• UK: Brexit-Minister Davis zurückgetreten
  • US-Zölle: BMW will Preise erhöhen
  • Sentix: Anlegerstimmung stabilisiert sich
  • CATL will Batteriezellen in Thüringen produzieren
  • Ex-ZF-Chef Sommer soll Einkaufschef bei VW werden
  • BMW kauft von CATL Batteriezellen im Wert von 4 Mrd. Euro
  • VW warnt vor "Zeit der Ungewissheit"
  • Covestro hält nach Übernahmen Ausschau
  • Henkel plant Preiserhöhungen

DAX & US-Markt

  • Der deutsche Aktienmarkt hat zu Beginn der neuen Woche eine Berg- und Talfahrt veranstaltet. Nach einem freundlichen Start rutschte der DAX ins Minus, nur um sich kurz vor Handelsende zusammen mit den deutlich festeren US-Märkten wieder zu erholen. Am Schluss konnte der DAX immerhin mit einem Plus von 0,38 Prozent aus dem Handel gehen. Ein möglicher Grund für die Erholung: An der Wall Street wendet sich der Markt vom Handelsstreit ab und der Berichtssaison zu. Spannend wird es am Freitag in dieser Woche, wenn mit JPMorgan, Citigroup und Wells Fargo gleich drei große US-Banken ihre Quartalszahlen präsentieren.
  • US-Aktien legten am Montag den dritten Handelstag in Folge zu. Die Handelskonflikt-Story scheint mittlerweile fast abgehakt und Anleger richten ihren Fokus nun auf die anstehende Earnings Season, die inoffiziell am Freitag angekickt wird. Der S&P 500 gewinnt heute 0,88 %, wobei Finanzen (+2,3 %) und Industrie (+1,9 %) sich als führend erwiesen, während Versorger (-3,1 %), Immobilien (-0,9 %) und Consumer Staples (-0,4 %) als einzige Sektoren ein Minus verzeichneten. Bei den Einzelwerten gewann Groupon 10,7 %, nachdem Recode meldete, dass das Unternehmen Ausschau nach einem Käufer hält. Twitter verlor aufgrund eines negativen Wapo-Artikels vom Freitag 5,4 %, Pfizer beendete den Tag kaum verändert, nachdem sich US-Präsident Trump die Firma per Twitter zur Brust genommen hatte und die hohen Preise für Medikamente kritisierte.

Chartanalysen des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Die Aktien von Twitter sind am Montag stark eingebrochen und notieren zuletzt knapp neun Prozent im Minus. Hintergrund ist offenbar ein Bericht der Washington Post vom vergangenen Freitag, wonach Twitter im Kampf gegen Fake-News und automatisch erstellte Posts allein in den vergangenen beiden Monaten insgesamt 70 Millionen auffällige Konten gesperrt haben soll.
  • Laut einem Medienbericht hat der französische Konkurrent CMA die Reederei Hapag-Lloyd wegen eines möglichen Zusammenschlusses angesprochen. Die Hamburger wollen aber von angeblichen Fusionsgesprächen ihrer französischen Rivalin nicht wissen und dementierten den Bericht.
  • Der Stahlhändler Klöckner & Co rechnet im zweiten Quartal als Folge höherer Preise mit einem stärkeren operativen Gewinn als bisher. Das operative Ergebnis (Ebitda) dürfte rund 82 Millionen Euro erreichen, teilte das Unternehmen mit. Bisher hatte das Management 65 bis 75 Millionen Euro erwartet.
  • Laut einem „Handelsblatt“-Bericht soll Ex-ZF-Chef Stefan Sommer neuer Einkaufsvorstand im Volkswagen-Konzern werden. Der Manager würde damit am Jahresende den langjährigen ehemaligen Chef Francisco Javier Garcia Sanz ablösen. Am Montagabend soll demnach die Entscheidung dazu fallen.
