Peking/ London (Godmode-Trader.de) - In China deutet sich eine wirtschaftliche Abschwächung ab. Vor allem der chinesische Einzelhandel litt im August unter den vielerorts strikten Maßnahmen, um die Delta-Variante des Corona-Virus einzudämmen - aber auch die Industrieproduktion und die Anlagen in Sachinvestitionen enttäuschten wie schon im Vormonat.

Der Einzelhandelsumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr nur noch um 2,5 Prozent und damit so gering wie seit einem Jahr nicht mehr, wie das Nationale Statistikamt am Mittwoch in Peking mitteilte. Im Juli erhöhte sich der Umsatz noch um 8,5 Prozent. Experten hatten für August ein Plus von sieben Prozent erwartet.

Ähnlich schwach sieht es bei der Industrieproduktion aus. Diese legte um 5,3 Prozent zu, nachdem sie im Juli noch um 6,4 Prozent gestiegen war. Analysten hatten einen Anstieg von 5,8 Prozent erwartet. Auch der Zuwachs bei den Investitionen in Sachanlagen fiel nicht so hoch aus wie von Experten erwartet. Sie legten von Januar bis Ende August um 8,9 Prozent zu nach einem Anstieg von 10,3 Prozent bis Ende Juli.

Die Delta-Variante des Coronavirus breitet sich im Südosten der Volksrepublik weiter aus. Wie die Behörden mitteilten, wurden in der Provinz Fujian 50 weitere Infektionen entdeckt. Seit dem Ausbruch der Delta-Variante am vergangenen Freitag gab es damit 152 Infizierte. „Wir hatten erwartet, dass sich der Dienstleistungssektor im September stark erholen wird, da die Virussituation wieder unter Kontrolle war“, kommentierte das Analysehaus Capital Economics. „Ein sprunghafter Anstieg der Fälle in der Provinz Fujian in dieser Woche deutet jedoch darauf hin, dass die Erholung gebremst werden könnte“. Die Bemühungen, den jüngsten Ausbruch unter Kontrolle zu bringen, könnten das bevorstehende Mittherbstfest und den Nationalfeiertag, eine wichtige Zeit für den Konsum, beeinträchtigen, vermuten die Ökonomen aus London. Da die Provinz ein wichtiger Handelsknotenpunkt sei, bestehe auch die Gefahr einer erneuten Unterbrechung der Lieferketten.