• Bitcoin schwächer: Regulierungsvorschriften in US-Infrastrukturpaket
    • Square kauft Afterpay für 28 Mrd. USD
    • Einkaufsmanagerindizes höher als zunächst gemeldet
    • Evotec plant US-Zweitlisting
    • Allianz warnt vor "erheblichen Belastungen" durch US-Untersuchungen
    • BioNTech sucht 500 neue Mitarbeiter
    • Einzelhandelsumsatz übertrifft Erwartungen deutlich
    • Vonovia plant neues Übernahmeangebot für Deutsche Wohnen

    Markt

    • Nach den Kursverlusten vom Freitag hat sich der deutsche Aktienmarkt zu Beginn der neuen Handelswoche unter dem Strich kaum erholen können. Der DAX legte per Xetra-Schlusskurs um 0,16 Prozent auf 15.568,73 Punkte zu, nachdem er im Handelsverlauf zeitweise deutlich stärker im Plus gestanden hatte. Das Börsenbarometer wurde am Montag von den Aktien des Versicherungskonzerns Allianz ausgebremst, die im Xetra-Handel rund 7,76 Prozent verloren, nachdem die Allianz vor "erheblichen Belastungen" durch Ermittlungen der US-Behörden im Vermögensverwaltungsgeschäft berichtet hatten. Zu Handelsbeginn hatte die Hoffnung auf Stimulierungsmaßnahmen in China und die Aussicht auf einen Infrastruktur-Deal in den USA noch für gute Stimmung gesorgt. Am Sonntagabend hatte der US-Senat ein überparteiliches Maßnahmepaket vorgestellt. Eine nach dem Handelsstart wieder etwas schwächer tendierende Wall Street belastete die Kurse allerdings im späten Handel.
    • Sorgen vor einer verstärkten US-Regulierung haben am Montag zu deutlichen Kursverlusten bei Bitcoin geführt. Die Kryptowährung rutschte wieder unter die Marke von 40.000 US-Dollar. In dem Entwurf für ein Infrastrukturpaket des US-Senats sind offenbar sehr weitgehende Regulierungsvorschriften bezüglich Bitcoin und anderer Kryptowährungen enthalten. Demnach könnten künftig viele gewerbliche Nutzer von Bitcoin als "Broker" eingestuft werden und müssten umfassende Berichtspflichten erfüllen.