  • Siemens will mit dem Verkauf von Dampfturbinen für die Industrie in zwei Jahren keine Verluste mehr schreiben. „Die Aufgabe, die wir dem Team gegeben haben, ist, dass die Industrie-Dampfturbinen bis 2020 die Nulllinie im Neugeschäft schaffen müssen", sagte Vorstandschef Kaeser der "Sächsischen Zeitung“.
  • Der US-Bezahldienstleister PayPal will durch weitere Übernahmen wachsen. „Wir haben eine sehr gesunde Bilanz und wir werden diese einsetzen, um weitere Unternehmen zu kaufen“, sagte CEO Dan Schulman in einem Interview.
  • Laut der „Washington Post“, könnte Praxis des Kurznachrichtendiensts Twitter, sog. "Fake-Konten" zu schließen, das viel beachtete Wachstum der Nutzerzahlen im zweiten Quartal geschmälert haben.
  • Die Netgear-Tochter Arlo hat ihren Börsengang auf den Weg gebracht. Die Aktien des Unternehmens sollen an der New Yorker Börse gelistet werden.
  • Die Citigroup verstärkt das Investmentbankgeschäft in Frankreich mit zwei Seniorbankern, die vom Schweizer Rivalen UBS kommen.
  • Neuseeland will bei Boeing vier Seefernaufklärungsflugzeuge ordern. Die Regierung in Wellington genehmigte den Kauf der P-8A Poseidon-Maschinen im Wert von 1,5 Mrd. Dollar.
  • Die US-Kaffeehauskette Starbucks will eigenen Angaben zufolge ab 2020 keine Plastikstrohhalme mehr in seinen Restaurants verwenden.
  • Der Autobauer BMW will wegen erhöhter Importzölle auf US-Autos seine Preise in China anheben. BMW China werde nicht in der Lage sein, die Zollerhöhungen für importierte Autos aus den USA komplett zu absorbieren", erklärte ein Sprecher. Momentan bleibe es aber noch bei den aktuellen Listenpreisen für die Händler. Die neuen Preise sollen zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden. BMW baut in seinem Werk in Spartanburg in den USA die SUV-Modelle X3 bis X6, die auch nach China exportiert werden.
  • Der chinesische Hersteller CATL will Batteriezellen für Elektroautos in Thüringen produzieren. Landes-Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Contemporary Amperex Technology Ltd. (CATL) wolle am Erfurter Kreuz die erste Gigafactory in Deutschland eröffnen. Details zu dem Großprojekt, über das es seit Wochen Spekulationen gegeben hatte, würden am Montagnachmittag in Berlin vorgestellt, kündigte Tiefensee an. In China betreibt CATL bereits ein Werk, das Berichten zufolge Batteriezellen mit einer Kapazität von 50 Gigawatt pro Stunde herstellt. BMW hat angekündigt, Batteriezellen im Wert von vier Milliarden Euro beim größten chinesischen Hersteller Catl zu erwerben. Zellen im Wert von 1,5 Milliarden sollen ab 2021 aus der geplanten Catl-Fabrik in Erfurt kommen, sagte BMW-Einkaufsvorstand Markus Duesmann. Im BMW-Werk Dingolfing sollen die Zellen dann zu Modulen für den vollelektrischen BMW i-next zusammengebaut werden. Zellen für weitere 2,5 Milliarden Euro kauft BMW bei Catl in China.
  • Die Fluggesellschaft Air France-KLM hat trotz heftiger Streiks in Frankreich im ersten Halbjahr das Passagieraufkommen steigern können. Von Januar bis Juni zählte der Konzern knapp 48,5 Mio. Fluggäste und damit 2,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
  • Der Volkswagen-Konzern rechnet wegen der neuen Abgastests nach dem Verfahren WLTP mit einer langen Durststrecke. „Dieses Thema wird uns einige Monate beschäftigen, bis wir in den Werken wieder zu einer normalen Fahrweise kommen", schrieb Vorstandschef Herbert Diess an die Mitarbeiter.. Die Deutsche Presse-Agentur lag der Brief vor. Über 200 Modellvarianten muss VW wegen des neuen ab 1. September geltenden Abgastest-Verfahrens WLTP erneut prüfen und zulassen. „Nach dem Sommer gehen wir in eine Zeit der Ungewissheit", ergänzte Betriebsratschef Bernd Osterloh in einem Schreiben an die Belegschaft. „Absehbar ist leider, dass uns die WLTP-Probleme über das dritte Quartal hinaus begleiten werden."
