• Fed-Yellen warnt vor zu ehrgeizigem Straffungskurs
  • Zahlreiche Deutsche Banken rechnen in der Cum-Cum-Affäre mit Strafen
  • US-Telekom-Aufsicht FCC will Netzneutralität kippen
  • USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sinken
  • Auftragseingänge der US-Industrie brechen ein
  • Deutsche Wirtschaft besorgt über Hängepartie in Berlin
  • Uber verschwieg Diebstahl von 57 Mio. Kundendaten
  • HPE-Chefin Whitman tritt überraschend zurück
  • Stellenabbau bei Uniper beschlossen
  • IG Metall droht mit Nein zur Stahlfusion von Thyssenkrupp und Tata

DAX & Dow Jones

  • Nach zwei etwas lebhafteren Handelstagen besinnen sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte und üben sich wieder in Zurückhaltung. Der DAX setzt am Nachmittag etwas zurück auf 13.140 Punkte. Das Aus der Jamaika-Sondierungsgespräche bereitet einigen Investoren vielleicht doch noch Bauchschmerzen, sagte ein Marktbeobachter. Hinzu kommt der Feiertag Thanksgiving in den USA am morgigen Donnerstag und der verkürzte Handel am Freitag. Daher dürfte der Handel auch dort vorerst eher in ruhigen Bahnen verlaufen.
  • Märkte USA: Der Handel verlief einen Tag vor Thanksgiving äußerst schleppend und endete mit gemischten Vorzeichen bei den großen Indizes. Während Dow und S&P 500 Verluste zu verzeichnen hatten, verbesserte sich der Nasdaq 100 um 0,12 % und schob sich auf ein neues Rekordhoch. Der Energiekomplex entwickelte sich besser als alle anderen Sektoren, während Finanz-Titel etwa 0,5 % einbüßten und damit das andere Ende des Spektrums markierten. Bei den Wirtschaftsdaten überzeugten die Initial Claims, während der Auftragseingang bei langlebigen Wirtschaftsgütern enttäuschte. Wie aus den am Nachmittag veröffentlichten FOMC Minutes zu entnehmen war, machen sich die Fed-Mitglieder zunehmend Sorgen über die hohen Bewertungen an den Märkten. Bei den Einzelaktien waren nach Zahlen relativ rege Aktivitäten bei GE (+1,8 %), HPE (-7,2 %), Guess? (-13 %), GameStop (+3,8 %) und Deere & Co. (+4,3 %) zu verzeichnen. Amazon verbesserte sich getrieben von Spekulationen um einen Cloud-Deal mit Cerner um rund 1,5 %.

