• Merkel und Seehofer einigen sich
  • ThyssenKrupp und Tata Steel vereinbaren Fusion des europäischen Stahlgeschäfts
  • Arbeitslosenquote in Eurozone bleibt stabil
  • Söder: CSU will Regierung nicht aufkündigen
  • Tesla erreicht Produktionsziel von 5.000 Model 3 pro Woche
  • Eurozone: Industrie-Einkaufsmanagerindex sinkt wie erwartet
  • BMW und GM kritisieren US-Einfuhrzölle auf Autos
  • Bundesinnenminister Horst Seehofer schiebt Rücktritt vorerst auf
  • Bundesverkehrsminister Scheuer schließt weitere Rückrufe nicht aus
  • Freenet steigt bei Ceconomy ein
  • Höhere Garantiedividende bei MAN

DAX

Die erneute Zuspitzung im Asylstreit und eine weitere Eskalation im Handelsstreit zwischen der EU und den USA belasten den deutschen Aktienmarkt zu Beginn der neuen Handelswoche. Der DAX notiert zuletzt 0,46 Prozent im Minus bei 12.249 Punkten. CSU-Chef und Innenminister Horst Seehofer hat mit seinem Rücktritt gedroht, sollte nicht doch noch eine Einigung im Asylstreit gefunden werden. Bei einem letzten Spitzengespräch ab 17.00 Uhr will Seehofer aber noch eine Lösung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) suchen. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erklärte unterdessen, dass die CSU die Regierungskoalition nicht infrage stelle. US-Präsident Trump richtete im Handelsstreit scharfe Worte an die Europäer und verglich die EU mit China.

Chartanalysen & Artikel des Tages

Unternehmensnachrichten

  • innogy erwirbt das US-Unternehmen BTCPower. Das Unternehmen ist einer der größten amerikanischen Anbieter für Ladeinfrastruktur im Elektromobilitätsbereich, wie innogy mitteilte. Angaben zum Kaufpreis wurden nicht gemacht.
  • ThyssenKrupp und der indische Stahlkonzern Tata Steel haben einen bindenden Vertrag zur Fusion ihrer europäischen Stahlsparten im neuen Gemeinschaftsunternehmen thyssenkrupp Tata Steel unterzeichnet. Auf diesen Schritt hatten sich die Partner im September 2017 mit einer Grundsatzvereinbarung verständigt. Die Wettbewerbsbehörden müssen der Fusion noch zustimmen.
  • Der US-Hedgefonds Elliott von Starinvestor Paul Singer hat den Anlagenbauer GEA zu einem raschen Personalwechsel und zu einem Aktienrückkauf aufgefordert. GEA solle die Suche nach einem Nachfolger beschleunigen, nachdem der bisherige Vorstandsvorsitzende Jürg Oleas sein Amt Ende 2019 aufgeben will. Außerdem solle Aufsichtsratschef Helmut Perlet ersetzt werden, fordert Elliott. Da die Aktie unterbewertet sei, solle das Management zudem einen Aktienrückkauf beschließen, fordert Elliott. Elliott hatte vor rund zwei Wochen mitgeteilt, dass sein Anteil beim Anlagenbauer GEA auf fünf Prozent gestiegen sei.
  • Der Elektroautobauer Tesla hat in der letzten Juni-Woche offenbar sein Produktionsziel von 5.000 Fahrzeugen des Model 3 pro Woche erreicht. "Ich denke, wir sind gerade eben zu einem echten Autounternehmen geworden", schrieb Tesla-CEO in einer E-Mail an die Mitarbeiter. Das Produktionsziel war bereits mehrfach verschoben worden und sollte zuletzt bis Ende Juni erreicht werden. Inklusive der älteren und teureren Modelle S und X liefen in der letzten Juni-Woche sogar 7.000 Fahrzeuge bei Tesla vom Band. Es ist aber unklar, ob die Produktion dauerhaft auf diesem Niveau gehalten werden kann. Wie Tesla am Nachmittag mitteilte, wurden im zweiten Quartal insgesamt 40.740 Fahrzeuge ausgeliefert, davon 18.440 vom Model 3.
  • Der Autobauer BMW hat die von den USA geplanten Einfuhrzölle scharf kritisiert und in einem Schreiben an US-Handelsminister Ross vor möglichen Kürzungen von Investitionen und dem Verlust von Arbeitsplätzen in den USA gewarnt. Auch der US-Autobauer General Motors (GM) warnte vor Konsequenzen. Einfuhrzölle könnten auch GM zur Schrumpfung zwingen, hieß es.
  • Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer will nicht ausschließen, dass deutsche Autobauer weitere Fahrzeuge zurückrufen müssen. "Wir werden weiterprüfen", sagte Scheuer dem "Handelsblatt".
  • Der Mobilfunkanbieter Freenet steigt per Kapitalerhöhunhg bei der MediaMarktSaturn-Mutter Ceconomy ein und wird künftig rund neun Prozent an dem Elektronikhändler halten, wie beide Unternehmen am Freitag nach Börsenschluss mitteilten. Ceconomy fließen aus der Kapitalerhöhung rund 277 Millionen Euro zu, die vor allem zur Stärkung der Bilanz genutzt werden sollen. Freenet zahlt je Ceconomy-Aktie 8,50 Euro, gegenüber einem Xetra-Schlusskurs von 7,138 Euro am Freitag.
  • Volkswagen muss insgesamt rund 300 Millionen Euro an MAN-Minderheitsaktionäre nachzahlen. Das Oberlandesgericht München sprach den Kleinaktionären in einem Spruchverfahren eine Garantiedividende von brutto 5,50 Euro statt der bisher gezahlten 3,30 Euro zu und bestätigte damit das Urteil einer Vorinstanz. Die Abfindungszahlung bei einem Verkauf der Aktien an VW wurde zudem von 80,89 Euro auf 90,29 Euro angehoben. VW muss Abfindungen und Dividenden seit 2014 nachzahlen.