    Chartanalysen & Artikel des Tages

    Unternehmen & Branchen

    • Die EU-Kommission befürchtet, dass der von Facebook geplante Kauf des Unternehmens Kustomer den Wettbewerb auf dem Markt für sogenannte CRM-Software (CRM: Customer Relationship Management) behindern könnte. Außerdem könnte die Stellung von Facebook auf dem Markt für Online-Werbung noch stärker werden. Die geplante Übernahme soll nun einer eingehenden Prüfung unterzogen werden. Eine Entscheidung soll bis zum 22. Dezember getroffen werden.
    • Das US-Industrieunternehmen Parker-Hannifin hat die Übernahme des britischen Verteidigungs- und Luftfahrttechnikunternehmens Meggitt für umgerechnet 8,8 Milliarden Dollar vereinbart. Parker-Hannifin zahlt im Rahmen des Übernahmeangebots 800 Pence je Meggitt-Aktie. Die entspricht einem Aufschlag von 70,5 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag. Parker-Hannifin hat einige Zugeständnisse gegenüber der britischen Regierung gemacht und sich u.a. dazu verpflichtet, dass die Zentrale von Meggitt auch nach der Übernahme in Großbritannien bleibt.
    • Das Biotechunternehmen Evotec plant ein Zweitlisting an der US-Technologiebörse Nasdaq im Rahmen der Ausgabe sogenannter American Depository Shares (ADS). Die notwendigen Unterlagen dafür seien eingereicht worden, teilte Evotec mit. Die Erstnotiz wird für die zweite Jahreshälfte erwartet, sofern die US-Börsenaufsicht SEC zustimmt. Im Zuge der Übernahme des US-Unternehmens Renovis war Evotec bereits im vergangenen Jahrzehnt vorübergehend an der Nasdaq gelistet, bevor sich das Unternehmen vom US-Finanzmarkt zurückgezogen hatte.
    • Der Chemikalienvertrieb Brenntag übernimmt das gesamte Betriebsvermögen und Distributionsgeschäft des US-Unternehmens Matrix Chemical. Der auf Lösemittel spezialisierte Distributeur sei der größte Aceton-Lieferant in Nordamerika und habe im Jahr 2021 bisher einen Umsatz von etwa 200 Millionen US-Dollar erwirtschaftet, teilte Brenntag mit. Angaben zum Kaufpreis wurden nicht gemacht. "Insgesamt versprechen wir uns von der Zusammenführung der Lieferantenbeziehungen, des Logistiknetzes und der Tanklagerkapazitäten von Matrix mit der bestehenden Infrastruktur und Distributionslogistik von Brenntag beträchtliche operative Synergien", sagte Brenntag-COO Steven Terwindt.
    • Der US-Zahlungsdienstleister Square übernimmt das australische Fintech-Unternehmen Afterpay für einen Gegenwert von rund 29 Milliarden Dollar. Afterpay-Aktionäre sollen pro Anteilsschein von Afterpay 0,375 Square-Aktien erhalten, was einem Preis von 126,21 australischen Dollar und einem Aufschlag von mehr als 30 Prozent gegenüber dem Börsenkurs von Afterpay entspricht. Afterpay ist für einen Service bekannt, der die nachträgliche Zahlung von Käufen in vier gleichen Raten ohne Zinsen ermöglicht.
    • Der Online-Broker Flatexdegiro sieht sich nach einer Verdopplung von Umsatz und operativem Gewinn im ersten Halbjahr auf dem Weg zu seinen Jahreszielen. Das Unternehmen bekräftigte, dass es bis Ende 2021 weiterhin über 2,0 bis 2,2 Millionen Kunden verfügen wolle und dass die Gesamtzahl der Transaktionen im laufenden Jahr weiter bei 90 bis 110 Millionen liegen soll. Im ersten Halbjahr konnte das Unternehmen auf Basis der vorläufigen Zahlen den Umsatz von 99,8 auf 226,1 Millionen Euro steigern, während das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 45,4 auf 107,7 Millionen Euro zulegte. Der bereinigte GEwinn je Aktie erhöhte sich von 1,34 Euro auf 2,40 Euro.
