Mit den Börsengängen in diesem Jahr ist es eine interessante Sache. Viele Autobauer gehen nicht direkt an die Börse, sondern lassen sich von einem bereit notierten Unternehmen kaufen bzw. fusionieren mit diesem. Dabei übernimmt eine Special Purpose Acquisition Company (SPAC) oder sogenanntes Blankoscheckunternehmen ein privates Unternehmen und bringt es so an die Börse. Wieso gerade viele Elektroautobauer diesen Weg gehen, wissen nur sie selbst. Es spart natürlich Kosten, dafür sind die Erträge aus der Übernahme überschaubar. Die meisten SPACs haben nur 300 bis 500 Mio. Dollar an Kapital. Damit lassen sich keine Produktionsstätten bauen, aus denen hunderttausende Autos kommen. Bei den meisten Börsengängen handelt es sich um Unternehmen, die es mit den traditionellen Autobauern aufnehmen wollen. Das ist ein hohes Risiko. Zunächst einmal muss ein funktionierender Elektromotor gebaut werden. Dazu kommt die teure Batteriekomponente. Ist das alles gelungen, müssen Verbraucher die Autos auch noch toll finden und kaufen. Es ist ein langer Weg zum Erfolg. Tesla hat es geschafft. Die meisten anderen werden es nicht schaffen. Das ändert nichts daran, dass Anleger begeistert sind. Chinesische Unternehmen sind gefragt. Nio, Li, BYD und XPeng sind an der Börse 100 Mrd. wert. Alle haben bereits eine laufende Produktion und damit auch Absatz und Einnahmen. Das kann man von vielen anderen nicht behaupten. Einen Autobauer aufzubauen ist teuer und dauert viele Jahre. Das Risiko in ein Startup zu investieren ist hoch. Ein bestimmter Bereich fristet jedoch ein Schattendasein. Die meisten fokussieren sich auf den Massenmarkt für Pkw. Diesen Markt auf die Elektromobilität umzustellen ist im Vergleich zum Lkw Markt noch vergleichsweise einfach.

Das Problem im Lkw Bereich ist die Reichweite von Batterien. Einige Unternehmen wie Nikola wollen daher auf Brennstoffzellen setzen. Ob das gerade Nikola gelingt, sei dahingestellt. Nach den jüngsten Kurskapriolen und Berichten ist offen wie weit die Technologie ist.

Es gibt aber auch noch andere Unternehmen, die sich des Bereichs annehmen. Dazu gehört der neueste Börsengang. XL Fleet geht durch die Fusion mit demSPAC Pivotal Investment Corp. an die Börse. XL Fleet baut keine eigenen Lkw oder Pickups, sondern fokussiert sich zunächst auf die Aufrüstung bestehender Flotten.

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Pivotal Investment Corp. II

Verbrennungstransporter werden mit einem ergänzenden Elektromotor und ausgestattet. Das spart Treibstoff und senkt die Emissionen. Das Unternehmen hat Kunden mit Flotten, darunter auch Coca Cola und Pepsi. Das Geschäftsmodell ist insofern neu, als dass es auf den Erfolg von bestehenden Produkten setzt. Es konkurriert nicht mit GM oder Ford, sondern ergänzt sie.


Da der Verbrennungsmotor im Warentransport noch lange Zeit eine wichtige Rolle spielen wird, füllt das Unternehmen hier eine sinnvolle Lücke. Es generiert bereits Umsatz. Das sollte die Entwicklung und Expansion zu immer mehr Modellen und Elektroantrieben mittelfristig finanzieren. Das Risiko bleibt hoch. Das ist insbesondere bei jungen Unternehmen nicht wegzudenken. XL Fleet versucht allerdings nicht den Massenmarkt in direkter Konkurrenz zu allen anderen aufzumischen, sondern fokussiert sich auf eine ganz klare Nische. Das könnte sich auszahlen.

Clemens Schmale


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