Viele Anleger verlieren an der Börse Geld. Das müsste nicht sein. Börse ist überraschend einfach. Eigentlich geht es nur darum, Dummheiten zu vermeiden. Das ist allerdings leichter gesagt, als getan, denn es ist schwer, so mancher Versuchung zu widerstehen.

Eine solche Versuchung sind Trendbranchen. Fast jedes Jahr gibt es eine neue Branche, die hochgejubelt wird. In den letzten Jahren waren das z.B. der Cannabissektor, 3D-Druck-Aktien oder zuletzt schnell wachsende Technologieunternehmen. Bei Letzteren hat sich ein Bärenmarkt etabliert.

Am besten lassen sich diese Hypeaktien über einen ETF beschreiben, den ARK Innovation ETF (verwaltet von Cathie Wood) . Es ist nicht nur eine Branche, die vertreten ist, sondern vielmehr eine Mischung von Branchen von Elektroautos über Videotelefonie bis hin zu Onlinewetten. Sie haben jedoch eines gemeinsam. Sie alle reflektieren die Welt von morgen. Diese ist elektrifiziert, Menschen arbeiten von zu Hause und überhaupt geschieht alles online.

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ARK ETF Trust - Innovation ETF Registered Shares o.N.

Die Digitalisierung und Elektrifizierung ist kein neuer Trend. Die Pandemie hat ihn jedoch greifbar gemacht. Plötzlich konnten sich alle vorstellen, dass es tatsächlich so kommt. Das hat für Euphorie gesorgt. Sind Anleger euphorisch, ist kein Kurs zu hoch. Bestes Beispiel: Zoom.

Der Kurs stand einmal bei 588 Dollar. Inzwischen hat der Kurs mehr als 50 % verloren. Der Marktwert von Zoom liegt damit immer noch bei 75 Mrd. Das ist besser als die im Maximum erreichten 175 Mrd.

Zoom ist mit 75 Mrd. trotz Kursrückgangs immer noch hoch bewertet. Auf Basis der für 2024 (!) zu erwartenden Gewinne liegt das KGV bei 50. Da ist noch Luft nach unten.

Vor diesen absurden Bewertungen hatte ich immer wieder gewarnt. Das hat nicht jedem gefallen. Das häufigste Argument, welches man zu hören bekommt: Sie verstehen das Potential und Technologie nicht.

Diese Argumente erinnern stark an die Dotcom-Blase. Anleger hatten Recht, was das Potential anging. Sie preisten nur Ende der 90er Jahre das ein, was sich 20 Jahre später realisieren würde, größtenteils mit Unternehmen, die es heute nicht mehr gibt.

So viel Geduld hat niemand und es endet jedes Mal gleich, sei es bei der Dotcom-Blase, Cannabisaktien oder den Pandemiegewinnern wie Zoom. Nicht umsonst ähnelt der Kurs des ARK Innovation ETFs dem des Nasdaqs (Grafik 1).


Im Jahr 2000 gab es beim Nasdaq nochmals einen stattlichen Rebound, der sich als großartige Bullenfalle herausstellte. Zuerst brachen die Kurse ein. Anleger waren in Schock. Mit der Erholung kam große Erleichterung. Es wurde als Beweis empfunden, dass die Rallye weitergehen kann. Tatsächlich war es eine Art Leugnung. Wer den Rebound nicht zum Ausstieg nutzte, ärgerte sich danach jahrelang.

Ein ähnliches Kursmuster ist auch jetzt zu erkennen. Jeder muss selbst wissen, ob er einen Rebound zum Ausstieg nutzt. Unternehmen, die im ARK Innovation ETF sind, sind zum Teil großartige Unternehmen. Bis sie so viel verdienen, dass die Bewertung gerechtfertigt ist, vergehen noch viele Jahre. Man muss Sitzfleisch haben, wenn man das durchhalten will.

So schwierige Entscheidungen kann man sich auch ersparen, indem man sich von Hypeaktien einfach fernhält. Hypes enden nie gut. Sie sind Dummheiten, die man am besten vermeidet.

Clemens Schmale


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