• USA: Index der Frühindikatoren sinkt überraschend
  • Haniel verkauft Metro-Beteiligung
  • Philadelphia-Fed-Index steigt stärker als erwartet
  • Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe legen leicht zu
  • BDI warnt vor Grenzausgleichszöllen
  • EZB überdenkt Inflationsziel
  • SAP verdient weniger als erwartet
  • Novartis hebt Prognose an
  • Netflix: Userwachstum enttäuscht
  • Heidelberger Druck senkt Prognose
  • eBay übertrifft Erwartungen
  • IBM verbucht weiteren Umsatzrückgang
  • Beige Book: US-Wirtschaft entwickelt sich stabil

Märkte

  • Die Stimmung an den Aktienmärkten trübt sich ein. Erneut ins Stocken geratene Handelsgespräche zwischen den USA und China belasten die Stimmung ebenso wie schlechte Quartalszahlen. Der deutsche Aktienmarkt verabschiedete sich am Donnerstag erneut mit deutlichen Kursverlusten aus dem Handel, nachdem es bereits am Mittwoch abwärts gegangen war. Vor allem das DAX-Schwergewicht SAP, das mit seinen Zahlen am Morgen die Erwartungen enttäuscht hatte, zog den Gesamtmarkt nach unten. Am Vorabend hatte bereits Heidelberger Druck eine Gewinnwarnung veröffentlicht. Der DAX beendete den Handel mit einem im Minus von 0,92 Prozent bei 12.227,85 Punkten. Vorübergehend für etwas Aufwind sorgte ein Bericht, wonach die EZB an einer Überprüfung ihres Inflationsziels arbeitet.
  • Die Rekordjagd an der Wall Street legt eine Atempause ein. Im Handelsstreit zwischen den USA und China seien die Verhandlungen erneut ins Stocken geraten, berichtet das "Wall Street Journal". Im Fokus bleibt auch die Berichtssaison. Am Mittwochabend hat der Streaminganbieter Netflix mit seinen Zahlung für Enttäuschung gesorgt. Vor allem das Nutzerwachstum lag deutlich unter den Erwartungen.

