• Rekordjagd an Wall Street geht weiter
    • Goldman Sachs sieht stärkere Wachstumseintrübung
    • Dürr erhöht Prognose
    • Tesla-Rivale Lucid Motors feiert Börsendebüt
    • Lockheed Martin verfehlt die Erwartungen
    • Ifo-Geschäftsklima sinkt überraschend
    • Vonovia: Deutsche-Wohnen-Übernahme gescheitert
    • Atoss Software steigert Umsatz
    • Bitcoin explodiert: Spekulationen um Amazon und Twitter
    • Philips verbucht Gewinnrückgang
    • TSMC denkt über Chipfabrik in Deutschland nach
    • Japan: Einkaufsmanagerindizes rückläufig

    Markt

    • Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag leichte Kursverluste verzeichnet. Der DAX beendete den Xetra-Handel mit einem Minus von 0,32 Prozent auf 15.618,98 Punkte. Mit dem Ifo-Geschäftsklima fiel der wichtigste Frühindikator der deutschen Wirtschaft im Juli schwächer als erwartet aus. In China kam es deutlichen Kursverlusten, nachdem chinesische Behörden nun offenbar gegen kommerzielle Bildungsanbieter vorgehen wollen. Zuvor hatte bereits eine härtere Gangart der chinesischen Behörden gegen Technologieunternehmen und Fahrdienstleister für Verunsicherung bei Anlegern gesorgt.
    • An der Wall Street hat sich die jüngste Rekordjagd auch am Montag fortgesetzt. Die wichtigsten Indizes konnten abermals auf neue Rekordstände klettern. Zwar zeigen sich immer deutlicher erste Anzeichen einer konjunkturellen Abkühlung, zugleich profitieren die Märkte aber weiter von der Aussicht auf eine lockere Geldpolitik der Notenbanken. Mit Spannung wird in diesem Zusammenhang die Fed-Zinssitzung am Mittwoch erwartet..
    • Spekulationen, wonach Amazon und Twitter in Zukunft Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren könnten, haben den Preis der Kryptowährung seit Freitag stark steigen lassen. Die britische Wirtschaftszeitung "City A.M." berichtete, dass Amazon noch im Laufe des Jahres Bitcoin zur Bezahlung von Bestellungen annehmen wolle. Amazon hat den Bericht inzwischen allerdings dementiert (siehe unten).

