• Lagarde: Euro-Aufwertung konterkariert EZB-Geldpolitik
    • Übernahmewelle in den USA
    • Zweiter Lockdown in Israel
    • WHO meldet neuen Rekord an Corona-Neuinfektionszahlen
    • Zeitpan für EU-China-Abkommen
    • BioNTech will Corona-Impfstoffstudie ausweiten
    • Oracle beteiligt sich an TikTok
    • Machtkampf bei Metro
    • Adidas gibt sich kämpferisch
    • UBS und Credit Suisse prüfen Fusion

    DAX & Wall Street

    • Der DAX hat am Montag zunächst an seine jüngste Stärke anknüpfen können. Nach dem Plus von 3 Prozent in der vergangenen Woche legte er im frühen Handel weiter zu bis auf gut 13.300 Punkte. Doch diese Marke erwies sich als zu hoch, in der Folge brachen die Gewinne in sich zusammen. Anleger hätten zuletzt immer wieder ab 13.300 Punkten angefangen, ihre Gewinne mitzunehmen, sagte ein Marktbeobachter. Den Xetra-Handel beendete das Börsenbarometer mehr oder weniger unverändert mit einem Minus von 0,07 Prozent bei 13.193,66 Punkten. Die realistischere Vorgehensweise der Anleger hat ihren Grund: Denn seitens der vielfach vorhandenen Belastungsfaktoren gibt es schließlich kaum oder gar keine Entspannung. So halten auch die Unsicherheiten mit Blick auf den Brexit weiter an. Auch die jüngste Entwicklung der Corona-Infiziertenzahlen mahnen zur Vorsicht. Hoffnung dagegen kommt von Unternehmen, die an einem Corona-Impfstoff arbeiten. Die Ankündigung mehrerer Fusionen und Übernahmen heizt unterdessen die Stimmung an der Wall Street zu Wochenbeginn an. Hinzu kamen positive Aussagen zur Entwicklung eines Covid-Impfstoffes. Pfizer-CEO Albert Bourla zeigte sich in einem Interview zuversichtlich, dass bis Jahresende ein Impfstoff zur Verfügung steht. AstraZeneca hat die Untersuchung seines Impfstoffs wieder aufgenommen, nachdem die Studie zuvor wegen einer Erkrankung eines Studienteilnehmers unterbrochen worden war.
    • Der Dow Jones beendet den Handel mit einem Plus von 1,18 Prozent, der S&P 500 gewinnt 1,27 Prozent hinzu und der Nasdaq 100 verbesserte sich sogar um 1,72 Prozent.

    Chartanalysen & Artikel des Tages

    Unternehmen

    • Der Leerverkäufer Hindenburg Research behauptet, die angebliche Zukunftstechnologie von Nikola sei ein aufwendig inszenierter, „komplexer Betrug". Hindenburg hat eigenen Angaben zufolge „umfangreiche Beweise gesammelt (…), die Dutzende Falschbehauptungen von Nikola-Gründer Trevor Milton belegen“. Andere Nikola-Skeptiker springen dem Spekulanten bei. Citron Research etwa. Auch viele Anleger halten die Vorwürfe offenbar für glaubwürdig. Nun hat Nikola reagiert. Man wies alle Anschuldigungen zurück und kündigte umgehend Klage gegen Hindenburg an. „Die potenziellen Fortschritte in der Batterietechnologie hängen mit einer laufenden vertraulichen Forschungs- und Entwicklungs-Partnerschaft mit einer führenden akademischen Einrichtung zusammen, nicht mit ZapGo“, heißt es auf der Homepage. Der Hindenburg-Bericht hatte die Ankündigung Nikolas mit dem Unternehmen ZapGo in Verbindung gesetzt und ZapCos Technologie als „heiße Luft“ bezeichnet. Nikola entwickele auch wie angekündigt seine eigenen Inverter. Es sei in der Autobranche normal, dass in Prototypen dagegen Teile von anderen Anbietern verwendet würden. Manche davon würden später in der Produktion gegen die Eigenentwicklungen ausgetauscht. Zum Vorwurf des rollenden Trucks im Werbevideo: „Nikola hat in dem Video nie angegeben, dass sein Lastwagen mit eigenem Antrieb fährt, obwohl der Lastwagen genau dafür ausgelegt war“. Der Lastwagen „wurde nie als „unter eigenem Antrieb“ oder „mit eigenem Antrieb“ beschrieben.“
    • Kurz vor Ende der Frist hat die Deutsche Wohnen ihr Aktienrückkaufprogramm gestoppt. Erworben wurden seit Mitte November vergangenen Jahres über die Börse gut 16 Mio. Aktien für insgesamt 596,2 Mio. Euro. Damit ist das ursprünglich bis Ende Oktober angesetzte Kaufprogramm zu fast 80 Prozent ausgenutzt. Einen Grund für den vorzeitigen Stopp des Programms nannte das Berliner Unternehmen nicht.
