DAX

    Die Marke von 10.000 Punkten hatte der DAX bereits vergangene Woche mit Schwung überwunden - am heutigen Montag setzte der Leitindex seine vor gut einer Woche gestartete Erholungsrally weiter fort. Zuletzt notierte der DAX bei 10.127 Punkten und damit um 0,31 Prozent fester. Allerdings ebbte am Mittag die Dynamik etwas ab. Im frühen Handel hatten Kurssprünge bei den Energieversorgern und die gute Stimmung an den chinesischen Aktienmärkten die Kurse noch stärker in die Höhe getrieben.

    Charttechnik

    Das Aufwärtsmomentum im DAX lässt nach und so wurde auch das heutige neue Hoch in der Eröffnungsphase abverkauft. Der 10.170-iger Widerstand sorgte für Gewinnmitnahmen, jedoch gibt es bei 10.080 bis 10.060 Punkten eine Unterstützungszone. Von dieser aus könnte ein neuer Anlauf mit neuem Tageshoch und späteren Gewinnen in Richtung 10.275 Punkten folgen. Bricht der Index hingegen nachhaltig nach unten aus, wird es kritischer und eine Korrektur wahrscheinlicher.

    Thema des Tages

    Die Geldpolitik in den USA steht weiter im Blickpunkt den Märkten. Auf dem Jahrestreffen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Lima sagte äußerten sich mehrere US-Notenbanker am Wochenende zu ihrer Einschätzung, wann die Zinswende erfolgen sollte. So stellte Fed-Vize Stanley Fischer klar, dass die meisten Mitglieder im Offenmarktausschuss sehen, dass „die Bedingungen für eine erste Zinserhöhung im laufenden Jahr erreicht werden können.“ Allerdings handele es sich nur um eine Erwartung. Die Fed benötige noch mehr Klarheit bei der Einschätzung der konjunkturellen Entwicklung. Nach wie vor müsse die Notenbank berücksichtigen, dass es Risiken für den Aufschwung in den USA gebe.

    Zuvor hatten sich die Präsidenten der regionalen Notenbanken von New York und Atlanta, William Dudley und Dennis Lockart, für eine Zinswende im laufenden Jahr stark gemacht. Der Chef der regionalen Notenbank von Chicago, Charles Evans, hat sich hingegen eher für einen späteren Zeitpunkt der Zinswende ausgesprochen. Die Fed kann die Zinswende bei der nächsten Sitzung Ende Oktober, oder bei der übernächsten Zinsentscheidung im Dezember beschließen.

    Aktien im Blick

    Die großen Energieversorger in Deutschland können nach Einschätzung der Bundesregierung die Milliardenkosten des Atomausstiegs zusammen bewältigen. „Mit diesen Feststellungen haben Spekulationen über einen etwaigen Bedarf für höhere Rückstellungen in den Bilanzen keine sachliche Grundlage", hatten die Versorger daraufhin mitgeteilt. Laut Analysten ist nun eine große Unsicherheit vom Tisch. E.ON und RWE können heute um 7,5 bzw. 11,5 % an Boden gutmachen und damit ihre immensen Verluste der vergangenen Wochen etwas verringern.

    BMW hat im September seinen Konzernabsatz deutlich gesteigert. Der Aktienkurs profitiert (+1,71 %).

    Konjunktur

    Laut EZB-Ratsmitglied Benoit Coeure ist es verfrüht, über eine Ausweitung der Anleihekäufe zu diskutieren, die Notenbank habe aber die Verpflichtung „auf alle Szenarien vorbereitet zu sein“. Seit März läuft das aktuelle Kaufprogramm der EZB von Wertpapieren in einem Volumen von 60 Mrd. Euro in Monat.

    Währungen

    Der US-Dollar fällt zu Wochenbeginn weiter zurück. Dabei leidet der Greenback nach wie vor unter der sich verfestigenden Erwartung, dass die Zinswende in den USA noch nicht so bald anstehen dürfte. EUR/USD erreichte bislang mit in der Spitze 1,1397 ein frisches Dreiwochenhoch, während GBP/USD bislang bei 1,5366 im Hoch gehandelt wurde. USD/JPY fiel bislang bis 120,06 zurück, nachdem der Internationale Währungsfonds die japanische Regierung gewarnt hat, die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer nicht nochmals zu verschieben.

    Die türkische Lira steht nach dem verheerenden Bombenanschlag in Ankara unter Druck. Vom Freitagsschlusskurs bei 2,9104 schnellte USD/TRY zunächst bis 2,9551 in die Höhe, bevor das Cross dann einen Teil der Gewinne wieder abgeben musste. Der Anschlag unterstreicht im Vorfeld der am 21. November stattfinden sollenden Neuwahlen die politischen und ethnischen Spannungen in der Türkei.

    Rohstoffe

    Die Ölpreise können am Montag etwas zulegen. Der Generalsekretär der OPEC hatte steigende Ölpreise in Aussicht gestellt. Laut seiner Einschätzung haben die Preise nach der Talfahrt der vergangenen Monate ihren Boden erreicht. Er sieht zudem Anzeichen einer Preiserholung im kommenden Jahr. Die Analysten von Barclays senken dennoch ihre Prognosen für den WTI-Ölpreis für 2015 und 2016 auf 50 Dollar (bisher $51,60) bzw. 55,70 Dollar (bisher $55,00).