New York/ London (Godmode-Trader.de) - Der weltgrößte Diamantenproduzent und -händler De Beers mit Sitz in London hat die Preise für kleine Rohdiamanten deutlich gesenkt, um den angesichts der Corona-Krise dahinsiechenden Markt neues Leben einzuhauchen.

Das Unternehmen hatte bereits im vergangenen Monat zum ersten Mal seit Ausbruch der Pandemie größere und teurere Steine verbilligt. Jetzt hat es die Preise für Rohdiamanten mit weniger als einem Karat um mehr als 10 Prozent verbilligt, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Personen, die mit der Situation vertraut sind, berichtet.

Der Diamantenmarkt kam in der Anfangsphase der Pandemie völlig zum Erliegen, hat sich in den letzten Monaten aber wieder schrittweise erholt. Im August verkaufte De Beers Rohdiamanten im Wert von 320 Mio. US-Dollar und damit mehr als sechsmal so viel wie im gesamten zweiten Quartal.

Vor den Preissenkungen hatte De Beers laut Bloomberg bereits seine üblichen Verkaufsregeln aufgeweicht, um Kunden anzulocken. So war es diesen erlaubt, vom Vertrag zurückzutreten bzw. Diamanten an alternativen Standorten zu besichtigen. De Beers verkauft seine Edelsteine durch 10 Aktionen pro Jahr in Botswanas Hauptstadt Gaborone, und die Käufer - bekannt als Sightholder - mussten in der Regel den Preis und die angebotenen Mengen akzeptieren. Kleinere Konkurrenten verkauften jedoch mit einem Preisnachlass von 25 Prozent, was dem Weltmarktführer Marktanteile kostete. Als sich die Nachfrage erholte, ging De Beers ebenfalls dazu über, die Preise zu senken, um den Absatz anzukurbeln,

Nach Meinung von Bloomberg geht das Unternehmen davon aus dass die Nachfrage wieder Vorkrisenniveau erreicht hat, selbst bei kleineren Steinen, wo der Markt am schwächsten war. Dennoch wird die endgültige Erholung der Branche davon abhängen, ob die Verbraucher in die Geschäfte zurückkehren, insbesondere in den USA, auf die fast die Hälfte aller Verkäufe entfällt.