    • Am Markt kursieren Spekulationen um ein Zusammengehen der beiden schweizerischen Großbanken UBS und Credit Suisse. Das Branchenportal "Inside Paradeplatz“ hatte berichtet, das UBS-Verwaltungsrats-Präsident Axel Weber eine Fusion mit dem zweitgrößten Bankhaus zusammen mit dem Präsidenten der Credit Suisse, Urs Rohner, plane. Die Banken wollten sich dazu nicht äußern. Am Markt hieß es, beide Großbanken seien operativ ähnlich aufgestellt. Wahrscheinlicher sei daher ein Deal mit einer großen US-Investmentbank, die vor allem am Geschäft der Schweizer mit dem Vermögens-Management interessiert sein dürfte.
    • Verizon Communications kauft den Mobilfunk-Tarifanbieter Tracfone für rund 6,25 Mrd. Dollar in bar und Aktien von der mexikanischen America Movil. Tracfone ist der größte netzunabhängige Mobilfunkanbieter in den USA. Das Unternehmen betreibt kein eigenes physisches Netz in den USA.
    • Der für seine Grafikkarten bekannte US-Konzern Nvidia übernimmt eines der wichtigsten Unternehmen der Smartphone-Branche: den britischen Chip-Designer ARM des japanischen Technologieinvestors Softbank. Kaufpreis: 40 Mrd. Dollar. Der Deal benötigt die Zustimmung der Wettbewerbshüter in den USA, der EU, China und Großbritannien. Die Unternehmen rechnen dafür einen Zeitraum von 18 Monaten ein.
    • Die VW-Lkw-Tochter Traton muss bei der geplanten Übernahme des US-Truckherstellers Navistar offenbar nachlegen. Das auf 43 US-Dollar je Aktie angehobene Übernahmeangebot bewerte Navistar und die möglichen Einsparmöglichkeiten eines Zusammenschlusses deutlich zu niedrig, teilte Navistar am Montag nach einer Sitzung des Verwaltungsrates mit. Allerdings sei der Preis ein Einstieg für weitere Verhandlungen.
    • Der US-Pharmakonzern Gilead kauft den Krebsspezialisten Immunomedics. Dafür zahlt Gilead rund 21 Mrd. Dollar. Für die Immunomedics-Aktionäre bedeutet dies eine Übernahmeprämie von mehr als 100 %. Je Immunomedics-Aktie bietet Gilead 88 Dollar. Der Schlusskurs am Freitag lag bei 42,25 Dollar.
    • Amazon will wegen der großen Nachfrage in der Corona-Krise 100.000 weitere Mitarbeiter einstellen. Das ist die vierte Einstellungswelle in den USA, die Amazon in diesem Jahr ankündigt. Es würden Voll- und Teilzeitstellen in den USA und Kanada entstehen, erklärte der Konzern. Das Unternehmen beschäftigte bis Ende Juni fast 880.000 Mitarbeiter, ohne Auftragnehmer und Zeitarbeitskräfte.
