• Ex-EZB-Chef Trichet: Volkswirtschaften müssen zurück zur Normalität
  • Disney und 21 Century Fox vor Milliardendeal
  • Phoenix Solar beantragt Insolvenz
  • Eli Lilly blickt optimistisch auf 2018 
  • Eurozone: Industrieunternehmen weiten Produktion aus
  • "Welt": Bitcoin bedeutet Reichtum für ganz wenige
  • Deutsche Telekom steckt Milliarden in den Glasfaser-Ausbau
  • DIW Berlin: Der deutsche Konjunkturmotor läuft weiter rund
  • EU-Kommission genehmigt Übernahme von Air Berlin-Teilen durch Easyjet
  • Börsianer warten auf die Fed-Sitzung
  • Tui profitiert von boomendem Spanien-Tourismus
  • Alabama-Nachwahl: Demokrat Jones geht als Sieger hervor
  • Inflation in Deutschland zieht im November an
  • Wirecard will auch im kommenden Jahr kräftig wachsen
  • Aurubis erhöht Dividende und enttäuscht dennoch
  • Axel Springer will sein französisches Online-Frauenportal verkaufen

DAX & Dow Jones

  • Die Anleger bei deutschen Aktien lassen es heute ruhiger angehen. Nach seinen Kursgewinnen vom Vortag gibt der DAX am Nachmittag leicht nach. Am Abend steht die Zinsentscheidung der Fed auf dem Terminplan. Während eine Erhöhung des Leitzinses um weitere 0,25 Prozentpunkte als ausgemachte Sache gilt, erhoffen sich die Marktteilnehmer vor allem konkrete Aussagen von Notenbankchefin Janet Yellen zur weiteren Zins- und Geldpolitik. Analysten zufolge unterschätzen die Märkte derzeit das mögliche weitere Tempo der Zinsstraffungen.
  • Der Dow Jones ist am Mittwoch auf ein neues Rekordhoch gestiegen und hat den Handel mit einem Plus von 0,33 % beendet, während der Nasdaq 100 sich um 0,17 % verbessern konnte und der S&P 500 ein marginales Minus von 0,03 % verkraften musste. In den letzten Minuten setzten im Finanzsektor starke Verkäufe ein und drückten den Komplex 1,2 % ins Minus, Gewinner waren auf der anderen Seite Consumer Staples (+0,6 %) und Industrietitel (+0,4 %). Der Fokus in der US-Session lag auf hauptsächlich auf dem Zinsentscheid der US-Notenbank und ihren Projektionen für die nächsten Jahre. Obwohl die Fed damit rechnet, dass die Steuerreform das Wachstum unterstützen wird, nahmen die Mitglieder ihre Schätzungen für die Inflationsentwicklung im Durchschnitt zurück, ohne dass Yellen in ihrer letzten Pressekonferenz dafür eine stichhaltige Erklärung präsentieren konnte. Ebenfalls Thema war die sich abflachende Zinskurve, eine Entwicklung die der scheidenden Notenbankchefin allerdings kaum Sorge bereitet. Anders als in der Vergangenheit sei dafür gegenwärtig der ultra-niedrige Laufzeitaufschlag verantwortlich, Voraussagen bezüglich der Konjunkturentwicklung könnten daher nicht abgeleitet werden.

Chartanalysen des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Die Lufthansa hat ihr Angebot zur Übernahme der Air-Berlin-Tochter Niki zurückgezogen. Grund sei die ablehnende Haltung der EU-Kommission gegen eine Übernahme aus wettbewerbsrechtlichen Gründen. In Brüssel befürchtet man eine zu große Marktmacht der Lufthansa.
  • Probleme im britischen Vertriebsgeschäft und hohe Investitionen in die Elektromobilität drücken bei Innogy auf das Ergebnis. Der operative Gewinn dürfte in diesem Jahr geringer ausfallen als bisher geplant, teilte der Konzern mit. Für 2017 peilt Innogy beim bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) statt 2,9 Mrd. nur noch 2,8 Mrd. Euro an. 2018 dürfte dieser Wert auf 2,7 Mrd. Euro sinken
  • Airbus-Chef Tom Enders sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Berichte über seinen Abschied seien verfrüht. Eine Entscheidung sei nicht gefallen. Zuvor meldete die französische Zeitung "Le Figaro“, der 58-jährige Deutsche habe die französische Regierung darüber informiert, dass er keine dritte Amtszeit anstrebe.