Chartanalysen des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Der Rückversicherungskonzern Munich Re hat seine Prognose für das Konzernergebnis im Jahr 2019 von 2,5 Milliarden Euro bestätigt. Im zweiten Quartal sei nach vorläufigen Zahlen ein Konzernergebnis von rund einer Milliarde Euro erzielt worden, teilte Munich Re am frühen Donnerstagabend mit. Der hohe Wert sei hauptsächlich auf eine geringe Belastung aus Großschäden und hohe Auflösungen von Reserven für Basisschäden aus Altjahren zurückzuführen, so das Unternehmen.
  • Die Unternehmerfamilie Haniel hat sich von ihrer Beteiligung am Metro-Konzern getrennt. Man habe das Übernahmeangebot des Unternehmens EPGC, hinter dem der tschechische Investor Daniel Křetínský steht, für alle 55 Millionen Stammaktien angenommen, teilte Haniel mit. "Der von der EPGC gebotene attraktive Kaufpreis von 16,00 Euro je Stammaktie der Metro AG entspricht deutlich den Erwartungen Haniels", so Haniel. Haniel hatte zuvor 15,02 des Grundkapitals bzw. 15,2 Prozent der Stimmrechte gehalten. Haniel hatte sich bereits zuvor verpflichtet, das Übernahmeangebot von EPGC anzunehmen.
  • Die US-Großbank Morgan Stanley hat wegen einer Schwäche im Investmentbanking im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang um 10 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar verbucht. Der Gewinn je Aktie lag mit 1,23 Dollar allerdings über den Erwartungen von 1,14 Dollar.
  • Die Aktien des deutschen Bau- und Infrastrukturkonzerns Hochtief sind am Donnerstag stark eingebrochen. Neben einem Kursrückgang bei der australischen Tochter CIMIC nach schwachen Quartalszahlen belastete auch eine Prognosesenkung des Baumaschinenvermieters United Rentals. Zuletzt notieren die Hochtief-Papiere rund neun Prozent im Minus und befinden sich damit am MDAX-Ende.
  • Der Online-Tierbedarfshändler zooplus hat seinen Umsatz im zweiten Quartal nach vorläufigen Zahlen um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 363 Millionen Euro gesteigert. Für das Gesamtjahr wird weiter mit einem Umsatzplus zwischen 14 und 18 Prozent gerechnet. Angaben zum Gewinn machte das Unternehmen nicht.
  • Der Softwarekonzern SAP hat im zweiten Quartal deutlich weniger verdient als erwartet. Der Nettogewinn sank von 718 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 582 Millionen Euro, womit die Erwartungen von 971 Millionen Euro deutlich verfehlt wurde. Der Gewinn wurde vor allem durch höhere Ausgaben für das laufende Abfindungsprogramm und die aktienbasierte Vergütung geschmälert. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg von 1,64 Milliarden Euro auf 1,82 Milliarden Euro, während die Analysten mit 1,87 Milliarden Euro gerechnet hatten. Der Umsatz erhöhte sich von 6,0 auf 6,6 Milliarden Euro und verfehlte damit ebenfalls die Prognose von 6,7 Milliarden Euro. Die Ziele für 2019 und der mittelfristige Ausblick wurden bestätigt.
  • Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat nach einem starkem Wachstum im zweiten Quartal die Gewinnprognose erneut angehoben und rechnet nun mit einem Umsatzwachstum von 5 bis 10 Prozent und einem Wachstum beim operativen Kernergebnis von 10 bis 15 Prozent.
  • Der Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck hat seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr nach einem schwachen ersten Geschäftsquartal gesenkt. Die um das Restrukturierungsergebnis bereinigte Marge für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll nun bei 6,5 bis 7 Prozent liegen, nachdem zuvor 7,5 bis 8,0 Prozent in Aussicht gestellt worden waren. Nach Steuern wird ein ausgeglichenes Ergebnis angepeilt. Beim Umsatz wird weiter das Vorjahresniveau erwartet. Im ersten Quartal sank der Umsatz um 7,2 Prozent auf 615 Millionen Euro, während das EBITDA ohne Restrukturierungsergebnis 14 Millionen Euro erreichte, nach unbereinigt 20 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich verbuchte das Unternehmen ein Minus von rund 31 Millionen Euro, nach einem Verlust von 15 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
  • Die Aktien des Streaminganbieters Netflix sind im nachbörslichen US-Handel nach Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal zeitweise um rund 13 Prozent eingebrochen. Besonders das Nutzerwachstum enttäuschte: So gewann Netflix weltweit nur 2,7 Millionen neue zahlende Kunden hinzu, obwohl ein Zuwachs von fünf Millionen Bezahlabos in Aussicht gestellt worden war. In den USA sank die Zahl der Kunden sogar um 130.000. Verantwortlich für das geringe Nutzerwachstum waren insbesondere auch Preiserhöhungen in vielen Ländern. Der Umsatz konnte gegenüber dem Vorjahresquartal um 26 Prozent auf 4,92 Milliarden Dollar gesteigert werden, womit die Erwartungen von 4,93 Milliarden leicht verfehlt wurden. Der Nettogewinn sank von 384 Millionen Dollar im Vorjahresquartal auf 271 Millionen Dollar im zweiten Quartal 2019. Der Gewinn je Aktie ging von 0,85 Dollar auf 0,60 Dollar zurück, womit aber die Erwartungen von 0,54 Dollar übertroffen wurden.
  • Die Online-Handelsplattform eBay hat im zweiten Quartal zwar einen Gewinneinbruch verbucht, die Erwartungen der Analysten aber übertroffen. Der Umsatz konnte um zwei Prozent auf 2,7 Milliarden Dollar zulegen, womit die Erwartungen von 2,68 Milliarden Dollar übertroffen wurden. Das bereinigte Ergebnis stieg um elf Prozent auf 589 Millionen Dollar. Bedingt durch Sondereffekte verringerte sich der Nettogewinn um 37 Prozent auf 403 Millionen Dollar. Der Gewinn je Aktie lag mit 0,68 Dollar über den Erwartungen von 0,62 Dollar.
  • Der IT-Konzern IBM hat auch im zweiten Quartal 2019 einen Umsatzrückgang verbucht, beim Gewinn die Erwartungen der Analysten aber übertroffen. Der Umsatz sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,2 Prozent auf 19,16 Milliarden Dollar, während die Analysten mit 19,2 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Der Gewinn konnte von 2,4 auf 2,5 Milliarden Dollar zulegen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 3,17 Dollar über den Erwartungen von 3,08 Dollar.