    • Der Automobilzulieferer Stabilus hat im dritten Quartal einen Umsatz von 228,7 Millionen Euro (VJ: €147 Mio, Analystenprognose: €230 Mio), ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 30,9 Millionen Euro (VJ: €5,7 Mio, Prognose: €33 Mio) und einen Nettogewinn von 15,9 Millionen Euro (VJ: -€16,4 Mio) erzielt. Für 2020/21 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von 930 bis 950 Millionen Euro (bisher: €900 bis €950 Mio) und einer bereinigten EBIT-Marge von 14 bis 15 Prozent (bisher: 13 % bis 15 %).
    • Der Versicherungskonzern Allianz warnt vor erheblichen Belastungen im Zusammenhang mit seinem Vermögensverwaltungsgeschäft in den USA. Nach verschiedenen Klagen vor US-Gerichten und einer im vergangenen Jahr eingeleiteten Untersuchung der Börsenaufsicht SEC habe nun auch das US-Justizministerium eine Untersuchung im Zusammenhang mit den sogenannten Structured Alpha Fonds von Allianz Global Investors eingeleitet, teilte die Allianz mit. "In Anbetracht der Ermittlungen des DOJ und auf Grundlage der Informationen, die der Allianz zum heutigen Zeitpunkt zur Verfügung stehen, hat der Vorstand der Allianz SE die Angelegenheit erneut bewertet und ist zu dem Schluss gekommen, dass ein relevantes Risiko besteht, dass die mit den Structured Alpha Fonds verbundenen Angelegenheiten erhebliche Auswirkungen auf künftige Finanzergebnisse der Allianz Gruppe haben könnten", erläuterte der Konzern. Die konkreten finanziellen Auswirkungen könnten bisher aber nicht abgeschätzt werden, weswegen man auch keine Rückstellungen gebildet habe, so die Allianz.
    • Die Bundesregierung setzt sich für mehr Impfungen von Jugendlichen ein, wovon am Montag u.a. die Aktien des Impfstoffherstellers BioNTech profitieren. Nach einem Vorschlag des Bundesgesundheitsministeriums sollen alle 12- bis 17-Jährige in allen Bundesländern ein Impfangebot erhalten. Die Gesundheitsministerinnen und -minister der Länder wollen heute darüber beraten. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Corona-Impfungen weiterhin nur für Kinder und Jugendliche mit bestimmten Vorerkrankungen. Wie die "Welt am Sonntag" zudem berichtete, expandiert BioNTech derzeit deutlich und sucht 500 neue Mitarbeiter. Derzeit beschäftigt das Unternehmen rund 2.000 Arbeitnehmer.
    • Der Immobilienkonzern Vonovia startet einen neuen Versuch zur Übernahme des Konkurrenten Deutsche Wohnen. Wie das Unternehmen am späten Sonntagabend ankündigte, soll zeitnah ein verbessertes freiwilliges Übernahmeangebot veröffentlicht werden. Vonovia bietet nun 53 Euro in bar pro Aktie der Deutsche Wohnen. Das Angebot liegt nur geringfügig über dem zuvor gescheiterten Angebot von 52 Euro je Aktie. Bevor Vonovia das neue Übernahmeangebot abgeben kann, muss das Unternehmen durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) allerdings von der einjährigen gesetzlichen Sperrfrist nach dem letzten Angebot befreit werden. "Die Deutsche Wohnen hat der Befreiung von der Sperrfrist zugestimmt. Vorstand und Aufsichtsrat der Deutsche Wohnen sind der Auffassung, dass dies im besten Interesse des Unternehmens sowie seiner Stakeholder:innen und Aktionär:innen ist", schreibt Vonovia. Beide Unternehmen seien weiter von den strategischen Vorteilen eines Zusammenschlusses überzeugt.

