Die wirklichen Kryptorianer sind jedoch längst einen Schritt weiter. Hier geht es längst nicht mehr um die Kryptowährungen selbst, sondern um Decentralized Finance, kurz: DeFi. Dazu ein Vergleich:

Der Krypto-Bullenmarkt im Jahr 2017 basierte in erster Linie auf dem Erfolg von Ethereum (nach einem kurzfristigen Rücksetzer aufgrund des Hacks; darum gibt es Ethereum Classic), den damit verbundenen Smart Contracts sowie den zahlreichen ICOs/ITOs. Durch diese ICO-/ITO-Welle flossen damals - Schätzungen zufolge - circa fünf bis acht Milliarden US-Dollar in den Krypto-Markt.

Dazu nun mal der Vergleich mit DeFi: noch im Jahr 2019 war man froh, dass hier eine Million US-Dollar drin war. Im Zuge des DeFi-Booms bis in den Sommer 2020 hinein vervielfachte sich das Volumen dann und erreichte ein erstes Top bei etwas über 12 Milliarden US-Dollar. Nach einem Rücksetzer unter 10 Milliarden US-Dollar wurde nun gestern die 18 Milliarden US-Dollar Marke geknackt. Quelle: defipulse.com

Worum geht es aber bei DeFi? Nun, es werden dezentrale Apps (DApps) entwickelt, mit deren Hilfe dann quasi vollautomatisch Finanzdienstleistungen angeboten werden. So kann man beispielsweise seine Coins/Tokens ähnlich anlegen, wie das früher noch mit Euro oder DM auf dem Sparbuch ging, man bekommt hier also Zinsen. Die Älteren hier werden wissen was das ist, die Jüngeren bitte googeln.

Je höhere Risiken man dabei eingeht, desto höher die mögliche Rendite (aber Achtung: Risiko heißt wirklich Risiko, man kann dann eben auch verlieren!). Beispiel hierfür: Anleger parken in einem Pool ihre Kryptos, ein anderer hätte nun gerne einen Krypto-Kredit. Dann prüft die App quasi die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers und stellt ihm diesen, auf Basis des Risikos was die Kreditgeber in dem Pool als ihre individuelle Risikobereitschaft angegeben haben, nach Möglichkeit zur Verfügung.

Ja, wen das an LendingClub erinnert, liegt nicht ganz falsch. Wer dies als einen Angriff auf das Geschäft von Banken sieht, liegt ebenfalls ganz gut. Nur dass man halt in der Krypto-Welt diese Firma beziehungsweise die Banken dazu nicht mehr braucht, weil alles Computer (genauer: Algorithmen) übernehmen. Klingt futuristisch, die Early Adopter sind aber bereits an Bord - und da wird noch sehr viel Geld hinein fließen.

Was nicht zum Nachteil von Bitcoin und Co. ist. Denn das sind im DeFi-Sektor natürlich die beliebtesten Kryptowährungen. Und wenn die dort geparkt sind, werden sie nicht gehandelt, sondern sind dem Markt ja entzogen. Auch dies ist sicherlich ein Grund für den aktuellen "Wahnsinn".

Ich kann es daher nur noch einmal betonen: Ja, VORSICHT, es wird auch wieder einen "Krypto Winter" geben. Aber mittel- bis langfristig bleiben die Perspektiven exzellent. Von den absoluten Höchstkursen sind wir auf längere Sicht noch weit entfernt. Oder wie es die Amerikaner formulieren würden: "It's still early innings".

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