  • Eli Lilly blickt optimistisch auf 2018. Es wird ein bereinigter Gewinn von 4,60 bis 4,70 US-Dollar je Aktie erwartet. Gute Geschäfte mit neu erhältlichen Medikamenten, aber auch neue Zulassungen sollen zum Gewinnanstieg beitragen. Für 2017 peilt der Pharmakonzern weiterhin ein EPS von 4,15 bis 4,25 US-Dollar an.
  • Der US-Technologiekonzern Western Digital und der Partner Toshiba haben einen Streit beigelegt, der den Verkauf des Speicherchip-Geschäfts der Japaner gefährdet hatte. Nun wollen die beiden Unternehmen ihre Zusammenarbeit im Bereich Flash-Memory ausbauen.
  • Der Übernahme-Deal von Disney und 21st Century Fox soll diese Woche offiziell bekannt gegeben werden, heißt es in US-Medien. Disney will die Film- und TV-Studios, 22 regionale Sport-Programme, Kabelsender sowie die Fox-Anteile der Plattformen Sky in Großbritannien und Star in Indien übernehmen. Das Volumen des Deals wird auf 40 Mrd. US-Dollar geschätzt.
  • Facebook-CFO Dave Wehner kündigte an, der US-Konzern werde künftig seine Werbeeinnahmen in den Ländern direkt verbuchen, wo es ein Büro betreibt. Dadurch erhielten Regierungen mehr Transparenz. Bis Mitte 2019 sollen die Änderungen überall in Kraft getreten sein.
  • Der US-Mischkonzern Honeywell hat eine erste Prognose für das kommende Geschäftsjahr vorgelegt und erwartet demnach einen bereinigten Gewinn von 7,55 bis 7,80 Dollar je Aktie.
  • Der Solar-Anlagenbauer Phoenix Solar hat beim Münchner Amtsgericht Insolvenzantrag gestellt, wie das Unternehmen mitteilte. Grund ist, dass ein US-Großkunde acht Mio. US-Dollar eingetrieben hat, die er Phoenix Solar für Projekte in den USA zur Verfügung gestellt hatte.
  • Die Deutsche Telekom hat eine bundesweit erste Kooperation gestartet, um mehr schnelles Internet in ländliche Gebiete zu bringen. Die Telekom und der norddeutsche Netzbetreiber EWE wollen zusammen das Glasfasernetz im Nordwesten ausbauen und bis zu 2 Milliarden Euro investieren. Dafür soll ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet werden, an dem sich beide zu je 50 Prozent beteiligen, wie die Unternehmen am Mittwoch mitteilten.
  • Die EU-Kommission hat die Übernahme von Teilen der insolventen Fluglinie Air Berlin durch die britische Easyjet genehmigt. Der Zusammenschluss werde ohne Auflagen genehmigt, teilte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mit. Einen Großteil der Air-Berlin-Flotte will die Lufthansa übernehmen, einschließlich der lukrativen Teilgesellschaft Niki. Derzeit prüft die EU-Kommission das Vorhaben.
  • Kartellamts-Präsident Andreas Mundt zufolge wird die Wettbewerbsbehörde die Entwicklung der Ticketpreise bei Lufthansa und Eurowings nach dem Air-Berlin-Aus genauer unter die Lupe nehmen. „Zu starke Erhöhungen auf breiter Front könnten ein Hinweis auf den Missbrauch einer monopolähnlichen Marktmacht sein“, so Mundt gegenüber der „Rheinischen Post“. Darum würde man nun genaue Informationen über die Preise und ihre Systematik anfordern, um dann zu entscheiden, ob es ein Missbrauchsverfahren gibt.