    Chartanalysen & Artikel des Tages

    Unternehmen & Branchen

    • Der Elektroautobauer Tesla hat im zweiten Quartal deutlich mehr verdient als erwartet. Das Ergebnis je Aktie betrug 1,45 Dollar, während die Analysten nur mit 0,96 Dollar gerechnet hatten. Der Umsatz lag mit 11,96 Milliarden Dollar ebenfalls deutlich über den Erwartungen von 11,21 Milliarden. Die Bruttomarge im Autogeschäft betrug 28,4 Prozent, während die Analysten mit 26,06 Prozent gerechnet hatten. Der operative Free Cashflow belief sich auf plus 619 Millionen Dollar, während die Analysten mit einem negativen Wert gerechnet hatten. Die Aktien von Tesla legten nachbörslich um mehr als zwei Prozent zu.
    • Der Onlinehändler Amazon hat dementiert, dass Bitcoin noch im laufenden Jahr als Zahlungsmittel akzeptiert werden soll. Dies hatte die britische Wirtschaftszeitung "City A.M." gemeldet. Auch die Behauptung der Zeitung, dass Amazon im kommenden Jahr einen eigenen Kryptocoin auf den Markt bringen wolle, wurde zurückgewiesen. Amazon betonte hingegen, dass man sich mit digitalen Zahlungsmitteln beschäftige.
    • Der Maschinenbauer Dürr hat nach einer "sehr dynamischen Entwicklung des Auftragseingangs im ersten Halbjahr" seine Prognose für Auftragseingang, Umsatz, Ergebnis und Free Cashflow im Jahr 2021 angehoben. Nach aktueller Einschätzung des Vorstands solle der Auftragseingang im Jahr 2021 voraussichtlich auf das Rekordniveau von 4,0 bis 4,2 Milliarden Euro steigen, teilte das Unternehmen am Montagabend mit. Die bisherige Prognose hatte bei 3,6 bis 3,9 Milliarden gelegen. Der Umsatz soll aus heutiger Sicht 3,6 bis 3,8 Milliarden Euro erreichen, nachdem bisher 3,45 bis 3,65 Milliarden Euro erwartet wurden. Bei der operativen EBIT-Marge werden nun 5,0 bis 6,0 statt bisher 4,2 bis 5,2 Prozent angepeilt. Der Free Cashflow soll 50 bis 100 Millionen Euro erreichen, nachdem zuvor minus 50 bis plus 0 Millionen Euro erwartet wurden. Ausschlaggebend für die Anhebung der Prognose sei vor allem die sehr gute Geschäftsentwicklung bei HOMAG (Woodworking Machinery and Systems), teilte Dürr mit. Sie habe dazu beigetragen, dass nach vorläufigen Zahlen ein Rekordauftragseingang von 2,11 Milliarden Euro verbucht worden sei. Im zweiten Quartal konnte Dürr den Umsatz um 9,1 Prozent auf 843,0 Millionen Euro steigern. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte von minus 16,4 auf plus 37,9 Millionen Euro zu. Das Ergebnis nach Steuern verbesserte sich von minus 16,3 auf plus 23,2 Millionen Euro. Der Free Cashflow belief sich auf plus 7,0 Millionen Euro, nach minus 1,5 Millionen Euro im Vorjahresquartal.
    • BioNtech will eigenen Angaben zufolge einen mRNA-Malaria-Impfstoff entwickeln und plant bis Ende 2022 eine klinische Studie zu starten. Unterdessen verlangen BioNTech und Pfizer von der EU einen Preis von 19,50 Euro pro Covid-Booster-Impfung, wie Bloomberg berichtet.
    • Der Elektroautobauer und Tesla-Konkurrent Lucid Motors feiert heute im Rahmen eines sogenannten SPAC-Deals sein Börsendebüt an der US-Technologiebörse Nasdaq. Das Unternehmen will sein Luxus-Elektrofahrzeug bisherigen Berichten zufolge im zweiten Halbjahr auf den Markt bringen. Man habe bereits 11.000 Reservierungen für das Limousinen-Projekt erhalten, sagte CEO Rawlinson im Finanzsender CNBC.
    • Das Luftfahrt- und Verteidigungstechnikunternehmen Lockheed Martin hat im zweiten Quartal etwas weniger verdient als erwartet. Performanceprobleme bei einem geheimen Programm führten zu Belastungen von 225 Millionen Dollar, hieß es. Der Gewinn je Aktie lag mit 6,52 Dollar unter den Erwartungen von 6,53 Dollar. Der Umsatz lag mit 17 Milliarden Dollar hingegen über den Erwartungen von 16,9 Milliarden. Die Erwartungen für den Gewinn je Aktie im Gesamtjahr hob Lockheed Martin an.
    • Der Personalplanungssoftwareanbieter Atoss Software hat im zweiten Quartal den Umsatz gesteigert, wegen höherer Kosten und Investitionen aber zugleich einen Gewinnrückgang verbucht. Der Umsatz legte gegenüber dem Vorjahresquartal um neun Prozent auf 22,8 Millionen Euro zu. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibung (EBITDA) sank um knapp 6 Prozent auf 6,9 Millionen Euro, während der Nettogewinn um rund 15 Prozent auf 4,1 Millionen Euro zulegte. Die Jahresprognose wurde bestätigt. Für das Gesamtjahr strebt das Unternehmen einen Umsatz von 95 Millionen Euro und eine EBIT-Marge von 27 Prozent an.
    • Der niederländische Gesundheitstechnikanbieter Philips hat im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang verbucht. Der auf die Aktionäre entfallende Nettogewinn ging gegenüber dem Vorjahresquartal von 208 Millionen Euro auf 150 Millionen Euro zurück, wie Philips am Montag mitteilte. Der operative Gewinn (bereinigtes EBITA) konnte hingegen von 390 Millionen Euro auf 532 Millionen Euro zulegen. Der Umsatz stieg von 3,97 Milliarden Euro auf 4,23 Milliarden Euro.
    • Die geplante Übernahme der Deutschen Wohnen durch den Immobilienkonzern Vonovia ist wie erwartet gescheitert. Die endgültige Andienungsquote habe 47,62 Prozent des Grundkapitals betragen, teilte Vonovia am Montag mit. Bereits am Freitag hatte Vonovia mitgeteilt, dass die Mindestannahmequote von 50 Prozent voraussichtlich nicht erreicht werde. Wie es weiter geht, ist unklar. Vonovia teilte mit, dass sowohl ein Verkauf der gehaltenen Deutsche-Wohnen-Aktien, wie auch weitere Zukäufe als auch ein erneutes Übernahmeangebot möglich seien.
    • Der Autobauer BMW unterbricht die Autoproduktion im Werk Regensburg wegen fehlender Computerchips für eine Woche ab heute, wie verschiedene Medien am Wochenende berichteten. Danach sei ohnehin eine Ferienwoche geplant gewesen, so dass die Bänder nun insgesamt für zwei Wochen stillstehen sollen.
    • Spekulationen, wonach Amazon und Twitter in Zukunft Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren könnten, haben den Preis der Kryptowährung seit Freitag explodieren lassen. So meldete die britische Wirtschaftszeitung "City A.M.", dass Amazon noch im Laufe des Jahres Bitcoin zur Bezahlung von Bestellungen annehmen wolle. Anschließend sei geplant, auch andere Kryptowährungen zu akzeptieren und einen eigenen Krypto-Token auf den Markt zu bringen. Zuvor hatten mehrere gut informierte Onlinemedien berichtet, dass Amazon für seine Zahlungsabteilung ein Stellenangebot für einen Krypto- und Digitalwährungsexperten geschaltet habe. Unterdessen bezeichnete Twitter-Gründer Jack Dorsey eine global akzeptierte Internetwährung als einen der wichtigsten Trends für die Zukunft von Twitter. Der beste Kandidat für eine solche Währung sei Bitcoin, deutete Dorsey auf der Telefonkonferenz des Unternehmens zu den jüngsten Quartalszahlen an.
    • Der weltgrößte Halbleiter-Auftragsfertiger Taiwan Semiconductor (TSMC) will seine Produktion von Bauteilen diversifizieren und zieht sowohl Japan als auch Deutschland als Standort für neue Halbleiterfabriken in Betracht. Dies sagte Konzernchef Mark Liu am Montag auf der Hauptversammlung des Unternehmens. Die Kosten für die neuen Fabriken sollten sowohl mit den jeweiligen Ländern als auch den Kunden geteilt werden. In den vergangenen Monaten sind in vielen Branchen durch Chipmangel bereits Auftragsunterbrechungen verursacht worden. Ein Großteil der weltweit verwendeten Halbleiterprodukte stammt von TSMC.

