1. Die Produktion im deutschen Produzierenden Gewerbe sank im September um 0,3 % mom. Von Bloomberg befragte Analysten hatten im Mittel (Median) wie auch wir mit einem Rückgang um 0,1 % mom gerechnet. Das Vorjahresniveau wird kalender- und saisonbereinigt nunmehr um 6,3 % übertroffen. Es kam zu beträchtlichen Revisionen der Vormonate durch das Statistische Bundesamt infolge einer Vorabanpassung an die jährliche Totalerhebung im Bauhauptgewerbe. So wurde die Produktion im zweiten Quartal um 0,9 Prozentpunkte (!!!) nach oben revidiert, die Produktion im Juli stellt sich nun um 0,1 Prozentpunkte, die im August sogar um 0,5 Prozentpunkte schlechter dar. Überspitzt formuliert wurden die Produktionsdaten revidiert, weil man eine vermutete zukünftige Revision schon berücksichtigen wollte, von der man aber noch nicht genug weiß, um sie gänzlich durchzuführen.

2. Die Produktionsschwäche im September zog sich durch nahezu alle Bereiche. So nahm die Energieerzeugung um 1,4 % mom ab, die Bauproduktion um 0,1 % mom und die Industrieproduktion um 0,3 % mom. Unter den industriellen Hauptgruppen stachen nur die Produzenten von Investitionsgütern positiv hervor, die ihren Ausstoß um 0,9 % mom ausdehnen konnten. Dieser Anstieg kam alle nicht vom Maschinenbau, dessen Produktion um 3,7 % mom sank, sondern von einem satten Plus der Automobilproduktion um 6,4 %. Die Produzenten von Vorleistungs- und Konsumgütern mussten dagegen ein deutliches Minus von jeweils 1,0 % mom hinnehmen.

3. Noch gibt es keinen Grund, schwarz zu sehen. Auf das Minus der Produktion im September werden wieder stärkere Zahlen folgen, denn die Auftragsbücher sind noch gut gefüllt. Doch mehren sich die Anzeichen, dass die Unternehmen den Auftragsberg erfolgreich abarbeiten, sodass das Polster dünner wird. So hat sich die Beurteilung des Auftragsbestandes durch die Einkaufsmanager klar von ihrem Hoch im Mai nach unten entfernt.

4. Trotz des schwachen Septembers war das dritte Quartal aus Sicht des Produzierenden Gewerbes ein mit einem Produktionsplus von 2,0 % qoq hervorragendes. Zusammen mit dem hoch revidierten zweiten Quartal (2,5 % qoq) markieren diese beiden Quartale ein der stärksten Produktionsphasen.

5. Mit den heutigen Daten und Revisionen zeigt sich nochmals klarer, dass das zweite Quartal einen vorläufigen Höhepunkt in diesem Konjunkturzyklus markiert. Vieles spricht dafür, dass es bei der Veröffentlichung der Schnellschätzung des Bruttoinlandsprodukts für das dritte Quartal in der kommenden Woche ebenfalls zu einer deutlichen Aufwärtsrevision des zweiten Quartals kommt, das bislang mit einem Wachstum um 0,9 % qoq ausgewiesen wird. Denn neben der starken Aufwärtsrevision der Produktion im Produzierenden Gewerbe kam es auch zu bedeutenden Aufwärtskorrekturen der Erwerbstätigenzahlen. So erfreulich dies für die deutsche Volkswirtschaft ist, so unbefriedigend ist dies für die Zunft der Prognostiker. Für das dritte Quartal erwarten wir eine Moderation des Wachstums auf starke 0,6 % qoq.

Quelle: DekaBank

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