  • Der Reisekonzern Tui hat dank des boomenden Spanien-Tourismus im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/17 Zuwächse verzeichnet. Der Umsatz legte acht Prozent auf 18,5 Mrd. Euro zu. Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebita) stieg um zehn Prozent auf 1,1 Mrd. Euro. Die Aktionäre können sich für das abgelaufene Geschäftsjahr auf eine Dividende von 65 Cent je Aktie freuen - zwei Cents mehr als im Vorjahr.
  • Der Handelskonzern Metro hat im abgelaufenen Jahr 2016/17 einen Rückgang beim Periodenergebnis von 519 auf 345 Mio. Euro verzeichnet. Im Vorjahr hatte der Verkauf des Vietnam-Geschäfts den Gewinn allerdings nach oben gepusht. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stagnierte bei 1,1 Mrd. Euro. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 0,70 Euro je Aktie erhalten. 2017/18 solle der Umsatz mindestens so stark steigen wie im Vorjahr, teilte der MDax-Konzern mit. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erwartet Metro einen Zuwachs von zehn Prozent.
  • Der Kupferhersteller Aurubis hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/17 den operativen Gewinn vor Steuern um 40 Prozent auf 298 Mio. Euro gesteigert. Der Umsatz legte um 17 Prozent auf 11,04 Mrd. Euro zu. Auf das laufende Geschäftsjahr blicken die Hamburger blckt verhalten optimistisch. „Wir erwarten ein Ergebnis auf etwa gleichem Niveau wie 2016/17“, sagte Konzernchef Jürgen Schachler. Man rechne mit einer stabilen bis guten Nachfrage nach Kupferprodukten. Die Dividende für 2016/17 soll auf 1,45 Euro je Aktie steigen. Im Vorjahr waren 1,25 Euro je Aktie ausgeschüttet worden. Analysten hatten im Schnitt allerdings eine Auszahlung von 1,56 Euro erwartet.
  • Der Zahlungsabwickler Wirecard will auch im kommenden Jahr kräftig wachsen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) werde 2018 zwischen 510 und 535 Mio. Euro erwartet, teilte das TecDAX-Unternehmen mit. 2017 will Wirecard ein Ebitda von 415 Mio. Euro erreichen.
  • Das Biotechnologieunternehmen Evotec geht eine Forschungskooperation mit dem Zentrum für Regenerative Therapien der TU Dresden („CRTD“) ein. Ziel ist, neuartige niedermolekulare Kandidaten für Netzhauterkrankungen zu identifizieren.
  • Der Medienkonzern Axel Springer will sein französisches Online-Frauenportal aufeminin an TF1 verkaufen. Springer besitzt 78 Prozent der Aktien. Der Kaufpreis pro Aktie belaufe sich auf 38,74 Euro, teilte der Konzern mit. Dies entspreche einem Aufschlag von 45,7 Prozent auf den Schlusskurs zum 8. Dezember.
  • Der spanische Modekonzern Inditex („Zara“) hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2017/18 per Ende Oktober den Umsatz um 10 Prozent auf fast 18 Mrd. Euro erhöht. Das operative Ergebnis (Ebit) legte um 6 Prozent auf 3 Mrd. Euro zu. Die viel beachtete Bruttomarge sank leicht auf 57,4 Prozent von 57,9 Prozent ein Jahr zuvor. Das Unternehmen investierte zuletzt stark in Technologie, aber auch in Neueröffnungen oder Modernisierunge

Konjunktur & Politik

  • Die Verbraucherpreise in den USA lagen im November erwartungsgemäß 0,4 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Im Oktober hatte die Monatsrate 0,1 Prozent betragen. Die Jahresinflationsrate belief sich auf 2,2 Prozent, nach 2,0 Prozent im Vormonat. Die Kernrate der Verbraucherpreise ging hingegen leicht zurück. Sie fiel im November von 1,8 Prozent im Vormonat auf 1,7 Prozent. Die Fed peilt eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Dabei achtet sie besonders auf Preisveränderungen bei der Kernrate.