    Konjunktur & Politik

    • Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident und CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat sich nach der verheerenden Hochwasserkatastrophe für eine Änderung der Insolvenzordnung ausgesprochen. So solle die Insolvenzantragspflicht ausgesetzt werden, "bis die unmittelbare Not überwunden ist", sagte Laschet. Für eine solche Änderung wolle er sich bei der Bundesregierung einsetzen. Zudem sprach er sich dafür aus, den Wiederaufbaufonds per Bundesgesetz zu regeln. Unterdessen haben zahlreiche Betroffene ihrer Wut über die schleppend anlaufende Hilfe Ausdruck verliehen und Laschet lautstark kritisiert.
    • Der ISM-Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie ist im Juli überraschend gesunken. Nach 60,6 Punkten im Vormonat sank der Indikator auf 59,5 Zähler. Erwartet wurde hingegen ein Anstieg auf 60,8 Punkte.
    • Der Markit-Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie ist im Juli nach finalen Angaben stärker gestiegen als erwartet. Von 62,1 Punkten im Vormonat erhöhte sich der Index auf 63,4 Punkte. Vorläufig war ein schwächerer Wert von 63,1 Punkten gemeldet worden.
    • Die US-Bauausgaben sind im Juni um 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen. Erwartet wurde ein Anstieg um 0,4 Prozent, nach einem Rückgang um revidiert 0,2 Prozent (Zunächst: Rückgang um 0,3 Prozent) im Vormonat.
    • US-Senatoren von den Republikanern und Demokraten haben am Sonntagabend einen Entwurf für ein rund eine Billion Dollar schweres Infrastrukturpaket vorgestellt. Geplant sind Investitionen u.a. in Straßen, Brücken, Häfen, Flughäfen und Highspeed-Internet-Verbindungen. Der Gesetzentwurf umfasst mehr als 2.700 Seiten. Rund 550 Milliarden Dollar sind neue Investitionen, während 450 Milliarden Dollar aus zuvor bereits separat beschlossenen Maßnahmen bestehen.
    • Das Geschäftsklima im deutschen Mittelstand hat sich im Juli zum ersten Mal seit Januar wieder eingetrübt. Das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer sank im Juli um 2,6 Punkte gegenüber dem Vormonat auf 9,5 Zähler, wie die staatliche KfW-Bank mitteilte. Vor allem die wieder steigenden Corona-Inzidenzen belasteten die Stimmung. Während die aktuelle Lage erneut optimistischer beurteilt wurde, trübten sich die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate deutlich ein.
    • Der Markit-Einkaufsmanagerindex für die Industrie in Großbritannien ist nach endgültigen Angaben von 63,9 Zählern im Vormonat auf 60,4 Punkte im Juli gesunken. Der vorläufige Wert wurde damit bestätigt. Im Mai hatte die Industriestimmung noch ein Rekordhoch bei 65,6 Punkten erreicht. Mit mehr als 50 Punkten befindet sich der Index aber auch weiterhin in dem Bereich, der Wachstum signalisiert.
    • In Deutschland sind inzwischen mehr als eine Million Elektrofahrzeuge (inklusive Plug-in-Hybride) zugelassen, wie die Bundesregierung mitgeteilt hat. Die Schwelle sei mit den Neuzulassungen für Juli überschritten worden, heißt es. Allerdings sind damit nicht nur Pkw, sondern auch Nutzfahrzeuge und Busse gemeint. Bei Pkw alleine ist die Millionenmarke bisher noch nicht erreicht.
    • Die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe in der Eurozone und Deutschland haben sich im Juli etwas besser entwickelt als zunächst gemeldet. Der Index für die deutsche Industrie legte nach endgültigen Angaben von 65,1 Punkten im Juni auf 65,9 Zähler im Juli zu, nachdem vorläufig ein Wert von 65,6 Punkten gemeldet worden war. Der entsprechende Index für die Industrie der Eurozone sank von 63,4 Punkten auf 62,8 Zähler, nachdem vorläufig ein Wert von 62,6 gemeldet worden war. Die endgültigen Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor werden am Mittwoch veröffentlicht.
    • Der Einzelhandelsumsatz in Deutschland ist im Juni deutlich stärker als erwartet gestiegen. Gegenüber dem Vormonat legte der Einzelhandelsumsatz real um 4,2 Prozent zu. Erwartet wurde nur ein Plus von 1,9 Prozent. Der Anstieg im Vormonat wurde zudem von 4,2 Prozent auf 4,6 Prozent nach oben revidiert. Der steigende Einzelhandelsumsatz "dürfte mit der bundesweit weiter sinkenden Corona-Inzidenz und den damit verbundenen Lockerungen der Bundes-Notbremse zusammenhängen, die bis 30. Juni 2021 in Kraft war", erläuterte das Statistische Bundesamt. Im Vergleich zum Vorkrisenmonat Februar 2020 war der Umsatz im Juni 2021 kalender- und saisonbereinigt real 9,1 Prozent höher. Gegenüber dem Vorjahresmonat Juni 2020 stieg der Einzelhandelsumsatz im Juni 2021 real um 6,2 Prozent und nominal um 8,2 Prozent. Allerdings hatte der Juni 2021 mit 26 Verkaufstagen einen Verkaufstag mehr als der Juni 2020.
    • In China ist der Caixin-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe von 51,3 Punkten im Juni auf 50,3 Punkte im Juli gesunken. Damit wurde der niedrigste Stand seit April 2020 erreicht. Erwartet wurde ein deutlich schwächerer Rückgang auf 51,1 Zähler. Anders als der offizielle Einkaufsmanagerindex für die Industrie bildet der Caixin-Index eher die Stimmung kleinerer und mittlerer Industriebetriebe in China ab.

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