Chartanalysen des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Zahlreiche Deutsche Banken rechnen in der Cum-Cum-Affäre um Steuertricks mit Dividendenpapieren mit Straf- und Steuernachzahlungen. 77 heimische Institute erwarten dadurch Belastungen von gut einer halben Milliarde Euro, wie es in einer Antwort des Bundesfinanzministeriums und der Finanzaufsicht Bafin auf eine Anfrage der Grünen hieß.
  • Der Drucker- und Computerherstller HP Inc. ist weiter auf Wachstumskurs. Der Umsatz stieg im vergangenen Quartal um 11 Prozent auf 13,9 Mrd. US-Dollar.
  • Salesforce rechnet für das laufende Quartal mit weniger Gewinn als Experten erwartet hatten. Je Aktie soll er bei 32 bis 33 US-Cent liegen. Analysten gehen bisher von 34 Cent aus.
  • Der Tech-Konzern Emerson bleibt mit seiner erneut aufgestockten Offerte für Rockwell erfolglos. Das neue Angebot spiegele ebenfalls nicht den tatsächlichen Wert von Rockwell wider, teilte Rockwell mit. Emerson hatte zuletzt 29 Mrd. US-Dollar geboten.
  • JPMorgan erwägt, Kunden beim Kauf eines vom Bitcoin abgeleiteten Finanzprodukts zu unterstützten. Konkret geht es um einen von der Terminbörse CME anvisierten Future-Kontrakt, mit dem etwa auf steigende oder fallende Bitcoin-Kurse gesetzt werden könnte. JPMorgan-Chef Jamie Dimon gilt als Kritiker des Bitcoin. Er hatte die Kryptowährung als Betrug und deren Käufer als dumm bezeichnet.
  • Laut Recherchen von "ProPublica" konnten auf Facebook erneut Anzeigen geschaltet werden, die bestimmte Bevölkerungsgruppen ausschließen. Facebook sprach von einem "technischen Fehler“.
  • Die Lufthansa will weiterhin Großraumjets auf der innerdeutschen Strecke zwischen Berlin und Frankfurt einsetzen. Wegen der anhaltend sehr starken Nachfrage der Kunden sollen die Jumbojets vom Typ Boeing 747-400 noch in den ersten drei Dezemberwochen Berlin-Tegel anfliegen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.
  • Der starke Internet-Ticketverkauf sowie Zukäufe haben beim Veranstalter CTS Eventim in den ersten neun Monaten zu einem Umsatzwachstum von 29 Prozent auf rund 746 Mio. Euro geführt. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um knapp zwölf Prozent auf 120,3 Mio. Euro. Der Nettogewinn von 61 Mio. Euro lag fast ein Drittel höher als im gleichen Vorjahreszeitraum.
  • Der Kraftwerksbetreiber Uniper hat einen Kompromiss bei seiner geplanten Verschlankung erzielt. „Insgesamt werden bei Uniper bis Ende 2018 rund 2.000 der ursprünglichen 14.700 Stellen wegfallen", sagte Uniper-Finanzvorstand Christopher Delbrück der „Rheinischen Post“. Ein Teil dieser Stellen sei bereits abgebaut. Der Abbau erfolge sozialverträglich durch die Streichung frei werdender Stellen, Altersteilzeit und Abfindungen.
  • Der US-Fahrdienstleister Uber hat den Diebstahl von 57 Mio. Kundendaten verschwiegen. Wie das Unternehmen erst ein Jahr später bekannt gab, ging es bei dem Hackerangriff von Ende vergangenen Jahres um Namen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern von Nutzern sowie um Daten von Fahrern. Den Angaben zufolge hat Uber weder Betroffene noch Behörden informiert. Stattdessen seien den Hackern 100.000 Dollar gezahlt worden, damit sie die gestohlenen Daten vernichten.
  • Die geplante Stahlfusion von Thyssenkrupp mit dem indischen Konzern Tata ruft die IG Metall auf den Plan. Der frühere Gewerkschaftschef Detlef Wetzel, der die IG Metall im Aufsichtsrat der Stahlsparte von Thyssenkrupp hält sogar ein Scheitern der Gespräche mit dem Management für möglich. „Nach derzeitigem Stand können wir dem Joint Venture nicht zustimmen“, sagte Wetzel der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. „Wir meinen es absolut ernst, wenn wir sagen, dass wir bereit sind, unsere Zustimmung zu verweigern, wenn es keine verantwortungsvolle Lösung gibt", betonte Wetzel. Der Vorstand von Thyssenkrupp müsse sich "stark bewegen", um die Forderungen der IG Metall zu erfüllen.
  • Die Anleger des IT-Konzerns Hewlett Packard Enterprise (HPE) reagierten verschnupft auf die Meldung, dass die langjährige Firmenchefin Meg Whitman überraschend ihren Rücktritt erklärte. Der Aktienkurs ging am Dienstag unter. Dabei fanden auch die präsentierten Zahlen zum vergangenen Quartal wenig Beachtung. HPE steigerte den Überschuss deutlich auf 524 Mio. US-Dollar, nach 302 Mio. Dollar im Vorjahr. Der Umsatz legt von 7,32 auf 7,66 Mrd. US-Dollar zu.
  • Deutschlands drittgrößter Kabelnetzbetreiber Tele Columbus hat im dritten Quartal den Umsatz leicht auf 123,3 Mio. Euro erhöht, auch EBITDA und die Marge legten moderat zu.

