• Autobauer unter Druck
  • Eurozone: Einkaufsmanagerindex auf Rekordhoch
  • Steinhoff muss auch Bilanz für 2015 revidieren
  • CSU will Unternehmenssteuern senken
  • Deutschland: Erwerbstätigkeit weiter auf Rekordniveau
  • Bundeskartellamt begrüßt strenge Prüfung von Bayers Monsanto-Übernahme
  • Glencore verkauft Kohlemine in Australien
  • China: Caixin-Einkaufsmanagerindex über den Erwartungen

DAX & Dow Jones

  • Der deutsche Aktienmarkt ist mit Kursverlusten ins neue Jahr gestartet. Der starke Euro, der sich inzwischen deutlich über der Marke von 1,20 Dollar behauptet, trübt die Stimmung weiter. Der DAX notiert zuletzt bei 12.819 Punkten und damit 0,76 Prozent tiefer als am letzten Handelstag des Jahres 2017. Schwächster DAX-Wert sind am Dienstag die Lufthansa-Aktien, die zuletzt rund 2,5 Prozent einbüßen. Im Jahr 2017 waren die Papiere noch um mehr als 150 Prozent gestiegen. Belastend wirkt sich nun aus, dass die British-Airways-Muttergesellschaft IAG die insolvente frühere Air-Berlin-Tochter Niki übernimmt und damit auch lukrative Start- und Landerechte in Deutschland erhält.
  • Die US-Indizes sind am Dienstag stark ins neue Jahr gestartet: Der Nasdaq Composite schloss erstmals über 7.000 Punkten und beendete den Handel 1,50 % im Plus, während auch der S&P 500 mit einem Zugewinn von 0,83 % einen neuen marginalen Rekord markieren konnte, und der Dow Jones sich ebenfalls um 0,42 % verbesserte. Beunruhigende Berichte aus China über eine Mobilisierung an der Grenze zu Nordkorea brachten die Rally zwar kurzzeitig ins Stocken, aber am Ende dominierten die Aussichten auf eine durch die Steuerreform entfesselnde US-Wirtschaft das Geschehen. Im Konsumgütersektor, der mit +1,49 % besonders gut abschnitt sorgten Übernahmespekulationen bezüglich Target (+3,63 %) und Amazon (+1,67 %) für Rückenwind.

Unternehmensnachrichten

  • An der Börse zirkulieren am Dienstag Meldungen, dass Amazon und Salesforce an einer Alternative zu Oracle-Technologie arbeiten. Am 14. Dezember hatte Larry Ellison allerdings noch demonstrativ behauptet, dass Amazon für 50 Millionen neue Produkte bestellt hat. O-Ton Ellison: "They (Amazon) are not moving off of Oracle. Salesforce isn't moving off of Oracle. Our competitors, who have no reason to like us very much, continue to invest in and run their entire business on Oracle."
  • Der Energiekonzern innogy will seinen Sparkurs verschärfen und sich beim Wachstum künftig auf sein Kerngeschäft fokussieren. Wie das Unternehmen mitteilte, werden Ausgaben in allen Segmenten überprüft, um um mögliche weitere Kostensenkungen zu erzielen. Details sollen mit der Veröffentlichung der Geschäftszahlen für das Jahr 2017 am 12. März 2018 veröffentlicht werden. Das Unternehmen bekräftigte zudem seine Zielvorgaben für die finanzielle Disziplin. So wird weiter ein Verschuldungsfaktor von rund 4,0x (Verhältnis Nettoschulden zum bereinigten EBITDA) und eine Ausschüttungsquote von 70 bis 80 Prozent des bereinigten Nettoergebnisses angestrebt.
  • Aktien der Autobauer tendieren sowohl am deutschen wie auch am europäischen Aktienmarkt deutlich schwächer als der Gesamtmarkt. Nach einer Studie des Automobil-Experten Ferdinand Dudenhöffer haben die Autobauer ihre Preisnachlässe in Deutschland im vergangenen Jahr auf einen neuen Rekordstand getrieben. Damit habe sich am deutschen Automarkt eine Blase gebildet, weil Käufe vorgezogen worden seien. Auch der stärkere Euro und eine Analystenherabstufung bei BMW dürften die Autowerte am Dienstag belasten.
  • Deutschlands reichste Unternehmerfamilie Reimann sammelt bei Investoren offenbar Geld für weitere Akquisitionen ein. "Unsere Transaktionen werden immer größer, wir brauchen mehr Geld", sagte der Chef der Familienholding JAB, Bart Becht, dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe). Interessiert ist Reimann vor allem an Akquisitionen im Kaffee- und Tee-Geschäft sowie bei Kosmetika. Die Unternehmerfamilie ist über die Gesellschaft JAB Holdings größter Aktionär beim britischen Konzern Reckitt Benckiser sowie beim US-Kosmetikkonzern Coty.
  • Der Bilanzskandal beim Möbelhändler Steinhoff International weitet sich aus. Neben der Bilanz für das Geschäftsjahr 2016 müsse nun auch die Bilanz für das Geschäftsjahr 2015 angepasst werden, teilte das Unternehmen mit. Grund dafür sind Unregelmäßigkeiten bei Tochtergesellschaften. Auch bei Bilanzen aus den Vorjahren seien Korrekturen wahrscheinlich, so das Unternehmen. Wann die Bilanzprüfung durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers abgeschlossen sei, stehe noch nicht fest, so das Unternehmen. Trotz der schlechten Nachrichten legen die Aktien zuletzt prozentual zweistellig zu. Investoren hatten offenbar bereits damit gerechnet, dass die Zahlen des Unternehmens auch für die Vorjahre nicht verlässlich sind.
  • Das Bundeskartellamt begrüßt eine strenge Prüfung der geplanten Übernahme des US-Konzerns Monsanto durch Bayer. "Es war damit zu rechnen, dass sich die EU dieses Vorhaben sehr genau anschaut. Ich halte das auch für richtig", sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt der "Rheinischen Post".
  • Der Rohstoffkonzern Glencore verkauft seine Kohlemine im westaustralischen Tahmoor an die Unternehmensgruppe GFG Alliance.