    • Der Sportartikelhersteller Puma hat den brasilianischen Superstar Neymar verpflichtet. Puma schloss am Wochenende einen langjährigen Vertrag mit dem Fußballer ab. Neymar wird auch abseits des Fußballfelds Puma-Schuhe und -Kleidung tragen. Zu finanziellen Details des Vertrags wurde nichts bekannt. Neymar warb früher für den US-Konzern Nike.
    • Der Sportartikelhersteller Adidas blickt zuversichtlich in die Zukunft. Er profitiert davon, dass mehr Menschen im Homeoffice arbeiten und sich dadurch mehr legere Kleidung kaufen statt Business-Outfits. Wer nicht raus gehe, sitze in Adiletten und T-Shirts im Homeoffice, sagte Unternehmenschef Rorsted in einem Interview mit der Frankfurter Sonntagszeitung. Nach den coronabedingt härtesten Monaten in der Firmengeschichte habe sich der Konzern aus der Verlustzone herausgekämpft. Im Juli und August hätten die Umsätze in Deutschland über dem Vorjahr gelegen, trotz Maskenpflicht und Einschränkungen beim Einkaufen und sich im Onlinehandel im ersten Halbjahr sogar knapp verdoppelt. Im dritten Quartal rechnet der Adidas-Chef wieder mit 600 bis 700 Mio. Euro Gewinn.
    • Der Rückversicherer Hannover Rück rechnet im dritten Quartal mit Großschäden im erwarteten Rahmen. „Die schwere Explosion im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut Anfang August hat viele Todesopfer gefordert und zu schweren Verwüstungen geführt. Zusammen mit Schäden aus Naturkatastrophen in den USA und Asien dürften die Großschäden des dritten Quartals - ohne Berücksichtigung von Covid-19 - im Rahmen der Erwartungen liegen", wie das Unternehmen mitteilte.
    • Der Börsenbetreiber Euronext hat bestätigt, ein Gebot für die Tochter der Londoner Börse LSE, die Borsa Italiana, abgegeben zu haben. Ein Zusammenschluss von Borsa Italiana und Euronext würde einen führenden Börsenbetreiber auf den kontinentaleuropäischen Kapitalmärkten schaffen, bei dem Italien der größte Ertragsbringer der Euronext-Gruppe wäre. Die Borsa Italiana ist laut Medienberichten zwischen drei und vier Mrd. Euro wert.
    • Die Deutsche Post denkt darüber nach, Briefe an private Adressen nur noch an fünf Wochentagen zuzustellen. Für den Bonner Konzern stelle sich die Frage, „ob wir in Deutschland am Montag eine flächendeckende Briefzustellung brauchen", sagte Vorstandsmitglied Tobias Meyer der Zeitung „Welt". Die Zustellung von Firmenpost auch am Montag sei sicherlich sinnvoll, doch bei privater Post sei dies fraglich, sagte Meyer.
    • Der Impfstoffentwickler BioNTech und sein US-Partner Pfizer wollen ihre Corona-Impfstoffstudie in den USA auf mehr Teilnehmer ausweiten. Den Behörden wollen die Partner in wenigen Wochen offenbar ein Mittel zur Genehmigung vorlegen. Wie die Partner gemeinsam mitteilten, haben sie bei der US-Arzneimittelbehörde FDA beantragt, die Phase-III-Studie ihres experimentellen Covid-19-Impfstoffkandidaten auf 44.000 Probanden von bisher 30.000 auszudehnen. Diese Zahl sollte in der kommenden Woche erreicht werden. Pfizer und BioNTech erwarten, bis Ende Oktober Ergebnisse zu haben.
    • Der Pharmahersteller AstraZeneca hat am Wochenende bekannt gegeben, dass er die klinischen Studien mit seinem experimentellen Corona-Impfstoff wieder aufgenommen hat, nachdem grünes Licht von der Gesundheitsbehörde gekommen sei. AstraZeneca hatte in der vergangenen Woche die Studien mit dem Impfstoffkandidaten wegen einer ungeklärten Erkrankung bei einem Studienteilnehmer unterbrechen müssen.
