DAX

    Gute Vorgaben aus Übersee - speziell aus China - halten heute den DAX über Wasser. In der Volksrepublik konnte der viel beachtete Leitindex Shanghai Composite am Montag trotz mieser Konjunkturdaten vom Wochenende fast fünf Prozent Zugewinn feiern. Dabei leidet der chinesische Außenhandel an einer schwachen Auslandsnachfrage und einer schwindenden Binnenkonjunktur. Nach einer kleinen Berg- und Talfahrt notiert der DAX am Mittag mit 0,35 Prozent im Plus (bei 11.530 Punkten). Auf der Belastungsseite verdaut der DAX noch immer die anstehende Zinserhöhung in den USA. Höhere Zinsen belasten Aktien, weil andere Anlageformen attraktiver werden. Der robuste US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag hatte der Spekulation einer Zinserhöhung im September neue Nahrung geliefert.

    Charttechnik

    Der DAX steckt auch zu Wochenbeginn noch in der am Donnerstag begonnenen Korrektur. Dabei drückt ab ca. 11.525 Punkten ein Widerstand von oben, der im Tagesverlauf zu weiteren Verlusten führen könnte. Dabei müssen kurzfristig neue Tiefs auch im Bereich von 11.400 Punkten und tiefer eingeplant werden. Erst mit einem Kursausbruch über 11.585 Punkten würde sich die Lage entspannen.

    Thema des Tages

    Der Streit um die Griechenland-Hilfen sorgt auch für Unmut und Diskussionen innerhalb der CDU/CSU-Fraktion. Anlass war die Andeutung des Fraktionsvorsitzenden Kauder, wonach Abweichler in den eigenen Reihen möglicherweise nicht mehr in wichtige Ausschüsse entsandt werden könnten. „Damit disqualifiziert er sich als Vorsitzender“, sagte der Bundestagsabgeordnete Funk der „Bild“. Die Einlassungen seien „für jeden Vertreter der parlamentarischen Demokratie erschreckend und beschämend“. Der CDU-Abgeordnete Mattfeldt sagte der „Bild", Kauder habe die im Grundgesetz verankerte Meinungsfreiheit mit Füßen getreten. Kader hatte der „Welt am Sonntag“ mit Blick auf die 60 Nein-Stimmen aus der Unionsfraktion zu neuen Griechenland-Hilfen von Mitte Juli gesagt, dass dies für einzelne Abgeordnete Konsequenzen haben werde.

    Auch der CSU-Politiker Hans Michelbach übte Kritik. „Ich glaube, Volker Kauder wird bei nochmaligem Nachdenken bemerken, dass sein Gedanke nicht zielführend ist." Zugleich äußerte sich Michelbach erneut skeptisch über die geplanten Griechenland-Hilfen und hält diese nicht für zustimmungsfähig. Entscheidend für ihn sei, dass Griechenland selbst rund 50 Milliarden Euro aus der Privatisierung des Staatsvermögens beitrage, sagte Michelbach der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Kompromiss dürfe nicht ohne ökonomische Vernunft geschlossen werden.

    Aktien im Blick

    Allianz profitieren von Kursziel-Anhebungen mehrerer Analystenhäuser (+1,89 %).

    RWE-Aktien verlieren 0,91 %. Der Energiekonzern plant angesichts eingebrochener Gewinne ein Umbauprogramm.

    Evotec, der österreichische Wettbewerber Apeiron Biologics und der französische Pharmakonzern Sanofi bauen ihre Partnerschaft in der Krebsforschung aus. Die Evotec-Titel gewannen 4,04 %.

    Konjunktur

    Der OECD-Frühindikator CLI verharrt im Juni bei 100,0 Punkten, wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mitteilte.

    Die Euroland-Konjunktur hat laut dem sentix-Institut die Griechenland-Wirren gut überstanden. Die Lagewerte des sentix-Konjunkturindex für August haben sich weiter auf 15,3 Punkte verbessert. Die Erwartungswerte dagegen geben auch in Europa, bedingt durch ein nachlassendes globales Momentum, nach!

    Der Economy Watchers Sentiment in Japan steigt im Juli um 0,6 auf 51,6 Punkte. Experten erwarteten einen Sprung auf 53,1 Punkte.

    Währungen

    Der US-Dollar macht am Montagvormittag gegenüber den anderen Hauptwährungen weiteren Boden gut. Während EUR/USD nach den zwar robusten, aber schwächer als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten (im Tief bei 1,0941) einen Teil der Gewinne vom Freitag abgibt, fällt GBP/USD mit bislang 1,5455 im Tief erneut zurück. Die größte Bewegung unter den Hauptwährungspaaren weist mit 124,71 in der Spitze USD/JPY auf. Dabei belastet den Yen der geringer als erwartet ausgefallene Leistungsbilanzüberschuss. Ebenfalls negativ fielen die japanischen Stimmungsindizes aus.

    USD/SEK knüpft nach enttäuschenden Daten aus der schwedischen Industrie mit bislang 8,7804 im Hoch an seine Vorwochengewinne an. USD/NOK konsolidiert nach schwächer als erwartet ausgefallenen norwegischen Verbraucherpreisen die Gewinne, die dem Währungspaar am Freitag ein knappes Fünfmonatshoch bei 8,3296 beschert hatten.

    Rohstoffe

    Die Ölpreise bewegen sich am Montag nur wenig. Am Morgen hatte noch ein Anstieg der Bohrlöcher in den USA die Ölpreise belastet. Nach Angaben des Ölausrüsters Baker Hughes von Freitag ist die Zahl der Bohranlagen um sechs auf 670 gestiegen. Dies sei der dritte Anstieg in Folge gewesen.