Konjunktur & Politik

  • Laut dem Iranisches Staatsfernsehen hat Präsident Rouhani mit seinem französischen Amtskollegen Macron telefoniert und will angeblich alle Türen offen halten, um das Atomabkommen zu retten.
  • Der Index der Frühindikatoren in den USA ist im Juni überraschend gesunken. Gegenüber dem Vormonat wurde ein Rückgang um 0,3 Prozent verzeichnet, wie der Wirtschaftsverband Conference Board mitteilte. Erwartet wurde stattdessen ein Anstieg um 0,1 Prozent, nach einer Stagnation im Vormonat. Der Index der Frühindikatoren basiert auf 10 einzelnen Frühindikatoren, die bereits im Vorfeld veröffentlicht wurden.
  • Die Stimmung bei den Industrieunternehmen im Fed-Distrikt von Philadelphia hat sich im Juli deutlich aufgehellt. Der sogenannte Philadelphia-Fed-Index stieg von 0,3 Punkten im Juni auf 21,8 Punkte im Juli, wie die Federal Reserve Bank von Philadelphia am Donnerstag mitteilte. Damit wurde der höchste Stand seit Oktober 2018 erreicht. Erwartet wurde nur ein schwächerer Anstieg auf 5,0 Punkte.
  • Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ist in der vergangenen Woche bis Samstag leicht angestiegen. Nach revidiert 208.000 (zunächst: 209.000) Erstanträgen in der Vorwoche wurden nun 216.000 Erstanträge verzeichnet.
  • Der Mitarbeiterstab der Europäischen Zentralbank (EZB) untersucht eine mögliche Anpassung des Inflationsziels, wie Bloomberg berichtet. Eine Modifizierung könnte dazu führen, dass eine ultralockere Geldpolitik länger beibehalten werden kann. Weiterlesen
  • Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat vor Plänen der designierten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) gewarnt, CO2-Grenzausgleichszölle in Europa einzuführen. "Es birgt das Risiko, dass andere Länder auf Grenzausgleichzöllen der EU mit Vergeltungsmaßnahmen reagieren", sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang der "Wirtschaftszölle". Von der Leyen will die Klimaneutralität Europas bis 2050 gesetzlich festschreiben und CO2-Grenzausgleichszölle einführen, um Importe aus Ländern mit weniger strengen Klimaschutzvorgaben zu verteuern.
  • Die südkoreanische Zentralbank hat den Leitzins in der Nacht von 1,75 Prozent auf 1,50 Prozent gesenkt. Es handelt sich um die erste Zinssenkung seit drei Jahren.
  • Der Versuch eines demokratischen Abgeordneten, ein Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Donald Trump einzuleiten, ist im Repräsentantenhaus gescheitert. Trump bezeichnete den Vorstoß bei einem Wahlkampfauftritt als "Schande".
  • Nach einem Bericht des "Wall Street Journals" sind die Gespräche im Handelsstreit zwischen den USA und China erneut ins Stocken geraten. Stolperstein seien die chinesischen Forderungen, die Sanktionen gegen den Telekomausrüster Huawei aufzuheben, heißt es.
  • Der Internationale Währungsfonds (IWF) hält den US-Dollar für deutlich überbewertet. Dieser sei auf der Grundlage der kurzfristigen wirtschaftlichen Fundamentaldaten um sechs bis zwölf Prozent zu teuer, so ein am Mittwoch veröffentlichter Bericht. In seinem Bericht kritisiert der IWF auch den hohen deutschen Leistungsbilanzüberschuss.
  • Die US-Wirtschaft hat sich zuletzt trotz der Handelskonflikte stabil entwickelt, wie aus dem sogenannten Beige Book der Fed hervorgeht.

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