Konjunktur & Politik

  • Kanzlerin Merkel hat sich mit ihrem Innenminister Seehofer im Asylstreit nach stundenlangen Verhandlungen geeinigt. Details sind bislang nicht bekannt, aber offenbar hat man sich jetzt Transitzentren an der Grenze geeinigt, in welchen Asylsuchende festgehalten und beschleunigt abgeschoben werden können. CDU und CSU arbeiten an einer Erklärung. Seehofer will im Amt bleiben.
  • Der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in den USA ist im Juni auf 60,2 Punkte gestiegen. Erwartet wurden 58,2 Zähler, nach 58,7 Punkten zuvor.
  • Die US-Bauausgaben haben sich im Mai um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat erhöht. Erwartet wurde ein Anstieg um 0,5 Prozent, nach einem revidierten Plus von 0,9 Prozent (zunächst: Anstieg um 1,8 Prozent) im Vormonat.
  • Die USA könnten sich künftig auch ganz offiziell nicht mehr an die Regeln der Welthandelsorganisation WTO halten. US-Präsident Donald Trump habe einen entsprechenden Gesetzentwurf selbst in Auftrag gegeben, berichtet die in der Regel gut informierte Polit-Website Axios. Das Gesetz würde dem US-Präsidenten auch die Autorität geben, Zölle ganz ohne die Zustimmung des Kongresses verhängen zu können.
  • Die CSU wird nach Angaben von Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) auch dann in der Bundesregierung verbleiben, falls Innenminister Horst Seehofer wegen des Koalitionsstreits zurücktreten sollte. "Die CSU, wenn es so kommt, bleibt in der Regierung", sagte Müller laut Dow Jones Newswires. Zuvor hatte bereits der bayerische Ministerpräsident Markus Söder betont, dass die CSU weder die Beteiligung an der Bundesregierung noch die Fraktionsgemeinschaft in der CDU infrage stelle.
  • Die Europäische Union hat für den Fall von US-Sonderzöllen auf Autos vor weltweiten Vergeltungsmaßnahmen gewarnt, die US-Exporte im Wert von rund 250 Milliarden Euro treffen könnten.
  • Trotz des Asylstreits mit der CDU will die CSU offenbar die Regierungskoalition nicht aufkündigen. "Die Stabilität der Regierung steht für uns nicht infrage, auch ein Aufkündigen einer Fraktionsgemeinschaft ist nicht der richtige Weg", sagte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder am Montag. Söder ging auch auf Distanz zu Horst Seehofer. "Horst hat uns gestern, ehrlich gesagt, sehr überrascht mit seiner Entscheidung", sagte Söder laut Dow Jones Newswires.
  • Die Arbeitslosenquote in der Eurozone ist im Mai stabil geblieben. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 8,4 Prozent, wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte. Die Volkswirte der Banken hatten mit 8,5 Prozent gerechnet. Der Vormonatswert wurde unterdesen von 8,5 Prozent auf 8,4 Prozent nach unten revidiert.
  • Der Optimismus der Einkaufsmanager in der Industrie der Eurozone hat sich im Juni wie erwartet verringert. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe sank nach endgültigen Angaben von 55,5 Punkten im Mai auf 54,9 Punkte im Juni, wie der Datendienstleister Markit Economics mitteilte. In der ersten Veröffentlichung war ein Wert von 55,0 Punkten genannt worden. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in Deutschland sank von 56,9 Punkten auf 55,9 Zähler. Damit wurde der vorläufige Wert bestätigt.
  • Im Asylstreit mit der CDU will CSU-Chef und Bundesinnenminister Horst Seehofer am Montag einen letzten Einigungsversuch mit der Schwesterpartei unternehmen. Dies kündigte Seehofer in der Nacht nach rund zehnstündigen Beratungen in München an. Sollte keine Einigung gelingen, will Seehofer von seinen Ämtern zurücktreten. Seehofer fordert die Zurückweisung von Flüchtlingen an der Grenze, die bereits in anderen Aufnahmestaaten registriert wurden. Die Vereinbarungen, die Bundeskanzlerin Merkel (CDU) mit anderen EU-Staaten ausgehandelt hat, betrachtet Seehofer als nicht "wirkungsgleich".
  • Migranten und Flüchtlinge in Deutschland haben im Jahr 2016 rund 17,7 Milliarden Euro in ihre Herkunftsländer überwiesen. Das waren mehr als sechs Milliarden Euro mehr als noch 2007, wie die Tageszeitung "Die Welt" berichtet.

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