    • Der US-Software-Konzern Oracle wird sich wohl an der populären Video-App Tik Tok beteiligen. Allerdings gehe es dabei nun nicht mehr um einen Verkauf des US-Geschäfts, sondern lediglich um eine Rolle für Oracle als „Technologie-Partner" im amerikanischen Markt, berichteten in der Nacht zum Montag mehrere US-Medien. Es ist aber noch unklar, ob diese Lösung US-Präsident Trump zufriedenstellt, der Tik Tok wegen Spionageverdachts verbieten will. Er hatte dem chinesischen Tiktok-Betreiber Bytedance ursprünglich eine Frist bis Mitte September gesetzt, sich vom US-Geschäft zu trennen. Eine mögliche Rolle für Oracle könnte nun sein, die Daten amerikanischer Tiktok-Nutzer zu speichern. Trump bezeichnet Tiktok als Sicherheitsrisiko, weil über die App chinesische Behörden Zugriff auf Daten von Amerikanern erhalten könnten.
    • Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky will seinen Einfluss beim Handelskonzern Metro ausweiten. Den Anteilseignern soll ein freiwilliges Übernahmeangebot von wahrscheinlich 8,48 Euro je Stammaktie sowie ca. 8,87 Euro je Vorzugsaktie unterbreitet werden, teilte die von Kretinsky kontrollierte EP Global Commerce GmbH (EPGC) am Sonntag mit. Diese hielt zuletzt knapp 30 Prozent der Metro-Anteile. „EP Global Commerce geht nicht davon aus, nach dem Vollzug des Übernahmeangebots mehr als 50 Prozent der Stimmrechte zu halten.“ Kretinsky hatte seinen Anteil an Metro zuletzt im November 2019 von 17,5 auf 29,99 Prozent erhöht.
    • Der Kreuzfahrtanbieter TUI Cruises will ab dem kommenden Frühjahr wieder alle Schiffe seiner Flotte reaktivieren. „Wir hoffen, spätestens im Frühjahr 2021 wieder mit allen sieben Schiffen unterwegs zu sein, mit etwas weniger Auslastung und den passenden Gesundheitskonzepten", sagte Unternehmenschefin Wybcke Meier der Zeitung "Welt am Sonntag“.
    • Der Wohnmobil-Hersteller Knaus Tabbert plant für den 23. September seine Börsennotiz in Frankfurt. Von Montag an bis zum 22. September werden 4,945 Mio. Aktien in einer Spanne von 58 bis 74 Euro angeboten. Mit seinem IPO will Knaus Tabbert bis zu 366 Mio. Euro einnehmen. Von dem Erlös kommen nur 20 bis 25 Mio. Euro dem Unternehmen selbst zugute, der Hauptteil geht an den niederländischen Finanzinvestor HTP Investments.

    Konjunktur & Politik

    • Nach Einschätzung der OPEC wird die weltweite Ölnachfrage stärker einbrechen als bisher erwartet. Wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise dürfte die globale Nachfrage in diesem Jahr um durchschnittlich 9,5 Mio. Barrel pro Tag sinken, hieß es in dem am Montag veröffentlichten Monatsbericht des Ölkartells. Im August-Report hatte die OPEC noch einen Rückgang um 9,1 Mio. Barrel pro Tag erwartet.
    • Kein Ereignis der vergangenen 70 Jahre hat die deutsche Wirtschaft so stark beeinträchtigt wie die Corona-Pandemie. Die Exporte sind eingebrochen, der private Konsum ist stark zurückgegangen. Immerhin hat der Sommer etwas Hoffnung gebracht: Die staatlichen Hilfen und die Bauwirtschaft kurbeln die Konjunktur an. Die Industrie arbeitet sich auch wieder aus dem Tal heraus. Insgesamt wird das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um knapp 6,25 Prozent zurückgehen, zeigt die neue IW-Konjunkturprognose. Für 2021 rechnen die Wissenschaftler mit einem Zuwachs von knapp 4,5 Prozent – vorausgesetzt, es kommt nicht zu einem erneuten Lockdown.
