Der Heilige Abend ist hier zu Lande von besonderer Qualität: Auf der Suche nach Ruhe und Besinnlichkeit bricht in der Bevölkerung in jedem Jahr zur gleichen Zeit eine grandiose Hektik aus: Einer Lemming-Wanderung nicht unähnlich stürzen sich alle Beteiligten derart ins Getümmel, dass einem schon vom Zusehen Angst und Bange werden kann.

Von wegen Besinnlichkeit: Da werden noch bis zum 24. Dezember kurz vor Geschäftsschluss allerlei Geschenke gehortet und mit viel Aufwand eingepackt. Anschließend fahren Hunderttausende über heillos verstopfte Straßen zur Verwandtschaft. Bis dann endlich Ruhe und Besinnlichkeit einkehren, sofern es in dem Trubel überhaupt dazu kommt, sind viele Zeitgenossen total erledigt und gestresst, mit einem Wort: urlaubsreif.

Wer an der Börse antizyklisch vorgehen will, dem kann man nur den Rat geben, auch im Alltag die Dinge etwas anders anzugehen. Das schult den Blick fürs Wesentliche und lässt erahnen, welche Möglichkeiten sich abseits der ausgetretenen Pfade eröffnen.

Weil ich mich an diesen Rat auch selbst halte, durfte ich in diesem Jahr meine ganz persönlichen Weihnachtserfahrungen machen: Während die übliche Hektik die Menschen in den bekannten Stresszustand versetzt, schnalle ich mir am 24. Dezember nachmittags die Tourenski an die Füße und wandere damit durch tief verschneite Wälder auf einen einsamen Gipfel im Münchner Voralpenland.

Einsam? Das ist erstaunlich, denn an „normalen“ Tagen ist das Brauneck bei Lenggries alles andere als verlassen: Wie die Heuschrecken fallen die Münchner Ausflügler an jedem Schönwetter-Wochenende über den Gipfel her. Doch an einem Heiligen Abend trifft man dort oben auch bei klarem Himmel keine Menschenseele.

Auch sonst sind die Eindrücke unvergesslich: Am Gipfelkreuz angekommen, ist linker Hand ein silberner Vollmond zum Greifen nah. Rechts taucht die untergehende Sonne das Land in einen goldfarbenen Mantel. Der Blick nach vorn erreicht die 150 Kilometer entfernten Hohen Tauern mit dem vergletscherten Großvenediger im leuchtenden Abendlicht. Und aus dem Tal läuten die Kirchenglocken aus dem nahen Lenggries herauf. Selten habe ich an einem Heiligen Abend mehr Ruhe und Besinnlichkeit gefunden als in diesem Moment. Der Gerechtigkeit halber muss ich anfügen, dass ich weder verheiratet bin noch Kinder habe, es konnte mich also in diesem beschaulichen Augenblick niemand wirklich vermissen.

Als ich wenig später mit dem Auto über die kurz zuvor total verstopfte Autobahn A9 von München Richtung Nürnberg zu meiner Verwandtschaft fahre, ist die Strecke menschenleer. Von Stress und Hektik keine Spur. Und für den Silvesterabend habe ich auch schon vorgesorgt: Von einer kleinen Berghütte im Münchner Voralpenland sieht man bei gutem Wetter das Feuerwerk über München...

Bevor ich es vergesse: Auch Superinvestor Warren Buffett bewegt sich bekanntlich am liebsten abseits der ausgetretenen Pfade. Im Moment haben es ihm die Finanztitel angetan.

Während sich alle Welt über die Probleme der Branche den Kopf zerbricht, hat der alte Fuchs seine Beteiligungen an der Bank of America (BAC) sowie an den Hypothekenanbietern Wells Fargo (WFC) und US Bancorp (USB) aufgestockt. Auch bei Unternehmen aus der Pharma- und Konsumbranche, wie etwa Johnson & Johnson (JNJ) sowie Unitedhealth (UNH), kauft Buffett derzeit kräftig ein.

Während die meisten Anleger um Aktien aus der Finanzbranche derzeit einen großen Bogen machen, sammelt Super-Investor Warren Buffett die verprügelten Papiere ein: Zu seinen Favoriten zählen die Bank of America (oben) und der Hypothekenanbieter Wells Fargo (unten).

In der aktuellen Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs haben wir für unsere Leser einige weitere Titel aus der Finanzbranche aufgestöbert. Dabei haben wir auch den deutschen Markt unter die Lupe genommen. Aufschlussreich ist hier die Beobachtung, dass die Aktien einiger Unternehmen derzeit bei den Insidern sehr gefragt sind.

Neben der schlechten Stimmung ist dies für uns Kontra-Anleger ein untrügliches Zeichen, dass man mit Blick auf 2008 jetzt in die Finanzbranche investieren sollte. Welche Titel unserer Ansicht nach aussichtsreich sind, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs. Anmeldung unter [Link "www.antizyklischer-börsenbrief.de" auf www.antizyklischer-b%C3%B6rsenbrief.de/... nicht mehr verfügbar]

Ein gesundes und erfolgreiches Neues Jahr und ein gutes Gespür für die Schätze abseits der ausgetretenen Wege wünscht

Ihr Andreas Hoose
Zum Autor:
Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs und Geschäftsführer des Antizyklischen Aktienclubs. Börsenbrief und Aktienclub, das komplette Servicepaket für die Freunde antizyklischer Anlagestrategien! Informationen finden Sie unter [Link "www.antizyklischer-börsenbrief.de" auf www.antizyklischer-b%C3%B6rsenbrief.de/... nicht mehr verfügbar] und http://www.antizyklischer-aktienclub.de