Konjunkturnachrichten

  • Ewald Nowotny, Chef der Notenbank von Österreich, hält es für möglich, dass die EZB ihre Ankäufe noch in diesem Jahr einstellen kann, wenn die Wirtschaft sich weiter gut entwickelt. Es sei schwierig zu vermitteln, warum 1,5 Prozent Inflation nicht ausreichen würden und 1,9 Prozent besser wären. Wie Nowotny gegenüber der Süddeutschen Zeitung ebenfalls verlauten ließ, sei der Vorwurf, dass QE die Ungleichheit in der Gesellschaft vergrößere durchaus berechtigt.
  • Die Stimmung in der US-Industrie hat sich im Dezember stärker aufgehellt als erwartet. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe des Datendienstleisters Markit legte von 53,9 Punkten im Vormonat auf 55,1 Punkte zu, wie im Rahmen der zweiten Veröffentlichung mitgeteilt wurde. In einer ersten Veröffentlichung war noch ein Wert von 55,0 Punkten gemeldet worden.
  • In der britischen Industrie hat sich die Stimmung im Dezember überraschend stark eingetrübt. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe sank von 58,2 Punkten im Vormonat auf 56,3 Punkte. Erwartet wurde nur ein Rückgang auf 58,0 Punkte. Der Index notiert aber weiterhin deutlich über der Schwelle von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird.
  • Die Stimmung in der Industrie der Eurozone war im Dezember so gut wie noch nie zuvor. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe kletterte von 60,1 Punkten im November auf 60,6 Punkte im Dezember, wie der Datendienstleister Markit am Dienstag auf endgültiger Basis mitteilte. Auch auf vorläufiger Basis war bereits ein Wert von 60,6 Punkten gemeldet worden. Damit wurde der höchste Wert seit Einführung des Einkaufsmanagerindex im Jahr 1997 erreicht.
  • Die Stimmung in der deutschen Industrie hat sich im Dezember wie erwartet verbessert. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg von 62,5 Punkten im Vormonat auf 63,3 Zähler im Dezember, wie am Dienstag bestätigt wurde. Damit wurde der bereits vorläufig gemeldete Wert bestätigt.
  • Die Erwerbstätigkeit in Deutschland hat auch 2017 einen neuen Rekordwert erreicht. Im Jahresdurchschnitt 2017 waren rund 44,3 Millionen Personen in Deutschland erwerbstätig und damit rund 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Im vergangenen Jahr wurde damit die höchste Zahl an Erwerbstätigen seit der Wiedervereinigung erreicht. Außerdem stieg die Erwerbstätigkeit so stark wie seit dem Jahr 2007 nicht mehr.
  • Die CSU will in Gesprächen zu einer Regierungsbildung offenbar auf eine Senkung der Unternehmenssteuern dringen. "Wenn Deutschland nicht handelt, wird es in naher Zukunft einen der höchsten Unternehmenssteuersätze im internationalen Vergleich haben", zitierte "Focus Online" CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt.
  • In China ist der Caixin-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im Dezember überraschend gestiegen. Der Index legte von 50,8 Punkten im Vormonat auf 51,5 Zähler zu. Erwartet wurde hingegen ein Rückgang auf 50,7 Punkte.
Termine des Tages:
09:50 - FR: Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Dezember (endgültig)
09:55 - DE: Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Dezember (endgültig)
10:00 - EWU: Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Dezember (endgültig)
15:45 - US: Markit Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Dezember (endgültig)

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