Die über Wikileaks veröffentlichten Mails der Führungsspitze der Demokraten, die eine Benachteiligung des Kandidaten Sanders gegenüber Hillary Clinton implizit belegen, sind eine schwere Belastungsprobe für den Parteitag aber auch die Glaubwürdigkeit der Parteiinstitutionen der Demokraten.

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    Was auf der Packung der Partei der Demokraten steht, ist offensichtlich nicht so umfänglich in der Packung drinnen, wenn es um innerparteiliche demokratische Prozesse geht.

    Gerade in der der Auseinandersetzung zwischen Clinton und Sanders ging es um die Frage, ob die Interessen des US-Establishments weiter gegenüber dem Allgemeininteresse im Vordergrund stehen.

    Nachfolgender Chart belegt diese kritische Entwicklung mit der Divergenz zwischen Entwicklung der Wirtschaftsleistung pro Kopf und den mittleren Einkommen.

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    Das aus den Mails abzuleitende Verhalten der Führung in der Partei ist diesbezüglich eindeutig. Die milde Reaktion von Bernie Sanders nehmen wir zur Kenntnis. Fakt ist, dass die Beschwörungsformeln zur Einigkeit der Partei, die im Raum stehen, nicht bei allen Delegierten verfangen.

    Ein derartiger Start eines Parteitags hat die Qualität eines Debakels, sowohl für die Partei als auch für das US-Gemeinwesen Mehr noch liefert genau dieses Verhalten des obwaltenden US-Establishments innerhalb der demokratischen Partei eine Steilvorlage für Donald Trump. Aus diesem Grunde ist es auch nicht überraschend, dass Trump in aktuellen Umfragen mit 45 % drei Prozent vor Clinton liegt.

    Welcher der beiden Kandidaten ist gut oder besser für die USA und die Welt? Weiter wie bisher mit Clinton oder ein Stück Wundertüte mit Trump? Machen Sie sich Ihre Meinung.

    Der deutsche IFO-Index, der die Stimmungslage in der Realwirtschaft in Breite und Tiefe abgreift, lieferte per Berichtsmonat eine vollständig andere Bewertung als der ZEW-Index, bei dem Finanzmarktakteure teilnehmen. Im Juli sank der Geschäftsklimaindex von zuvor 108,7 auf 108,3 Punkte. Die Prognose lag bei 107,5 Zählern.

    Der Lageindex verbesserte sich sogar leicht von 114,5 auf 114,7 Punkte (Prognose 114,0). Der Erwartungsindex sank von zuvor 103,1 auf 102,2 Zähler (Prognose 101,2).

    Diese Indexentwicklung impliziert, dass es einen ökonomischen Schaden durch die Enwticklungen der letzten Wochen im Bereich der zukünftigen Geschäfts gibt. Das ist aber weit überschaubarer als es die Finanzmärkte unterstellten. Mehr noch leidet das aktuelle Geschäft offensichtlich nicht darunter.

    Der Index liefert eine Warnung an die politischen Eliten. Sollten weiter politische Entwicklungen und Entscheidungen das Bild prägen, die einen belastenden Charakter für die Ökonomie mit sich bringen, kann sich das Bild der konjunkturellen Stabilität zum Negativen verändern.

    Dabei sollten die obwaltenden Eliten sich bewusst sein, dass die Stabilität der demokratischen Gebilde immer auch eine Funktion der Stabilität der Ökonomie ist.

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    Aus dem UK erreichte uns der Index des CBI über den Trend der Auftragseingänge per Berichtsmonat Juli. Der Index sank von zuvor -2 auf -4 Punkte. Damit kam es seit Mai 2015 durchgehend zu negativen Indexständen. Der Blick auf den nachfolgenden Chart verdeutlicht, dass es seit 2001 lediglich 32 Monate zu überschaubaren positiven Werten kam. Besser lässt sich die Sklerose des britischen produzierenden Gewerbes nicht grafisch darlegen. Bezüglich des Brexit, sofern er dann auch staatfinden sollte, lautet die Quintessenz: "This may just be the beginning!"

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    Aus den USA erreichte uns der Dallas Fed Manufacturing Survey Index per Berichtsmonat Juli. Hier ergab sich ein deutlicher Anstieg von zuvor -18,3 auf -1,3 Punkte. So positiv dieser Anstieg auch ist, kommt es laut diesem Index zu einer weiteren Verschlechterung gegenüber dem Vormonat. Mehr noch ist es der 19. Monat in Folge, in dem es latent nach unten geht.

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    Kritisch ist doe Lohnentwicklung einzuwerten. Hier haben wir einen Rückgang des Index auf das Niveau von 09/2013.

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    Aktuell ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten des Unterstützungsniveaus bei 1.0950 - 1.0970 dreht den Bias.

    Viel Erfolg!

    © Folker Hellmeyer
    Chefanalyst der Bremer Landesbank

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