Deutschen Bank zur Disposition stehen. Um Kosten zu sparen, erwäge das größte deutsche Kreditinstitut, seine Mitarbeiterzahl deutlich zu reduzieren. Eine „Zielmarke" für die Belegschaft habe der neue Vorstandschef John Cryan nicht genannt, so das Handelsblatt. Reuters spekuliert, aus derzeit 98.000 Deutschbankern könnten 75.000 werden.

    Flüchtlingskrise: Bundesfinanzminister Schäuble plant offenbar ein Sparpaket

    Im Gespräch sei ein Betrag von insgesamt 500 Millionen Euro, schreibt die Bild-Zeitung. Diese Summe sollten alle Ministerien noch in diesem Jahr angesichts der Belastungen durch die Flüchtlingskrise gemeinsam einsparen.

    Fiskus: 2016 weniger Steuern?

    Das DIW Berlin rechnet laut Handelsblatt für 2016 mit weniger Staatseinnahmen als noch bei Schätzung im Mai prognostiziert. Grund seien etwa Änderungen am Steuerrecht beim Kindergeld und Kinderfreibetrag. Unterm Strich würden Bund, Länder und Gemeinden im kommenden Jahr rund 1,6 Milliarden Euro weniger einnehmen als bislang vermutet.

    Grenzkontrollen schaden der Wirtschaft

    EU-Kommissar Günther Oettinger warnte angesichts der Rückkehr zu Grenzkontrollen in vielen Mitgliedstaaten derweil vor Konsequenzen für die Wirtschaft. „Zu lange andauernde Grenzkontrollen wären eine empfindliche Störung des Binnenmarktes und für die Arbeitswelt", sagte Oettinger dem Handelsblatt.

    Deutschlands Chemiebranche sorgt sich um Forschungsstandort

    Bayer-Chef Marijn Dekkers sorgt sich in seiner Funktion als Präsident des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) um den heimischen Forschungsstandort. Der sei für die Hersteller von Chemikalien und Medikamenten noch immer attraktiv und leistungsstark, sagte Dekkers dem Handelsblatt. „Doch China, Indien und Korea holen als Forschungsstandorte rasch auf“, warnte er. Dekkers will die Politik, aber auch die Firmen in die Pflicht nehmen.

    Continental will Systemlieferant von Apple werden

    Der Automobilzulieferer Continental möchte laut einem Bericht der FAZ Systemlieferant von Apple werden, falls sich der Technologiekonzern entscheiden sollte, ein Elektroauto zu bauen. „Wir arbeiten mit Cisco, IBM und dem Kartendienst Here zusammen. Google ist für uns ein Kunde wie andere auch", sagte CEO Elmar Degenhart der Zeitung.

    Evotec erhöht Wachstumsprognose

    Das Biotech-Unternehmen Evotec rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem Umsatzanstieg von rund 45 Prozent vom Vorjahresniveau von 73,4 Millionen Euro. Bislang hatte Evotec ein Umsatzplus von mehr als 35 Prozent angestrebt. Legt man die Wachstumsprognose zugrunde, werden die Erlöse damit bei rund 106 Millionen Euro liegen, nach bisher mindestens 99 Millionen Euro. In der Prognose sind Erlöse aus Meilensteinen, Abschlagszahlungen und Lizenzen noch nicht eingerechnet.

    Griechenland: „Wir brauchen eine "politische Nationalmanschaft"

    Der frühere griechische Ministerpräsident Tsipras hat im Fernsehduell mit dem konservativen Meimarakis eine große Koalition ausgeschlossen. Entweder werde es eine konservative oder eine progressive Regierung geben. Meimarakis hingegen forderte eine "politische Nationalmannschaft" um die Krise zu lösen, und schloss ein Bündnis mit den Linken nicht aus.