    Konjunktur & Politik

    • Die US-Investmentbank Goldman Sachs rechnet mit einer wirtschaftlichen Eintrübung in den USA in den kommenden Quartalen. Bis zum zweiten Halbjahr 2022 dürfte sich das US-Wachstum wieder auf 1,5 bis 2,0 Prozent und damit auf das Trendwachstum reduzieren, so eine neue Prognose der Bank. Die Wachstumsprognose für das dritte und vierte Quartal 2021 wurde leicht auf 8,5 bzw. 5 Prozent reduziert. Das gegenwärtige Wachstum sei nicht nachhaltig, so Goldman Sachs. Eine Erholung könne nur bei vollständiger Überwindung der Virus-Sorgen und Rückkehr in den Büro-Alltag abgeschlossen werden, so die Bank. Beide Trends bräuchten mehr Zeit als bisher erwartet.
    • Die Verhandlungen über ein Infrastruktur-Paket im US-Kongress drohen festzufahren. Einem Bericht des Nachrichtensenders CNN zufolge haben die Republikaner einen Vorschlag der Demokraten abgelehnt. Die Verhandlungen befänden sich jetzt in einer prekären Situation, heißt es.
    • Die Zahl der verkauften Neubauten ist in den USA überraschend von 727.000 (abwärtsrevidiert von 769.000) auf 676.000 Einheiten zurückgegangen. Erwartet wurde hingegen ein Anstieg auf 800.000. Der mittlere Verkaufspreis sank deutlich von 380.700 Dollar auf 361.800 Dollar.
    • Belgien: Das Unternehmensvertrauen ist von 9,8 Punkten im Vormonat auf 10,1 Punkte im Juli gestiegen. Erwartet wurde ein stärkerer Anstieg auf 10,3 Zähler.
    • DIHK-Präsident Peter Adrian betrachtet die stark gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise für Industrieunternehmen inzwischen als "das Geschäftsrisiko Nummer eins", wie Adrian in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa sagte. "Wenn Sie in Deutschland heute ein Gebäude errichten wollen, dann haben Sie Preissteigerungen von über 30 Prozent, beim Stahl teilweise von bis zu 100 Prozent. Das ist schon ein echtes Problem." Verantwortlich für die Preissteigerungen und die Verknappungen seien insbesondere die Konjunkturprogramme in den USA und China.
    • Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Juli verschlechtert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank von revidiert 101,7 (zunächst: 101,8) Punkten im Vormonat auf 100,8 Zähler im Juli, wie das Münchener Ifo-Institut am Montag mitteilte. Die Volkswirte der Banken hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 102,1 Punkte gerechnet. Der Index für die aktuelle Geschäftslage stieg von revidiert 99,7 Punkten auf 100,4 Zähler, während der Index für die Erwartungen von revidiert 103,7 Punkten auf 101,2 Zähler sank. Sowohl die aktuelle Lagebeurteilung als auch die Erwartungen lagen unter der Konsensprognose der Volkswirte (Link: ausführlicher Artikel).
    • In Japan hat sich die Stimmung in der Wirtschaft im Juli eingetrübt, wie die jüngsten Einkaufsmanagerindizes zeigen. Der Index für das Verarbeitende Gewerbe (Industrie) sank von 52,4 Punkten im Vormonat auf 52,2 Zähler. Der Index für den Dienstleistungssektor ging von 47,2 auf 46,4 zurück.

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