    • China und die EU wollen nach chinesischen Angaben die Verhandlungen über das geplante Investitionsabkommen bis Jahresende abschließen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua vom virtuellen EU-China-Gipfel. Noch besteht nach europäischen Angaben noch eine große Differenz zwischen beiden Seiten, da sich vor allem China bewegen und deutlich mehr Marktöffnung zulassen muss als bisher vorgesehen.
    • Nach drei Jahren zieht sich der US-Botschafter Terry Branstad von seinem Posten in China zurück, berichtete die US-Botschaft. US-Außenminister Pompeo dankte Branstad für seinen Beitrag „zur Neuausrichtung der amerikanisch-chinesischen Beziehungen, damit sie ergebnisorientiert, gegenseitig und fair sind".
    • Der Medien-Unternehmer Michael Bloomberg will den Wahlkampf von US-Präsidentschaftsbewerber Joe Biden in Florida mit 100 Mio. Dollar unterstützen. Das berichtete die "Washington Post". Florida ist ein Swing State, der keiner der beiden Parteien eindeutig zuzuordnen ist. Bei der Wahl könnte Florida daher einer der ausschlaggebenden Bundesstaaten sein. Umfragen zufolge liefern sich Biden und Trump dort ein Kopf-an-Kopf-Rennen.
    • Die Industrie der Eurozone hat im Juli weiter Fortschritte erzielt, allerdings mit geringerem Tempo. Die Industrieproduktion sei in den 19 Euroländern zum Vormonat um 4,1 Prozent gestiegen, teilte das Statistikamt Eurostat am Vormittag mit. Der Anstieg folgt auf ein Plus von 9,5 Prozent im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag die Produktion im Juli noch 7,7 Prozent tiefer.
    • Nach den Worten von EZB-Chefin Christine Lagarde konterkariert die jüngste Aufwertung des Euro die Wirkung der geldpolitischen Lockerungen der Notenbank mit Blick auf die Inflationsentwicklung. Die Notenbank stehe daher bereit, alle Instrumente falls nötig anzupassen, sagte Lagarde am Sonntag. Sie sprach auf einer Konferenz der Notenbanken aus dem arabischen Raum. Man werde auch die Auswirkungen des Wechselkurses auf die mittelfristigen Inflationsaussichten sorgfältig prüfen. „Wenn es darum geht, unser Preisstabilitätsziel zu erreichen, gibt es und wird es keine Selbstgefälligkeit geben", sagte Lagarde.
    • Die Flugsicherungszentrale Eurocontrol geht davon aus, dass der Luftverkehr in Europa noch deutlicher als bisher vermutet unter der Corona-Krise leidet. In diesem Jahr könnten statt nur fünf sogar sechs Millionen Flüge weniger durchgeführt werden als 2019. Allein für 2020 rechnet Eurocontrol mit einer Belastung für die Luftfahrtindustrie in Höhe von 140 Mrd. Euro und damit 30 Mrd. Euro mehr als noch Ende April prognostiziert.
    • Das mögliche Scheitern der Verhandlungen zwischen der Europäischen Union und Großbritannien um ein Handelsabkommen treibt die deutsche Wirtschaft um. Der Automobilbranche drohen ohne Abkommen beispielsweise Zölle in Höhe von rund 2 Mrd. Euro. Die Zölle verteuern die Fahrzeuge und könnten zu einem Nachfragerückgang führen. Ein Brexit ohne Abkommen könnte zudem Lieferketten abbrechen lassen. Laut dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ist es für die Unternehmen elementar, dass die künftigen Beziehungen zwischen Brüssel und London mit Prioritäten geregelt würden. Es gelte, den EU- Binnenmarkt zusammenzuhalten, Zölle zu vermeiden, Transportwege aufrechtzuerhalten und die Bürokratie beim Warenaustausch so gering wie möglich zu halten. Die schwierige Verhandlungslage mit den Briten hatte bereits Folgen. So ist das Vereinigte Königreich von Rang 3 auf Rang 5 der wichtigsten Exportmärkte Deutschlands abgerutscht.