  • Der chinesische Smartphone-Hersteller Xiaomi hat bei seinem Börsengang in Hongkong enttäuscht. Der Erlös lag mit rund fünf Milliarden US-Dollar deutlich unter den Erwartungen des Unternehmens.
  • Der Kunststoffhersteller Covestro hält nach Übernahmen Ausschau. „Beim Thema M&A haben wir in der Vergangenheit sehr wenig getan, das soll sich ändern", sagte der neue Finanzvorstand Thomas Toepfer der „Börsen-Zeitung“ vom Samstag. Gelegenheiten für Zukäufe sehe er vor allem für das kleinste Geschäftsfeld CAS (Lacke, Klebstoffe, Spezialitäten). Ob eine M&A-Transaktion sinnvoll sei, hänge natürlich vom Preis ab, betonte Toepfer. „Zugleich muss man aber auch schauen, welchen Wert man damit schaffen kann", erklärte er. So seien Synergien bei Akquisitionen ein wichtiger Faktor.
  • Daimler hat bei internen Prüfungen bei einem älteren Lkw-Motor Abgaswerte gemessen, die leicht höher als erlaubt gewesen sind. In einzelnen Betriebssituationen sei bei internen Kontrollen der Grenzwert für Stickoxid überschritten worden, sagte ein Sprecher des Autobauers am Sonntag. Daraufhin habe Daimler den Motor genauer analysiert und die Ergebnisse Ende Juni dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gemeldet. Der Sprecher wies die Darstellung der „Bild am Sonntag“ als „irreführend" zurück, nach der Daimler eine Software-Funktion entdeckt habe, die unter bestimmten Bedingungen die Abgasnachbehandlung abschaltet.
  • Der Konsumgüterkonzern Henkel plant Preiserhöhungen. „Wir rechnen mit insgesamt höheren Preisen vor allem in unserem Klebstoffgeschäft", sagte Vorstandschef Hans Van Bylen der "Rheinischen Post". Grund seien die deutlich gestiegene Einkaufspreise für Rohstoffe. Außerdem soll Henkel mit weiteren Übernahmen wachsen. „Akquisitionen sind ein wichtiger Teil unserer Strategie", sagte Van Bylen. Der Konzern hat in den vergangenen zwei Jahren 6,3 Milliarden Euro in Übernahmen gesteckt.

Konjunktur & Politik

  • Der britische Außenminister Boris Johnson ist zurückgetreten. Das teilte die britische Regierung am Montagnachmittag mit. Johnson, ein vehementer Brexit-Befürworter, bezeichnete die Austrittspläne von Premierministerin Theresa May Medienberichten zufolge während der Kabinettsklausur als „Scheiß". May hat das Rücktrittsgesuch den Angaben zufolge akzeptiert.
  • Die OECD geht weiterhin von einem leicht überdurchschnittlichen Wirtschaftswachstum in den USA aus. Der von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung erhobene Frühindikator CLI verharrte im Mai bei 100,2 Punkten.
  • Zwischen Nordkorea und den USA ist es zu einem Dissens gekommen. Pjöngjang warf US-Außenminister Pompeo „gangstermäßige" Methoden bei den Verhandlungen zur angestrebten nuklearen Abrüstung vor und drohte mit dem Gesprächsende. Pompeo wies die Kritik zurück und erklärte, er werde sich weiter für eine Denuklearisierung einsetzen.