Konjunktur & Politik

  • Der Index für das Verbrauchervertrauen in der Eurozone ist im November auf 0,1 gestiegen . Erwartet wurde ein Wert von minus 0,8, nach minus 1,0 im Vormonat.
  • Der Konsumklimaindex der Uni Michigan sank im November laut endgültigen Daten auf 98,5 Punkte. Erwartet wurde ein Wert von 98,0, nach 100,7 Zählern im Vormonat.
  • Die Anleger an den Börsen müssen sich nach Ansicht der Deutschen Bank im kommenden Jahr auf stärkere Kurs-Schwankungen einstellen. Zwar dürften die Aktienmärkte von der boomenden Weltwirtschaft profitieren, von Seiten der Zentralbanken könne aber ein höheres Risiko ausgehen als bisher. Den DAX sehen die Experten zum Ende kommenden Jahres dennoch dank steigender Unternehmensgewinne bei 14.100 Punkten. Das wäre ein Plus von rund 7,5 Prozent im Vergleich zum aktuellen Kurs. Damit würde sich die Dynamik jedoch abschwächen, nachdem der Leitindex in diesem Jahr bereits um mehr als 14 Prozent zugelegt hat.
  • Die anhaltend hohe Staatsverschuldung Italiens beunruhigt die EU-Kommission. „Der Schulden werden leicht zurückgehen, aber die Lage gibt weiter Anlass zur Sorge", sagte EU-Finanzkommissar Pierre Moscovici zu den italienischen Budgetplänen für 2018. Die Regierung in Rom sei deswegen über eine weitere Überprüfung im kommenden Frühjahr informiert worden.
  • Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ist in der vergangenen Woche um 10.000 auf 239.000 gesunken. Von Experten erwartet wurden 240.000 Anträge.
  • Die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter in den USA sind im Oktober überraschend um 1,2 Prozent zum Vormonat eingebrochen. Experten hatten einen Anstieg um 0,3 Prozent erwartet.
  • Die US-Telekommunikations-Aufsicht FCC will noch 2017 die strikten Regeln zur Gleichbehandlung von Daten im Internet (Netzneutralität) aufweichen. FCC-Chef Ajit Pai lässt am 14. Dezember über seinen Vorschlag abstimmen, der eine Aufhebung der bisherigen konsequenten Umsetzung der sogenannten Netzneutralität vorsieht
  • Nach Einschätzung von US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen befindet sich die Fed in einer schwierigen Lage. Eine zu schnelle Abkehr von der lockeren Geldpolitik berge das Risiko, dass die Inflation unter der Zielmarke der Fed von zwei Prozent verharren könnte, sagte Yellen im Rahmen einer Veranstaltung der Universität von New York. Dies wird von ihr als gefährlich eingeschätzt. Obwohl die US-Wirtschaft eine der längsten Aufschwungphasen in ihrer Geschichte durchläuft, bleibt die Inflation auf einem ungewöhnlich niedrigen Niveau. Yellen lieferte in der Rede keine klaren Hinweise für künftige geldpolitische Entscheidungen der Fed.
  • Die deutsche Wirtschaft zeigt sich angesichts der politischen Ungewissheit in Berlin besorgt. „Aktuell geht es der deutschen Wirtschaft erfreulicherweise gut", sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, dem „Handelsblatt“. Angesichts der schnellen wirtschaftlichen Entwicklung weltweit sei es aber wichtig, dass „wir nicht lange ohne handlungsfähige Regierung bleiben." Es müssten nun bei den Themen Digitalisierung, Bildung und Infrastruktur wichtige Weichen gestellt werden. Auch der Präsident des Industrieverbandes BDI, Dieter Kempf mahnte rasche Fortschritte an. „Je länger die Regierungsbildung nun dauert, desto größer wird die Ungeduld unserer Unternehmen.“
  • Nach dem Scheitern der Sondierungsverhandlungen zur Bildung einer Jamaika-Koalition ist nun das Vermittlungsgeschick von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gefragt. Steinmeier wird heute den CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer sprechen und für morgen ist ein Treffen mit SPD-Chef Martin Schulz angesetzt. Der Bundespräsident dürfte sich bemüht zeigen, die Sozialdemokraten doch noch zur Bildung einer Großen Koalition zu bewegen. Gestern hatte Steinmeier mit den Vorsitzenden von Grünen und FDP beraten. FDP-Chef Christian Lindner lehnte auch nach dem Gespräch weitere Verhandlungen mit Union und Grünen über eine Koalitionsbildung ab. Er warf Bundeskanzlerin Angela Merkel in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vor, seine Partei in den Gesprächen gegenüber den Grünen benachteiligt zu haben. SPD-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel hat sich für eine Minderheitsregierung ausgesprochen . Das sei eine Frage, die in Gesprächen auch erörtert werden müsse, so Schäfer-Gümbel im ZDF-"Morgenmagazin".
Termine des Tages:
14:30 Uhr - US: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
14:30 Uhr - US: Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter Oktober
16:00 Uhr - EWU: Verbrauchervertrauen November
16:00 Uhr - US: Konsumklima Uni Michigan November (endgültig)
20:00 Uhr - US: Protokoll der geldpolitischen Notenbanksitzung

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