    • Israels Regierung wird angesichts steigender Neuinfektionen mit dem Corona-Virus einen zweiten landesweiten Lockdown durchführen. Dies beschloss das Kabinett unter Protest einiger Minister am Sonntag. Schulen und Kitas bleiben geschlossen. Auch Hotels, Restaurants und Einkaufszentren müssen ihre Türen schließen. Es gibt Ausgangsbeschränkungen und Versammlungsverbote. Lebensmitteleinkäufe und Arztbesuche sind erlaubt.
    • Die Europäische Union will am heutigen Montag bei einer Videokonferenz mit Chinas Präsident Xi Jinping die Weichen für den Abschluss eines geplanten Investitionsabkommens stellen. Aus EU-Sicht muss China dafür allerdings weitere Zugeständnisse bei den Themen Marktzugang, und nachhaltige Entwicklung machen. Der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire hat eine klare gemeinsame Haltung der EU gegenüber China angemahnt. Le Maire sagte der "Welt am Sonntag": „Priorität für die EU muss haben, eine gemeinsame Haltung zu entwickeln. Die hat sie im Moment nicht.“ Die Europäische Union müsse unabhängig von China und den USA sein und aus einer Position der Stärke agieren. „Wenn wir eine solide Beziehung zu einem Land wie China aufbauen wollen, müssen wir unsere Werte verteidigen“.
    • Japans Regierungspartei LDP hat Yoshihide Suga zum Parteivorsitzenden und damit faktisch auch zum neuen Ministerpräsidenten des Landes gewählt, weil die Liberaldemokratischen Partei (LDP) im maßgebenden Unterhaus des Parlaments die Mehrheit innehält. Der 71-Jährige bisherige Kabinettssekretär und Regierungssprecher will als Nachfolger des Partei- und Regierungschefs Shinzo Abe dessen Politik fortführen. Abe war kürzlich aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten.
    • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldet einen weiteren Rekord an neu gemeldeten Corona-Fällen innerhalb eines Tages. Weltweit wurden 307’930 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet, wie aus am Sonntag veröffentlichten WHO-Daten hervorgeht. Das sind 1’000 Fälle mehr als beim letzten Höchststand vor einer Woche. Weltweit sind damit mehr als 28.6 Mio. Infektionen gemeldet worden.
    • Die Regierung in Indien prüft angesichts steigender Corona-Infektionszahlen ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für einen möglichen Impfstoff. „Indien erwägt die Notfallgenehmigung einer Covid-19-Impfung", sagt Gesundheitsminister Harsh Vardhan. Der Zeitplan für die letzte Studienphase (Phase-III-Studien) könne durch die Erteilung einer Notfallgenehmigung verkürzt werden. Vardhan betonte, dass ein Impfstoff aber nur dann angeboten werden könne, wenn die Regierung seine Sicherheit und Wirksamkeit gewährleisten könne. Binnen 24 Stunden verzeichnete Indien zuletzt über 94.000 neue Infektionen. Die Dunkelziffer dürfte noch weitaus höher liegen.
    • Im zweiten Quartal stiegen die Umsätze im deutschen Ausbaugewerbe um 3,0 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres und damit seit fünf Jahren ununterbrochen in Folge, wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen mitteilte. Zudem waren im zweiten Quartal im Ausbaugewerbe 0,8 Prozent mehr Beschäftigte tätig als im gleichen Vorjahreszeitraum. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 stieg der Umsatz im ersten Halbjahr dieses Jahres um 5,4 Prozent und die Zahl der Beschäftigten um 1,0 Prozent. Auffällige Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Umsatz und Beschäftigung im Ausbaugewerbe konnten damit im diesem Zeitraum nicht eindeutig festgestellt werden.

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