  • Die sentix-Konjunkturerwartungen für die Eurozone haben sich im Juli stabilisiert. Der Teilindikator steig um 3,3 auf minus 10,0 Punkte, teilte das Marktforschungsinstitut Sentix mit. Im Vormonat hatte der Indikator den niedrigsten Stand seit der Eurokrise erreicht. Der Gesamtindikator für die Investoren-Stimmung kletterte von 9,3 auf 12,1 Punkte. Volkswirte hatten einen Rückgang auf 9,0 Punkte erwartet. Die Experten von Sentix sprechen allerdings nur von einer „technischen“ Gegenbewegung. Denn der Index für Deutschland beispielsweise sinke erneut, zum sechsten Mal in Folge, auf nur noch 16,2 Punkte. „Die Erwartungen bleiben negativ, auch zeigen die Mehrzahl der anderen Weltregionen sich weiter schwach",sagte Manfred Hübner, Geschäftsführer von Sentix.
  • Der Ausbau der Windenergie in Deutschland dürfte sich verlangsamen. Wurden im vergangenen Jahr an Land noch 1.792 neue Windräder mit einer Leistung von 5,3 Gigawatt installiert, so dürfte die Ausbauleistung in diesem Jahr um rund ein Drittel auf weniger als 3,5 Gigawatt zurückgehen, wie der Bundesverband Windenergie erwartet. Im kommenden Jahr sei mit einem weiteren Rückgang zu rechnen. Auf See wurden im vergangenen Jahr 222 Offshore-Windkraftwerke mit 1,25 Gigawatt Leistung errichtet. Gegenwärtig sind lediglich zwei Offshore-Windparks mit einer Leistung von 780 Megawatt im Bau und fünf weitere Projekte mit rund 1,5 Gigawatt geplant. Mehr ist bis Ende 2020 gesetzlich gar nicht möglich.
  • Im Berichtsmonat Mai wurden von Deutschland Waren im Wert von 109,1 Mrd. Euro exportiert und Waren im Wert von 89,4 Mrd. Euro importiert, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilte. Demnach waren damit die deutschen Exporte um 1,3 Prozent niedriger und die Importe um 0,8 Prozent höher als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Kalender- und saisonbereinigt nahmen die Exporte gegenüber dem Vormonat April dagegen um 1,8 Prozent und die Importe um 0,7 Prozent zu.
  • Der britische Brexit-Minister David Davis ist im Streit über den Kurs der Regierung beim EU-Austritt zurückgetreten. Davis begründet in seinem Demissions-Schreiben seinen Abgang mit dem jüngsten Brexit-Plan des britischen Kabinetts, der seiner Auffassung nach zu viele Zugeständnisse an die EU beinhaltet. Aufgrund der Brexit-Politik der Premierministerin gerate Großbritannien in eine schwache Verhandlungsposition, schreibt Davis. Er befürchte, dass die Zugeständnisse des Kabinetts an die EU nur neue Forderungen Brüssels zur Folge haben würden. Nachfolger von Davis soll Dominic Raab werden, wie der Regierungssitz Downing Street am Montag mitteilte. Der 44 Jahre alte konservative Politiker war zuletzt Staatssekretär für sozialen Wohnungsbau.
  • Vor dem Wochenende hat sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China erneut zugespitzt, nachdem US-Präsident Donald Trump 25-prozentige Strafzölle auf Einfuhren aus China im Wert von 34 Milliarden US-Dollar in Kraft gesetzt hatte. Peking reagierte mit eigenen Sonderabgaben auf Importe aus den USA. Trump droht China mit zusätzlichen Zöllen, die auf die gesamten Importe in die USA im Wert von mehr als 500 Milliarden US-Dollar ausgedehnt werden könnten.
  • EZB-Direktor Benoit Coeure hat die Europäische Union zur Geschlossenheit aufgerufen. „Die Antwort auf "America First" kann nur "Europa vereint" sein. Mit anderen Worten, wir sollten die Kooperation bei Sicherheit und Verteidigung fördern, mit einer Stimme in internationalen Angelegenheiten sprechen und sowohl den Binnenmarkt als auch die Architektur des Euro vollenden", so Coeure.
Termin des Tages: 10.30 Uhr - EWU: sentix-Konjunkturindex Juli

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