  • Ex-EZB-Präsident Jean-Claude Trichet kann dem eingeläuteten Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) zum teilweisen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik nur Gutes abgewinnen. „Die jüngste Entscheidung der EZB, das Tapering im Januar 2018 zu beginnen, war sehr wichtig und markiert den Beginn der Normalisierung", sagte Trichet der Deutschen Presse-Agentur. „Wir sollten uns immer wieder klarmachen, dass die außergewöhnlich lockere Geldpolitik rund um die Welt eine Antwort auf die abnormale Situation der realen Volkswirtschaften ist", sagte Trichet. „Wir müssen unsere Volkswirtschaften so bald wie möglich wieder zurück in die Normalität führen."
  • Kritiker warnen, beim Bitcoin liege zu viel Macht in zu wenigen Händen. Gerade mal 112 Investoren halten knapp 20 Prozent aller Bitcoin, berichtete die „Welt“ am Mittwoch. Wenn diese sich dazu entschließen würden zu verkaufen, dürften die Notierungen in den Keller rauschen, schreibt die Zeitung. Die Bitcoin-Oligarchen könnten aber auch durch echte und vorgetäuschte Transaktionen den Preis beeinflussen und auf diese Weise Unbedarfte in die Digitalwährung locken.
  • In seiner neuesten Konjunkturprognose geht das DIW Berlin davon aus, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 2,2 Prozent wachsen wird. Damit erhöhen die Konjunkturforscher ihre Prognose gegenüber dem Herbst um einen Viertel-Prozentpunkt. Auch im kommenden Jahr dürfte das Bruttoninlandsprodukt in dieser Größenordnung zunehmen.
  • Die Industrieunternehmen des Euroraums haben ihre Produktion im Oktober laut Eurostat um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat ausgeweitet. Analysten hatten dagegen mit einer Stagnation gerechnet. Im Jahresvergleich stieg die Produktion um 3,7 Prozent.
  • Nach Daten des Statistikamts ONS vom Mittwoch fiel die Beschäftigung in Großbritannien in den drei Monaten bis Oktober um 56.000 Stellen. Das ist der deutlichste Abbau seit Mai 2015. Die Arbeitslosenquote stagnierte unterdessen bei 4,3 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit 1975. Analysten hatten jedoch mit einer Reduzierung auf 4,2 Prozent gerechnet.
  • Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag die Inflationsrate im November bei 1,8 Prozent, nach 1,6 Prozent im Vormonat Oktober. Im Monatsvergleich stieg das Preisniveau im November um 0,3 Prozent. Die Statistiker bestätigten damit vorläufige Zahlen.
  • Aus der Nachwahl um den Senats-Sitz im US-Bundesstaat Alabama ist der demokratische Kandidat Doug Jones als Sieger hervorgegangen. Er setzte sich nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Stimmen gegen den erzkonservativen Republikaner Roy Moore durch. Dieser war nach Vorwürfen sexueller Belästigung in den 1970er Jahren in die Kritik geraten. Für Präsident Donald Trump bedeutet die Wahl des Demokraten einen Rückschlag. Dessen Republikaner haben nun im Senat nur noch eine Mehrheit von 51 zu 49 Stimmen. Für Trump dürfte es schwieriger werden, wichtige Vorhaben durch das Parlament zu bekommen.
  • US-Außenminister Rex Tillerson hat Nordkorea überraschend direkte Gespräche ohne Vorbedingungen angeboten. „Lasst uns einfach zusammenkommen", sagte er. Unklar bleibt, ob Tillerson mit seinem Vorstoß die Unterstützung von US-Präsident Trump genießt.
  • Der Sicherheitsberater des Weißen Hauses, H.R. McMaster, hat Unternehmen davor gewarnt, Treibstoff nach Nordkorea zu schmuggeln, nachdem bekannt wurde, dass die Ladung auf offener See ausgetauscht wird. Wer dabei erwischt wird, müsste mit den schlimmsten wirtschaftlichen Konsequenzen rechnen, so McMaster.
Termine des Tages:
14:30 Uhr - US: Verbraucherpreise November
20:00 Uhr - US: Fed-Zinsentscheid
20:30 Uhr - US: Fed-Pressekonferenz

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